Luftkrieg: Wieluń, die Bombardierung am 1.9.1939

Ich kann ja mal nachschauen, aber ob ich was erhellendes finde, vermutlich eher nicht
gefunden, jedoch "Und eine Gruppe des Stukageschwaders 77 wird von der 2. Fliegerdivision gegen die Bunkerlinie vor Lublinitz eingesetzt."
Falsche Bunkerlinie, von der Bunkerlinie vor Wielun nichts.
Wielun wird im Satz davor erwähnt "Die I./StG 76 unter Hauptmann Walter Sigel ist am frühen Morgen gegen das befestigte Wielun geflogen.
Das "befestigte" vergessen wir aber ganz schnell wieder.
 
Die angebenen deutschen Zeiten sind widersprüchlich und fehlerhaft. Das ist m.E. auf Verdeckungsabsicht der beteiligten Luftwaffeneinheiten zurückzuführen.
Welche Zeitangaben sind widersprüchlich und wo stehen sie ?
In den späteren Berichten ging es darum, Wieluń als Ausweichziel und nicht als primäres Angriffsziel darzustellen.
in welchen späteren Berichten wird Wielun als Ausweichziel bezeichnet ?
Hier ist also die zeitliche Reihenfolge:
  • Wieluń
  • Flugplatz Ruda
Falsch: Die Akteneinträge wurden ihrer Rangfolge nach aufgeschrieben.
Soll heißen : Der größere Angriff (Wielun) zuerst und dann der Kleinere (Ruda).

KTB wurden absichtlich kurz gehalten, das mag wohl auch ein Grund sein warum Ruda im KTB der I./Stuka 76 nicht auftaucht,
und wie ich auch schon geschrieben habe waren viele Einträge, auch bei anderen Einheiten, in den ersten Tagen ungenau
was sich in den folgenden Tagen jedoch besserte.
Einzelheiten/Details wurden in Anlagen-Bänden festgehalten.
Es geht für die Angriffe auf Wieluń im Wesentlichen um diese Einheiten:
nicht ganz, streiche : II./Stuka 77
Fliegerführer z.b.V. in Oppeln (Richthofen)
Stab/St.G.77Neudorf Ju 87B
I./St.G.77 Ottmuth Ju 87B
II./St.G.77 Neudorff Ju 87B
I./St.G.76 Nieder-Ellguth Ju 87B
und setzte : I./Stuka 2
Für diese Gruppe ist die Startzeit 4.40 Uhr genannt.

Die registrierte Startzeit ist vermutlich, wenn es damals wie heute war, nicht der Startbefehl sondern das tatsächliche Abheben.
natürlich
Der Flugplatz in Nieder-Ellguth (Ligota Dolna) z.B. ist weniger als 87 km vom Zentrum von Wieluń entfernt, diese Gruppe wird das Ziel also in wenigen Minuten erreicht haben.
theoretisch ja, aber :
1. Einsatz (in der Gruppe)
Ziele : 1. Ostrowo , Flugplatz . Bei Belegung Angriff durch 3. Staffel
2. Kalisch , Flugplatz​
3. Ausweichziel , Wielun Ostteil (Stäbe in der Stadt)​
Start : 4.40 Uhr
Der Flugweg nach dem Start um 4.40 Uhr war :
Ostrowo - Kalisch - Wielun
Ein Teil der Bombenbeladung wurde auf das Flugfeld bei Ostrowo und/oder Kalisch geworfen, der Rest / größere Teil von 9 oder 9,9 to auf Wielun.
Über Wielun war die Gruppe kurz nach 6 Uhr, danach gings zurück zum Einsatzhorst.

Die Akteneinträge der I./Stuka 77 sind auch fehlerbehaftet, dennoch deutlich genauer wie die der I./Stuka 76.
 
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noch gefunden:

... was also flying a formation of 62 Ju 87 from I/StG 76 (Hptm Walter Sigel) and I/StG 77 (Hptm Friedrich-Karl Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels). The aim of this bomber force was a town (16.000 inhabitants were living there) where German had expected to find and destroy a Polish cavalry brigade (they had got such information). The whole formation flow over the border at 4.30 a.m. and at 4.42 or 4.40 the crew dropped the bombs on Wieluń (17 Stukas bombed a good marked town hospital, on the roofs were painted big red cross). During this attack German had dropped 380 bombs - about 46 tons of explosive. On the afternoon was the second German air attack against this town. In this both air action Wielun was destroyed in about 70-75% and the Centrum of Wieluń was destroyed in 90% - was almost whipped out and burned to the ground. In fact there were no any Polish military units, no a/a battery – nothing military – in Wieluń. After this attack German had claimed of distraction in Wiluń one Polish cavalry brigade (this was a false information). No any Polish cavalry brigade was destroyed on 1 IX or later by any single or mass air attack. In reality the first Stukas attack had killed about 1.200 (yes 1.200) innocent civilian no armed people (women, children, old people). Wieluń was as we may call it a Polish Guernica only knows for Poles."
Stuka in Aeroplane II/05. Nice Story and Plenty Errors! [Archive] - Luftwaffe and Allied Air Forces Discussion Forum
Wohlgemerkt, das war die erste Welle, der erste Angriff: "46 tons of explosive", auf eine unverteidigte und schlafende Kleinstadt.

Man möge das in Relation setzen zum Angriff auf das heftig verteidigte Gießen am 06.12.1944, oder Siegen am 16.12.1944, wo in beiden Städten sowohl Löscheinheiten in Bereitschaft waren als auch ausreichend Luftschutzräume für die vorgewarnte Bevölkerung zur Verfügung standen.

Und noch einmal, schaut Euch die Bilder an.

Und dann das was @silesia 2007 [Korrektur: nicht @Sepiola 2010! Silentium in ecclesia, @Sepiola et @silesia, et ad @Pardela_cenicienta: valuisses si tacuisses!] aus der Zusammenfassung der Heeresberichte von Speidel zitiert bzw. resümiert:
Die Formation hatte am 1.9.1939 ausschließlich die Aufgabe, direkte Heeresunterstützung zu fliegen und stand nicht für die Initialangriffe auf die Flugplätze der polnischen Luftwaffe zur Verfügung (taktischer Teil – „close support missions for the army“
Die angeblichen Ziele Ostrawa / Ostrau und ## waren nur das Feigenblatt, primäres Ziel war Wieluń.
 
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Scheinbar hast du das nicht verstanden. Wenn ich Stellungen um eine Stadt ausmache und sowieso Truppenbewegungen vermute, ist eine Stadt nie unverteidigt.
Hallo, die bloße Anwesenheit von Stellungen und Bunker im Vorfeld von Wielun sind nur Indizien, beweisen aber gar nichts. Die Bunker waren unbesetzt und die Stellungen wurden nicht nachhaltig verteidigt. In der Stadt selbst gab es nach allem was ich weiß keine Gefechte. Die Polen wollten Wielun nicht verteidigen sondern die deutschen Bewegungen nur verzögern. Die Gegend um Wielun wird polnischerseits als Aufklärungsvordergrund bezeichnet. Verteidigen wollten die poln. Einheiten erst hinter der Warthe.
 
Welche Zeitangaben sind widersprüchlich und wo stehen sie ?

in welchen späteren Berichten wird Wielun als Ausweichziel bezeichnet ?

Falsch: Die Akteneinträge wurden ihrer Rangfolge nach aufgeschrieben.
Soll heißen : Der größere Angriff (Wielun) zuerst und dann der Kleinere (Ruda).

KTB wurden absichtlich kurz gehalten, das mag wohl auch ein Grund sein warum Ruda im KTB der I./Stuka 76 nicht auftaucht,
und wie ich auch schon geschrieben habe waren viele Einträge, auch bei anderen Einheiten, in den ersten Tagen ungenau
was sich in den folgenden Tagen jedoch besserte.
Einzelheiten/Details wurden in Anlagen-Bänden festgehalten.

nicht ganz, streiche : II./Stuka 77

und setzte : I./Stuka 2

natürlich

theoretisch ja, aber :

Der Flugweg nach dem Start um 4.40 Uhr war :
Ostrowo - Kalisch - Wielun
Ein Teil der Bombenbeladung wurde auf das Flugfeld bei Ostrowo und/oder Kalisch geworfen, der Rest / größere Teil von 9 oder 9,9 to auf Wielun.
Wie ist das praktisch zu verstehen:
Eine Stuka wird nicht nur einen Teil seiner standardmässigen 5 Bomben benutzt haben, oder?
Ich denke doch eher alles der nichts, und dann sind 9t bei den erwähnten 62 Stukas einfach zu wenig. (9t/450kg = 20 Stukas)
 
soweit ich weiß werden bei einem Gerichtsverfahren die Beweise, vereinfacht gesagt, in dieser Rangfolge gewichtet:
- forensische Beweise, Fotos und Video gehören da, mein ich, auch dazu
- Akten
- Zeugenaussagen, und zuletzt
- Höhrensagen
verbessert mich wenn ich Falsch liege.

Ein Großteil der Historiker, auch Volkmann, halten die deutschen Akten für glaubhaft und ineinander schlüssig,
weisen zum Teil aber auch auf inhaltliche Fehler hin.

Die meisten Jornalisten scheint das aber nicht zu interessieren und verfolgen ihre eigene Agenda. Zeugenaussagen, wie glaubhaft auch immer,
sowie Hörensagen scheint bei denen einen höheren Stellenwert zu haben.
Beispiel: Angriffszeit 4.40 Uhr durch Zeugen, Hörensagen und behauptete Sommerzeit in Deutschland bezeugt. Dagegen stehen Zeugen, Historiker, Akten und die poln. Staatsanwaltschaft für 5.40 Uhr. Die Sommerzeit ist nachweislich erst 1940 eingeführt worden.

Das rote Kreuz auf dem Krankenhaus wird durch Zeugen und Hörensagen bezeugt, aber ausgerechnet der verantwortliche Direktor verneint dies !

dazu kommen noch falsche, übertriebene Opferzahlen und bis ins unfassbare übertriebene Schäden und viele andere durch nichts bewiesene Behauptungen. In einem Bericht wurden mehr Kirchen und Klöster zerstört wie in Wielun vorhanden waren !

Und da wundert man sich dann wenn sogar Leute wie ich mistrauisch werden.

Wohlgemerkt, das war die erste Welle, der erste Angriff: "46 tons of explosive"
Dein Ernst ? Du glaubst tatsächlich diesem Bericht ?
Der von Dir aufgeführte Bericht strotzt gerade so von Fehlern und Falschaussagen. s.o.
Außerdem scheint der Schreiberling in Mathe geschwänzt zu haben.
- 62 Stukas - I./Stuka 76 (29), Stabskette S.G. 77 (3), I./Stuka 77 (30) - paßt
- 380 Bomben ?
- mit etwa 46 to ?
Sprengstoff ? dann wäre die Gesamttonage mindestens doppelt so hoch (vielleicht aber nur ein Übersetzungsfehler)

die Maximalbeladung einer Ju 87 B1 auf Kurzstrecke beträgt 1 x SC 500 und 4 x SC 50, also 5 Bomben mit einem Gesamtgewicht von 0,7 to.
Ich komme somit auf maximal :
- 310 Bomben !! mit einem Gesamtgewicht von
- 43,4 to !

setzen sechs

Die I./Stuka 77 hatte aber 1 x SC 250 und 4 x SC 50 je Stuka geladen, die Stabskette sogar nur 1 x SC 250.
zudem wird von fast niemandem die abgeworfene Menge von 9,9 to angezweifelt. (22 Stukas(9 to bei 20 Stukas)
somit verringert sich die abgeworfene Masse und Anzahl nochmals deutlich.

Vor allem Linke, so mein Eindruck, können fast alles behaupten.
Es wird ihnen meist unbesehen geglaubt.
Und noch einmal, schaut Euch die Bilder an.
Du scheinst spätere Bilder und nur vom Zentrum im Kopf zu haben,
ich dagegen Bilder vom 1. und 2.9. bis zum Eintreffen der 1. leichten Div. und der ganzen Stadt.
Nach Eintreffen der 1. leichten Div. hat sich das Stadtbild deutlich geändert und nochmals während der Besatzungszeit.
Die erlittenen Schäden gibt die Stadt Wielun mit 75 % an und nur im Zentrum wohlbemerkt !
Die angeblichen Ziele Ostrawa / Ostrau und ## waren nur das Feigenblatt, primäres Ziel war Wieluń.
Dann beweise mir daß die Akten lügen und alles ist gut.
 
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Wie ist das praktisch zu verstehen:
Eine Stuka wird nicht nur einen Teil seiner standardmässigen 5 Bomben benutzt haben, oder?
Ich denke doch eher alles der nichts,
Doch, ein Stuka kann mehrmals stürzen, 2 oder 3 mal mein ich, ganz genau weiß ich das aber auch nicht, kenn mich bei dt. Heeresgerät (Panzer, Geschütze ...) deutlich besser aus.
dann sind 9t bei den erwähnten 62 Stukas einfach zu wenig. (9t/450kg = 20 Stukas)
Ich glaube du bringst da was durcheinander
könntest du deine Frage etwas präzisieren damit ich dir antworten kann.
 
Doch, ein Stuka kann mehrmals stürzen, 2 oder 3 mal mein ich, ganz genau weiß ich das aber auch nicht, kenn mich bei dt. Heeresgerät (Panzer, Geschütze ...) deutlich besser aus.
Ja, kann er, aber das normale Verfahren läuft anders.
Die erste Stuka-Welle stürzt sich auf die Ziele und lößt die Bomben aus, während die zweite Welle oben kreist und sich dann erneut auf nicht getroffene Ziele stürzt bzw. die nächsten Ziel in angriff nimmt.
Stukas sind langsame wehrlose "Kutschen" ohne Jagdtschutz agieren die "ungern". Jeder Sturzangriff birgt ein großes Risiko, deshalb werden/wurden im allgemeinen die Bomben komplett in einem Anflug geworfen. Obacht, natürlich sind auch zwei oder drei Anflüge möglich, je nach Auftrag und Lage.
 
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