Wenn es um die Lokalisierung oder Namenskontinuität einzelner Orte geht, müsste man überdies versuchen, bisherige Argumente zu entkräften (wie sie beispielsweise Sepiola bei Epfach angebracht hat).
Dazu nun Folgendes: Wie bereits erwähnt, verwende ich Oberbayern als Vergleichsraum bis einschließlich Phase 2. Problematische (kirchenpolitische) Ortsnamensanalysen, wie der Epfach-Abodiacum-Komplex gehören eigentlich in Phase 3. Weniger Ortsnamensbildungen, in die sich die Politik eingemischt hat, sind in einer reineren Form erhalten, zugänglicher und einfacher erklärbar (Beispiel Urusa). Deshalb sah ich es bisher nicht als meine Aufgabe hier auf den Epfach-Abodiacum-Komplex sprachwissenschaftlich etc. näher einzugehen, weil das in einem solchen Fall mindestens zwei Tage Recherche in Anspruch nehmen würde. Da hier das zum Hauptthema wurde und mir vorwirft, ich könnte die "gesicherte" sprachwissenschaftliche Verbindung Epfach-Abodiacum nicht widerlegen, habe ich eine Ausnahme gemacht und mit über 30 speziellen Fragestellungen an ein KI-Werkzeug, die Internetrecherche in über drei Stunden erledigen können. Das Wesentlichste ist nachfolgend hineinkopiert.
Das Ergebnis in Kurzform
Epfach wurde bis um 1200 urkundlich "Denchelingen" genannt. Als -ing-Name könnte dieser bis ins 7./8. Jahrhundert zurückreichen und stellt somit den ältesten gesicherten Ortsnamen für Epfach dar. Wie Epfach-Denklingen vorher hieß ist unbekannt. Der Name Epfach Eptiacus etc. wurde erst später über den Bischof von Augsburg vermutlich ab 1190 eingeführt (Bischof Udalschalk ?), dem dieser Ort damals gehörte. Alle Quellen bzw. "Beweise" für Bischof Wikterp-Eptaticus von Augsburg biographischen Bezüge zu Epfach stammen aus dieser Zeit. Die Verbindung zu Epfach-Abodiacum entstand erst ab 1830 über die archäologischen Grabungen des Schongauer Landrichters Lorenz Boxler.
Da Epfach-Denklingens antiker Namen nicht überliefert ist und die Verbindung Epfach-Abodiacum sich sprachwissenschaftlich nicht eindeutig belegen lässt, könnte der unbekannte Ortsname der Zeit vor dem 6./7. Jahrhundert vorläufig mit x bezeichnet werden.
Diplomatik zu Epfach-Denklingen
Die erste urkundliche Erwähnung von Epfach stammt aus dem Jahr 1160. Zu dieser Zeit wurde der Ort als "Denchelingen" aufgeführt. Im Jahr 1160 wurde Epfach als "
Denchelingen" urkundlich erwähnt und war Teil des Besitzes des Bischofs von Augsburg. Im Jahr 1160 ist Denchelingen nicht direkt mit spezifischen historischen Ereignissen verbunden, jedoch war diese Zeit im Allgemeinen von bedeutenden politischen und sozialen Veränderungen im Hochmittelalter geprägt. 1186 ist der Ort im Besitz des Bischofs von Augsburg. In der Bestätigungs-Bulle von Papst Urban III. im Jahre 1186 an den Bischof Udalschalk in Augsburg (1184-1202) wird Denklingen ausdrücklich genannt. Das Hochmittelalter, in dem sich auch Denchelingen befindet, war gekennzeichnet durch die Entwicklung von Herrschaftsstrukturen und die Stärkung der Kirche.
Die erste urkundliche Erwähnung von Denklingen datiert auf das Jahr 1104 als „
Thengelingen“. Weitere Erwähnungen folgen im Jahr 1160, wo der Ort als Denchelingen bezeichnet wird, was auf die Besiedlung durch die Leute des Denchilo hinweist. Im Jahr 1104 gibt es keine spezifischen historischen Dokumente, die Denklingen erwähnen. Denklingen wird jedoch erstmals 1160 urkundlich als Denchelingen erwähnt, was auf eine frühere Besiedlung hindeutet.
Im 8. Jahrhundert spielte Epfach unter dem Bischof Wikterp eine bedeutende Rolle. Er war der erste nachgewiesene Bischof von Augsburg und wurde in der Kirche von Epfach bestattet. Diese Zeit markierte den Übergang von einer römischen zu einer christlichen Siedlung. Zudem spielte die Gründung der christlichen Siedlung Eptiacus und die Anwesenheit des Bischofs Wikterp eine wichtige Rolle in dieser Zeit. Das lässt sich jedoch derzeit urkundlich nicht nachweisen.
Diplomatik-Namensanalyse
Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Namens
Eptiacus ist nicht direkt dokumentiert. Es gibt jedoch Hinweise, dass der Name möglicherweise mit dem Namen Epimachus in Verbindung steht. Epimachus: Dieser Name wird im Jahr 252 in Alexandria erwähnt.
Die Verbindung zwischen Eptiacus und Epimachus könnte auf eine gemeinsame Herkunft oder Bedeutung hinweisen, jedoch bleibt die genaue Herkunft des Namens Eptiacus unklar.
Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Namens
Eptaticus ist nicht klar dokumentiert. Der Name könnte jedoch mit dem griechischen Ursprung und der Bedeutung von Stabilität und Beständigkeit in Verbindung stehen, ähnlich wie bei verwandten Namen. Obwohl die genaue erste Erwähnung des Namens Eptaticus unklar bleibt, deutet die mögliche Verbindung zu griechischen Wurzeln und Bedeutungen auf eine tiefere kulturelle Relevanz hin. Der Augsburger Bischof
Wikterp, der aus Epfach stammt [nicht gesichert!], ist auch als Eptaticus bekannt [ein gesichert griechischer Namen mit positiven Merkmalen]. Wikterp war bekannt für seine Rolle in der Verbreitung des Christentums im Allgäu und könnte indirekt zur Namensgebung beigetragen haben, indem er die christliche Kultur und Tradition förderte. Wikterp ist ein sehr alter, althochdeutscher Personenname. Er ist vor allem durch Wikterp von Augsburg, den ersten historisch gesicherten Bischof von Augsburg im 8. Jahrhundert, überliefert. Eine plausible sprachgeschichtliche Einordnung ist, dass Wikterp mit der Namensgruppe Wigbert/Wicbert zusammenhängt - ein alter germanischer Kampf- bzw. Kriegername, eine seltene Variante aus dem Umfeld von Wigbert/Wiggo. Bei Wigbert wird der zweite Bestandteil gewöhnlich auf althochdeutsch beraht („hell, glänzend, berühmt“) zurückgeführt – also etwa „im Kampf glänzend“ oder „berühmt im Kampf“. Für Wikterp selbst ist diese Herleitung jedoch nicht vollständig gesichert; die Bedeutung „der im Kampf Wirbelnde“ ist die überlieferte kirchliche Namensdeutung. [Der germ. Kriergername Wikterp entspricht ungefähr dem Gegensatz der griech. Bedeutung von Eptaticus – eine Kompensation Richtung christlich-positivem Narrativ. Wikterp deutet damit auf den germanischen Name des Bischofs hin, Eptaticus auf seinen christlichen Taufnamen.]
[
Fazit: Eptaticus könnte somit eher auf eine linguistische Wortkonstruktion eines griechisch gebildeten Bischofs von Augsburg hindeuten (Udalschalk in Augsburg?), zwecks politischer Mythenbildung, wie es bei den Urklostergründungen ebenfalls vorkommt. Ähnliches kommt im politischen Machtkampf zwischen den Bistümern von Passau und Salzburg vor, über die bedeutende Legendenbildung der Passauer mit Bischof Pilgrim zum Nibelungenzug gen Ost durch das Nibelungenlied. In dieser politischen Narrativbildung war man sogar noch kreativer und hat sich das einiges kosten lassen.]
Sprachwissenschaftliche Verbindung Epfach – Eptiacus aus Abodiacum
Eine direkte Ableitung von Eptiacus aus Abodiacum ist sprachwissenschaftlich bislang nicht gesichert.
Abodiacum – auch Abodiaco bzw. Abuziacum überliefert – wird meist als keltisch-römischer Ortsname gedeutet. Häufig wird darin ein keltischer Personen- oder Sippenname Abod- plus das galloromanische Ortsnamenssuffix -iacum gesehen.
Abodiacum→Abodiacum/Abodiaco→Eptiacus?
Dafür müssten jedoch mehrere lautliche Veränderungen erklärt werden:
- der Verlust von Abo-,
- der Wechsel von -odi- zu -pti-,
- der Übergang von -acum/-aco zu -acus.
Solche Veränderungen können durch Überlieferungsfehler, volkssprachliche Umformung, Abschreibungen oder die Anpassung eines keltischen Namens an das Lateinische entstanden sein. Das lässt sich jedoch derzeit urkundlich nicht nachweisen. Der bloße Gleichklang der Endungen reicht aber nicht als Beweis aus.
Wichtig ist außerdem, dass Eptiacus offenbar nicht als antiker Name des Ortes belegt ist, sondern in einer späteren Überlieferung im Zusammenhang mit Epfach erscheint. Eine lokale historische Darstellung nennt für den Augsburger Bischof Wikterp die Namensform „Eptaticus“; diese Quelle ist jedoch keine maßgebliche epigraphische oder philologische Edition (
www.lechrain-geschichte.de/).
Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Eptiacus/Eptaticus könnte eine spätantike oder frühmittelalterliche Umformung des Ortsnamens Abodiacum sein, doch derzeit lässt sich das nicht sicher nachweisen. Ebenso möglich ist, dass Eptiacus eine eigenständige, später latinisiert überlieferte Namensform für Epfach darstellt. Die stärkste Beweisführung wäre ein datiertes Originaldokument oder eine frühe Handschrift, in der beide Formen eindeutig auf denselben Ort bezogen werden.
Archäologischer Bezug
Epfach wurde wissenschaftlich erstmals 1830 mit mit dem antiken Ortsnamen Abodiacum in Verbindung gebracht, als der Schongauer Landrichter Lorenz Boxler dort römische Kleinfunde machte und darüber publizierte. Diese Funde führten zu den ersten archäologischen Grabungen in den 1830er Jahren. Diese Arbeiten legten den Grundstein für die spätere Erforschung der römischen Geschichte in Epfach.