Unterstützung deutscher Flüchtlinge im 2. WK?

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von maximahls, 3. November 2014.

  1. maximahls

    maximahls Neues Mitglied

    Hallo liebes Forum,

    da ihr mir in letzter Zeit schon so oft wunderbar weitergeholfen habt mit meiner Recherche, kommt hier eine weitere Frage.

    Als die Rote Armee im April 1945 sich langsam Torgau näherte und den Amerikanern in Eilenburg und Wurzen entgegenkam, sind viele Deutsche aus Angst vor den Russen Richtung Westen geflüchtet. Mit dabei waren meine Vorfahren (Uropa, Oma etc.).

    Was mich bei der Schilderung der Flucht meiner Oma wunderte war, dass der Familie auf dem Weg gen Westen oft geholfen wurde. Sie fuhren viele Kilometer mit einem Panzer der Wehrmacht mit, und wurden ab Torgau ein Stück auf einem Lastwagen der Wlassow-Armee mitgenommen. Hatten sie Glück oder war das bekannt, dass die Wehrmacht deutschen Flüchtlingen half?

    Ich finde es bemerkenswert, da ja Tausende Menschen zu der Zeit auf der Straße waren. Zu erwähnen ist vielleicht, dass die Familie keinen Handwagen dabei hatte. Den haben sie zurückgelassen, da er sie nur aufgehalten hätte.
     
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  2. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Die Kriegsmarine versuche im Unternehmen Hannibal aktiv Flüchtlinge über die Ostsee mit Kreuzfahrtschiffen wie der Wilhelm Gustloff und anderen zu Truppen- und Flüchtlingstransportern umgerüsteten Schiffen, wie auch Kriegsschiffen zu evakuieren als Ostpreußen abgeschnitten war. Teilweise hat die Wehrmacht beim Rückzug aber auch keine Rücksicht auf Flüchtlinge genommen.

    Teilweise wurden Flüchtlinge auch mit der Bahn transportiert, soweit Kapazitäten dafür bereit standen und soweit es mit der zerstörten Infrastruktur ging. Dresden sollte 1945 als einer der wenigen Intakten wichtigen Bahnknotenpunkte zwischen Osten und Westen Deutschlands eine Schlüsselrolle beim Bahntransport der Flüchtlinge spielen, weshalb bei der Zerstörung der Stadt 1945 auch viele Flüchtlinge, die nur zur Durchreise in der Stadt waren getroffen wurden. Nach dem Angriff versuchte die Wehrmacht die Lage der Stadt unter Kontrolle zu bringen, weil große Teile der zivilen Administration handlungsunfähig waren und versuchte auch die Durchreisenden einzubeziehen. Das war allerdings eher der chaotischen Situation geschuldet und häufig wenig Hilfe bei der eigentlichen Flucht.
     
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  3. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Eine Anekdote: Mein Großvater, der Kraftwagenfahrer bei der Luftwaffe war, hat ständig Leute mitgenommen, soweit es der Platz und die Befehle zuließen. Einmal hat er einen Uniformierten mitgenommen, der keine Marschpapiere dabei hatte. Das sagte ihm dieser allerdings erst an einer Kreuzung, bei der sie in eine Kontrolle gerieten. Mein Großvater entsicherte bereits seine Pistole, da er unweigerlich mit zur Rechenschaft gezogen worden wäre, denn er hätte sich die Papiere vorher zeigen lassen müssen. Den Major, der ständig rumschrie, hatte er sich bereits als erstes Ziel ausgesucht. Zum Glück aller begann man dann aber, da das Chaos immer größer wurde und Fliegergefahr bestand, die Lastwagen durchzuwinken.
     
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  4. Rodriguez

    Rodriguez Aktives Mitglied

    Zunächst gab es nicht nur keine offizielle Hilfe für Flüchtlinge, sondern jede Fluchtbewegung wurde von der NS-Führung versucht, zu verhindern, da nicht die Kampfmoral an der Front untergraben werden sollte. Himmler gab als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel die entsprechende Losung aus: "Wir organisieren die Verteidigung, nicht das Davonlaufen".
    Folglich wurden Bahnreisen über 100 Kilometer verboten, unerlaubte Flucht unter Androhung von Repressalien verhindert. So blieb meist nur die Flucht einzelner zu Fuss.
    Eine Massenflucht wurde sogar so lange verhindert, bis es zu spät war, bis die Rote Armee schon in Sichtweite war. So kam es ja erst dazu, dass bei den dann plötzlichen und panikartigen Evakuierungen Zehntausende ihr Leben verloren!

    Diese Flucht grösseren Ausmass begann erst Ende Januar 1945, als die Rote Armee von den Karpaten bis zur Ostsee aufmarschierte. Die Evakuierungspläne wurden aber von den Gauleitern immer noch zurückgehalten. So flohen die meisten Menschen über die Felder oder auf Pferden bei eisiger Kälte (aus Danzig bspw. machten sich 60.000 Menschen bei 20 Grad Celsius zu Fuss (!) auf den Weg. Ein Drittel starb während der nächsten Tage bei Frost, Hunger und Erschöpfung), entsprechend langsam kam man voran. Die Panzer der Roten Armee stiessen indes täglich bis zu 70 Kilometer vor...
    Zudem hatten Militärtransporte absoluten Vorrang, die Flüchtlinge mussten entsprechend die Strassen und Wege räumen, um dem Militär Platz zu machen. Selbst die Züge blieben nicht selten mehrere Tage auf Nebengleisen stehen, um wichtigen Kriegstransporten freie Fahrt zu gewährleisten, etc. Ab dem 22. Januar 1945 waren gar sämtliche Zugverbindungen aus Ostpreußen nach Westen unterbrochen. Bereits eine Woche später war Ostpreußen mit all seinen Flüchtlingen vom Rest des Reiches abgeschnitten.
    Nun blieb nur noch die Flucht übers Wasser. In den Häfen Pommerns und Westpreußens drängten sich Hunderttausende. Doch es gab viel zu wenig Schiffe. Von den rund 1.000 eingesetzten Schiffen wurden zudem etwa ein Viertel von der sowjetischen Marine versenkt - 40.000 Menschen ertranken!

    Schlimme Zeiten!
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2014
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  5. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Zu den Flüchtlings-, Opfer- und Verlustzahlen während des Unternehmen Hannibal ? Wikipedia, also die Massenevakuierung aus Ostpreußen über die Ostsee, steht in der Wikipedia:

    Neben der Wilhelm Gustloff (Schiff) ? Wikipedia sind Steuben (Schiff) ? Wikipedia und Goya (Schiff, 1940) ? Wikipedia die aufgrund der Opferzahlen bekannteren Schiffsverluste. Alleine die Todesopfer der Wilhelm Gustloff betragen mit geschätzten über 9.000 Menschen mehr als das sechsfache der mit der Titanic untergegangen. Auch die Todesopfer der beiden anderen erwähnten Schiffe betragen das Mehrfache der Titanic-Verluste.

    Zu den anderen Evakuierungen: mir ist bekannt, dass hauptsächlich in Kampfgebieten versucht wurde, die Bevölkerung zu evakuieren. In Oberschlesien wurde auch die Wehrmacht die Bevölkerung teilweise evakuiert. Aber auch im Westen wurde so vorgegangen. Als die alliierten Truppen Aachen eroberten, war es praktisch eine Geisterstadt.
     
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  6. beetle

    beetle Aktives Mitglied

  7. maximahls

    maximahls Neues Mitglied

    Danke Leute

    @Rodrigues Danke. Also offiziell gab es keine Anweisung zur Hilfe. Und wenn geholfen wurde, waren es individuelle Entscheidungen von Soldaten, könnte man sagen. Hast du auch eine Quelle für die Aussage von Himmler "Wir organisieren die Verteidigung, nicht das Davonlaufen"? Finde da keine gesicherte Quelle bei google.

    @beetle Das hat mir sehr geholfen, danke :) Ich nehme an, dass später im April 45 auch die Wehrmachtssoldaten die Ausweglosigkeit der Lage erkannten und dann eigenmächtig Flüchtlingen halfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2014
  8. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    Manche haben geholfen, andere nicht. Da gab es keine Regeln oder Vorgaben. Es gab auch mehr als genug Flüchtlinge, deren Not vergrößert wurde, weil sie an einer rechtzeitigen Flucht gehindert wurden; z.T. eben auch durch Soldaten. (siehe auch den Beitrag von Rodriguez)

    Falls Du Dich tiefer für das Thema Flucht / Vertreibung interessierst, einige Lesetipps:
    Mathias Beer "Flucht und Vertreibung der Deutschen"
    Mathias Beer: Flucht und Vertreibung der Deutschen. Voraussetzungen, Verlauf, Folgen. München 2011. - H-Soz-Kult / Rezensionen / Bücher

    Eva und Hans Henning Hahn "die Vertreibung im deutschen Erinnern"
    SEHEPUNKTE - Rezension von: Die Vertreibung im deutschen Erinnern - Ausgabe 11 (2011), Nr. 10

    Prof. Dr. Dietmar v. Reeken "Kurshefte Geschichte: Flucht, Vertreibung und Umsiedlung im Umfeld des zweiten Weltkrieges"
     
  9. timeless

    timeless Neues Mitglied

    Meine Tante (*1922) war deutschstämmig, lebte in Brodnica (früher Straßburg). Sie war im Januar 1945 hochschwanger, ihr Ehemann an der Front. Sie wurde zusammen mit anderen Hochschwangeren am 18. Januar 1945 mit dem Zug evakuiert. Sie erzählte mir, dass die Frauen von einer oder zwei polnischen Hebammen begleitet wurden. Zunächst nutzten sie einen Personenzug, später einen Güterzug. In diesem Zug brachte meine Tante am 25. Januar ihren Sohn zur Welt, zum Glück hatte sie, Erstgebärende, eine unkomplizierte Geburt. Es gab weder warmes Wasser noch saubere Tücher etc. Wenig später erreichten sie Swinemünde. Sie und das Kind überlebten die Flucht.
     
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  10. traupi54

    traupi54 Neues Mitglied

    Wer aufgibt - hat schon verloren
    Dieser Satz begleitet mich mein ganzes Leben.Meine Vorfahren Väterlicherseits stammen aus Paulusbrunn(Sudetenland).Ich erarbeite seit Jahren einen Stammbaum meiner Familie,was sehr schwierig ist,es gibt keine Papiere usw. nur durch Augenzeugen und Berichten im Internet konnte ich an Infos kommen.Habe durch die WAST, 2 vermißte Onkels finden können.Der eine liegt auf der Kriegsgräber Gedenkstätte in Weeze.Der andere ist wahrscheinlich auf den Weg ins Gefangenenlager in Russland ums Leben gekommen.War im Krieg um Stalingrad Unteroffizier.Vor ca. 1 Jahr fand ich deren Sohn mit dm ich in Verbindung stehe.Ich suche immer noch weiter!!!!Allen Anderen in einer Lage wünsche ich alles gute.Gebt nicht auf!
     
  11. friloo

    friloo Mitglied

    Hi,

    die Lebensgefährtin meines Vaters (meine Mutter ist vor 20 Jahren gestorben) stammt aus Schlesien. Sie erzählt oft von ihren Erlebnissen während der Flucht Richtung Westen. Sie hatten nicht viel dabei, nur Papiere und das allernötigste. Sie hatten einen Handkarren, wie weit sie mit dem Handkarren zu Fuß gelaufen sind weiß ich leider nicht. Sicher nur bis zum nächsten funktionierenden Bahnhof. Falls Interesse besteht kann ich mal nachfragen. Aber ich denke keiner ist bis Berlin gelaufen.
    Auch an einen älteren Kollegen der aus Ostpreusen stammte kann ich mich erinnern, der ist (mit der Mutter und den Geschwistern) bis zum nächsten Hafen gekommen (weiß nicht wie)und wurde dann per Schiff nach Kiel gebracht.

    Es muß wohl schon so etwas wie "Sammelstellen" gegeben haben, von wo aus dann die Leute ins "Reich" gebracht wurden. Allerdings war der Weg vom Wohnort bis zur Sammelstelle oft recht weit. 40 km sind schon eine 2-Tagesstrecke.
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Was die Flucht anging, gerade als die ersten Spitzen der Roten Armee die Reichsgebiete erreichten, so war da viel unkoordiniert, auch weil Flucht teilweise als Defätismus galt und mit dem Tode bestraft wurde. Sammelstellen bildeten sich also zunächst einfach deshalb, weil es Punkt gab, zu denen Leute flohen, einfach weil sie diese kannten, also als Folge einer schon vorhandenen, aber nicht zu diesem Zweck erdachten Infrastruktur.
    Wer aus Ostpreußen floh, ist mit einiger Wahrscheinlichkeit über das zugefrorene Frische Haff Richtung Danzig geflohen. Auch dabei gab es viele Tote, teils wegen sowjetischen Tieffliegern, teils einfach, weil die Wagen zu schwer waren und ins Eis einbrachen.

    Auf der anderen Seite gab es allerdings auch wieder Hilfe für Flüchtlinge, die dann Wohnquartiere und Lebensmittelmarken zugewiesen bekamen.
     
  13. friloo

    friloo Mitglied

    Hi,

    das wurde mir auch erzählt. Wer flieht begeht Verrat am Reich. Aber was sollten denn die Frauen und Mädchen (die Männer waren im Krieg) tun, sie wußten was sie erwartet. Vergewaltigung und Mord. Also sind sie geflohen, haben ihre nötigste Habe eingepackt und sich auf den Weg gemacht. Ob das zu Fuß war oder ob ein Pferd den Schlitten gezogen hat, ob es vielleicht sogar ein Auto (eher LKW) gegeben hat war völlig wurscht, Hauptsache weg.

    So war das damals. Wer noch Verwandte hat, die damals geflohen sind, kann sie fragen. Es ist immer dasselbe, "Hauptsache weg".

    Auch Bauern mussten fliehen. Wer ( so wie ich) sich mich mit Bauern auskennt oder gar von ihnen abstammt, der weiß " das letzte was ein Bauer aufgibt ist sein Land und sein Vieh".

    Trotzdem die Leute sind geflohen, haben ihre Kühe im Stall stehen gelassen und sind abgehauen. Alles andere wäre der sichere Tod gewesen.

    Ich weiß nicht ob es stimmt, aber es heißt nach der Kapitulation des "Reiches" (am 08 Mai 1945) wurden noch 55.000.000 (55 Millionen) Deutsche bei der Verteibung aus Ostpreusen, Sudetenland, Ungarn usw. getötet.

    mfg Hans
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2015
  14. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Und wo findet man diese Information über getötete Deutsche?:confused:

    55 Millionen ist viel zu hoch gegriffen. Die höchsten Schätzungen zu den Verlusten der Vertreibung/Flucht gehen bis zu 2,1 Millionen. Insgesamt gehen die Zahlen von 12 bis 14 Millionen Deutschen bzw. Angehörigen deutscher Minderheiten in verschiedenen europäischen Staaten , die geflohen bzw. vertrieben worden sind.

    Die Zahlen sind aber sehr umstritten.

    s. hierzu Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945?1950 ? Wikipedia
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Gesamtverlustzahlen*:
    "Reichsdeutsche" außer Österreicher
    3,76 Millionen Soldaten und 2,06 Millionen Zivilisten macht 5,82 Millionen gesamt
    "Volksdeutsche" außer Österreicher
    380.000 Soldaten und 1,02 Millionen Zivilisten macht 1,4 Millionen gesamt
    Österreicher
    170.000 Soldaten und 24.000 Zivilisten macht 194.000 gesamt

    Macht also 7,4 Millionen "Deutscher" im Zuge des gesamten Zweiten Weltkrieges, wobei ich nicht weiß, ob die Opfer des Nationalsozialismus, die vor 1935/39 als Deutsche galten und als politische Opfer zu werten sind, also gezielt ermordet wurden, weil sie die falsche Herkunft oder Meinung hatten, in diese Zahlen einfließen.

    *Diese Verlustzahlen umfassen Gefallene/Getötete, Verwundete und Verschollene.
     
  16. beetle

    beetle Aktives Mitglied


    An die zwei Millionen Deutsche hatten Flucht, Vertreibungen oder Deportationen nicht überlebt, etwa eine Million wurde in die UdSSR deportiert. Von den 12,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in der Bundesrepublik und DDR des Jahres 1950 kam mit knapp sieben Millionen der größte Teil aus den ehemals deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße. Als nächstgrößere Gruppe folgten knapp drei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus der Tschechoslowakei. Hinzu kamen 1,4 Millionen aus dem Polen der Vorkriegsgrenzen, 300.000 aus der bis 1939 unter der Verwaltung des Völkerbunds stehenden Freien Stadt Danzig, knapp 300.000 aus Jugoslawien, 200.000 aus Ungarn und 130.000 aus Rumänien.


    zitiert aus: Zwangswanderungen nach dem Zweiten Weltkrieg | bpb Unterpunkt deutsche Flüchtlinge und Vertriebene


    Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reichs hielten bis lange nach Kriegsende an und forderten zwischen 1944 und 1947 bis zu 600.000 Menschenleben. Amtliche Zahlen aus den 1950er Jahren gingen von ca. zwei Millionen Toten aus, halten einer Überprüfung aber nicht stand.

    zitiert aus: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/flucht-der-deutschen-194445.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2015
  17. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    Die Opferzahlen

    Während des Zweiten Weltkrieges fanden Schätzungen zufolge 60 Millionen Menschen den Tod darunter nicht nur viele Soldaten sondern – charakteristisch für den Krieg" – auch viele Zivilisten (so z.B. in der Schlacht um Stalingrad ). In dieser Zahl sind auch die vielen politisch oder rassistisch Verfolgten (u.a. die sechs Millionen europäischen Juden ) enthalten die in den Vernichtungslagern der Deutschen den so genannten Konzentrationslagern (KZ) umkamen. Es gab auch viele tote Zivilisten durch die Bombardierungen der Großstädte ( Köln Hamburg Dresden London ) die Belagerung von Leningrad die Versenkung von Flüchtlings-Schiffen die Härte des Winters die Straflager in der Sowjetunion und die gewaltsame Vertreibung von Menschen nach dem Krieg (zum Beispiel als Folge der Benesz-Dekrete ). Vielen Menschen war es nicht möglich zu fliehen weil Staaten wie die USA oder die Schweiz die Grenzen schlossen und auch jüdische Flüchtlinge zurück in die vom Deutschen Reich beherrschten Gebiete schickten. Es gab viele Denunzianten und Mitläufer unter der Zivilbevölkerung – auch in den eroberten Gebieten – die für die Auslieferung ihrer Mitmenschen an die Gestapo (Geheime Staatspolizei) sorgten. Die Aufarbeitung dieses Teils der Geschichte (zusammengefaßt unter dem Stichwort der Kollaboration ) ist vielfach noch nicht geschehen.


    aus: Zweiter Weltkrieg

    wenn man bei der Gesamtzahl an Toten im 2. Weltkrieg von 60 Millionen Menschen ausgeht, können bei Flucht und Vertreibung nicht 55 Millionen gestorben sein.
     
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