Die Shoa als Rechtfertigung

Ein 'argumentum ad populum' gehoert zur Klasse logischer Trugschluesse : Ein Irrtum, der auf einem logischem Denkfehler beruht, oder eine gedankliche Täuschung oder Illusion, die es oft schafft, Tatsachen oder die Wahrheit zu verschleiern.

Eine einfache Behauptung eine andere Behauptung sei ein argumentum ad populum ,ohne dafuer eine logische Begruendung oder "ohne Beleg oder auch nur zeitliche Einordnung" zu offerieren, sagt in der Tat selber nichts aus.

Die Aussage, etwas sei wahr, weil es "vorherrschende Meinung in einem großen Teil der jüdischen Community" sei, ist ein argumentum ad populum und damit ohne Aussagekraft. Was verstehst du daran nicht?
 
Es gibt keine Gebiete 'Gaza und die Westbank' sondern seit ueber 1,000 Jahren sind sie als 'Samaria' und 'Judea' bekannt.

Es hilft Dir nichts, die Augen zu verschließen, die Gebiete werden nun mal seit etlichen Jahrzehnten so bezeichnet.

Und das sogar auf Websites der israelischen Regierung:

Israeli-Palestinian Interim Agreement on the West Bank and the Gaza Strip
Washington, D.C., September 28, 1995 [...]

10: Jordanian Annexation of West Bank - Resolution Adopted by the House of Deputies VOLUMES 1-2: 1947-1974 [...]
 
Das ist ein argumentum ad populum. Sagt also gar nichts aus.

Deine Angaben zu dem sozialen Status der Juden in Berlin oder der Anzahl der Abiturienten sind ohne Beleg oder auch nur zeitliche Einordnung. Auch für den "Forschungsstand", den du anführst" hast du keine Belege. Dass du größtenteils gegen Strohmänner argumentiertst, wurde ja schon mehrfach angebracht.


Der Forschungsstand scheint sich doch eher in der "Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus" zu spiegeln. "Sie wurde ab Juni 2020 von etwa 20 Akademikern erarbeitet und von rund 359 weiteren unterzeichnet." (Wikipedia)

Darin heisst es ganz zu Beginn:

"Leitlinien
A. Allgemein
1. Es ist rassistisch, zu essentialisieren
(eine Charaktereigenschaft als angeboren
zu behandeln) oder pauschale negative
Verallgemeinerungen über eine bestimmte
Bevölkerung zu machen. Was für
Rassismus im Allgemeinen gilt, gilt im
Besonderen auch für Antisemitismus.
"

Die Begriffe Neid, Kapital, Kapitalismus oder Geld finden sich nicht in der Erklärung.


"Neid" soll also die alleinige Ursache für Judenfeindschaft sein. Nicht nur Neid, sondern, deinen Ausführungen zum sozialen Status der Juden folgend, ein auf realen Unterschieden beruhender Neid. In Anbetracht der zähen Langlebigkeit des Antisemitismus hieße das ja, dass Juden zu allen Zeiten (zu denen es Judenfeindschaft gab), erfolgreicher und wohlhabender als der Rest der Bevölkerung gewesen wären.

Das wäre ja an sich schon wieder ein Stereotyp. Und auch antisemitisch:

"Antisemitismus kann sich in Worten, Bildern und Handlungen manifestieren. Beispiele für antisemitische Formulierungen sind Aussagen, dass alle Jüd:innen wohlhabend, von Natur aus geizig oder unpatriotisch seien. "
Quelle: Jerusalemer Erklärung

Es geht eben nicht nur um "Neid". Denn dann würde sich ja die Feindschaft gegen alle Reichen richten. Es geht um "Neid auf Juden". Warum neidet man den Juden Erfolg?

"2. Das Spezifikum des klassischen Antisemitismus ist die Vorstellung, Jüd:innen seien mit den Mächten des Bösen verbunden. Dies steht im Zentrum vieler antijüdischer Fantasien, wie etwa der Vorstellung einer jüdischen Verschwörung, in der „die Juden“ eine geheime Macht besäßen, die sie nutzen, um ihre eigene kollektive Agenda auf Kosten anderer Menschen durchzusetzen. Diese Verknüpfung zwischen Jüd:innen und dem Bösen setzt sich bis heute fort: in der Fantasie, dass „die Juden“ Regierungen mit einer „verborgenen Hand“ kontrollieren, dass sie die Banken besitzen, die Medien kontrollieren, ..."
Quelle: Jerusalemer Erklärung
Der Neid ist also nicht Ursache antijüdischer Ressentiments, sondern Folge antijüdischer Ressentiments, die sich dann unter anderem in Neid manifestieren.

Das kann man alles bei Nipperdey, Wehler und Aly nachlesen. Die meisten Juden haben aufgrund ihrer Verfolgung Bildung als Mittel gesehen, um sich vom Elend des Außenseitertums zu befreien. Wenn Du benachteiligt wirst, muss Du eben mehr lernen als die anderen. Das wurde durch ständige Unterdrückung zum Überlebensprinzip. Die Schriftreligion hat das erleichtert. Juden hatten zu Beginn der Industrialisierung einen deutlichen Vorsprung. Dass es daneben auch ungebildete Juden, Arbeiter, nichtbürgerliche Menschen mosaischen Glaubens etc. gab, sei gar nicht geleugnet. In der Zeit, in der staatliche Bildung um sich griff, hatten Juden wegen familiärer Bildungstraditionen bereits einen erheblichen Vorsprung. Auch das hat Neid befeuert. Nicht denjenigen der Menschen aus der Mittelschicht, sondern den christlicher Sozialaufsteiger. Der Neid ist kein simpler Neid, sondern resultiert aus einer Weltsicht. Der klassische Antisemit teilt die Welt in einen "anstndigen" und einen "unanständigen" Kapitalismus ein. Der Neid, den er empfindet, ist derjenige, dessen, der sich vom total abstrakten "Kapitalisten" betrogen fühlt. Der Rassismus im historischen Sinn ist etwas anderes als das, was man heutzutage darunter versteht. Er ist biologistisch zu verstehen, als ideologische Fortführung des liberalen Wettbewerbsprizips im Imaginiert-Biologischen ("nur der Stärkere überlebt").
 
Der palästinensische Schriftsteller Ḫalīl Baydas verwendet den Begriff filasṭīnī bereits 1898. Er meinte damit die gesamte Bevölkerung Palästinas unabhängig von ihrer Religion oder Ethnizität. Aber diese Bevölkerung war nun mal mehrheitlich arabisch.
Inklusive der Juden, die vor Beginn der Immigration aus Europa dort lebten.

MWn gibt es trotz Migrationsbewegung eine seit Jahrtausenden bestehende Siedlungskontinuität in der Region; ein großer Teil der Bevölkerung hat sich den jeweiligen sprachlichen und religiösen Gegebenheiten angepasst.

Stimmt, die eine Seite konfabuliert Maerchen am Fliessband, dreht Filmclips die nachweislich fake sind - auch als 'Pallywood' bekannt - und hatte 1948 nachweislich vorgehabt alle Juden in's Meer zu treiben. Die andere Seite hingegen beruft sich auf historische Tatsachen wie sie in 1917 von den U.S.A. ; ITA; FRA; GB als solche anerkannt wurden. Ich sehe keinen Gordischen Knoten, sondern nur beharren auf ein nicht endendes , durchsichtiges Luegen- und Phantasiegebilde.

Ach ja, Juden sind am 7. Oktober 2023 in Gaza eingebroche und haben dort ~1,200 'Palestinans' auf unbeschreiblich grausamste Weise nieder gemetzelt und ueber 100 als Geisseln genommen. Oops, andersrum. Never mind, the oppressed Palestinians in the occupied territories justly vented their frustration. Noch'n Bierchen bitte.
Propaganda, die hier im Forum unerwünscht ist; bzw bin ich bisher davon ausgegangen... Wie war das och mit einem Thread zu den aktuellen Geschehnissen in der Region?
 
An alle, die sich jetzt vielleicht gemeint fühlen:
Jungs (nehm ich an), es ist der 21. April und nicht der erste. Und: Um jemand in den April zu schicken, bräuchte es eines gewissen Witzes; den vermisse ich bei Euch bisher.

Ein humoristisch unterforderter und schön langsam gähnender Bewohner des - wie ich heute gelernt habe - schönen Noricums...
 
Das kann man alles bei Nipperdey, Wehler und Aly nachlesen. Die meisten Juden haben aufgrund ihrer Verfolgung Bildung als Mittel gesehen, um sich vom Elend des Außenseitertums zu befreien. Wenn Du benachteiligt wirst, muss Du eben mehr lernen als die anderen. Das wurde durch ständige Unterdrückung zum Überlebensprinzip. Die Schriftreligion hat das erleichtert. Juden hatten zu Beginn der Industrialisierung einen deutlichen Vorsprung. Dass es daneben auch ungebildete Juden, Arbeiter, nichtbürgerliche Menschen mosaischen Glaubens etc. gab, sei gar nicht geleugnet. In der Zeit, in der staatliche Bildung um sich griff, hatten Juden wegen familiärer Bildungstraditionen bereits einen erheblichen Vorsprung. Auch das hat Neid befeuert. Nicht denjenigen der Menschen aus der Mittelschicht, sondern den christlicher Sozialaufsteiger.
Wenn du das so verständlich und differenziert formulierst, kann ich das nachvollziehen. Wenn du noch Zitate der genannten Autoren hättest, würde mir das helfen. Du sprichst ja offenbar vom Kaiserreich. Ich habe dazu folgendes gefunden:

Thomas Gräfe geht in seinem Beitrag "Antisemitismus im deutschen Kaiserreich. Stereotypenmuster, Aktionsformen und die aktuelle Relevanz eines „klassischen“ Forschungsgegenstandes" von einem engen Antisemitismusbegriff aus.

"Deshalb soll hier in Anlehnung an Reinhard Rürup von einem engen
Antisemitismusbegriff ausgegangen werden."

"1. Der moderne Antisemitismus formierte sich als anti-emanzipatori-
sche Bewegung. Sein Ziel war die Einschränkung oder Aufhebung der
1869 im Norddeutschen Bund erfolgten rechtlichen Gleichstellung der
Jüdinnen/Juden, und nicht mehr die defensive Emanzipationsabwehr.
2. Der Antisemitismus war nicht nur eine Antwort auf die rechtliche,
sondern auch auf die soziale Emanzipation der Jüdinnen/Juden, das
heißt auf ihren Aufstieg ins Bürgertum. Judenfeindlichkeit richtete sich
nicht mehr gegen eine diskriminierte Randgruppe, sondern gegen das
akkulturierte Judentum als etablierten Teil der bürgerlichen Gesell-
schaft."

Hier wird natürlich bewusst von einer sozialen Emanzipation gesprochen. Also von einer Gleichstellung und nicht Vorteilen. Ich gehe aber insofern mit dir konform, dass eine Gleichstellung von bestimmten Menschen als Bevorteilung wahrgenommen werden kann, was dann vielleicht zu Neid führt. Ich denkle da an die vielen Interviews mit MAGA-Vertretern, wenn es um die Gleichstellung von Homosexuellen geht.

Ich wende auch ein, dass jemand der mehr leisten muss, um Nachteile auszugleichen, von seiner Mehrleistung eigentlich keinen Vorteil hat. Denn das Narrativ vom "reichen Juden" ist ein antisemitischer Stereotyp, zu dem auch der Zentralrat der Juden Stellung nehmen wollte:


Der Neid ist kein simpler Neid, sondern resultiert aus einer Weltsicht.

Das ist jetzt schon sehr nah an dem, was ich oben geschrieben habe. Dass der Neid Folge der bestehenden Ressentiments ist und nicht ihre Ursache.

Er ist biologistisch zu verstehen, als ideologische Fortführung des liberalen Wettbewerbsprizips im Imaginiert-Biologischen ("nur der Stärkere überlebt").

Mir ist schon aufgefallen, dass du in deinen vorherigen Beiträgen "biologisch" gesagt hast, wenn man da auch einfach "rassistisch" hätte einsetzen können. Ich verstehe das nicht ganz. Weder die Idee von Sozialneid noch die eines Antisemitismus als verkürzte Kapitalismuskritik sind mit Rassismus unvereinbar.

Dazu Sdmidinger in seinem Beitrag "Struktureller Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik":

"Entscheidend für die Entstehung des modernen Antisemitismus – im Gegensatz zum
überwiegend religiös basierten Antisemitismus des Mittelalters – war jedoch neben der
Erfindung eines Rassismus, der Juden nicht mehr als Religionsgemeinschaft, sondern als
(Gegen-)Rasse definierte, die Entwicklung des Kapitalismus seit der Neuzeit."

Zum Sozialneid und Rassismus. Das sollte klar sein. Die Idee, dass zum Beispiel ein Mensch mit dunkler Hautfarbe nicht wegen seiner Leistung sondern nur wegen DEI Erfolg hätte, ist ja geradezu virulent in der Gegenwart.
Man neidet dem Juden seinen Erfolg, weil er Jude ist, nicht wegen seines Erfolges.

Wenn du jetzt schreiben würdest, dass in der aktuellen Debatte klassische rassistische Narrative wie im Nationalsozialismus nicht mehr eine so große Rolle spielen, wie Erzählungen von "Globalisten" und "Finanzelite", dann würde ich vermutlich sogar zustimmen.
 
Der Neid ist kein simpler Neid, sondern resultiert aus einer Weltsicht.
Doch. Neid ist genau das. Ein diffuses Gefühl ohne dahinterstehende systematische Weltsicht. Aus Neid mag sich eine bestimmte Weltsicht entwickeln können, aber er ist i.d.R. nicht Produkt davon.

Der klassische Antisemit teilt die Welt in einen "anstndigen" und einen "unanständigen" Kapitalismus ein.
Was, wenn es zuträfe der Beleg dafür wäre, dass anders als du behauptest, der Antisemitismus nicht im Kern antikapitalistisch sein kann, da dem Antikapitalimsus die Vorstellung eines "anständigen Kapitalismus" fremd ist. Aus antikapitalistischer Perspektive heraus, ist Kapitalismus seinem Wesen nach per Definition unanständig.

Der Rassismus im historischen Sinn ist etwas anderes als das, was man heutzutage darunter versteht. Er ist biologistisch zu verstehen, als ideologische Fortführung des liberalen Wettbewerbsprizips im Imaginiert-Biologischen ("nur der Stärkere überlebt").
Auch diese Behauptung ist ein Widerspruch in sich, denn der liberale Wettbewerbsgedanke (der seinen tatsächlichen Durchbruch mit der Begründung eines einigermaßen scharfen Kartellrechts allerdings erst in den 1960er Jahren hatte), imaginiert ja zummindest Chancengleichheit, Wettbewerb und Durchsetzung des Fähigeren.
Rassismus definiert von vorn herein den Wert von Personen oder Leistungen aus der Perspektive ihrer Abstammung/Herkunft/sonstigen Definitionskriterien von "Rasse".

Nimm als Beispiel etwa das Abqualifizieren von Kunstwerken als "jüdische Kunst" oder "entartete Kunst" im NS.
Hier wurden Werke rassistisch gelabelt um sie von vorn herein vom Wettbewerb zu disqualifizieren und zu verhindern, dass dem irgendwelche Meriten zugesprochen werden könnten.
 
In der von der American Peace Socciety herausgegeben Zeitung Advocate for Peace and Justice vom 31. Juli 1922 ist ein Artikel mit der Headline PALESTINE FOR THE PALESTINIANS? - Palestinians wird dabei noch in der breiteren Bedeutung verwendet. Nämlich für alle Bewohner Palästinas. Den Begriff gab es. So wie es ihn auch in palästinensischen Publikationen gab, also auch auf internationaler Ebene.

Palestine is one of the danger points of the world. The facts are comparatively simple. The total population of this land of 9,000 square miles is approximately 770,000, of whom 600,000 are Moslems, 80,000 Jews, 84,500 Christians, with less than 6,000 Druzes, and a few Samaritans. Jerusalem, a Turkish city since 1517, surrendered to the British forces December 9, 1917. Naturally, production, industry, banks, and the like have been carried on by the 770,000 persons owning and controlling the affairs of that land. It has been proposed — at one time by Mr. Arthur. Balfour, of Great Britain, a little later by President Wilson, of the United States — that Palestine should be the home of the Jews. There, are sentimental reasons why such a plan seems desirable. Upon closer examination however, the difficulties seem insurmountable. Naturally, the Moslem inhabitants are opposed. As might be expected, the same thing is true of the resident Christians. Interestingly enough, the Palestinian Jews are also just as much opposed. Of course, this is all perfectly natural. These 770,000 persons occupy the country, own the land, and run the business. The prospect of outsiders coming in, crowding out the natives, setting up schools where no language but Hebrew is allowed, has disturbed and incensed essentially the entire population.​
[...]​
The war being over, the objection raised by the Moslems at that time is no longer tenable. Christian Europe is face to face with the Moslem. Much depends upon the tact with which both sides approach their common difficulty. It is not tact for Europe to incense the 600,000 Moslems in Palestine. Quite the contrary. It is a torch to the tinder of the entire Moslem world.​
This is a real situation. When, on August 10, 1920, Turkey renounced, under the terms of the Treaty of Sevres, her sovereignty over Palestine, and when, some four months later, the "mandate" for Palestine was intrusted to Great Britain, the British administration announced its object to provide for the establishment of a Jewish national home in that land. This was strictly in accord with the Balfour declaration of November 2, 1917, which favored the establishment of such a home. Of course, the resolution set forth that nothing should be done prejudicial to the civil and religious rights of existing non-Jewish communities in Palestine ; but, as a practical proposition, to establish a national home for the Jewish people in Palestine without injury to the civil and religious rights of people already resident there seems impossible.
True, an Advisory Council has been organized, made up of the heads of the principal government departments, together with ten "unofficial" members— four Moslems, three Christians, and three Jews. We are told that the purpose of this council is to establish "selfgoverning institutions in Palestine." Both the British Government and the Palestinian administration, which is but an arm of the British Government, have recognized the World Zionist Organization as the agency of the Jewish people in their effort to establish in Palestine the Jewish national home. With all regard to the consummate skill of British statesmen in far-away sections of the world, one can but wonder, under the circumstances, what is to become of this effort in Palestine to set up "self-governing institutions." The behavior toward Palestine has been no small influence upon the uprising in India. One can but wonder what the end of all this attempt to impose one race upon another can be.
Über 100 Jahre alt, der Artikel und doch spricht er hier die ganze Problematik an, aber in einer Zeit, in der die Kräftverhältnisse noch gänzlich andere waren, der Holocaust nicht vorhersehbar. Das Land war besiedelt, es wurde bewirtschaftet. All die Behauptungen, es habe sich bloß um Brachland gehandelt, oder die Araber seien freiwillig gegangen, sind Schönfärberei.

Den kolportierten Satz "A land without people for a people without land" habe ich nebenbei bei Mark Twain nicht gefunden. In seinen Innocents Abroad wird Palestine über 400x erwähnt, aber dieser Satz: niente! Mišpāṭ zæh lōʾ mōfīaʿ. מִשְׁפָּט זֶה לֹא מוֹפִיעַ
 
Doch. Neid ist genau das. Ein diffuses Gefühl ohne dahinterstehende systematische Weltsicht. Aus Neid mag sich eine bestimmte Weltsicht entwickeln können, aber er ist i.d.R. nicht Produkt davon.


Was, wenn es zuträfe der Beleg dafür wäre, dass anders als du behauptest, der Antisemitismus nicht im Kern antikapitalistisch sein kann, da dem Antikapitalimsus die Vorstellung eines "anständigen Kapitalismus" fremd ist. Aus antikapitalistischer Perspektive heraus, ist Kapitalismus seinem Wesen nach per Definition unanständig.


Auch diese Behauptung ist ein Widerspruch in sich, denn der liberale Wettbewerbsgedanke (der seinen tatsächlichen Durchbruch mit der Begründung eines einigermaßen scharfen Kartellrechts allerdings erst in den 1960er Jahren hatte), imaginiert ja zummindest Chancengleichheit, Wettbewerb und Durchsetzung des Fähigeren.
Rassismus definiert von vorn herein den Wert von Personen oder Leistungen aus der Perspektive ihrer Abstammung/Herkunft/sonstigen Definitionskriterien von "Rasse".

Nimm als Beispiel etwa das Abqualifizieren von Kunstwerken als "jüdische Kunst" oder "entartete Kunst" im NS.
Hier wurden Werke rassistisch gelabelt um sie von vorn herein vom Wettbewerb zu disqualifizieren und zu verhindern, dass dem irgendwelche Meriten zugesprochen werden könnten.
Da ist vieles nicht ganz richtig. Der Liberalismus des 19. Jahrhunderts definierte sich sehr oft als "Recht des Stärkeren" (=Wettbewerbsfähigeren). Ökonomischer Wettbewerb wurde ins Biologistische übertragen. Das Bürgertum hat das vielfach aufgegriffen. Die Reichen konnten Standesunterschiede hervorragend damit begründen. Nicht ohne Grund war GB ein Zentrum des Rassismus und Chauvinismus. Da war der Rassismus nicht weit weg davon.
 
Der Liberalismus des 19. Jahrhunderts definierte sich sehr oft als "Recht des Stärkeren"
Wenn er das getan hätte, hätte er in Konsequenz der Zerschlagung der Revolution von 1848 durch die Fürsten in weiten Teilen Europas ja zum Fan des Absolutismus werden müssen, denn die Friedrich Wilhelms, Franz Josephs und Nikoläuse hatten sich ja irgendwie als militärisch stärker erwiesen.
Deiner Logik nach müsste das ja zur Unterwerfung und Selbstauflösung der liberalen Bewegungen in Anerkennung ihrer Niederlage geführt haben.

"Recht des Stärkeren" (=Wettbewerbsfähigeren).
Was hat denn stärker sein als jemand anders mit Wettbewerb oder überhaupt mit Durchsetzung zu tun?

Ökonomischer Wettbewerb wurde ins Biologistische übertragen.
Ökonomischer Wettbewerb wurde de facto in Teilen gemieden. Siehe z.B. Diskussion um die Schutzzoll-Politik im Deutschen Kaiserreich, damit sich die Agrarier im Osten bloß keinen Wettbewerb mit den Getreideexporteuren aus Russland oder Amerika liefern mussten oder wahlweise auch die inneren Strukturen der Wirtschaft, die zu erheblichen Teilen zur Bildung von Oligopolen, Kartellen und Syndikaten neigte.

Siehe im Montansektor z.B. das "Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat" oder den "Stahlwerksverband" die ihre Mitglieder durch Preisabsprachen und Quotierungen vom Anteil am Gesamtumsatz vor allzu viel Wettbewerb schützten.

Wie gesagt, ein modernes Kartellrecht, dass tatsächlich für Wettbewerb sorgt, ist in diesem Sinne eine Erfindung der Nachkriegszeit.

Das Bürgertum hat das vielfach aufgegriffen. Die Reichen konnten Standesunterschiede hervorragend damit begründen.
Das Bürgertum hatte ja zummindest bis zum ersten Weltkrieg überhaupt kein besonderes Interesse daran Standesunterschiede zu begründen, denn damit hätte es ja eine Begründung seiner eigenen Unterordnung unter den Adel und seinen Ausschluss von der politischen Macht geliefert.
Das Bürgertum hatte erst in dem Moment ein Interesse Standesunterschiede zu begründen und zu festigen, in dem der Adel als sozialer Stand aufgehört hatte zu existieren und das Bürgertum damit selbst on Top war.

Nicht ohne Grund war GB ein Zentrum des Rassismus und Chauvinismus. Da war der Rassismus nicht weit weg davon.
Wüsste nicht, wo GB ein besonderes Zentrum des Rassismus gewesen wäre.

Rassismus enstand ganz überwiegend in Gesellschaften, in denen einerseits die Vorstellung menschlicher Grundrechte weitgehend als Konsens anerkannt war und gleichzeitig der Wunsch bestand andere zu unterwerfen und von diesen Rechten auszuschließen ohne dabei als Barbar zu gelten, der sich damit außerhalb der Zivilisation stellte.

Dafür waren vor allem Kolonialmächte und Sklavenhaltergesellschaften, die mit den Ideen der europäischen Aufklärung in Konflikt gekommen waren, natürlich empfänglich um ihr Legitimationsproblem zu bearbeiten aber auch andere Gesellschaften, die danach strebten eine vergleichbare Situation zu erreichen.
 
I am sick and tired to repeat Charter and other texts all the time. The legal aspects are the way they are and will never change. Also you don't seem to differentiate between State given autonomy and UNO recognized sovereignty, two completely different kettles of fish. Neither is the term 'Palestinan' for obvious reasons included in the ISR-JOR nor ISR-EGY peace agreement. Think about why.
Also it had been Pres. Roosevelt who during WWII formed the United Nations - not UNO! - with it's stated goal of conquering Nazi Germany. It's specifically prohibited 'aggrandizement' , meaning possession of gained territory. Pres. Roosevelt also suggested a world body to prevent the scourge of wars and to preserve world peace. This resulted 1945 in the formation of the UNO which in it's preamble adopted the UN's implied non recognition of 'aggrandisement' [of territory] .Therefore any war of aggression is illegal, therefore land gains by an aggressor are also illegal and will not be recognized by the international community as such. On the other hand , land conquered by a successful defender is his to keep , to revert it ,or part of it, to the original Souvereign requires bilateral negotiations. If it would be the other way around the world would be in flames.
Unfortunately there are bully-states that piss on the UNO charter, never with the desired ultimate outcome.

"The Palestinian people does not exist. The creation of a Palestinian state is only a means for continuing our struggle against the state of Israel for our Arab unity. In reality today there is no difference between Jordanians, Palestinians, Syrians and Lebanese. Only for political and tactical reasons do we speak today about the existence of a Palestinian people, since Arab national interests demand that we posit the existence of a distinct "Palestinian people" to oppose Zionism. For tactical reasons, Jordan, which is a sovereign state with defined borders, cannot raise claims to Haifa and Jaffa. While as a Palestinian, I can undoubtedly demand Haifa, Jaffa, Beer-Sheva and Jerusalem. However, the moment we reclaim our right to all of Palestine, we will not wait even a minute to unite Palestine and Jordan."
(PLO executive committee member Zahir Muhsein, March 31, 1977, interview with the Dutch newspaper Trouw.)"
 
I am sick and tired to repeat Charter and other texts all the time. The legal aspects are the way they are and will never change. Also you don't seem to differentiate between State given autonomy and UNO recognized sovereignty, two completely different kettles of fish. Neither is the term 'Palestinan' for obvious reasons included in the ISR-JOR nor ISR-EGY peace agreement. Think about why.
Also it had been Pres. Roosevelt who during WWII formed the United Nations - not UNO! - with it's stated goal of conquering Nazi Germany. It's specifically prohibited 'aggrandizement' , meaning possession of gained territory. Pres. Roosevelt also suggested a world body to prevent the scourge of wars and to preserve world peace. This resulted 1945 in the formation of the UNO which in it's preamble adopted the UN's implied non recognition of 'aggrandisement' [of territory] .Therefore any war of aggression is illegal, therefore land gains by an aggressor are also illegal and will not be recognized by the international community as such. On the other hand , land conquered by a successful defender is his to keep , to revert it ,or part of it, to the original Souvereign requires bilateral negotiations. If it would be the other way around the world would be in flames.
Unfortunately there are bully-states that piss on the UNO charter, never with the desired ultimate outcome.

Bitte nicht in Englisch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
Die Aussage, etwas sei wahr, weil es "vorherrschende Meinung in einem großen Teil der jüdischen Community" sei, ist ein argumentum ad populum und damit ohne Aussagekraft. Was verstehst du daran nicht?
Ist das Dein logischer Trugschluss?
Von ""vorherrschende Meinung in einem großen Teil der jüdischen Community" . Gibt es in Israel eine "vorherrschende Meinung" ueberhaupt. *lach*.
 
Finde ich aber auf der Karte, in der Presse, in der Politik. Dann wissen die wohl wo das ist!
Jeder kann Karten wie er will drucken.
Die einzige voelkerrechtliche Karte, bzw Teil des ISR-JOR Peace agreements die beim UNO Sekretaer hinterlegt ist, ist die einzig gueltige.
Ich frag' mich manchmal, ob in Europa ein mental block besteht, Tatsachen als solche akzeptieren. Wie die drei Affen , die nichts hoeren, sehen oder sagen wollen. Dabei ist es doch so einfach: JORD. hatte Samaria voelkerrechtswidrig annektiert.Punkt. Somit brach JOR nicht nur UNO Charta Artikels sondern auch Artikels des von ihr in 1948 in Rhodes unterzeichnete und ratifizierte Armistice Agreement indem es bindende 'armistice lines' durch Phantasie 'border lines' ersetzte. Wie oft soll man das denn noch wiederholen? Lies doch selber nach.
Laßt doch einfach diese Spitzfindigkeiten weg, wir wissen beide was gemeint ist.
Ich weis genau was koruptiert und verfaelscht wurde und wird.
 
Zurück
Oben