Sachsen-Anhalt - römische Lager, Funde, Interessantes

Irgendwo muss er die Markomannen gefunden haben.
Oder er hat sich die Markomannen einfach ausgedacht. Denn es dürfte schwer fallen ein Markomannisches Schwert, Pflug, Urne oder was auch immer von einem bspw. Hermundurischer Herkunft zu unterscheiden. Das wollte ich mit meinem Kommentar ausdrücken. Also bitte richtig lesen, mein lieber Opteryx.

Dass sich Archäologen soweit aus dem Fenster lehnen und Funde als "elbgermanisch" deklarieren, ist eine große Ausnahme und in der Zunft auch nicht unumstritten. Funde irgendwelchen schwer fassbaren Ethnien zuzuschreiben gilt als unsachlich. Archäologen sprechen bspw. auch nicht von "keltischen" Funden, sondern von Funden der Hallstatt- oder Latènekultur.
 
Wir wissen doch bisher nicht, was für ein Fund es war.Es könnt datierbare Keramik gewesen sein. Woher sollte er auch gewusst haben, dass es der erste Fund auf deutschem Boden gewesen sei. Er war Mosigkauer und hatte keinen Grund, Kleinzerbst aufzuwerten. Ob seine Quelle natürlich einer heutigen Überprüfung standhalten würde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vielleicht finden wir sie noch.
Wiki: "Viele Grabfunde, insbesondere jene aus den sogenannten Fürstengräbern der markomannischen Oberschicht, belegen ein hochstehendes Kunsthandwerk."
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu Hermunduren: Die Ausgrabung fand in Regie von Frau Schmidt-Thielbeer statt. Sie hat darüber ein Buch geschrieben. Pflugs Quelle war aber älter.
"

Kleinzerbst - Ein germanisches Gräberfeld der Spätlatènezeit und der frühen römischen Kaiserzeit​

Kleinzerbst, ein hermundurisches Gräberfeld der frühen römischen Kaiserzeit im Köthener Land.​

 
Zuletzt bearbeitet:
Pflug hat den Sachverhalt vermutlich wörtlich übernommen. Sein Satz erinnert an Formulierungen aus der Nazizeit. Ich tippe auf Haetge-Harksen.(1943) Das Gräberfeld ist aber seit Anfang des 20.Jhd. bekannt. Was die Hermunduren betrifft, so scheint man sich nicht mehr einig zu sein, ob die hier Siedelnden wirklich so hießen. Noch dazu, wo es reiche (Kleinzerbst) und arme (Chörau) gab. Bei beiden gab es römische Funde. Wären die Bäume nicht, wären sie fast in Sichtweite von Aken1 entfernt.
 
und dadurch vermag man hermundurische Hinterlassenschaften zu erkennen? ;)
Man ist sich unschlüssig. Dass es aber charakteristische markomannische Produkte gegeben haben muss, zeigt folgendes Beispiel:
"Ohnesorge hat auch 1967 in einem Männergrab eine bronzene Schere, die als markomannische Arbeit gewertet wird, gefunden. Das Grab lag in Hohenwutzen am kleinen Krebssee." (Wiki)
 
Auf allen Artefakten gibt es bestimmte Merkmale, die von wissenschaftlichen Koryphäen bestimmten Völkerschaften zugeordnet werden.
 
Natürlich nimmt der Erkenntnisstand mit jeder neuen Grabung zu. Dann müssen wir Pflugs Satz, wahrscheinlich von Prof. Götze, korrigieren:
"In Kleinzerbst wurde auf deutschem Boden der erste Fund einer noch zuordnungsbedürftigen Ethnie gefunden."
 
"In Kleinzerbst wurde auf deutschem Boden der erste Fund einer noch zuordnungsbedürftigen Ethnie gefunden."

Was für ein Quatsch...

Eine korrekte superlativhaltige Formulierung wäre:

In Kleinzerbst wurde zum ersten Mal auf deutschem Boden ein Gegenstand gefunden, der einer Ethnie zugeordnet werden kann, obwohl überhaupt nichts über Größe, Material, Alter, Aussehen, Aggregatzustand und Fundumstände bekannt geworden ist.

Ohne Superlativ "der erste Fund auf deutschem Boden" lautet der korrigierte Satz schlicht:

In Kleinzerbst wurde etwas gefunden, wir wissen aber nicht, was.
 
@Opteryx

kann ich nichts zu sagen, da zwischen mir und dem LDA Halle momentan "Funkstille" herrscht. Finden darfst du, aber dann hast du halt zu schweigen. Ohne Aken l hätte das LDA Aken ll und das Lager bei Groß Rosenburg nie und nimmer gefunden. Erst mit der Auffindung von Aken l im Mai 2020 durch mich hat das LDA mit alten Archivbildern und neuen Ortofotos die nähere Umgebung abgesucht und ist dann selbst diesen Jahres fündig geworden. Man wusste noch nicht einmal was von einem alten Handelsweg zwischen Aken und Calbe (Calegia), welcher die Lager miteinander verbindet (Mitteilung meinerseits an das LDA diesen Jahres). Das diese zudem an ehemaligen Furten liegen war denen auch nicht bekannt. Undank ist halt der Menschheit Lohn. Ich werde meine Schlüsse daraus ziehen. Wie diese aussehen werden weiß ich jetzt schon, nur das LDA noch nicht...

 
Und weil es so schön ist, gibt es noch einen Nachschlag - ein kleines mögliches Lager. Ich nenne es Aken lll. Das hat in etwa die Größe des Kleinlagers in Zavod und ebenfalls keine erkennbaren Tore. Die Ecken sind gut erkennbar.

 

Anhänge

  • Screenshot_20241020-214128~3.png
    Screenshot_20241020-214128~3.png
    920,9 KB · Aufrufe: 132
Das Urheberrecht schützt auch solche Entdeckungen. Es kommt nur darauf an, sie entsprechend zu sichern. Das kann in Form einer Meldung, einer notariellen Beurkundung oder rechtzeitigen Veröffentlichung erfolgen. Das hast Du 2020 getan. Ein Anrecht des Staates auf Erstveröffentlichung, wie bei der Himmelsscheibe, gibt es hier nicht. Schlimm genug, dass 4 Jahre vergehen mussten, ehe die Archäologie tätig wurde und alle untätig auf Bestätigung warteten. Und diese Bestätigung zeigt das sensationelle Ergebnis, dass sich, außer in den dokumentierten Fällen, mehrere Römerzüge das Elbknie zum Ziel nahmen. Nun müssen Münzfunde (z.B Elbdünen, Burg Reina, ) nochmals angeschaut werden.
 
Hier die damals gefundenen Münzen. Gerade Geta würde zu den Lagern in Aken passen.
 

Anhänge

  • IMG_20241021_135736369.jpg
    IMG_20241021_135736369.jpg
    110,8 KB · Aufrufe: 101
  • IMG_20241021_135837746~2.jpg
    IMG_20241021_135837746~2.jpg
    394,1 KB · Aufrufe: 104
Danke. Für die Tiberius-Hypothese wären die Münzen sowieso nicht brauchbar gewesen und die emsige Nachsuche war erfolglos. Bemerkenswert sind allerdings die römischen Funde im benachbarten Großkühnau (Urnen): ein Militärmesser und Rüstungsteile. Übrigens kannte Pflug diese nicht.
Passt denn die in den Sanddünen östlich Akens gefundene Münze zu den Lagern? Leider hat sich ein Bauarbeiter damals einige Begleitfunde (u.a. Fibel in Frosch-Form) angeeignet und war nicht bereit, sie zu zeigen.
 
Zurück
Oben