Warum wird Alexander der Große der "Große" genannt?

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Backup, 18. März 2004.

  1. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Längst verjährt der Thread, aber war es nicht so, dass Crassus erst nach der Schlacht von Carrhae ums Leben kam, als er mit den Parthern Kapitulationsverhandlungen führte oder führen wollte? Ich meine, die Parther nötigten, ihn mit ins Lager zu kommen,und als Crassus sich weigerte, wurde er niedergemacht.
    Nach Carrhai erwarb sich der spätere Caesarattentäter c. Cassius Longinus militärischen Ruhm, da es ihm gelang, sich mit den resten der geschlagenen Legionen nach Syrien abzusetzen.
    Crassus Kopf schickte Surenas nach Ktesiphon, wo der "König der Könige" sich gerade eine Aufführung der Bachantinnen des Euripides ansah.

    In dem Stück wird Pentheus, König von Theben von den Mänaden zerrissen. Als die griechische Theatergruppe diese Szene vorführte, zeigte man Crassus präpariertes Haupt.
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Da Dir die Schlacht von Knidos nicht passt, wie wäre es damit: 391 wurde der spartanische Feldherr Thibron in Kleinasien vom persischen Satrapen Struthas vernichtend geschlagen, auch Thibron selbst kam um.
     
  3. inti

    inti Gesperrt

    Philipp II von Mazedonien gilt unter Experten unstreitig als der am meisten unterschätzte Feldherr der Antike. Er allein hat die makedonische Grossmacht erschaffen, er hat die zur damaligen Zeit weltbeste Armee, das unschlagbare makedonische Heer, respektive die unbesiegbare Phalanx, das effektive Offiziers-korps und den überragenden Generalsstab um Antipater, Attalos und den später auf Anweisung AdG ermordeten genialen Parmenion kreiert, und sogar persönlich den persischen Feldzug geplant und vorbereitet. Allein auf seinen Erfolgen beruhte der spätere Erfolf von AdG. Das hat auch General Kleitos ausgesprochen, wofür er von AdG ermordet wurde. Jeder am damaligen Hof wusste, dass er, mit Anfang 40, allein wegen seiner Heirat mit einer echten Mazedonin aus erstem Adel, der blutjungen Kleopatra, auf Veranlassung von einer seiner 7 oder 8 Ehefrauen, der abgehalfteterten, eifersüchtigen, irren und rachesüchtigen Psycho Migrantin aus Epirus, Olympias und ihrem Sohn Alexander, einem Halb-Makedonen, von P. heimtückisch von hinten ermordet wurde. Sie hat diesem feigen Meuchelmörder sogar noch Pferde bereit gestellt, und zur Flucht verholfen. Und das konnte nicht mal die spätere offiziellen Hof-Lügen-Propaganda-Presse des makedonischen Hofes um AdG ganz vertuschen.

    Gezeichnet hcirbor
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juni 2016
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ganz schön viel Emotion für ein Ereignis, welches über 2300 Jahre her ist.
    Egal, was die tatsächlichen Hintergründe für die Ermordung Philipps waren - eine Beteiligung Alexanders und der Olympias daran wird erst von Quellen insinuiert, die mehrere Jahrhunderte später entstanden, ist aber selbstverständlich nicht ganz unwahrscheinlich - so muss man Alexander bei all seinen Charakterfehlern doch zugestehen, dass er politisch wie militärisch äußerst erfolgreich war. Er war es schließlich, der die Perser in mehreren wichtigen Schlachten besiegte und bis an den Indus zog. Dazu bedurfte es Charismas und Erfolg. Denn ohne beides wären ihm seine Leute nicht jahrelang immer weiter von zuhause weg gefolgt. Irgendwann waren sie es dann ja auch leid - und trotzdem gelang es ihm da noch einmal, sie mit seinem Charisma zu überzeugen weiter zu ziehen.
    Auch politisch war Alexander nicht so ungeschickt... Dass er die Perser durch Heirat und Rekrutierungen in sein Herrschaftssystem einband und nicht einfach unterjochte, machte zwar einen Teil seiner Leute wütend, ersparte ihnen aber sicher auch manche Ungemach. Perser, die unter der makedonischen Herrschaft eine Perspektive sahen, ihren gewohnten Lebensgang weiter zu verfolgen, waren leichter zu beherrschen als solche, die mit dem Verlust all dessen, was sie vor Alexander genossen hatten, rechnen mussten.
     
  5. inti

    inti Gesperrt

    Nein, keine Emotion, ich schildere völlig emotionslos, dafür unverblümt Fakten und Tatsachen. Natürlich gab es zu Lebzeiten Alexanders und seiner Diadochen keinerlei Hinweise auf seine Beteiligung an dem Attentat, galt doch allein die blosse Erwähnung eines Verdachts als Hochverrat, und mit dem Tod zu betrafendes Verbrechen. Alexander hatte ja Dutzende gekaufte,Lügen -Presse-Schmierfinken, pardon offizielle Hofbericherstatter, von denen Kallisthenes der bekannteste war, die natürlich nur wiedergeben durften, was ihrem Herrn gefielen. Und als er ausnahmsweise mal die Wahrheit schrieb, wurde er promt gefoltert und hingerichtet.

    Alexander hat zwar die Perser mit einer von seinem Vater erschaffenen, und damit ererbten und vor allem unbesiegbaren Armee und einem genialen Generalsstab in drei grossen Schlachten geschlagen, was vor ihm aber ohnhin fast jedem anderen griechischen General seit Militades bei Marathon gelungen war. Das gelang ja sogar einem militärisch völlig unerfahrenen Anfänger wie Xenophon in der Anabasis.

    Nicht umsonst hat der fähigste Heerführer der Perser, der Grieche Memnon von Rhodos, der am Hofe de Mazedonen gelebt und ihre furcherregende Militätmaschine kannte, bereits vor der ersten Schlacht am Granikos den Grosskönnig gewarnt, die Perser hätten gegen die mazedonische Armee in einer offenen Feldschlacht nicht die Spur einer Chance. Und sollten besser ihre Flotte einsetzen, und Alexander den Nachschub abschneiden.

    Zwar kämpften auf Seiten der Perser auch viele griechischen Söldner und erfahrene Generäle wie der Mazedone Amyntas und der Phoker Patron, aber unter einem völlig unfähigen persischen Kommando, respektive Grosskönig Dareos III, ein noch nicht mal von allen anerkannter, sondern schwacher und militärich unerfahrener Dilletant , der sich nicht durchsetzen konnte, und noch dazu zweimal vom Schlachtfeld geflohen war, obwohl die Schlachten noch gar nicht verloren waren. Einmalig in der Miltärgeschichte....

    Gezeichnet hcirbor
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2016
  6. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Unbesiegbar ist keine Armee. Keiner wird die Vorarbeit von Philipp kleinreden, aber es wäre idiotisch einen so großen Feldherren wie Alexander darauf zu beschränken. Immerhin gewann nicht die Phalanx sondern vor allem der Einsatz der Kavallerie die Schlachten.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Na gut, dann eben eine völlig emotionslose Schwarz-weiß-Malerei... :cool:
     
  8. inti

    inti Gesperrt

    Stimmt, es wäre völlig idiotisch zu verschweigen, dass seit 200 Jahren jede griechische Armee- sogar unter einem Nicht-militär wie Xenophon- jede persische geschlagen hat. :cool:
     
  9. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das wage ich zu bezweifeln.
    Da gibt's noch einige andere wie Caesar oder Philipps Sohn Alexander.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du hast da etwas missverstanden. Ganz unabhängig von dem Gehalt seiner Aussage schrieb Inti/Robrich:

    Weder Caesar noch Alexander werden unterschätzt. Insbesondere Alexander nach Intis/Robrichs Auffassung ja sogar überschätzt.
    Wie dem auch sei, es ist mir unverständlich, wie man wie inti einen solchen Hass auf Leute hegen kann, die mehr als 2300 Jahre tot sind.
     
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Es ist mir nicht klar, wer als "Experte" angesprochen wird. Zur Beurteilung eines Heerführers sollten - zumindest unter militärischen Gesichtspunkten - Militärhistoriker qualifiziert sein.

    Mit Liddell Hart möchte ich obiger Einschätzung widersprechen. Sofern es aus seiner Sicht einen Heerführer gab, der in der Beurteilung seiner militärischen Leistung unterschätzt wurde, dann ist es Scipio Africanus (vgl. Link zum Buch)

    Insofern trifft obiges Urteil kaum zu, da es durch - anerkannte - Experten bestritten wird

    https://books.google.de/books?id=jl4GTtDITVoC&printsec=frontcover&dq=liddell+hart+scipio+africanus&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=liddell%20hart%20scipio%20africanus&f=false

    https://de.wikipedia.org/wiki/Publius_Cornelius_Scipio_Africanus
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2016
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wobei Sikander e Aazem (arab./pers./paschtu ʿaẓīm) auch 'groß(artig)' bedeutet. Ḏū l-qarnain (Inhaber der zwei Hörner) geht wohl auf eine Stelle im Alexanderroman zurück.
     
  13. drmarkuse

    drmarkuse Mitglied

    Das was Alexander von Phillipp abhebt sind sein jugendlicher Übermut, seine Abenteuerlust, seine Ausbildung und sein manisches Interesse am Anderen.
    Er hat Wissenschaftler und Kartierer im Schlepptau, er respektiert oder übernimmt die Religion und Bräuche der Perser, er zieht ihre Führungsschichten hoch in seinen Stab, er zollt Marduk Respekt, er lässt sich zum Pharao Ägyptens krönen, er macht Babylon zu seiner Hauptstadt und nicht Pella.
    Das alles ist seine persönliche Vision.
    Sie mag zusammenhängen mit seiner Ausbildung durch Aristoteles, aber sie geht darüber hinaus. Und er setzt sie unbeirrt durch gegen die die makedonischen Generäle seines Vaters.
    Mag sein dass Phillip der grosse Stratege und Organisator war und Alexander ein jugendlicher Hasadeur, der sein will wie Achilles.
    Aber es ist seine Fähigkeit über den Tellerrand Nordgriechenlands hinwegzuschauen und die Gefolgschaft auch bei denen einzufordern die er besiegt hat. Leadership würde man das heute nennen. Das ist was ihn über Philipp und den griechisschen Generalstab erhebt und was ihm den Titel "Der Grosse" eingebracht hat.
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das wage ich zu bezweifeln, denn das sind doch eher die Dinge, die wir heute an Alexander bewundern. Die antike Zuschreibung dürfte eher auf seine militärischen Erfolge, die ihn von Makedonien bis an den Indus führten zurückgehen.
     

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