Wie der Römer seine Beute verteilte

Naja, wir glauben schon dass die Römer irgendeine Art von Landvermessung durchgeführt haben. Da sie keine optischen Hilfsmittel wie Theodolithen und Ferngläser hatten, dürfte es sehr schwer gewesen sein Vermessung über größere Distanzen durchzuführen.

Aber,es gab keinen Zusammenhang zwischen den aufgeführten römischen Eckpunkten:
  • In Wölfersheim gibt es kein Lager, sondern den sehr gut erhaltenen römischen Gutshof "Auf dem Gleichen" im Wald, eine Straßengabelung und den Rest eines sehr großen Wachtturms. Von Burg Münzenberg meine ich schon mal in Richtung Wohnbach die Bodenverfärbungen eines Lagerwalls auf den Äckern gesehen zu haben, es handelte sich aber vermutlich um Mauern eines weiteren Gutshofes. So oder so ist dort alles nach-domitianisch.
  • In Reimershausen gibt es ein drususzeitliches und ein vermutlich Germanicus-zeitliches Lager.
  • Die Wallanlagen nahe Lollar sind wohl a.e. die Schanzen und Artilleriestellungen der alliierten Truppen aus dem 7-jährigen Krieg: "Alte Schanze" auf dem Homberg bei Wettenberg, und "Alte Schanze" nördlich von Launsbach, und eine ältere Wallanlage mitten in Launsbach. An den Dingern hätte @dekumatland seine Freude
  • Und die Römer haben vermutlich auch bei den mit ihnen verbündeten Stämmen wohlweislich keine Landvermessung durchgeführt. Man hat ja auch dort jenseits des domitianischen Lumes keinen einzigen römischen Gutshof gefunden.



Witzig, dass du Launsbach erwähnst. Als Launsbacher weiß ich natürlich sofort, was du meinst. Die "ältere Wallanlage" ist eher ein Wällchen, das sich oben auf dem Wettenberg befindet, nicht innerhalb des Ortes. Darüber weiß man bis heute leider gar nichts. Oben drüber befindet sich noch eine winzige Schanze/Wallanlage, über die es auch nur Vermutungen gibt, am wahrscheinlichsten mittelalterlich.

Die anderen Schanzen aus den jüngeren Kriegen kenne ich natürlich alle, die sehen auf der Schummerung bis heute noch aus wie frisch errichtet. Aber die haben mit den unbestimmten Anlagen hier gar nichts gemein.

Was du bei Wölfersheim und Lollar aber außer Acht lässt, ist deren Größe. Rund 210 x 140 m und 190 x 130 m, also Verhältnisse von 3:2. Und der Besonderheit, dass beide in praktisch deckungsgleicher Orientierung ausgerichtet sind. Das kann man nicht einfach so wegwischen.

Ich sag nicht, die sind römisch, aber das sind die Fakten.
 
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Noch besser teilbar ist allerdings die 360. Die ist nicht nur durch mehr Zahlen teilbar, sondern bei vielen Teilungen ergeben sich auch noch runde Zahlen, wie 360/4 = 90 oder 360/3 = 120.

Da ist es ein glücklicher Zufall, dass ein Kreis genau 360 Grad hat ;)

Auch ein Jahr hat in etwa 360 Tage, wenn auch leider nicht genau.
Die 360 hat mehr Teiler, damit liegst du richtig. Aber ich war selbst sehr überrascht, als ich die Besonderheit der Teiler der 384 begriff.

1, 2, 3, 4, 6, 8, 12, 16, 24, 32, 48, 64, 96, 128, 192

Darin liegt die Crux, und deshalb kann man es gar nicht oft genug wiederholen

Der Grund ist ihre Teilbarkeit:
  • 384 = 12 × 32
  • 384 = 3 × 128
  • 384 = 6 × 64
  • 384 = 8 × 48
  • 384 = 16 × 24
  • 384 = 32 × 12
Damit kann man eine Strecke von 384 Einheiten sehr flexibel in gleichmäßige Abschnitte zerlegen.
Beispielsweise könnte ein Raster von 384 × 384 Einheiten ohne Rest in
  • 2 × 192
  • 3 × 128
  • 4 × 96
  • 6 × 64
  • 8 × 48
  • 12 × 32
  • 16 × 24
Das ist ein leicht überschaubares und praktisches System

Mit den Teilern der 360 wäre das viel zu kompliziert, unübersichtlich und Ausufernd.

Edit: Und um es nochmal zu betonen: Mit 360 ACTUS funktioniert das System nicht. Finde eines, und ich pack hier meine Koffer.
 
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Noch besser teilbar ist allerdings die 360. Die ist nicht nur durch mehr Zahlen teilbar, sondern bei vielen Teilungen ergeben sich auch noch runde Zahlen, wie 360/4 = 90 oder 360/3 = 120.
Niemand braucht beim Aufteilen einer Fläche natürliche Zahlen für die Kantenlängen.
Man kann jede rechteckige Fläche gleichmässig aufeilen.
Die Kantenlänge ist egal.

Und nehmen wir mal an, die römischen Landvermesser hätten autistische Charakterzüge, so dass sie nur natürliche, ganze Zahlen als Kantenlänge zulassen.

Dann müsste die Kantenlänge eine Zweierpotenz sein. Nur so kann man ein Quadrat in gleichmässige Unterquadrate mit natürlichen, ganzen Zahlen als Kantenlänge aufteilen.

Denn nur Zweierpotenzen(mit n>=2) sind ganzzahlig durch 4 teilbar.

384 ist aber keine Zweierpotenz, weil in der Primfaktorzerlegung eine "3" drin steckt.

Aber nochmal: Man kann jede rechteckige Fläche gleichmässig aufteilen und braucht dafür keine 384er Kantenlänge.

Egal welche Variante man durchdenkt:
OT schreibt da einfach nur Unsinn.

Schwer zu ertragen, echt.
 
Falls es um die Anzahl der möglichen Unterflächen mit natürlichen Zahlen als Kantenlänge geht:

Die wird lediglich durch die Anzahl der Primfaktoren definiert.

360= 2*2*2*2*3*3*5 7 Primfaktoren => 7! Variationen von rechteckigen Unterflächen sind möglich

384= 3 *2*2*2*2*2*2 Auch 7 Primfaktoren 7! Variationen sind möglich.


Das wäre also egal.

Wenn man aber gleichmässige Flächen haben will,
muss man quadratische Flächen mit einer Zweierpotenz als Kantenlänge nehmen.

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Es ist aber auch völlig egal, weil man jede rechteckige(auch quadratische) Fläche mit jeder beliebigen Kantenlänge gleichmässig teilen kann.

Keine Kultur der Menschheitsgeschichte dürfte drauf bestanden haben, dass alle Grundstücke eine natürliche Zahl als Kantenlänge haben müssen.


Es ist völliger Nonsense, was OT hier schreibt.


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Keine Kultur der Menschheitsgeschichte dürfte drauf bestanden haben, dass alle Grundstücke eine natürliche Zahl als Kantenlänge haben müssen.

Die Römer haben allerdings schon gern gerade Zahlen verwendet, wenn sie größere Flächen zenturiert haben. In der norditalienischen Tiefebene ist das römische Wegesystem als Gitternetz noch gut zu erkennen, und die Abstände zwischen den Wegen betragen rund 710 m.


710 m entsprechen 20 actus.
 
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