Es gibt Leute, die behaupten, dass Mensch ähnlich wie Schwein schmecken soll, leicht süßlich, aber das dürfte schwierig sein, das empirisch zu untersuchen.
In älteren Büchern kann man zuweilen lesen, dass Menschenfresser, einmal auf den Geschmack gekommen, nur noch Menschenfleisch fressen wollen.
Untersucht man aber die Abstände, die zwischen einzelnen Rissen von Menschen liegen, die einem bestimmten Maneater zugeordnet werden konnten, muss man aber feststellen, dass das nicht stimmen kann, denn wenn sich die Maneater nur von Menschen ernährt hätten, wären sie verhungert.
Eine Ausnahme war die Tigerin von Champawatt, die im Kumaon-Distrikt in Nordindien und Nepal mehr als 400 Menschen getötet hatte. Diese Tigerin hat anscheinend nur noch Menschen gefressen. Jim Corbett schrieb, dass sie sehr stark gesundheitlich beeinträchtigt war und vermutlich keine andere Beute mehr erwischte.
Corbett ging eingehend der Frage nach, was Tiger und Leoparden zu Menschenfresser macht. In den meisten Fällen war eine Verletzung dafür verantwortlich. Er betonte, dass Maneater ausgesprochen selten sind, dass er als Teenager Nächte im Dschungel auf dem Boden verbrachte, bewaffnet nur mit einem uralten Vorderlader.
Corbett widersprach auch der These, dass gesunde Junge von Maneatern, die mit Menschenfleisch gefüttert wurden, ebenfalls zu Maneatern werden. Nach seinen Beobachtungen traf das nicht zu, einige Junge der Tigerin von Champawatt wurden definitiv mit Menschenfleisch gefüttert, in einigen Fällen hatten die Jungen für die Mutter das Opfer getötet, das noch lebend ins Dickicht gezogen wurde.
Dennoch haben sich später diese Jungen normal ernährt, sind jedenfalls nicht als Maneater aufgefallen. Die meisten Tiger oder Leoparden, die zu schwach werden, Beute zu reißen, werden auch nicht zu Menschenfressern. Sie gehen ein, werden von anderen Beutegreifern getötet.
Meist war es ein unglücklicher Zufall. Corbett erwähnt eine Tigerin, die unter einem Baum ruhte, den sich ein Holzfäller ausgesucht hatte. Vermutlich fühlte sich das Tier gestört oder bedrängt, tötete jedenfalls den Holzfäller, rührte die Leiche aber nicht an.
Einige Wochen ereignete sich ein ähnlicher Unfall, die Tigerin tötete eine Frau, die Gras mähte für ihre Büffel, diesmal fraß die Tigerin von der Leiche, und sie wurde zum Menschenfresser, obwohl sie noch recht fit war, und sie terrorisierte einen ganzen Distrikt.
bei Leoparden war Corbett der Ansicht, dass ihre Angewohnheit mehr Aas zu vertilgen als Tiger sie anfällig machte. Dazu trug die Praxis bei, dass Verstorbene häufig nicht vollständig verbrannt wurden und Leoparden sich über die Kadaver hermachte stark dazu bei, dass einige Tiere zu Maneatern wurden.
Corbett hielt Leoparden nicht für gefährlicher als Tiger wie Kenneth Anderson es tat. Leoparden griffen seiner Erfahrung nach immer in der Nacht an, Tiger dagegen auch am Tag, und Leoparden zeigten die Angewohnheit, in Häuser und Hütten einzudringen, was Tiger seiner Erfahrung nach nie taten. Bei Leoparden kam es vor, dass sie abließen, wenn Opfer sich heftig wehrten, während sie verloren waren, wenn ein Tiger sie erst mal in den Klauen hatte.