Bismarcks Friedenspolitik

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Gast, 9. Februar 2005.

  1. comiter.ulm

    comiter.ulm Neues Mitglied


    Himmel Hilf wie man hier falsch verstanden werden kann.
    Ich meine nur die Geschichtliche Bedeutung! Und für die deutsche Geschichte war Hitler sehr wohl bedeutend, in den letzten 200 J. haben Bismmarck und Hitler als Einzelpersonen Deutschland meiner Meinung nach am meinsten verändert.
    Warum beschäftigen wir uns in der Schule und im Fernsehen so ausführlich mit ihm?
    Er ist im Ausland leider der bekannteste Deutsche,(in der Lexikon definition steht ja schließlich auch allgemein bekannt, und das ist er schließlich) also auch bedeutend.
    Ich entschuldige mich wenn ich ein etwas missverständliches Wort benutzt habe,(das ist auch ein bißchen das Problem im Internet), es ist keineswegs meine Absicht gewesen.
    Ich kenne mich mit diesem Teil der deuschen Geschichte ganz gut aus und weiß was Hitler verbrochen hatte, und mit meinem heutigen! Wissen hätte ich es damals auch versucht ihn umzubringen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. April 2005
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  2. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Dieser Satz ist doch etwas wenig aufschlussreich. Und gleich zu Beginn: Es war nicht Bismarck, der den berühmten Zeitungsartikel in der Post lancierte, sondern der Publizist Constantin Rößler.

    Die folgenden Zeilen stammen aus einen älteren Post von mir:

    Die französische Staatsspitze war sich darüber einig, dass das oberste Ziel der Politik nach dem verlorenen Krieg sein muss, die Restauration der französischen Großmachtstellung ist.

    Dazu war es unmittelbar nach 1871 von Bedeutung, dass das Deutsche Reich kein Einfluss auf die französische Politik nehmen konnte. Zu diesem Zwecke mussten die Reparationen schnell gezahlt werden, damit die deutschen Besatzungstruppen abrücken. Das gelang auch, denn bereits im Herbst 1873 hat Frankreich die letzte Milliarde gezahlt.

    Als nächstes galt es die außenpolitische Isolation zu überwinden. Und das war nicht ganz einfach, denn im Jahre 1873 haben das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Russland gerade das Dreikaiserabkommen unter Dach und Fach gebracht gehabt.

    Wenn Frankreich als Bündnispartner interessant sein wollte, dann musste es militärisch über entsprechende Machtmittel vefügen und hier bestand entsprechender Handlungsbedarf.Busmarck war gerade damit beschäftigt den Kulturkampf zu internationalisieren.

    Die französischen Gesetze zur personellen Stärkung der Armee führten letzten Endes zur sogenannten Krieg-in-Sicht-Krise und zu einer schweren diplomatischen Niederlage Bismarcks. Sowohl Großbritannien als auch Rußland haben deutlich zu verstehen gegeben, das sie eine weitere Schwächung Frankreichs nicht hinnehmen würden.

    Der französische Außenminister Decazes bevorzugte als möglichen Partner allerdings Großbritannien, da er persönlich Rußland nicht traute. Auch in Petersburg gab es Vorbehalte gegen die republikanische Staatsform Frankreichs.

    Janorschke, Bismarck, Europa und die Krieg-in-Sicht-Krise von 1875
     
  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Hierzu bitte einmal hier

    http://www.geschichtsforum.de/619294-post5.html und hier

    http://www.geschichtsforum.de/625627-post6.html

    Das ist eine vollkommen undifferenzierte und vor allem unzutreffende Darstellung. Frankreich wurde nichts versprochen. Bismarck hatte sich in der Frage der Kompensationen bewußt "wolkig" ausgedrückt gehabt. Außerdem war Napoleon III. nun keineswegs als Friedensfürst bekannt. Er wünschte dieses Krieg und hat diesen mit allerlei diplomatischen Manövern den Konflikt nach Kräften befördert, um später als lachender Dritter entsprechende Forderungen zu präsentieren. Nur, seine Rechnung ist nicht aufgegangen!

    Zu den Ursachen des deutsch-französischen Krieges:

    http://www.geschichtsforum.de/567904-post2.html
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Das Zitat ist falsch und sollte zudem auch in Zusammenhang gesehen werden.

    „Nicht auf Preußens Liberalismus sieht Deutschland, sondern auf seine Macht; Bayern, Württemberg, Baden mögen dem Liberalismus indulgieren, darum wird ihnen doch keiner Preußens Rolle anweisen; Preußen muß seine Kraft zusammenfassen und zusammenhalten auf den günstigen Augenblick, der schon einige Male verpaßt ist; Preußens Grenzen nach den Wiener Verträgen sind zu einem gesunden Staatsleben nicht günstig; nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen –, sondern durch Eisen und Blut.“

    So lautet die Passage korrekt und sie wurde im Zuge des Heereskonflikte, es ging um die Verweigerung des Budgets für das Heer" vor Abgeordneten des preußischen Parlaments getätigt. Bismarcks spielte auf die gescheiterte Einheit der Deutschen von 1848/49 an.
     
  5. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Du tust so, als ob Bismarcks Schritt der außenpolitischen Isolierung Frankreichs nach der Niederlage von 1870/71 was besonders außergewöhnliches war.

    Aus militärstrategischen Gründen und den gewaltigen öffentlichen Druck in Deutschland wurden, leider, die beiden Provinzen annektiert. Bismarck war sich über die negativen Folgen vollkommen im Klaren, aber, damit hatte er wohl auch recht, Frankreich wäre ohne Annektierung "stinkesauer" gewesen, denn auch nur die Niederlage als solche hätten sie den neuen Deutschen Reich wohl nicht so ohne weiteres vergeben. Erinnere dich bitte an das Geschrei "Rache für Sadowa", obwohl Frankreich in dem Krieg involviert gewesen war. Die Bündnisse Bismarcks nach 1871 waren keine aggressiven, sondern rein defensiver Natur.

    Die Kolonialpolitik ist nicht innenpolitischen Motiven geschuldet, sondern denen des eigenen Machterhalts. Siehe hierzu das monumentale Werk von Axel Riehl, "Der Tanz um den Äquator."
     
  6. swie

    swie Aktives Mitglied

    Das würde ich ebenso einschätzen. Unmittelbar nach der Schlacht um Königgrätz erhob Frankreich Gebietsforderungen gegenüber den deutschen Staaten. Im Zentrum stand dabei Luxemburg, dass, ohne den Anschein einer Annexion, völkerrechtlich Frankreich angeschlossen werden sollte, aber auch die bayerische Pfalz und die linksrheinischen Gebiete Hessens inklusive der Bundesfestung Mainz. Eine Kompensation gegenüber Preußen war nicht vorgesehen. Diese Forderungen gingen maßgeblich auf Außenminister Drouyn de Lhuys zurück, wurden aber von Kaiser Napoleon, der sie anfangs noch ablehnte, abgesegnet.

    Am 5. August 1866 überbrachte der französische Botschafter Benedetti von Bismarck Drouyn de Lhuys Vertragsentwurf. Bismarck wies die Forderungen zurück, und drohte sogar damit, die Friedensverhandlungen mit Österreich schnellstmöglich abzuschließen, um dann einig mit den süddeutschen Staaten und Österreich sich gegen Frankreichs Forderungen zu erwehren. Am 8. August lehnte Bismarck die französischen Gebietsforderungen abermals in Gänze ab. In Paris teilten seine militärischen Ratgeber dem Kaiser mit, dass die französische Armee einem geeinten Deutschland nicht gewachsen sei, noch dazu wo dieses bereits aufgrund des Krieges gegen Österreich voll mobilisiert und Marschbereit war. Schließlich machte Kaiser Napoleon einen Rückzieher und entließ Drouyn de Lhuys als Außenminister. Tatsächlich hatte dieser den Kaiser mit seinen Forderungen stark bedrängt, aber Napoleon III. hatte zugestimmt.

    Auch später versuchte Frankreich noch Ansprüche auf Luxemburg zu erheben, und suchte dabei den Schulterschluss mit England. Dieser sollte erreicht werden, indem in London und Brüssel durch die französischen Botschafter Gerüchte gespeist wurden, Preußen habe Frankreich Belgien mehrmals zur Annexion angeboten, als Gegenleistung für die französische Neutralität im Deutsch-Deutschen Krieg. Die Krise wurde erst beigelegt, als am 11. Mai die Londoner Konferenz die durch die Großmächte garantierte Neutralität Luxemburgs festlegte. Wie von Turgot bereits geschrieben, stützte sich die Herrschaft Napoleons III. auf außenpolitische Erfolge. Diese suchte er in Norditalien, in kolonialen Abenteuern und in Form von Expansion nach Osten (Belgien, Luxemburg, linksrheinische Gebiete). Bismarck seinerseits war, nach dem Krieg gegen Österreich, immerzu am Frieden interessiert, und versuchte, die französischen Gebietsforderungen ins Leere laufen zu lassen. Er signalisierte aber auch Bereitschaft, den Fehdehandschuh aufzunehmen, sollten die Franzosen ihm diesen zuwerfen. Von einer aggressiven Politik gegenüber Frankreich kann meiner Meinung nach nicht die Rede sein, das Gegenteil ist der Fall.
     
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  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Falsch. Nur Schleswig "fiel" an Preußen. Erst im Prager Frieden kamen die Elbherzogtümer und Lauenburg endgültig zu Preußen.


    Die Mäßigung Bismarcks, die er unter schweren Konflikten gegen Wilhelm I. und dem Militär durchsetzten musste, trug ganz sicher dazu bei, das der Krieg sich nicht in die Länge zog. Die Österreicher hatten nämlich nach Königgrätz ihre Südarmee zurückgerufen und waren der preußischen Armee rein zahlenmäßig gewachsen. Des Weiteren war Wien auch nicht ganz so einfach zu nehmen.



    Es war nicht der Wille Bismarcks, sondern der der Militärs, die dafür durchaus gute Gründe anführen konnten. Bismarck hat diesen Wunsch der Militärs übernommen. Die Situation hatte insofern ein neue Qualität, das die Großmacht Frankreich sich jetzt nicht knapp 40 einzelnen kleinen deutschen Staaten gegenübersah, sondern einen geeinten Deutschen Reich, welches von Frankreich alleine nicht mehr bezwungen werden konnte. Das konnte Frankreich überhaupt nicht gefallen, das an seiner östlichen Grenze eine sehr ernstzunehmende Großmacht entstanden ist.
     
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  8. Eckert

    Eckert Neues Mitglied

    Die bismarcksche Außenpolitik ab der Reichsgründung war auf Bewahren des Erreichten gerichtet, also soweit möglich auf gute Nachbarschaft. Im Nachhinein scheint es, als wäre diese Politik mit Augenmaß immer erfolgreich gewesen. Jedoch hatte auch Bismarck nicht alle Trümpfe in der Hand: Der deutsch-russische Rückversicherungsvertrag war eben im Juni 1887 geschlossen worden, da fragt der russische Militärattache in Paris an:
    1. Könne Frankreich bei einer Modernisierung des russischen Heeres helfen?. Gedacht sei zunächst an 500.000 Lebelgewehre, der Standardwaffe der französischen Armee.
    2. Paris: Gerne, Frankreich möchte aber die Zusicherung, daß diese Gewehre sich später nicht auf Franzosen richten würden.
    3. Petersburg: Die Garantie würde Rußland gerne geben: Auf Franzosen nicht...
    Zur Finanzierung sei gedacht an eine russische Anleihe an der Pariser Börse.
    Bald darauf kommt aus Petersburg die Anfrage an Bismarck: Würde Deutschland bei einem russisch-österreichischem Krieg neutral bleiben? Bismarck: Nach den ersten Scharmützeln wäre Deutschland bei Österreich. Später bereut Bismarck diese Aussage: „Ich habe Weltpolitik gemacht wie ein Stadtverordneter!“
    Dieses Pingpong-Spiel Paris-Petersburg, dazwischen Bismarck und das deutsche Reich wird geschildert in J.F. Barnick „Deutschlands Schuld am Frieden“, Seewald Verlag Stuttgart 1965 Seite 87.
     
  9. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Der Annäherungsprozess zwischen Frankreich und Russland war schon früher in Gang gekommen.

    Schon 1886 hatte man sich sehr deutlich der gegenseitigen Sympathien versichert. Münster, deutscher Botschafter in Paris, wollte sogar von russischen Bündnisfühlern gehört haben und das alles im Jahre 1886. Als Frankreich aber seinen Botschafter General Appert aus Petersburg abberief, war Alexander nachhaltig verstimmt und weigerte sich eine ganze Zeit einen Nachfolger zu akzeptieren.

    Freycinet eröffnete Münster, das Alexander möglicherweise geistesgestört sein, denn anders könne er dessen Äußerungen nicht einordnen. Erst überziehe der Zar die Republik mit Beschimpfungen und dann flattere ein Bündnisangebot ins Haus.

    Bismarck war natürlich alarmiert und hakte sofort bei Giers nach. Der dementiert; auch in Namen des Zaren. (1)

    1886/87 war für die europäische Diplomatie ein bewegtes Jahr. Die Bulgarienkrise brachte das Ende des Dreikaiserbundes; Frankreich sucht die Unterstützung des Deutschen Reichen wegen Ägypten gegen Großbritannien, Bismarck wollte den Draht nach Russland nicht verlieren, sondierte aber gleichzeitige in Richtung London. Vor diesem Hintergrund sind sicher auch so einige Äußerungen zu sehen. Graf Münster war beispielsweise antirussisch eingestellt. In Rußland selbst arbeite die Presse eines Herrn Katkow massiv an einem Bündnis mit Frankreich und der Zar schenkte Katkow auch immer wieder sein Ohr. Die Zarin Dagmar war eine Dänin und die war seit 1864 auf Preussen/Deutschland nicht sonderlich gut zu sprechen. Frankreich konnte den enormen Kapitalbedarf Russlands wesentlich besser decken als das Deutsche Reich etc.etc. Es kommen eine menge an Faktoren zusammen, bevor man der Wahrheit im diplomatischen Gestrüpp in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts auf die Spur kommt.

    (1) Elzer, Bismarcks Bündnispolitik von 1887
     
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  10. Eckert

    Eckert Neues Mitglied

    @49, Turgot: Letztlich hatte Rußland auf dem Balkan Interessen, die es gegenüber Österreich durchsetzen wollte. Das ist bereits die Konstellation von 1914. Wenn wir einwenden, aber - wo steht Großbritannien, also England? Die ehrliche Antwort seiner Bürger wäre: "Am besten gäbe es Deutschland nicht. Es gefährdet mit seinem Export die englischen Arbeitsplätze. Wenn die englische Regierung nicht duldet, daß englische Handelsschiffe diese Waren transportieren, dann bauen die Deutschen eine eigene Handelsflotte, abgeschirmt durch eigene Kriegsschiffe." Heute setzen die Länder der Welt auf Handel zum gegenwärtigen Vorteil, die Win-Win-Situation.
     
  11. planetary

    planetary Neues Mitglied

    Den Ballast tragen wir und Großbritannien, eigentlich alle europäischen Kolonialmächte, immer noch.
    Was ist denn das Commonwealth of Nations anderes als ein pseudokompensatorisches Gebilde, dem paradoxerweise immer noch die Queen vorsteht?

    Vor dem Hintergrund deiner Aussage würde sich des weiteren postkoloniale Theorie in unseren Breiten erübrigen, was mir nicht der Fall zu sein scheint.

    In Tansania begegneten mir als Deutschem die Menschen mit einer sonderbaren Mixtur aus Achtung und Skepsis. Lapidar adressiert das Auswärtige Amt die deutsch-koloniale Historie in Namibia als "die gemeinsame Kolonialgeschichte (1884-1915) und die daraus erwachsende besondere Verantwortung Deutschlands"

    Sich den kolonialen Ballast vom Rücken zu sprechen scheint bei uns eine gängige Praxis zu sein, die sich aber nur aus vergleichender Perspektive legitimiert. Nach der Devise: "Die bösen Briten hatten ja 1/4 der Erdfläche kolonisiert. Das Deutsche Reich hatte niemals etwas vergleichbares."

    Viel mehr lohnt es sich beispielsweise, nach Ursprung und Sinn von Helgolandstraßen und Afrikanischem Viertel zu fragen.
     
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  12. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    In der Konstellation von 1914 befanden sich Großbritannien und das Zarenreich auf der gleichen Seite; da war man in den 1860er und 1870er doch noch weit von entfernt. Im Zuge der Orientkrise sah es einige Zeit danach aus, das es zu einem Kriege zwischen den beiden Großmächten käme.
     
  13. Eckert

    Eckert Neues Mitglied

    @53, Turgot: Die Politik der guten Nachbarschaft Deutschlands zu seinen Nachbarn Rußland und Frankreich klappte nicht. Beide verbünden sich, Deutschland bleibt außen vor. In dem Buch von Barnick #48 meint dieser, Bismarck hätte später seine Antwort auf die Frage aus Petersburg: Deutschland bei Österreich? "Ja" bedauert. Ohne klare Antwort hätte schon England einem Vordringen Rußlands auf dem Balkan widerstanden. Aber das klingt vage. Auch von einem Zugehen Bismarcks auf England ist nur wenig zu hören.
     
  14. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Aber erst 1894 kam es zum Bündnis und dies hätte zeitlich sicher geschoben werden können, wenn nicht der dämliche Holstein im AA so einen großen Einflu0 gehabt hätte.

    In der Orientkrise der 70er hätte Bismarck nach meinem Wissenstand sicher nichts gegen einen Krieg zwischen GB und Russland einzuwenden gehabt. Er hätte sich ans Feuer gestellt und seine Hände gewärmt. Es galt zu vermeiden, das er zwischen OU und Russland zu optieren hatte. Großbritannien hingegen war immer bemüht ÖU vorzuschieben und selbst in Hinterhand zu bleiben.
     
  15. Diskursant

    Diskursant Mitglied

    Bißmarcks Fehler

    <°!°>

    Zur Friedenspolitik B’marcks ein paar Gedanken:
    Seine Schaukelpolitik schadete dem Reich langfristig.
    Die alleinige Bindung an ÖU, und damit die Positionierung gegen Rußland, hatte Deutschreich geostrategisch festgelegt, und das hat ihm letztendlich den Kragen gekostet.
    Die Verfassung des Reichs wurde von B maßgeblich mitbestimmt. Als Erzmonarchist ließ er dem Staatsoberhaupt eine Vielmacht zuschreiben. Der Kaiser allein ernannte und entließ Kanzler und Regierungen nach eigenem Ermessen. Besaß Vollmacht in der Reichsaußenpolitik. Das Kriegsministerium war dem Kaiser höchstSelbst unterstellt und weder Parlament noch Regierung rechenschaftspflichtig. Mit Bißmarck und dem 1. Kaiser klappte das ja noch, aber danach lief dann so Einiges aus dem Ruder. . . Nur mit dieser Vollmächtigkeit konnte Willi II den sog ‚Blankoscheck‘ ausstellen.

    Durch seinen sehr autoritären und antiliberalen Kurs förderte er die Kommando + Gehorsamsmentalität bei den Deutschmenschen und half so, eine Art kollektives Aggressionspotenzial zu generieren. Ein Potenzial dessen sich die Kriegslüstlinge der ‚Alldeutschen‘ nur zu gerne bedienten – starck, wehrhafft & treu . , -

    diskurtreu

    D
     
  16. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Von welcher Schaukelpolitk Bismarcks spricht du eigentlich?

    Weshalb spricht du von den "Deutschmenschen"? Sage doch einfach die Deutschen.:winke:

    Und ich bezweifel doch, das es Bismarcks Art und Weise Politik zu gestalten bzw. durchzuführen für die unterschiedlichen Mentalitäten im Deutschen Reich in Anspruch genommen werden kann. Hast dun für diese Behauptung Belege?
     
  17. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    etwas verstehe ich nicht. warum wurde dann nicht der niederländische könig wilhelm III darin bezogen. schließlich war er bis zu seinem tode (1890) großfürst von luxemburg.

    was anders ist, ist daß die niederländische regierung keinen krieg mit F riskieren wollte.
     
  18. Nomen Nescio

    Nomen Nescio Neues Mitglied

    wenn das so ist, dann wußte er schon im voraus, das die ganze konstruktion des kaiserreichs ein pulverfaß war.
    bündnisse scheinen noch eher zerbrochen zu werden als geschlossen.

    dann finde ich seine politik äußerst kurzsichtig. aber ja, politiker lebten noch im XVII. jhdt wenn es sich um macht und krieg handelte.
     
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der verfassungsmäßige Aufbau des Kaiserreichs war keineswegs konfliktträchtig; jedenfalls nicht mehr, als das in der Epoche des Nationalismus überall in Europa zu finden war.

    Gravierendes Konfliktpotenzial sammelte sich erst unter Bismarcks Nachfoilgern an, die dessen bedachtsame Außenpolitik nicht fortführten.
     
  20. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Der niederländsische König wurde konsultiert und er machte seine Zustimmung vom preussischen König abhängig.
     

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