Waren die alten Ägypter schwarz?

Dieses Thema im Forum "Das Alte Ägypten" wurde erstellt von Canaan, 3. April 2011.

  1. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    In welcher bitte? :grübel:
     
  2. cat ya

    cat ya Neues Mitglied

    Ich wohne jetzt leider in einer Stadt, in der es keinen Fachbereich Ägyptologie und die dazugehörige Bibliothek mehr gibt, sonst würde ich durchaus hingehen, damit ich dir die Seite aufschreiben kann. Aber ganz ehrlich, das Thema Farben und was sie im Alten Ägypten bedeuteten, steht überall drinn, wenn manchmal auch nicht so ausgeführt.

    Zum Thema Fachliteratur:
    In Katalogen von ägyptischen Ausstellungen z.B., dann schaut man sich dort einfach mal die Reliefs und Malerein an, liest sich vlt. noch die Beschreibungen dazu durch. Das man allein auf irgendwelchen Bildern keine Typisierung feststellen kann, kann ich mir durchaus vorstellen, wenn man nicht genau weiß, wer da gerade auf den Abbildungen zu sehen ist. Vlt. sieht man da gerade nicht mal einen Ägypter, sondern einen Nubier, der schwarz dargestellt wird, oder ein Verstorbener, in einem blassen gelb.
     
  3. Hersfeld

    Hersfeld Neues Mitglied

    Im "The Penguin Historical Atlas of Ancient Egypt" von Bill Manley gibt es auch ein Kapitel über altägyptische Kunst. In diesem stellt Manley fest, dass die Kunst von einem starken Formalismus geprägt ist und führt als Beispiel u.a. an, dass die Hautfarbe bei Männern rotbraun, bei Frauen ockergelb, also deutlich heller ist.
     
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  4. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Agypter

    Hallo

    da würde ich nciht drauf wetten.

    Farben habne in jeder Kulktur, nat. Kunstgeschichte bestimte, zeitbedingte Bedeutungen. Außerdem muß die Frabe nicht als reale Farbe gemeint sein, Stichwort Realismus, die agyptische Kunst halte ich nicht für realistisch.

    mfg
    schwedenmann
     
  5. Anacaona

    Anacaona Neues Mitglied

    Ich denke nicht, dass sie direkt nur schwarz waren oder nur weiß. Es könnte auch sein, dass weil Ägypten sehr viel Handel mit verschiedenen Ländern getrieben hat, so auch verschiedene Menschentypen nach Ägypten kamen. Diese vermischten sich vieleicht auch mit den einheimischen Ägyptern. Von der Hautfarbe waren sie bestimmt etwas dunkler, da ja auch die Sonne dort sehr geschienen hat.

    In einer Legende wird sogar über eine Frau, in die sich ein Pharao verliebt hat, geschrieben, welche blonde Haare hatte. In wie fern das war ist, da lässt sich spekulieren.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Typus der (alten) Ägypter ist eine Mischung aus vorderasiatischen, berberisch-nordafrikanischen und im Süden auch dunklen sudanesischen Elementen. Somit wirkt das Erscheinungsbild im Norden Ägyptens auf uns eher mittelmeerisch-europid, wie man das auf den unzähligen zeitgenössischen Abbildungen gut erkennen kann, im Süden des Landes kommen dunklere Einschläge hinzu.
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich vermute, Du meinst die Geschichte von Rhodopis. Sie war allerdings eine Thrakerin, die zur Zeit des Pharao Amasis (570-526) als Sklavin nach Ägypten gebracht wurde, wo sie als Prostituierte arbeiten musste, bis sie freigekauft wurde. Sie arbeitete aber weiter als Hetäre und kam so zu großem Reichtum.
    Sehr bald setzte um ihre Person eine reichhaltige Sagenbildung ein. Sogar die Errichtung der Mykerinos-Pyramide wurde ihr zugeschrieben, was Herodot, der erste Autor, der über sie schrieb, aber als Unfug verwarf. Die bekannteste Sage ist die von Dir angesprochene, die von Strabon und Aelianus erzählt wurde: Als sie sich badete, trug ein Adler ihren Schuh davon und ließ ihn dem Pharao Psammetich III. (526-525) in den Schoß fallen. Er ließ in ganz Ägypten nach der Besitzerin suchen, und als sie gefunden war, verliebte er sich in sie und heiratete sie.
    Ich weiß nicht, ob in irgendeiner Quelle steht, dass sie blond war, aber bei einer Thrakerin ist eine blonde oder rotblonde Haarfarbe wahrscheinlich. Das sagt aber natürlich nichts über das Aussehen der einheimischen Ägypterinnen aus.
     
  8. Anacaona

    Anacaona Neues Mitglied

    Nein ich meinte Nitokris, 6. Dynastie letzte offizielle Pharaonin
     
  9. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Zu ihr passt die Geschichte aber nicht. Laut Herodot war sie die Schwester ihres Vorgängers, dem sie folgte und dessen Tod sie rächte.
    Historisch ist Nitokris ohnehin kaum fassbar.
     
  10. Nobodyx

    Nobodyx Gast

    Ramses II rothaarig?

    Wieso war Ramses II rothaarig? Die heutigen Ägypter sind ja wohl eher schwarzhaarig und dunkelhäutig.
     
  11. stormy

    stormy Neues Mitglied

    Die Frage hat allerdings nicht allzu viel mit Geschichte zu tun, auch wenn es um eine historische Persönlichkeit geht.
    Die Begründung kann dir dein/e Biologielehrer/in bieten, ansonsten kann ich dir folgenden Link nahelegen:
    Rot (Haarfarbe) ? Wikipedia
    Viele Grüße,
    stormy
     
  12. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Da Ramses II im hohen Alter verstarb, ist anzunehmen dass seine Haare Weiss waren und entweder gefärbt wurden oder sich Postmorten verfärbten.
     
  13. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Soweit ich weiß, hat man in seinen Haarwurzeln verbliebene Rotpigmente gefunden, die zeigen, dass er in der Jugend rothaarig gewesen sein muss.

    Wieso er rote Haare hatte, kann man wohl nur spekulieren. Er soll auch eher hellere Haut gehabt haben. Die 19. Dynastie stammte aus Unterägypten, also dem ehemals von den aus Vorderasien stammenden Hyksos direkt beherrschten Gebiet, vermutlich aus eher einfachen Verhältnissen, ehe ihre Vorfahren beim Militär Karriere machten. Da könnte sich schon ein Vorfahr mit den Fremden vermischt haben.
     
  14. real expert

    real expert Neues Mitglied

    Zunächst einmal es gibt die "Schwarzen" nicht. Ein Massai unterscheidet sich genetisch sehr stark von einem westafrikanischen Bantu. Die Mauren waren überwiegend hellhäutige nordafrikanische Berber, die sich mit Arabern vermischt hatten. Daneben gab es auch die schwarzen Mauren, eine Minderheit innerhalb der Mauren. Diese waren von den Mauren versklavte Schwarzafrikaner, die die maurische Identität, Sprache, Kultur und Religion übernommen hatten. Viele schwarze Mauren arbeiteten in der maurischen Armee als Soldaten. Daher kam es bestimmt vor, dass die Spanier einen Mauren gesehen haben, der schwarz wie die Nacht war. Afrocentrismus entstand in Amerika, da die schwarzen Amerikaner eine glorreiche Vergangenheit postulieren wollten um sich überlegen zu fühlen. Die Ägypter bzw. die Perser waren nicht schwarz bzw negroid. Ein dunkle Haut alleine macht einen genetisch gesehen nicht schwarz. Es gibt auch eine dunkle, braune Haut, die durch Sonnenstrahlen entsteht. Der Punkt ist, dass schwarze Amerikaner behaupten, sie seien die Pyramidenbilder und Bauherren des Alten Ägyptens, da die alten Ägypter schwarz waren und somit ihre Vorfahren. Gleichzeitig werfen sie den heutigen Ägypter vor fake zu sein, die mit den Alten Ägypten nichts zu tun haben. Selbst wenn die Ägypter schwarz wären, kann nicht jeder schwarze Mensch, Afrikaner oder Amerikaner behaupten von den Ägyptern abzustammen und die ägyptische Hochkultur als eigene Errungenschaft darstellen. In Amerika is das nackte schwarz sein bzw eine schwarze Haut eine Identität währed dies in Afrika das nicht der Fall ist, da die Menschen dort sich mit den Stamm, Sprache und Kultur identifizieren. Die schwarzen Amerikanern stammen vorwiegend von Westafrikanischen Bantu- Stämmen ab, die keinerlei genetische oder historische Verbindung zu Ägypten haben. Außerdem behaupten Afro- Amerikaner auch, dass Jesus und die Juden schwarz waren und sie die echten Nachfahren der Hebräer seien. Dennoch wird in Amerika ganz offiziell in Universitäten und Schulen afrocentrische nonsense, der nichts mit dem realen Afrika und afrikanischen Geschichte zu tun hat, gelehrt und als wahre Geschichte der Afro-Amerikaner verkauft: Es wird Geschichsfälschung und Identitätsdiebstahl betrieben. Übrigens die Mauren auf dem römischen Relief sehen bestenfalls gemischt aus. Trotz der Dreadlocks sehen die dargestellten Mauren nicht negroid aus.
     
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  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zunächst einmal kommt der Begriff 'Maure' aus dem Griechischen, von Μαῦρος. Weil die Römer offenbar die Bevölkerung des heutigen Algerien und Marokko als dunkler, das bedeutet Μαῦρος nämlich, 'dunkel', wahrnahmen, nannten sie diese Provinzen Mauretania. Der spätere mittelalterliche Begriff wiederum bezieht sich in erster Linie auf die geographische Herkunft der Mauren aus spanischer Sicht. Vor dem 7. Jhdt. kann von vereinzelten Ausnahmen abgesehen eine Präsenz von Arabern im Maghreb ausgeschlossen werden.

    Idiotie macht vor keiner Hautfarbe halt. Aber an welcher ernstzunehmenden amerikanischen Uni wird denn bitte so ein Nonsense gelehrt? Man darf zwar davon ausgehen, dass Rassismus unter den Gelehrten, sofern er in den Köpfen vorhanden ist, eher schamhaft verschwiegen wird, aber trotz Obama gibt es in den USA noch immer ein Bildungsgefälle und für Schwarze und Latinos ist es nach wie vor schwieriger, die Universität zu erreichen, als für Asiaten oder Weiße. Ein extremer und kontrafaktischer Afrozentrismus dürfte in den Universitäten der USA der absolute Ausnahmefall sein und auch damit enden, dass seine Vertreter, wenn schon nicht ihre Facultas, also ihre Lehrbefugnis, doch zumindest ihre Glaubwürdigkeit in der wissenschaftlichen Community verlieren. Bei dem konkurrenzorientierten Hochschulsystem der USA eigentlich nur schwer vorstellbar. Dass es auch Schwarze gibt, die in Punkto Rassismus und rassistischem Geschichtsbild ihren "kaukasischen" Konterparts in nichts nachstehen, bleibt davon unberührt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2016
  16. Herbertstrauß

    Herbertstrauß Neues Mitglied

    Meines Wissens nach sahen fast genauso aus wie heute.
    Nicht komplett schwarz (obwohl es einige schwarze Ägypter gibt).
    Und die Kultur entstand auch in Ägypten.
     

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