Untersuchungsergebnisse zu Straßenstationen Südrätiens

(mal Spaß beiseite) das interessiert mich wirklich: wie und womit machten die ihre Vermessungen beim Straßenbau und welche Quellen liefern dazu Informationen? Dass es durchaus brillante Messverfahren gegeben haben muss, zeigen die gut untersuchten Wasserleitungen (z.B. die Kölner, über die es exzellente Literatur gibt)
Sie verwendeten eigene Meilen-Hodometer.
 
Auch wieder Halbwissen: Diese Brücke gilt schon längst nicht mehr als römisch. Untersuchungen ergaben: Spätmittelalter, also beträchtlich daneben.
Du meinst die "Römerbrücke" nahe dem Schwimmbad von Algund. Von der war aber nicht die Rede.

Les bitte noch einmal nach unter "Töll". Das ist die größte Engstelle der Etsch, an der Steilstufe, eigentlich die Grenze vom Burggrafenamt zum Vinschgau.

Du liegst ständig daneben, merkst Du das nicht am Gegenwind?

Und erkläre Du uns noch einmal warum Du, um von linken und östlichen Ufer der Etsch bei Endidae oder Pons drusi nach Meran bzw. Meran-Untermais (Statio Maiense) zu gelangen, 2x sinnlos die Etsch (Schloss Sigmundskron ist auf dem westlichen, orographisch rechten Ufer der Etsch) und mangels Etschbrücke zwischen Sigmundskron und Untermais 1x zusätzlich von Norden die Passer überqueren willst? Die Frage hast Du noch nicht beantwortet.

Und Du stehst also zu Deiner Behauptung, Pons Drusi sei am rechten Etschufer bei Schloss Sigmundskron?
 
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Sie verwendeten eigene Meilen-Hodometer.
ok, ähnliches wird bei Vitruv, Plinius erwähnt - aber ich fragte nach dem Straßenbau: wurde vorher vermessen und kartiert? Oder letzteres dann eher hinterher, also nach dem Bau eines Streckenabschnitts quasi zur Endkontrolle? Ich Laie stelle es mir beschwerlich, unbequem und fehleranfällig vor, so ein Hodometer beim projektieren einer Strecke durch die noch unwegsame Landschaft zu zerren.
 
Du meinst die "Römerbrücke" nahe dem Schwimmbad von Algund. Von der war aber nicht die Rede.

Les bitte noch einmal nach unter "Töll". Das ist die größte Engstelle der Etsch, an der Steilstufe, eigentlich die Grenze vom Burggrafenamt zum Vinschgau.
Römische Zollstation Töll
Die sichtbare Struktur ist nicht gesichert römisch. Der Übergang wurde bis ans Ende des 19. Jahrhunderts verwendet und musste in dieser Zeit bestimmt ein paar Mal erneuert werden. Sicher ist nur, dass in diesem Bereich auch schon vor den Römern ein Übergang war. Der Brückenkopf in Kardaun ist auch nicht gesichert römisch. Er könnte auch karolingisch sein. Die Karolinger haben sich hier wieder intensiver im Straßen- und Brückenbau betätigt. Aber das ist nicht so bekannt und römisch klingt besser.... Museum Pons Drusi klingt auch "historisch" bedeutender als richtig Museum Villa rustica - Gries.

Und erkläre Du uns noch einmal warum Du, um von linken und östlichen Ufer der Etsch bei Endidae oder Pons drusi nach Meran bzw. Meran-Untermais (Statio Maiense) zu gelangen, 2x sinnlos die Etsch (Schloss Sigmundskron ist auf dem westlichen, orographisch rechten Ufer der Etsch) und mangels Etschbrücke zwischen Sigmundskron und Untermais 1x zusätzlich von Norden die Passer überqueren willst? Die Frage hast Du noch nicht beantwortet.
Hast Du danach gefragt? Ich glaube, ich habe das auch so nicht behauptet. Hier muss man mit einigen Streckenvarianten rechnen, je nach Zielvorgabe. Vielleicht hilft nachfolgende Erklärung weiter.
Und Du stehst also zu Deiner Behauptung, Pons Drusi sei am rechten Etschufer bei Schloss Sigmundskron?
Ja, das wird auch archäologisch unterstützt (militärische Präsenz ohne Kastellmauern, die zerstört wurden), was nicht bedeutet, dass auf der anderen Seite (Haslach) nicht auch eine ungenannte Nebenstation (Burgos, Mutatio) eingerichtet war. Sie wird aber im IA (VR) nicht erwähnt, also befand sich auf dieser Seite nur eine Nebenstation und die Hauptstation befand sich im Bereich Kaiserkogel-Sigmundskron. Was bisher nicht einkalkuliert wurde: Im 3. Jh. endete die römische Warmzeit (Klimawandel), was mit katastrophaleren (jährlichen) Überschwemmungen einhergegangen sein muss. Dadurch ging die an der östlichen Etschtalseite gelegene Strecke verloren. Allein in diesem Bereich zwischen Lavis und Bozen gingen dadurch über 40 Streckenkilometer verloren. Anstelle diese wieder an erhöhter Stelle neu zu errichten, war es einfacher die Überschwemmungszonen durch eben diese beiden Überbrückungen zu umgehen (bei Auer-Gmund nach Überetsch, und wieder zurück von Sigmundskron nach Haslach), z. B. mittels Pontonbrücke in Auer-Gmünd und bei Sigmundskron durch die Eisack-Furt. Die Römer investierten hier nicht großartig in Steinbauten, außer bei Latifundien und vielleicht an mancher Militärstation.
Von Lavis aus konnte man über den Sauchpass die überschwemmte Salurner Klause umgehen (die spätere semita Caroli). Diese Umgehungsvarianten wurden noch im Mittelalter und von Albert Dürer (Dürerweg) etc. benutzt.

ok, ähnliches wird bei Vitruv, Plinius erwähnt - aber ich fragte nach dem Straßenbau: wurde vorher vermessen und kartiert? Oder letzteres dann eher hinterher, also nach dem Bau eines Streckenabschnitts quasi zur Endkontrolle? Ich Laie stelle es mir beschwerlich, unbequem und fehleranfällig vor, so ein Hodometer beim projektieren einer Strecke durch die noch unwegsame Landschaft zu zerren.
Die Römer konnten hier auf bereits vorhandene Verkehrsstrukturen der Räter und Kelten bauen. Also maßen sie die Strecken vorerst aus, welche Strecken für bestimmte Richtungen und Ziele am besten für den Ausbau infrage kämen. Später wurden bestimmte Hauptstreckenlinien nachgemessen und dokumentiert. Im rechtsrheinischen Germanien war die Situation vermutlich wieder anders.
 
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Der Überprüfer könnte hier anschließend seine (hoffentlich faire/neutrale)* Einschätzung für die Leser zu folgenden Inhalten mitteilen (z.B. von * bis*****Punkten):

1. Potentieller Sinn und Nutzen dieser Forschungsarbeit (Relevanz zum aktuellen Forschungsstand; z. B. Sollten Historiker/Archäologen... des Bereichs Rätien diese Ergebnisse kennen?):
2. Schlüssigkeit und Nachprüfbarkeit der Methode und Zielsetzung (Relevanz zum aktuellen Forschungsstand hinsichtlich topographischer Quellen-/Parameteranalysen; z. B. Ist die Kritik am festgestellten Korrekturverhalten bei den Primärquellen berechtigt ?):
3. Ausmaß des festgestellten Forschungsrückstands (Werden in dieser Forschungsarbeit methodische Fehler sowohl der älteren Vergangenheit (>80 Jahre), der jüngeren und jüngsten Vergangenheit (21. Jh.) aufgedeckt ?:
Dazu drei Extrapunkte für die primär onomastisch-archäologisch orientierten Leser:
4. Könnte demnach die tatsächliche Position Abodiacums deutlich von Epfach abweichen?:
5. Könnte demnach die tatsächliche Position Partanos deutlich vom heutigen Garmisch-Partenkirchen abweichen?:
6. Könnte demnach auch die tatsächliche Position Matereios deutlich vom heutigen Matrei abweichen?:
7. Potentielles Ausmaß (Schweregrad bei Steuerverschwendung) dabei identifizierter Fehler/ Versäumnisse:
8. Relevanz der Untersuchungsergebnisse für die zuständigen Institutionen (z. B. Ist die Kritik an darin involvierten Ämtern/Ausstellungen/Museen berechtigt ?):
9. Eventuelle Ergänzungen: …​

Damit wären auch die übrigen Leser über das Wesentliche vorab informiert, ohne in die Details gehen zu müssen, mit denen nur besser damit vertrauten Personen was anfangen können.
Ein solches Vorgehen würde kaum dabei helfen, das Grundproblem dieser Diskussion zu lösen. Ob ein Leser Deiner Methodik einen oder fünf Sterne gibt und ob ihm konkrere Lokalisierungen nach Deiner Herangehensweise schlüssig oder weniger schlüssig erscheinen, kann ein offenes Gespräch über Sachargumente nicht ersetzen.

Wenn es um die Lokalisierung oder Namenskontinuität einzelner Orte geht, müsste man überdies versuchen, bisherige Argumente zu entkräften (wie sie beispielsweise Sepiola bei Epfach angebracht hat).

Das ist keine Bewertung Deiner Methode oder Herabwürdigung Deiner Arbeit, nur ein Hinweis darauf, dass man eine neue Idee erst dann sinnvoll diskutieren kann, wenn sie auch vorgelegt und nicht nur mit warmen Worten angekündigt wird.
 
Im 3. Jh. endete die römische Warmzeit (Klimawandel), was mit katastrophaleren (jährlichen) Überschwemmungen einhergegangen sein muss. Dadurch ging die an der östlichen Etschtalseite gelegene Strecke verloren. Allein in diesem Bereich zwischen Lavis und Bozen gingen dadurch über 40 Streckenkilometer verloren. Anstelle diese wieder an erhöhter Stelle neu zu errichten, war es einfacher die Überschwemmungszonen durch eben diese beiden Überbrückungen zu umgehen (bei Auer-Gmund nach Überetsch, und wieder zurück von Sigmundskron nach Haslach), z. B. mittels Pontonbrücke in Auer-Gmünd und bei Sigmundskron durch die Eisack-Furt. Die Römer investierten hier nicht großartig in Steinbauten, außer bei Latifundien und vielleicht an mancher Militärstation.
Von Lavis aus konnte man über den Sauchpass die überschwemmte Salurner Klause umgehen (die spätere semita Caroli). Diese Umgehungsvarianten wurden noch im Mittelalter und von Albert Dürer (Dürerweg) etc. benutzt.
Das wäre zweifellos eine erstaunlich genaue Verbindung von Marko- und Mikrogeschichte. Gibt es dazu denn Quellen?
 
ok, ähnliches wird bei Vitruv, Plinius erwähnt - aber ich fragte nach dem Straßenbau: wurde vorher vermessen und kartiert? Oder letzteres dann eher hinterher, also nach dem Bau eines Streckenabschnitts quasi zur Endkontrolle? Ich Laie stelle es mir beschwerlich, unbequem und fehleranfällig vor, so ein Hodometer beim projektieren einer Strecke durch die noch unwegsame Landschaft zu zerren.
Ich habe gestern mal einige Entfernungen in Spanien geprüft, da sind die Meilenangaben des Itinerarium Antonini wirklich beeindruckend genau.

Edit: die Meilenangaben wovon - vom IA
 
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@Sternbach, da du uns ja deine Methode vorenthältst - und somit den Kern deiner Argumentation - würdest du uns wenigstens mitteilen, was du denn für Abodiacum hälst, gegen Epfach? Du erwähntest Apfeldorf, aber hältst du dieses für Abodiacum?
 
Ein solches Vorgehen würde kaum dabei helfen, das Grundproblem dieser Diskussion zu lösen. Ob ein Leser Deiner Methodik einen oder fünf Sterne gibt und ob ihm konkrere Lokalisierungen nach Deiner Herangehensweise schlüssig oder weniger schlüssig erscheinen, kann ein offenes Gespräch über Sachargumente nicht ersetzen.
Siehe El Quijote, der noch vor über 5 Tagen die Zuverlässigkeit erwähnter Primärquellen mit vielleicht ** bewertet hätte. Seit dem Versuch die Primärquellenparameter im spanischen Raum auszutesten würde er wahrscheinlich die Bewertung auf **** erhöhen. Ich gehe davon aus, dass er als ehemaliger Kritiker die Überprüfung zuverlässig durchführte und sich in diesem Zusammenhang keinen Spaß erlaubte. Das könnte in der anschließenden Diskussion einigen in der Runde trotzdem nicht gefallen. Sie wären dann versucht die ****Bewertung wieder auf ** zu drücken, so wie das bisher geschah. Das würde bedeuten, dass sie El Quijote Urteilsvermögen anzweifeln wie die Gleichung 2+2=4. Ich sage das, weil es in erster Linie nur um reine Geometrie geht (Land-/Streckenvermessung), mit historischen Folgeerkenntnissen. Ihr könnt dann über die Bewertung und über eventuelle Folgen diskutieren. Das ist schon etwas, bei einer voraussichtlich zuverlässigen Einschätzung. Die Details dazu sind in einigen Bereichen zu heikel und ich muss verhindern, dass sie vorab nach außen dringen. Aber ich kann noch einen zusätzlichen Punkt hinzufügen, der auf deine Kritik eingeht, nämlich was die "Festigkeit" der Methode und Stringenz der historisch-topographischen Ergebnisse im Rahmen einer solchen Diskussionsrunde angeht:

9. Festigkeit/Stringenz der neuen historisch-topographischen Ergebnisse im Rahmen künftiger Diskussionen (z. B. im Geschichtsforum), die auf bisherige Zuordnungen (z.B. Epfach-Abodiacum) festhalten wollen:….
Das wäre zweifellos eine erstaunlich genaue Verbindung von Marko- und Mikrogeschichte. Gibt es dazu denn Quellen?
Quellen zur "römischen Warmzeit" und dessen Ende sind bekannt.

Zur Mikrogeschichte: Ich habe in den archäologischen Literatur einen Abfall (bzw. ein Ende) bei den Münzfunden ab dem 3. Jhd. an der östlichen Streckenlinie zwischen Endidae/Auer und St. Jakob/Bozen-Süd festgestellt, also in den Gemeinden Branzoll und Leifers. Dieser Befund scheint in der Landesarchäologie bisher höchstens als seltsam betrachtet worden zu sein. Man ist also bisher nicht auf die Idee gekommen, dass dies mit der eventuell verlorenen Hauptstrecke ab dem Ende des 3. Jhs. im Zusammenhang stehen könnte. Auf der anderen sicheren Talseite (Überetsch) ist dieser Befund nicht festzustellen. Der Verkehr muss sich also im 4. Jh. zwischen Endidae und Pons Drusi auf die westliche Talseite verlagert haben.

In der Thidreksaga (Redaktion 1. H., 13. Jh.), Abschnitt Wielandsage (7./8. Jh.), Auszug Widgas/Witege nach Bern/Verona, wird die nördliche Umgehung sogar noch beschrieben zwischen der Station Sublavione (Furt mit Abzweigung) – Pons Drusi (als Brückenkastell, Brictan/Briktan/Brigtan) – Auer-Gmünd-Endidae (mit Pontonbrücke).
 
Wenn es um die Lokalisierung oder Namenskontinuität einzelner Orte geht, müsste man überdies versuchen, bisherige Argumente zu entkräften (wie sie beispielsweise Sepiola bei Epfach angebracht hat).
Dazu nun Folgendes: Wie bereits erwähnt, verwende ich Oberbayern als Vergleichsraum bis einschließlich Phase 2. Problematische (kirchenpolitische) Ortsnamensanalysen, wie der Epfach-Abodiacum-Komplex gehören eigentlich in Phase 3. Weniger Ortsnamensbildungen, in die sich die Politik eingemischt hat, sind in einer reineren Form erhalten, zugänglicher und einfacher erklärbar (Beispiel Urusa). Deshalb sah ich es bisher nicht als meine Aufgabe hier auf den Epfach-Abodiacum-Komplex sprachwissenschaftlich etc. näher einzugehen, weil das in einem solchen Fall mindestens zwei Tage Recherche in Anspruch nehmen würde. Da hier das zum Hauptthema wurde und mir vorwirft, ich könnte die "gesicherte" sprachwissenschaftliche Verbindung Epfach-Abodiacum nicht widerlegen, habe ich eine Ausnahme gemacht und mit über 30 speziellen Fragestellungen an ein KI-Werkzeug, die Internetrecherche in über drei Stunden erledigen können. Das Wesentlichste ist nachfolgend hineinkopiert.

Das Ergebnis in Kurzform
Epfach wurde bis um 1200 urkundlich "Denchelingen" genannt. Als -ing-Name könnte dieser bis ins 7./8. Jahrhundert zurückreichen und stellt somit den ältesten gesicherten Ortsnamen für Epfach dar. Wie Epfach-Denklingen vorher hieß ist unbekannt. Der Name Epfach Eptiacus etc. wurde erst später über den Bischof von Augsburg vermutlich ab 1190 eingeführt (Bischof Udalschalk ?), dem dieser Ort damals gehörte. Alle Quellen bzw. "Beweise" für Bischof Wikterp-Eptaticus von Augsburg biographischen Bezüge zu Epfach stammen aus dieser Zeit. Die Verbindung zu Epfach-Abodiacum entstand erst ab 1830 über die archäologischen Grabungen des Schongauer Landrichters Lorenz Boxler.
Da Epfach-Denklingens antiker Namen nicht überliefert ist und die Verbindung Epfach-Abodiacum sich sprachwissenschaftlich nicht eindeutig belegen lässt, könnte der unbekannte Ortsname der Zeit vor dem 6./7. Jahrhundert vorläufig mit x bezeichnet werden.

Diplomatik zu Epfach-Denklingen


Die erste urkundliche Erwähnung von Epfach stammt aus dem Jahr 1160. Zu dieser Zeit wurde der Ort als "Denchelingen" aufgeführt. Im Jahr 1160 wurde Epfach als "Denchelingen" urkundlich erwähnt und war Teil des Besitzes des Bischofs von Augsburg. Im Jahr 1160 ist Denchelingen nicht direkt mit spezifischen historischen Ereignissen verbunden, jedoch war diese Zeit im Allgemeinen von bedeutenden politischen und sozialen Veränderungen im Hochmittelalter geprägt. 1186 ist der Ort im Besitz des Bischofs von Augsburg. In der Bestätigungs-Bulle von Papst Urban III. im Jahre 1186 an den Bischof Udalschalk in Augsburg (1184-1202) wird Denklingen ausdrücklich genannt. Das Hochmittelalter, in dem sich auch Denchelingen befindet, war gekennzeichnet durch die Entwicklung von Herrschaftsstrukturen und die Stärkung der Kirche.

Die erste urkundliche Erwähnung von Denklingen datiert auf das Jahr 1104 als „Thengelingen“. Weitere Erwähnungen folgen im Jahr 1160, wo der Ort als Denchelingen bezeichnet wird, was auf die Besiedlung durch die Leute des Denchilo hinweist. Im Jahr 1104 gibt es keine spezifischen historischen Dokumente, die Denklingen erwähnen. Denklingen wird jedoch erstmals 1160 urkundlich als Denchelingen erwähnt, was auf eine frühere Besiedlung hindeutet.

Im 8. Jahrhundert spielte Epfach unter dem Bischof Wikterp eine bedeutende Rolle. Er war der erste nachgewiesene Bischof von Augsburg und wurde in der Kirche von Epfach bestattet. Diese Zeit markierte den Übergang von einer römischen zu einer christlichen Siedlung. Zudem spielte die Gründung der christlichen Siedlung Eptiacus und die Anwesenheit des Bischofs Wikterp eine wichtige Rolle in dieser Zeit. Das lässt sich jedoch derzeit urkundlich nicht nachweisen.

Diplomatik-Namensanalyse

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Namens Eptiacus ist nicht direkt dokumentiert. Es gibt jedoch Hinweise, dass der Name möglicherweise mit dem Namen Epimachus in Verbindung steht. Epimachus: Dieser Name wird im Jahr 252 in Alexandria erwähnt.

Die Verbindung zwischen Eptiacus und Epimachus könnte auf eine gemeinsame Herkunft oder Bedeutung hinweisen, jedoch bleibt die genaue Herkunft des Namens Eptiacus unklar.

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Namens Eptaticus ist nicht klar dokumentiert. Der Name könnte jedoch mit dem griechischen Ursprung und der Bedeutung von Stabilität und Beständigkeit in Verbindung stehen, ähnlich wie bei verwandten Namen. Obwohl die genaue erste Erwähnung des Namens Eptaticus unklar bleibt, deutet die mögliche Verbindung zu griechischen Wurzeln und Bedeutungen auf eine tiefere kulturelle Relevanz hin. Der Augsburger Bischof Wikterp, der aus Epfach stammt [nicht gesichert!], ist auch als Eptaticus bekannt [ein gesichert griechischer Namen mit positiven Merkmalen]. Wikterp war bekannt für seine Rolle in der Verbreitung des Christentums im Allgäu und könnte indirekt zur Namensgebung beigetragen haben, indem er die christliche Kultur und Tradition förderte. Wikterp ist ein sehr alter, althochdeutscher Personenname. Er ist vor allem durch Wikterp von Augsburg, den ersten historisch gesicherten Bischof von Augsburg im 8. Jahrhundert, überliefert. Eine plausible sprachgeschichtliche Einordnung ist, dass Wikterp mit der Namensgruppe Wigbert/Wicbert zusammenhängt - ein alter germanischer Kampf- bzw. Kriegername, eine seltene Variante aus dem Umfeld von Wigbert/Wiggo. Bei Wigbert wird der zweite Bestandteil gewöhnlich auf althochdeutsch beraht („hell, glänzend, berühmt“) zurückgeführt – also etwa „im Kampf glänzend“ oder „berühmt im Kampf“. Für Wikterp selbst ist diese Herleitung jedoch nicht vollständig gesichert; die Bedeutung „der im Kampf Wirbelnde“ ist die überlieferte kirchliche Namensdeutung. [Der germ. Kriergername Wikterp entspricht ungefähr dem Gegensatz der griech. Bedeutung von Eptaticus – eine Kompensation Richtung christlich-positivem Narrativ. Wikterp deutet damit auf den germanischen Name des Bischofs hin, Eptaticus auf seinen christlichen Taufnamen.]

[Fazit: Eptaticus könnte somit eher auf eine linguistische Wortkonstruktion eines griechisch gebildeten Bischofs von Augsburg hindeuten (Udalschalk in Augsburg?), zwecks politischer Mythenbildung, wie es bei den Urklostergründungen ebenfalls vorkommt. Ähnliches kommt im politischen Machtkampf zwischen den Bistümern von Passau und Salzburg vor, über die bedeutende Legendenbildung der Passauer mit Bischof Pilgrim zum Nibelungenzug gen Ost durch das Nibelungenlied. In dieser politischen Narrativbildung war man sogar noch kreativer und hat sich das einiges kosten lassen.]

Sprachwissenschaftliche Verbindung Epfach – Eptiacus aus Abodiacum

Eine direkte Ableitung von Eptiacus aus Abodiacum ist sprachwissenschaftlich bislang nicht gesichert.

Abodiacum – auch Abodiaco bzw. Abuziacum überliefert – wird meist als keltisch-römischer Ortsname gedeutet. Häufig wird darin ein keltischer Personen- oder Sippenname Abod- plus das galloromanische Ortsnamenssuffix -iacum gesehen.

Abodiacum→Abodiacum/Abodiaco→Eptiacus?
Dafür müssten jedoch mehrere lautliche Veränderungen erklärt werden:
  • der Verlust von Abo-,
  • der Wechsel von -odi- zu -pti-,
  • der Übergang von -acum/-aco zu -acus.
Solche Veränderungen können durch Überlieferungsfehler, volkssprachliche Umformung, Abschreibungen oder die Anpassung eines keltischen Namens an das Lateinische entstanden sein. Das lässt sich jedoch derzeit urkundlich nicht nachweisen. Der bloße Gleichklang der Endungen reicht aber nicht als Beweis aus.

Wichtig ist außerdem, dass Eptiacus offenbar nicht als antiker Name des Ortes belegt ist, sondern in einer späteren Überlieferung im Zusammenhang mit Epfach erscheint. Eine lokale historische Darstellung nennt für den Augsburger Bischof Wikterp die Namensform „Eptaticus“; diese Quelle ist jedoch keine maßgebliche epigraphische oder philologische Edition (www.lechrain-geschichte.de/).

Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Eptiacus/Eptaticus könnte eine spätantike oder frühmittelalterliche Umformung des Ortsnamens Abodiacum sein, doch derzeit lässt sich das nicht sicher nachweisen. Ebenso möglich ist, dass Eptiacus eine eigenständige, später latinisiert überlieferte Namensform für Epfach darstellt. Die stärkste Beweisführung wäre ein datiertes Originaldokument oder eine frühe Handschrift, in der beide Formen eindeutig auf denselben Ort bezogen werden.

Archäologischer Bezug
Epfach wurde wissenschaftlich erstmals 1830 mit mit dem antiken Ortsnamen Abodiacum in Verbindung gebracht, als der Schongauer Landrichter Lorenz Boxler dort römische Kleinfunde machte und darüber publizierte. Diese Funde führten zu den ersten archäologischen Grabungen in den 1830er Jahren. Diese Arbeiten legten den Grundstein für die spätere Erforschung der römischen Geschichte in Epfach.
 
Siehe El Quijote, der noch vor über 5 Tagen die Zuverlässigkeit erwähnter Primärquellen mit vielleicht ** bewertet hätte. Seit dem Versuch die Primärquellenparameter im spanischen Raum auszutesten würde er wahrscheinlich die Bewertung auf **** erhöhen.
Moment! Ich habe keinerlei solchen Bewertungen vorgenommen.
Ich habe geschrieben, dass ich einige Streckenführungen des IA in Spanien geprüft habe. Ich habe dabei Orte genommen, die eindeutig und ohne Recherche identifizierbar waren. Diese stimmten. Ob das für die Gesamtheit des hispanischen Raums gilt, weiß ich nicht und darüber habe ich auch keine Bewertungen vorgenommen.
Die Genauigkeit der überprüften Streckenführungen spricht erst einmal für das IA, aber das bedarf dann insgesamt einer genaueren Prüfung.
Da du mich bislang noch nicht davon überzeugen konntest, dass Epfach nicht Abodiacum ist, müssen wir erstmal davon ausgehen, dass hier oder dort sich ein Fehler eingeschlichen hat (falsche Messung oder falsche Überlieferung), wenn denn die Genauigkeit sich ansonsten bestätigen würde.

mit über 30 speziellen Fragestellungen an ein KI-Werkzeug,
Sycophancy, Halluzination, falsch zusammengesetztes als Probleme von KI sind dir bekannt?


Das Ergebnis in Kurzform
Epfach wurde bis um 1200 urkundlich "Denchelingen" genannt. Als -ing-Name könnte dieser bis ins 7./8. Jahrhundert zurückreichen und stellt somit den ältesten gesicherten Ortsnamen für Epfach dar. Wie Epfach-Denklingen vorher hieß ist unbekannt
Denklingen liegt 5 km westlich von Epfach. Epfach gehört heute zur Gemeinde Denklingen. Was dir die KI da liefert ist eben - typisch KI - eine falsche Zusammensetzung von Informationen. Somit erübrigt sich der ganze Rest.

Der Begriff "Eptaticum" ist im Übrigen eine karolingerzeitliche Bezeichnung des Heptateuch (etwa bei Hrabanus Maurus). Es mag sein, dass da pseudoetymologische Interferenzen von Abodiacum über die Lautverschiebung von /b/ zu /p/ und /d/ zu /t/ sich geschoben haben.


Nein, die Abweichungen sind deutlich größer. Zu Epfach-Abodiacum s.o.
Die Frage war, welchen Ort du für Abodiacum hältst.
 
manuskripte1.png
manuskripte2.png
manuskripte3.png
 
Hier die KI zu bemühen ist schon fragwürdig.
Aber dann nicht zu merken, dass die KI einem völligen Mumpitz präsentiert, spricht nicht gerade für allzu großen Fachverstand.
 
Ich hatte ja mal als Möglichkeit in den Raum gestellt, dass es zu Abschreibfehlern gekommen sei:

Die Primärquelle haben wir nicht. Wir haben Abschriften, die alle aus dem Mittelalter stammen, die frühesten wohl aus dem 8. Jhdt. Man müsste sich also anschauen, a) wie es um die Abhängigkeit der Abschriften untereinander bestellt ist (HSS-Stemma) und dann mal schauen, ob hier Meilenangaben abweichen.

Für das Untersuchungsgebiet hast du das in Abrede gestellt (Hervorhebung durch mich)
Das IA ist in mehreren Codices überliefert. Im Untersuchungsgebiet sind keine Abweichungen feststellbar. Es gibt Abweichungen zwischen dem IA (3. Jh.) und der TP (4. Jh.), die bei der Zeitspanne auf kleinere Streckenvarianten zurückzuführen sind.


Da kann eine Zahl vergessen worden sein oder aus zwei II wurde ein V oder aus einem V wurden zwei II im Abschreibeprozess, solche Dinge passieren.
Ich habe das damals nur hypothetisch erwähnt, ohne in die Codices hineingeschaut zu haben. Aber jetzt, wo ich in die Codices hineingeschaut habe, bestätigt sich meine hypothetische Annahme.

Das müsste man auch erst beweisen, bevor man entsprechend korrigiert.
In dem betreffenden Streckenabschnitt habe ich nun mindestens zwei Orte, wo die Streckenangaben in den HSS abweichen.
Ad Palatium und Verona (Schreibweisen auch Verrona und Berona).
Bei Ad Palatium haben wir neben der vorwiegend vorkommenden XXIIII auch XXXIIII - die HS ist aus dem 10. Jhdt., vermutlich handelt es sich also bei der Abweichung gegenüber den anderen HSS um einen Abschreibfehler der HS D. Also kein Vergessen, sondern ein fehlerhaftes Hinzufügen, was sich als Fehlervariante nicht erwähnt hatte. Rein hypothetisch kann es natürlich möglich sein, dass D auf eine besonders alte Überlieferung zurück geht, wohingegen die anderen HSS alle auf demselben Schreibfehler basieren. Wie gesagt, dies nur als hypothetische Möglichkeit.
Auf der anderen Seite wurde in der HS P ein ganzer Ort vergessen: Zwischen Partano und Sub Lavione findet man dort nur Vipiteno - Veldidena hingegen ist ausgelassen.
Varianten des Ortsnamens: Vipiteno (P, B), Vitipeno (D), Vipeteno (R)
Veldidena fehlt also in P, in D und B ist es mit L wiedergegeben, in R mit N: Vendidena. Ach ja, in D und P fehlt an dieser Stelle der Startpunkt der Strecke: Augusta Vindelicum.
Endidae haben wir als Enddae (ohne i), Endidę (mit e caudata als Abkürzung für ae) und Endide.

.... oder aus zwei II wurde ein V oder aus einem V wurden zwei II im Abschreibeprozess, solche Dinge passieren.
Das haben wir eben ganz deutlich bei Verona, wo wir neben XXXVII und XXXVI (eine I vergessen oder hinzugefügt) auch die Variante XXXIII sehen, wo also aus dem V entweder II gemacht wurde oder umgekehrt aus II ein V.

Da machen uns doch manche der Kopisten ein X für ein U vor!
 
Rein hypothetisch kann es natürlich möglich sein, dass D auf eine besonders alte Überlieferung zurück geht, wohingegen die anderen HSS alle auf demselben Schreibfehler basieren. Wie gesagt, dies nur als hypothetische Möglichkeit.
Habe gerade bei Wiki ein HSS-Stemma zum IA gefunden, nach diesem ginge D auf den Archetypus zurück. Ob dieses HSS-Stemma korrekt ist, weiß ich natürlich nicht.

500px-Antonine_Itinerary_Stemma_Codicum.jpg
 
Quellen zur "römischen Warmzeit" und dessen Ende sind bekannt.

Zur Mikrogeschichte: Ich habe in den archäologischen Literatur einen Abfall (bzw. ein Ende) bei den Münzfunden ab dem 3. Jhd. an der östlichen Streckenlinie zwischen Endidae/Auer und St. Jakob/Bozen-Süd festgestellt, also in den Gemeinden Branzoll und Leifers. Dieser Befund scheint in der Landesarchäologie bisher höchstens als seltsam betrachtet worden zu sein. Man ist also bisher nicht auf die Idee gekommen, dass dies mit der eventuell verlorenen Hauptstrecke ab dem Ende des 3. Jhs. im Zusammenhang stehen könnte. Auf der anderen sicheren Talseite (Überetsch) ist dieser Befund nicht festzustellen. Der Verkehr muss sich also im 4. Jh. zwischen Endidae und Pons Drusi auf die westliche Talseite verlagert haben.

In der Thidreksaga (Redaktion 1. H., 13. Jh.), Abschnitt Wielandsage (7./8. Jh.), Auszug Widgas/Witege nach Bern/Verona, wird die nördliche Umgehung sogar noch beschrieben zwischen der Station Sublavione (Furt mit Abzweigung) – Pons Drusi (als Brückenkastell, Brictan/Briktan/Brigtan) – Auer-Gmünd-Endidae (mit Pontonbrücke).
So ganz leuchtet mir die Verbindung noch nicht ein, aber vielleicht verstehe ich Dich auch falsch. Als "Römische Warmzeit" wird (in Analogie zur "Mittelalterlichen Warmzeit" seit knapp 50 Jahren manchmal ein in seiner Dauer ziemlich umstrittener Zeitraum um die Zeitenwende herum bezeichnet. Zuletzt wurden beispielsweise 200 v. Chr. bis 150 n. Chr., aber auch 400 v. Chr. bis 50 n. Chr. oder 350 v. Chr. bis 500 n. Chr. und auch noch verschiedene andere Zeiträume vorgeschlagen, die zum Teil bis weit in die Spätantike hineinreichen. Lassen sich derart umstrittene, stark differierende Einteilungen wirklich dazu verwenden, an einem ganz konkreten Ort hypothetische jährliche Überschwemmungen irgendwann im 3. Jh. anzunehmen?
 
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