Kissinger (aus den Nachrufen)

In deutschen Medien hörte und höre ich nur Kissindscher.
So oft kommt Kissinger ja nicht in den Medien vor, er ist a) tot und b) schon seit etlichen Jahrzehnten in keinem Amt mehr. Als Elder Statesman hat er sich zwar zu mancher Sache auf dem internationalen politischen Parkett geäußert, aber auch da kam er nur in unregelmäßigen Abständen in den Medien vor.

Die Moderatoren sind wohl stolz wie Oskar, wenn sie die amerikanische Aussprache benutzen.
Man kann den Leuten natürlich nur vor, nicht in den Kopf schauen. Die Moderatoren, die Gelegenheit haben, Kissinger beim Namen zu nennen, (egal ob sie [ŋ] oder [dʒ] benutzen), werden wohl andere Dinge und Leistungen erbracht haben, auf die sie stolz sein können.
 
So oft kommt Kissinger ja nicht in den Medien vor, er ist a) tot und b) schon seit etlichen Jahrzehnten in keinem Amt mehr. Als Elder Statesman hat er sich zwar zu mancher Sache auf dem internationalen politischen Parkett geäußert, aber auch da kam er nur in unregelmäßigen Abständen in den Medien vor.


Man kann den Leuten natürlich nur vor, nicht in den Kopf schauen. Die Moderatoren, die Gelegenheit haben, Kissinger beim Namen zu nennen, (egal ob sie [ŋ] oder [dʒ] benutzen), werden wohl andere Dinge und Leistungen erbracht haben, auf die sie stolz sein können.
vielleicht wird Mr. Kissinger jetzt gerade häufiger genannt, weil seine Frau (Nancy) vor kurzem verstarb.
 
@Sepiola: Guter Einwand! Ich bin davon ausgegangen, dass das -ng- in der Regel [ŋ] ausgesprochen wird und habe dabei an den Namen von Kim Basinger und Worte wie singer, finger, thing etc. gedacht. Aber es gibt natürlich auch Wörter wie ginger oder hinge, bei denen es [dʒ] ausgesprochen wird.
 
Beim finger, im Unterschied zum singer, mit [ŋɡ]: [ˈfɪŋɡəː]
Das Phänomen, das zum finger-singer split geführt hat, nennt sich NG-coalescense. In einigen Gegenden in England wird singer noch wie finger ausgesprochen mit [ŋɡ], welches die ältere Aussprache des ng im Englischen am Morphemende war. Seit Ende des 16. Jahrhunderts hat sich von London ausgehend die Aussprache nur des Nasals [ŋ] ohne g verbreitet. Es gibt aber Ausnahmen, wie z.B. im Komparativ und Superlativ (long-longer-longest).

 
Das Phänomen, das zum finger-singer split geführt hat, nennt sich NG-coalescense. In einigen Gegenden in England wird singer noch wie finger ausgesprochen mit [ŋɡ], welches die ältere Aussprache des ng im Englischen am Morphemende war. Seit Ende des 16. Jahrhunderts hat sich von London ausgehend die Aussprache nur des Nasals [ŋ] ohne g verbreitet. Es gibt aber Ausnahmen, wie z.B. im Komparativ und Superlativ (long-longer-longest).

In Schottland wird finger wie singer ausgesprochen, wie im Deutschen.
 
Warum meinte man in Deutschland, man müsse ihn Kissindscher aussprechen statt Kissinger?
Könnte es eher an der Auswahl Deiner Medien liegen?

Ich habe in den 1970er Jahren genug deutsche Radio- und Fernsehsendungen gehört bzw. gesehen, in denen der Name auf deutsch ausgesprochen wurde.

Suche einfach mal (Video-Suche) unter "Tageschau Kissinger 12.01.1974", so etwa ab Minute 4.00.
Der Tagesschausprecher (und spätere Chefsprecher) Werner Veigel und der Nahost-Korrespondent Gerhard Konzelmann sprachen den Namen so aus wie es üblich war.
Dennoch gilt natürlich, wenn jemand seinen Namen (und v.a. den Vornamen!) vom Deutschen ins Amerikanische überträgt, die amerikanische Aussprache beim Namen eines amerikanischen Staatsbürgers. Und das Deutsche Reich hat ihn schließlich nicht nur in die Flucht gejagt, sondern ihn auch ausgebürgert.

Henry Kissinger hat mit deutschen Interviewpartnern auf Augenhöhe, vertrauensvoll und auch auf deutsch gesprochen. Und auch sehr viel Persönliches erzählt.



Dass heutzutage manche ihre Sätze mit Amerikanismen würzen, zugleich aber keine korrekte Aussprache des Amerikanischen und Britischen Englisch beherrschen, ist eine ganz andere Sache.

Für die ganz Hartgesottenen unter Euch: Hört Euch mal einen jungen Schweizer Finanzberater an, es ist eine moderne Art der akustischen Folter, ein tetralingualer Grossangriff auf das menschliche Gehör, mit Schweizerdeutsch, regionaler Überprägung, Amerikanischem Englisch und Schweizerenglisch.

Und zugleich gibt es jede Menge Schweizer Schauspieler und Normalbürger, die ein akzentfreies und gepflegteres Hochdeutsch als ich spreche.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich halte mich an diese Aussprache:
(Man möge das entsprechende Lied ergoogeln)

Henry Kissinger
Oh, I'm missing you
You're the doctor of my dreams
With your crinkly hair
And your glassy stare
And your Machiavellian schemes
I know they say that you are very vain
And short and fat and pushy
But at least you're not insane
Henry Kissinger
Oh, I'm missing you
And wishing you were here
Henry Kissinger
Oh, I'm missing you
You're so chubby and so neat
With your funny clothes
And your squishy nose
You're like a German parakeet
All right, so people say that you don't care
But you've got nicer legs than Hitler
And bigger tits than Cher
Henry Kissinger
Oh, I'm missing you
And wishing you were here
 
Es gibt in der ARD-Mediathek ein schönes Video von 1961, wo der Sprecher aus dem Off das Gespräch zwischen Ernst Friedländer und Henry Kissinger ankündigt (mit [ŋ]) und Friedländer ihn dann als Kissindscher anspricht.
 
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