Die Wucht, die über ein Zahnrad weitergegeben wird, kann man vielleicht etwas dämpfen, und auch der Wasserzufluss lässt sich ja regulieren. Trotzdem frage ich mich, wie sich die Wucht des Wasserrads und die ruckartigen Hebevorgänge der Pocher auf die Nockenwelle auswirken.
Vor einigen Jahren durfte ich ein Wasserrad für eine historische Klopfsäge (technisch ähnlich einem Stampfwerk) planen/konstruieren. Daher kenne ich die Lasten, Anforderungen und Details recht gut.
Wegen der auftretenden Wechselbelastung unterscheiden sich Wasserräder für Klopfsägen oder Stampf-/Pochwerke grundsätzlich von Wasserrädern für Mühlen oder Sägen mit Pleueln. Die Speichen sind deutlich massiver und durchgehend, werden also nicht von der Welle unterbrochen. Die Welle ist massiver, da sie als Schwungmasse dient um die Schläge aufzufangen.
Eine Regulierung des Wasserzuflusses braucht es nur um die Drehzahl einzustellen, aber keine Feinsteuerung wegen der wechselnden Belastungen.
Einige Daten von "meinem" oberschlächtigen Wasserrad:
Wasserrad aus Lärche, Dübel aus Buche, keine Metallteile.
Durmesser 3,20 m, 24 Kammern à 40 Liter, 80 cm breit
12-16 U/min. Leistung max. 15 PS, Drehmoment über 1'000 Nm!
2 Schlägel, die das Sägegatter 2 x pro Umdrehung anheben, also 24-32 Mal pro Minute (also ca. alle 2 Sekunden ein Schlag)
Welle aus Eiche, Ø 60 cm, ca. 1'500 kg schwer.
Gruss Pelzer