Tony Clunn und die drei Schleuderbleie

Groenegauer

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Ja, der Fund der drei Schleuderbleie durch Tony Clunn 1987 hat zu den ersten systematischen Grabungen in Kalkriese 1988 geführt. Reichlich Münzfunde waren ja bekannt und hatten schon Mommsen zu seiner These veranlasst, dass bei Gut Barenau (i.e. Kalkriese) die Varusschlacht stattgefunden habe, aber die Schleuderbleie waren die ersten in Kalkriese gefundenen/erkannten römischen Militaria.
Wobei immer noch umstritten ist, ob diese 3 Schleuderbleie aus dem Fundgebiet von Kalkriese stammen! In Sondengängerkreisen kursiert, dass diese durch den Finder untergeschoben sind.
Tatsächlich wurden seit 1988 keine weiteren Schleuderbleie bei offiziellen Grabungen oder Begehungen mit der Metallsonde gefunden!
 
Nein wieso sollte das so sein? Muß man denn zwingend noch welche finden?
Durch die undurchsichtigen Fundumstände 1987, sollten doch zumindest innerhalb von fast 40 Jahren intensiver Detektorsuche, mit mittlerweile immer besserer Technik, zumindest mal hin und wieder welche auftauchen, alleine schon um die vorhandenen zu bestätigen.
 
Auch das nicht zwingend, die Region ist schließlich seit mehr als 2000 Jahren unter den Pflug.
Durch die undurchsichtigen Fundumstände 1987, sollten doch zumindest innerhalb von fast 40 Jahren intensiver Detektorsuche, mit mittlerweile immer besserer Technik, zumindest mal hin und wieder welche auftauchen, alleine schon um die vorhandenen zu bestätigen.
Ich bin in der Hinsicht weder überrascht noch skeptisch.
Wo würde die Motivlage bei Major Cluny liegen?
 
Wobei immer noch umstritten ist, ob diese 3 Schleuderbleie aus dem Fundgebiet von Kalkriese stammen! In Sondengängerkreisen kursiert, dass diese durch den Finder untergeschoben sind.
Tatsächlich wurden seit 1988 keine weiteren Schleuderbleie bei offiziellen Grabungen oder Begehungen mit der Metallsonde gefunden!
Ich bin erstaunt. Ist gesichert, daß abgesehen von dem Schleuderbleifund, keine Schleuderbleie gefunden wurden?Schleuderbleie=Auxiliare?
Zumindest komme ich ins Grübeln.
Die Tatsache das nach 1988 keine weiteren Schleuderbleie gefunden wurden, spricht finde ich für sich.
@Groenegauer ,
wenn es für sich spricht, was schließt Du daraus?
 
Das wäre der Hammer.
Die Schleuderbleie waren doch die Initialzündung für die Grabungen.
Ich sehe aus dem Mitbringen der Schleuderbleie(sofern)keinen Nachteil für die Wissenschaft.

Man muß sich vor Augen führen, daß ohne 3 Schleuderbleie, egal woher sie stammen, nie eine Grabung stattgefunden hätte!!!
Und weiterhin: wer die Schleuderbleie mitbringt, ist Hellseher in Sachen Fundfülle.

Das wären die Konsequenzen, wenn wir aus den einzigen vorliegenden Bleien (so merkwürdig auch) einen Aufstand produzieren.
Oder denke ich falsch?

Motive (für andere) gäbe es schon. Aber das führt zu weit,bevor ich mir den Mund verbrenne..

Mal angenommen, jemand fälscht bewußt Beweisketten, das wäre fatal.
 
Das die Vorgelegten nicht aus dem Suchgebiet Kalkriese stammen!

Woher denn sonst?



Weder wusste Tony Clunn, was er 1987 gefunden hat, noch hatte Schlüter die Schleuderbleie als solche erkannt, erst sein Kollege machte ihn auf sie aufmerksam.

Mögliche Erklärung, warum noch nicht so viele Schleuderbleie gefunden wurden:
In Moorböden wird Blei tendenziell stärker gebunden und bleibt länger in den oberen Schichten erhalten.
In Hangsanden kann Blei durch Regen leichter ausgewaschen und mobilisiert werden, besonders bei niedrigem pH-Wert.

Die meisten römischen Funde haben wir aus dem Bereich des bisher als Germanenwall bzw. Südwall des Römerlagers angesprochenenen Gebildes, sprich aus der Hangsandzone.


Tony Clunn hat mit der Kreisarchäologie des Kreises Osnabrück zusammengearbeitet, er hat bei denen angefragt, wo er mal die Sonde ansetzen solle und die Gegend um Gut Barenau (weil dort römische Funde gemacht worden waren) wurde ihm von Seiten der Kreisarchäologie genannt. Clunn hat die Schleuderbleie, die er gefunden hat, nicht als solche erkannt, auch Schlüter nicht. Ein Bekannter von Schlüter, ebenfalls Archäologe aber vertrauter mit römischen Militaria, der hat gefragt, woher denn die römischen Schleuderbleie kämen und alles ins Rollen gebracht.
 
Woher denn sonst?
Die Zitate von El Quijote sind mir alle bekannt, auch die Texte aus denen diese Stammen. Nur leider ist Papier sehr geduldig, was einmal steht wird als bewiesen hingenommen. Ein Dilemma für jeden Historiker! Spricht man mit Zeitzeugen stellt sich alles etwas anders da.

Zu deiner Frage eine Gegenfrage: wo kann man Schleuderbleie finden?
 
Die Zitate von El Quijote sind mir alle bekannt, auch die Texte aus denen diese Stammen. Nur leider ist Papier sehr geduldig, was einmal steht wird als bewiesen hingenommen. Ein Dilemma für jeden Historiker! Spricht man mit Zeitzeugen stellt sich alles etwas anders da.

Zu deiner Frage eine Gegenfrage: wo kann man Schleuderbleie finden?
Ja, dann mal "Butter bei die Fische" bitte.

Hier wird im Geschichtsforum ein Vorwurf der Fundmanipulation erhoben ohne stichhaltige Indizien nennen zu wollen.
Das Forum ist für solcher Art der Gerüchteküche, der Vorwürfe nicht!!! der richtige Ort!
 
Die Zahl der im rechtsrheinischen Germanien gefundenen Schleuderbleie ist ohnehin nicht groß. Eine Zahl von 3 Scheuderbleien an einem Fundort ist schon der Maximalwert.

@Groenegauer, wie viele hättest Du denn gerne?

Und nein, die Schleuderbleie stammen nicht aus Großbritannien...

Und für ein dumpfes Geraune à la Schoppe ist im Geschichtsforum kein Platz.

Nachtrag: Danke an @Sepiola für die Korrektur, ich kannte diesen Fund und diesen Bericht nicht. Aus ganz anderen Gründen hatte ich mir eine Dissertation aus dem Jahr 2007 über die metallurgische Untersuchung von römischen Bleifunden angeschaut.

Zu den Untersuchungen von Schleuderbleien habe ich das noch gefunden:

 
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