Dauerte die Varusschlacht nur einen Tag?

Sensationelle Mengen.

Du solltest dir nochmal klar machen, dass dort 20000 Menschen marschierten, mit entsprechender Ausrüstung.
Pioniere mit gezückten Äxten gleich hinter der Vorhut. Der Trupp walzt wie eine Planierraupe durch den Forst.

Da muss man sich nicht einbilden, die blieben am nächsten Grashalm hängen.
"Pioniere mit gezückten Äxten gleich hinter der Vorhut. Der Trupp walzt wie eine Planierraupe durch den Forst."

Beim Teutates! - sowas irres glaubt er wirklich!
 
Und du darfst nach wie vor gerne erklären, wie du dir die unbemerkte Annäherung größerer germanischer Kriegergruppen vorstellst, wenn du doch weißt, dass die da drüber stolpern mussten (Geräuschkulisse).


Na, dass ist doch ne Idee, lass einfach den VAR fragen, wie das mit der Varusschlacht war. Warte, ich ruf im Keller in Köln an. ^^


Stimmt, wir müssen natürlich die damalige Realität berücksichtigen und damit den Umstand, dass die Bachläufe und Flüsse in der Umgebung erst später aufgetaucht sind. Wahrscheinlich hat Karl der Große sie während der "Sachsenkriege" anlegen lassen, um dem Widerspenstigen Widukind und seinen Mannen in ihren Dörfern die Parkettböden zu versauen, als Rache für den Ärger, den sie machten.

Jetzt bleibt dir nur noch zu erklären, woher, da ja die Bachläufe und Flüsse nicht existierten und Westfalen/Niedersachsen damals von den Trinkwasservorkommen so aussah, wie die Wüste Gobi, eigentlich das notwendige Süßwasser für das Aufwachsen der ganzen, dichten germanischen Urwälder gekommen ist?
Hat Odin das aus Niflheim eingeflogen?
Du magst lesen können, aber Du verstehst nicht!
Wo habe ich geschrieben das Bachläufe und Flüsse nicht existieren?
 
"Pioniere mit gezückten Äxten gleich hinter der Vorhut. Der Trupp walzt wie eine Planierraupe durch den Forst."

Beim Teutates! - sowas irres glaubt er wirklich!
Wenn man durch die dichten Wälder Norwegens geht, kann man sehen, wo Tiere oder Menschen sich ihren Weg gesucht haben. Wenn 50, 100 oder gar x-tausend dieselbe Strecke gehen, wird das eine Autobahn, mit oder ohne Axt.
Das wird in den "germanischen Wäldern" nicht anders gewesen sein, oder?
 
Du magst lesen können, aber Du verstehst nicht!
Wo habe ich geschrieben das Bachläufe und Flüsse nicht existieren?

Hier hast Du zumindest so getan, als hätten keine Wasserläufe existiert, die 120.000 Liter Wasser hergeben:

Und jetzt müssen die Tiere aber trinken.
Wo sind die 120.000 Liter Wasser?

Wo sind diese Liter Stradivari, wie soll das Tränken vonstatten gehen?

Dazu hatte ich geschrieben:

Die Lippequelle (nur als Beispiel) sprudelt mit 740 Litern pro Sekunde.

Um 120.000 Liter Wasser zu liefern, braucht sie knapp drei Minuten.

Ungleich viel mehr Wasser wird der Lippe durch die Paderquellen zugeführt, die ergeben zwischen 3.000 und 9.000 Liter pro Sekunde:

Der durchschnittliche Wert liegt laut Wiki bei 5.000 Litern pro Sekunde. Für 120.000 Liter Wasser benötigen sie 24 Sekunden.

Von den Quellen der Hase schüttet die Schwarze Welle 200 Liter pro Sekunde, die braucht für das geforderte Quantum dann immerhin 10 Minuten: Wasserwiki Quellenkarte


Eigentlich ist es ganz schön schwierig, in unseren Breiten einen Tagesmarsch von 24 km so zu planen, dass man nirgends an einem Flüsschen oder an einem größeren Bach vorbeikommt.
 
Oft wurde mir geschrieben von "Hudewäldern, offen und licht".
Grosser Gott!
Natürlich gab es diese " Hudewald-Inselchen",
nur in der Fläche gab es den Waldtyp wie er auf dem Bild dargestellt ist.
Meines Wissens zeichnen archäobotanische u. weitere Erkenntnisse ein Bild, dass es sich, abgesehen von den Mittelgebirgslagen, großflächig genau anders herum verhalten hat, also Urwald-Inseln in stark anthropogen geprägtem Raum mit reichlich Feldern, Weiden, Triften, Hainen, bedingt durch:
  • Ackerbau mit Wechselbrache, Felderwanderung und dadurch auch bedingte Siedlungswanderungen
  • Weidewirtschaft (Schaf, Ziege, Schwein, Rind)
  • Holz(kohle)bedarf für Herdfeuer, Schmieden, Salzsiedereien, etc.
Also konträr zu dem auch von Tacitus befeuerten Bild des angeblich die Landschaft dominierenden germanischen Urwaldes. Es gibt einen, wie ich finde, lesenswerten Thread im Forum:
 
Naja, Topoi hin, Tacitus her, aber gehen wir jetzt nicht mehr davon aus, dass Varus Niederlage tatsächlich damit zusammenhing, dass er sich in ungünstiges Gelände manövrieren ließ?
 
Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK):
1786072241230.png
 
Weil der relativ große Schild gut für die Kampfweise der "geschlossenen Linie " geeignet ist. Der Gladius ist ein relativ kurzes "Stocherschwert".
Im Zweikampf sind diese beiden Komponenten zusammen nicht unbedingt von Vorteil. Hast Du mit solch einen Schild und Schwert schon mal gegen einen wendigeren, wenn auch kaum gerüsteten Gegner aber mit handlicherem Schild, längerem Schwert oder auch nur Speer, gekämpft?

Eben! Der Scutum-Schild ist wunderbar, wenn man in Formation kämpft, wenn Wurfgeschosse geflogen kommen.

Im Einzelkampf ist das Fechten mit dem Scutum aber sehr kraftraubend, und man ist auf eine relativ statische Fechtweise festgelegt. In der Arena hat man das quasi auf die Spitze getrieben mit dem Secutor, der schwersten Armatur, der gegen den Retiarius antritt, der außer seiner Armbandage und dem Schulterschirm überhaupt keine Schutzwaffen hatte, aber diesen Nachteil durch seine bewegliche Fechtweise ausgleichen konnte.

Der Scutum bietet zwar optimalen Körperschutz, und man kann sicher auch den Schild offensiv einsetzen, aber er macht im Einzelkampf sehr unbeweglich, in der Formation und wenn Wurfgeschosse hageldicht kommen, ist der Scutum nicht zu übertreffen, im Polizeidienst werden ähnliche Modelle heute noch verwendet, aber im Einzelkampf, womöglich noch isoliert gegen mehrere Gegner ist ein leichterer Schild sicher besser geeignet, da er eben sehr schwerfällig macht. Einen Buckler oder eine Tartsche kann man viel dynamischer führen, kann den Schild auch offensiv einsetzen.

Beim historischen Fechten mit relativ kurzen Schwertern, spielt der Schild eine große Rolle, da man damit den Gegner aus dem Takt bringen, ihn zu Fehlreaktionen zwingen kann. Das Schwert ist in der Hinterhand, Stichwaffe, da kommt es viel seltener zum Kreuzen der Klingen als Filme das suggerieren. Das Schwert ist in der Hinterhand, um zuzustoßen, wenn der Weg frei ist. Das aber wird meistens mit dem Schild vorbereitet, den man wie gesagt durchaus auch offensiv einsetzen kann.
 
Was Scorpio schreibt ist zwar im Prinzip richtig, aber solange die drei Legionen nicht zerschlagen und die Römer in die Flucht getrieben sind, waren die Römer nicht vereinzelt und isoliert. Um die Vorteile nutzen zu können, die Scutum und Gladius boten, braucht man keine Legion in Schlachtaufstellung. Da reicht ein Contubernium, dass sich Rücken an Rücken stellt.

Außerdem trugen die Römer Rüstungen, die Germanen idR nicht. Ich hab ja immer betont, dass das die Legionäre mE langsamer machte, und damit einen Nachteil darstellen kann, wenn man mit Gegnern zu tun hat, die in (punktueller) Übermacht oder mit Fernwaffen angreifen und sich dann schnell zurückziehen. Aber wenns wirklich handgemein wird, ist eine Rüstung natürlich ein großer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Macht 6 Stunden. Bleiben 18 Stunden, in denen man das Viehzeug zu irgendeinem Bach bringen kann...
"Macht 6 Stunden. Bleiben 18 Stunden, in denen man das Viehzeug zu irgendeinem Bach bringen kann..."

Ich setze einfach voraus, das Du deine Aussage ernst gemeint hast.

Reinecke, machen wir deine Milchmädchenrechnung gemeinsam.
Also, los gehts:

1. Es bleiben nur 9 Stunden, denn man muss das Viehzeug wieder zurückbringen.

2. Die Römer und ihr Viehzeug starten mit Sonnenaufgang.
Nehmen wir mal 7 Uhr an.
Dann kommt der Marsch, 6 Stunden.
Die Sonnenuhr zeigt 13 Uhr.

3. Die Treiber und ihre Maultiere machen sich nahtlos auf den Weg.

4. Die Tränke ist erreicht, 22 Uhr.
Wir haben es mit römischen Maultieren zu tun, die saufen auf Ex, wohl bekomm's.

5. Rückmarsch fast ohne Zeitverlust an der Tränke, dem Ex-Tier sei Dank.
Wieder vor Ort, 7 Uhr.

6. Es geht (pausenlos) wieder weiter.

! Ergebnis:

Das 24 Stunden laufende Maultier, übrigens, sein Treiber auch.

Reinecke???
 
Naja, Topoi hin, Tacitus her, aber gehen wir jetzt nicht mehr davon aus, dass Varus Niederlage tatsächlich damit zusammenhing, dass er sich in ungünstiges Gelände manövrieren ließ?
Doch, sehr wohl. Aber, für die Truppen des Varus wäre schon das Drehkreuz eines Schwimmbades zum Hindernis geworden.

Der sanft ansteigende Kalkrieser Berg mit nur 100 m Höhenunterschied zum Talgrund hätte im Falle eines Angriffs unüberwindbar sein können.
 
Hier hast Du zumindest so getan, als hätten keine Wasserläufe existiert, die 120.000 Liter Wasser hergeben:



Dazu hatte ich geschrieben:



Ungleich viel mehr Wasser wird der Lippe durch die Paderquellen zugeführt, die ergeben zwischen 3.000 und 9.000 Liter pro Sekunde:

Der durchschnittliche Wert liegt laut Wiki bei 5.000 Litern pro Sekunde. Für 120.000 Liter Wasser benötigen sie 24 Sekunden.

Von den Quellen der Hase schüttet die Schwarze Welle 200 Liter pro Sekunde, die braucht für das geforderte Quantum dann immerhin 10 Minuten: Wasserwiki Quellenkarte


Eigentlich ist es ganz schön schwierig, in unseren Breiten einen Tagesmarsch von 24 km so zu planen, dass man nirgends an einem Flüsschen oder an einem größeren Bach vorbeikommt.
"Hier hast Du zumindest so getan, als hätten keine Wasserläufe existiert, die 120.000 Liter Wasser hergeben:"

Sepiola, ich habe zu keiner Zeit so getan, als hätten keine Wasserläufe existiert, die 120.000 Liter Wasser hergeben.

Können wir uns darauf verständigen, das Varus "mit allergrösster Wahrscheinlichkeit" nicht um "deine" Lippe-/Pader- oder Hase-Quelle gekreist ist.

Er war gemäss den Koryphän unterwegs im "dunklen Germanenwald am Arsch der Welt".
 
Die Sonnenuhr zeigt 13 Uhr.

3. Die Treiber und ihre Maultiere machen sich nahtlos auf den Weg.

4. Die Tränke ist erreicht, 22 Uhr.
Wieso veranschlagst du dafür neun Stunden? Deutschland ist nicht die Sahara, hier gibt es Bäche alle paar hundert Meter. Sry, aber das einzige, was du grade veraschaulichst, ist dein mangelndes Verständnis. Auf diese logistischen Albernheiten werde ich nicht mehr eingehen.
 
Wieso veranschlagst du dafür neun Stunden? Deutschland ist nicht die Sahara, hier gibt es Bäche alle paar hundert Meter. Sry, aber das einzige, was du grade veraschaulichst, ist dein mangelndes Verständnis. Auf diese logistischen Albernheiten werde ich nicht mehr eingehen.
Die 9 Stunden stammen von Dir, deinen Text noch einmal auf dich wirken lassen.
 
Naja, Topoi hin, Tacitus her, aber gehen wir jetzt nicht mehr davon aus, dass Varus Niederlage tatsächlich damit zusammenhing, dass er sich in ungünstiges Gelände manövrieren ließ?
Keineswegs, ich vermute, dass dieses der Fall war. Die Intention meines Beitrages richtete sich rein gegen die Annahme/Behauptung Germanien sei lichtungsarm von Urwäldern überwuchert gewesen.
 
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