Willibald Alexis über den Wiener Kongress

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von Granto, 29. Oktober 2013.

  1. Granto

    Granto Neues Mitglied

    Guten Tag,

    ich soll mich mit dem Niedergeschriebenen des Schriftstellers Willibald Alexis beschäftigen. Leider habe ich große Schwierigkeiten die Quelle (richtig) zu interpretieren.

    Er schreibt:

    "Daß es für Deutschland nicht mehr um die geträumte Freiheit und nationales Einheit sich stritt, hatten die Verhandlungen des Wiener Kongresses verraten.
    Nur nicht uns sechzehn- und siebzehnjährigen Jünglingen. Wir träumten noch, wir waren noch berauscht; noch fühlte man nichts von Nachwehen. Die begeisterten Reden unserer Lehrer, die Nachklänge der Fichte-, Schleiermacher-, Arndtschen wissenschaftlichen Kriegsberedsamkeit, von den Kathedern hallend, Körners und Schenkendorfs Leider, die Erzählungen der älteren Jünglinge, die 1813 und 1814 mit geblutet und mit gesiegt, alles das hielt den Rausch lebendig. [...]"

    Geht es hier darum, dass er und auch andere von den Entscheidungen des Wiener Kongress enttäuscht sind? Ich habe irgendwo gelesen, dass vor allem Patrioten, die Entscheidung, dass Deutschland in eine verringerte Zahl von Einzelstaaten gegliedert wurde, als Verrat am deutschen Reich sahen.
    Also wird damit genau das gemeint?


    Weiter schreibt er:

    "Die Ideen des Turnertums waren mächtig, auch außerhalb der Hasenheide.
    Der Plumpsack, der dort jedem, welcher durch ein Fremdwort die deutsche Sprache entweihte, drei Streiche versetzte, ging auch moralisch in der jungen Gesellschaft um. Jahns Deutschtümlichkeit war uns kein Phantom, sondern eine Wahrheit und wir hofften noch zuversichtlich auf die Realisierung unserer Ideen von einem deutschen Volkstume, wenn wir auch über das Wie? weder mit anderen noch mit uns im reinen waren."

    Hier verstehe ich fast nichts.
    Muss man hier näheres zur Person "Friedrich Ludwig Jahn" wissen?
    Geht es um die Enttäuschung von Jahn, dass der Wiener Kongress "europäische Entscheidungen" traf?

    Die Quelle geht noch weiter:

    "Dennoch war auch schon da in die preußische Jugend ein Mißklang eingedrungen. Ganz war uns nicht entgangen, dass die Diplomatie der Nationalbegeisterung ein Schnippchen geschlagen hatte und daß andere das ernten wollten, was das Volk durch Opfer und Tapferkeit errungen hatte. Aber wir bewegten uns noch in einem engen Formelkreise. Die gespenstischen Wörter; Aristokratie, Bureaukratie und Hierarchie, die uns seitdem erschreckten, lagen damals außerhalb desselben, und das Wort Tyrannei, das gründlich gehaßteste, kannten wir zwar, aber wir waren viel zu loyal, um es auf andere anzuwenden als auf den Franzosenkaiser Napoleon. Unsere natürliche Freiheitsliebe war mit dem Franzosenhaß identifiziert. In den Intrigen, die auf dem Wiener Kongresse spielten, sahen wir nichts als eine Rückkehr zu der alten französischen Diplomatie, der wir nicht sowohl ihre Tendenzen als ihre unvolkstümlichen Formen vorwarfen. Mit höchster Entrüstung betrachteten wir Deutsche es namentlich, daß so viel deutsches Blut auf deutscher Erde geflossen war, und doch wurde der Friede in französischer Sprache geschlossen. So viele der wunderbarsten Begriffe von Volkstum hatten wir uns eingepfropft - zu denen aber Fürsten, Könige und womöglich auch ein Kaiser gehörten, und doch verhandelte und handelte man nicht aus einem Volksrat heraus oder offen königlich für das Volk, sondern aus Kabinetten zu den Kabinetten, heimlich, schriftlich und in französischer Sprache! Wie paßte das zu den herrlichen, körnigen Aufruf an das Volk, zu den Proklamationen, die immer an Karl und Wittekind gemahnt hätten."

    Hier bezeichnet er die Anbiederung an die Franzosen als "unvolkstümlich", oder?
    D.h. für ihn ist der Franzosenhaß etwas Selbstverständliches und sollte auch von allen Deutschen gepflegt werden.
    Franzosen sind außerdem Schuld daran, dass so viel deutsches Blut geflossen ist.
    Verstehe ich das annähernd richtig?

    Ich bitte um Antworten, Anregungen, Ergänzungen, etc..
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ist das so korrekt wiedergegeben oder ist da ein Zeilensprung eingebaut?

    Jein. Es geht auch darum. Es geht aber auch darum, dass der Schriftsteller Willibald Alexis über sein Jugendliches ich schreibt. Das muss nicht bedeuten, dass er das in der Situation des Schreibens noch genau so sieht.


    Ja, den "Turnvater" sollte man da im Auge haben. Ich lese Alexis da fast kritisch.


    Es geht darum, dass sie in ihrer Jugend noch nicht begriffen hatten, dass zwar die Besatzung durch Napoleons Truppen schlecht war, die Alternative aber ebenfalls Tyrannei bedeutete.
    Es waren die Höfe (Hofsprache war französisch!), nicht etwa demokratisch gewählte Parlamente, die über die Neuordnung Europas verhandelten. Er benutzt die französische Sprache hier gewissermaßen als Trojaner, dabei geht ihm gar nicht so sehr um deren Ablehnung, wie es vielleicht scheinen mag.
     
  3. Granto

    Granto Neues Mitglied

    Ja, das ist so korrekt wiedergegeben.
    Aber was ist die Intention von Willibald Alexis?
    Was will er uns damit sagen?
    Übt er Kritik an den Entscheidern des Wiener Kongresses wieder?
     
  4. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Ja und nein. Er beschreibt kritisch seine eigene Jugendzeit und den romantischen Nationalismus den diese Zeit im Bildungsbürgertum entfachte. Besonders im Teil über die Turnerbewegung beschreibt er ja eindrucksvoll, dass das Ziel im Blick war (Nationale Einheit), dass aber keine Idee der Umsetzung bestand. Es liest sich für mich wie die Rechtfertigung der Biedermeierzeit und des Scheiterns der 48er Revolution, als Folge der entäuschenden Jugend, die voller Ideale aber ohne konkret machbare Veränderung war. Die Stelle mit "Tyrannei" bestärkt es, indem man sich zwar gegen den Wesensgehalt der Höfe wendet (von ihrer Gesellschaft bis zu ihrer Sprache) aber einen Kampf gegen den Herrscher, wie man ihn gegen Napoleon geführt hat, quasi einen "Tyrannenmord" (Anm. 1), ablehnt. Diese Stelle kann man durchaus als Erklärung für die zögerhafte Revolutionsbewegung in Deutschland (Stichwort: Schlafender Michel) sehen.

    Anm. 1: Die Frage ob der Tyrannenmord legitim war wurde in der Philosophie seit der Antike betrachtet. Cicero, Thomas von Aquin, Johannes von Salybury, Kant um nur einige wenige zu nennen haben in Ihrer Zeit Stellung zu diesem Thema bezogen und es findet auch in der Literatur, so bei Schillers Werk, z.B. bei "Wilhelm Tell" anklang. In der Deutschen Verfassung ist heute der Tyrannenmord (modern Widerstandsrecht) im Art. 20 Abs. 4 GG (indirekt) legitimiert.
     
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  5. Granto

    Granto Neues Mitglied

    Danke euch beiden!
     
  6. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    ich vermisse hier eine wichtige bemerkung. wenn man nachsucht welches europäisch land die meisten kriege führte, kommt frankreich ohne zweifel an erster stelle. besonders unter louis XIV wurde sehr viel land erobert. »man« (wer denn) wollte ein gegengewicht gegen frankreich schaffen. darum z.b. wurden die südliche und nördliche niederlande zu einem königreich vereint. was metternich vergaß (und tayllerand brillant verhinderte), war frankreich zu schwächen durch ganze stücken land abzunehmen. besonders land, daß unter Louis XIV erobert wurde. bei ihm war es m.e. mehr als unter seinem vorgänger und seinen nachfolgern zusammen statt fand. so blieb F ein großmacht. nicht nur relativ, sondern auch absolut.
     
  7. excideuil

    excideuil unvergessen

    Na, ja, die europäische Landkarte hatte sich zu Ludwig XIV. doch etwas geändert. Erinnert sei nur an die polnischen Teilungen, an denen Frankreich nicht partipizierte.

    Nun, ja, Metternich hat durchaus nichts vergessen, denn er hat ganz bewusst verhindert, dass Frankreich über Gebühr geschwächt wird, einfach auch, um Frankreich als Gegengewicht zur Großmacht im Osten (Rußland) zu erhalten.
    Als Beispiel sei aus einem Brief Metternichs an Caulaincourt vom 18. März 1814 zitiert:
    "Unsere Ansichten sind europäisch, also auch französisch; unsere Grundsätze gehen darauf hinaus, die Interessen Österreichs und Frankreichs möglichst zu vereinigen [...] Sie sehen, lieber Herzog, dass ich Ihnen das größte Vertrauen schenke, um gemeinsam die Gefahren zu beschwören, von denen Frankreich bedroht wird ... [1]

    Der 1. Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 ist in erster Linie ein Ergebnis einer Zusage der Alliierten an die franz. Nation in Verbindung des Erhaltes Frankreichs als Großmacht, in zweiter Linie der Wunsch der Alliierten, Frankreich nicht zu sehr zu demütigen, um neuerliche revolutionäre "Auswüchse" zu verhindern und erst in dritter Linie Ergebnis "brillianter" Verhandlungen durch Talleyrand.

    Die Bildung des des Königreiches der Niederlande geht auf brit. Wünsche zurück. Wie wenig realistisch diese Wünsche waren, zeigte sich 1830.

    Was nun die relative oder absolute Großmacht Frankreich angeht, so sollte man Teile eines Briefes Talleyrands an Ludwig XVIII. vom 17. Okt. 1814, also noch vor dem 2. Pariser Frieden, mit dem Frankreich nicht mehr so glimpflich davon kam lesen:

    "In ganz Deutschland machen sich revolutionäre Gärungen bemerkbar; der Jakobinismus herrscht dort vor, aber durchaus nicht wie vor fünfundzwanzig Jahren in Frankreich in den mittleren und unteren Klassen, sondern in den Kreisen des höchsten und reichsten Adels. Das ist ein außerordentlich großer Unterschied, so dass man den Verlauf einer etwa dort ausbrechenden Revolution nicht nach dem Gang der unsrigen bemessen dürfe.

    Die kleinen Potentaten sind durch die Auflösung des Deutschen Reichs und die Errichtung des Rheinbundes von ihrer Würde als Dynasten herabgestürzt und zu gewöhnlichen Untertanen geworden, die es nur widerwillig ertragen, Herren über sich zu sehen, denen sie sich gleich achten; sie streben daher eine Änderung dieser Zustände an, die ihren Stolz verletzt und suchen die vielen kleinen Regierungen durch eine einzige große zu ersetzen. Wie sie, denken namentlich die Universitäten und die von ihren Theorien völlig eingenomme Jugend, kurz, alle, die die Zersplitterung Deutschlands in kleine Staaten die Not und das Elend zuschreiben, das die vielen Kriege über seine Länder gebracht haben.

    Die Einheit des deutschen Vaterlandes ist ihre Losung und der erste Satz ihres Glaubenbekenntnisses, ja, ihre ganze bis zum Fanatismus gesteigerte Religion, und dieser Fanatismus hat selbst regierende Häupter ergriffen.
    Diese Einheit, von der wir nichts zu befürchten hätten, wenn wir das linke Rheinufer und Belgien besäßen, könnte doch früher oder später für Frankreich von schwerwiegender Bedeutung sein. Denn wer kann die Folgen nationaler Erhebung eines so gewaltigen Staatenkörpers voraussehen, wenn seine zerstreuten Elemente einmal in Bewegung geraten und sich fest miteinander vereinigen?" [2] (Hervorhebungen von mir)

    In der Summe bedeutet dies, dass Talleyrand bereits zukünftige Probleme mit einem vereinigten Deutschlands um die dominate Stellung in Europa vorhersah, er Frankreich durch den Friedensschluss und die kommenden Beschlüsse des Wiener Kongresses Frankreich nicht als gut aufgestellt betrachtete. Ändern konnte er es freilich nicht.

    Grüße
    excideuil

    [1]Talleyrand: „Memoiren des Fürsten Talleyrand“, herausgegeben mit einer Vorrede und Anmerkungen von Herzog de Broglie, Original Ausgabe von Adolf Ebeling, Köln und Leipzig, 1891-1893, Bd. 2, Seite 207
    [2] Talleyrand, a.a.O. Seiten 291/2
     
  8. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    interessant, denn ab hier könnte man dan sagen, daß der begriff deutsch in der sinne von »kultur«, ersetzt wird durch deutsch als »nation«.
     
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  9. excideuil

    excideuil unvergessen

    Durchaus nicht. Talleyrand teilte lediglich seinem König seine gemachten Erkenntnisse mit - eben, dass es Kräfte gab, die eine deutsche Einheit wünschten. Eher geo-strategisch dann seine Schlussfolgerungen für einen mögl. in der Zukunft liegenden Zeitpunkt.
    Dass die deutsche Einheit z.Zt. des Wiener Kongresses kein Thema war, kann man an den Ergebnissen mit der Bildung des doch recht lockeren Deutschen Bundes ablesen.

    Grüße
    excideuil
     
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  10. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Na, so einfach sehe ich das nicht. Ich glaube, dass gerade eben die Bildung des Deutschen Bundes die Kompromiss-Antwort auf nationale Wuensche war. Es war das Ergebnis eines Spagats zwischen Einheit bzw. Wiedererrichtung des HRRDN und einer gænzlichen Unabhængigkeit der Mitgliedsstaaten. Hier musste sicherlich den Rufen der "Befreiungskæmpfer" Rechnung getragen werden, gleichwohl diese durch das Ergebnis enttæuscht wurden.
    Die nationale Buechse der Pandora war geøffnet und durch den Deutschen Bund nur wieder halb zugedeckt worden.

    Gruss, muheijo
     
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  11. excideuil

    excideuil unvergessen

    Bei Wiki steht zum Deutschen Bund:

    "Der Deutsche Bund war ein Staatenbund von überwiegend deutschsprachigen Staaten, die zuvor dem Heiligen Römischen Reich oder dem napoleonischen Rheinbund angehörten. Der Deutsche Bund bestand zwischen 1815 und 1866. Er wurde am 8. Juni 1815 auf dem Wiener Kongress (1814–1815) ins Leben gerufen, um Bestandteil einer neuen europäischen Friedensordnung zu sein. Nach der Niederlage Napoleons sollten also die alten, monarchischen Herrschaftsverhältnisse restauriert werden. Dieses Vorhaben scheiterte an den komplexen gesellschaftspolitischen Verhältnissen und den unterschiedlichen Interessen, denen der Bund ausgesetzt war. Dazu gehören der politische Machtkampf zwischen Preußen und Österreich, die Uneinigkeiten der Staaten über das Vorhaben, dem Bund eine gemeinsame Verfassung zu geben, sowie die Auswirkungen der Revolution von 1848/49."
    Deutscher Bund ? Wikipedia

    Den entscheidenden Satz habe ich hervorgehoben.
    Von einem Kompromiss kann nicht gesprochen werden, da die verhandelnden Fürsten des WK keine Rücksicht auf nationale Wünsche nehmen mussten, da die Kräfte, die eine nationale Einheit wünschten gering, nicht organisiert und nicht auf dem WK vertreten waren.

    Grüße
    excideuil
     
  12. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    ich denke, daß hier ein fehler gemacht wird. mozart nannte sich selbst »teutsch« und meinte damit »ich gehöre zu der deutschen kultur«. hier ist -zuerst - vereinzelt geredet über deutschland als remplaçant für die einheit der »deutschen«. ob das ein einheitsstaat wäre, oder eher ein bündnisstaat wie das HRRDN, das war noch ungewiß. soweit ich es verstand, wollten die »abgesetzten herrscher« eher einen bündnisstaat. die bevölkerung dagegen - d.h. die gebildeten bürger - wollten vermutlich eher etwas, daß mehr richtung einheitsstaat ging. was natürlich, gegeben die differenzen zwischen preußen und österreich, unmöglich war.
     
  13. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Auch der Deutsche liberale Nationalismus hatte die Vorstellung eines Bundesstaates. Einen unitaristischen Staat ohne Länder wollte kaum jemand, zumindest nicht die Mehrheit der Liberalen. So sah folgerichtig auch die Paulskirchenverfassung einen föderalen Bundesstaat mit einem Kaiser an der Spitze vor. Die Fürsten hingegen waren mit der Souveränität (wenn auch bei den kleinen norddeutschen Staaten meist eine Abhängigkeit von Preußen bestand) recht zufrieden. Das Problem der bundesstaatlichen Lösung war eher die Herrschaft der Habsburger über Ungarn. Selbst eine großdeutsche Lösung hätte nur die "deutschen" Gebiete der Habsburger eingeschlossen, nicht ihre italienischen, ungarischen und kroatischen Besitzungen (wohl aber das heutige Tschechien). Das widerstrebte natürlich den habsburgischen Wünschen ihr Land geeint zu regieren.

    Die Motivation die deutsche einheit abzulehnen war für Preußen eine andere. Einerseits hätte die Habsburgermonarchie ein historisches Vorrecht auf die deutsche Kaiserkrone gehabt (die Krone des HRRdN wurde als ruhend gesehen) und wollte so nicht riskieren von der Augenhöhe mit Habsburg auf die Stellung einer untergeordneten Regierung herabsgestuft zu werden.
     
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  14. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    was preußen-österreich anbelangt, denken wir dasselbe.

    was aber die bürger betrifft, haben wir eine andere meinung. hast du gründe um deine meinung zu bestätigen, das die »Mehrheit der Liberalen« eine bundesstaat nachstrebte ?
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es gab in der Frankfurter Nationalversammlung drei große Gruppen mit unterschiedlichen Präferenzen hinsichtlich der Verfassung.

    - Die demokratische "Linke" vertrat eine Republik und einen Zentralstaat. Zu ihr zählten rund 140 Abgeordnete.

    - Die liberale Mitte hingegen verfocht einen Bundesstaat und eine Monarchie. Sie umfasste etwa 220 Abgeordnete.

    - Die konservative Rechte mit etwa 180 Abgeordneten wollte einen Staatenbund und ebenfalls eine Monarchie.

    Rund 180 Abgeordnete schlossen sich keiner Richtung an.
    Die Fraktionen trafen sich zur Diskussion in verschiedenen Versammlungslokalen und Diskussionsrunden. Das alles lässt sich hier gut nachlesen:

     
  16. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Ausgehend von den Fraktionen der Frankfurter Nationalversammlung in der die Radikale zentralistische Linke eine Minderheit darstellte. Die radikale Linke zählt man meistens auch nicht unbedingt als Liberale sondern bezeichnet sie eher als "Demokraten". Auch später bildeten sich in den meisten liberalen Fraktionen (später Nationalliberale und Freisinnige) kaum zentralstaatliche Mehrheiten.
     
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  17. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    so lernt man immer wieder was.

    danke
     

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