Warum ist die Aufarbeitung der Nazizeit gescheitert?

Ich musste bei Vergewaltigungen, die als "legitime Rachemaßnahmen" toleriert wurden" gar nicht mal zuerst an Exzesse des Islamischen Staats denken. Es hat dergleichen sich auf beiden Seiten schon während des Großen Vaterländischen Krieges ereignet. Plünderungen und massenhafte Vergewaltigungen waren auch Gräuel, die den Vormarsch der Roten Armee begleiteten, auch schon in Polen, Rumänien und Ungarn.

Diese wurden von der Armeeführung bis zu einem bestimmten Grad geduldet. Bei der Schlacht um Berlin gab Shukow Befehle aus, die Rotarmisten dazu aufforderten, sich zu rächen.
Das stimmt. Und Stalin selber kommentierte angeblich :"Sollen die Maenner doch ihren Spass haben"
Lew Kopelew, ein bekannter Germanist nahm auf Seiten der Roten Armee am Zweiten Weltkrieg teil, wegen seiner hervorragenden Deutschkenntnisse wurde er in Nachrichten-Einheiten eingesetzt, und er gehörte zu den Offizieren, die von den Gräueln gegen Zivilisten in Ostpreußen extrem abgestoßen wurden und der versuchte, etwas dagegen zu tun. Wegen sentimentaler, bourgeoiser Tendenzen geriet er in das Visier von Smersch und saß deswegen im Gulag.
Vergewaltigungen sind ja auch ein Mittel, um den Gegner zu demoralisieren, zu erniedrigen, so nach dem Motto: Ihr könnt nicht mal eure Frauen und Kinder beschützen!"

Da muss es im 2. Weltkrieg unzählige Fälle gegeben haben, nicht zuletzt deshalb, weil man dergleichen oft stillschweigend duldete.
So aehlich steht's auch im Buch 'A Woman in Berlin'.
 
Was das KZs. an sich war, das haben wohl "fast" alle im Laufe der NS-Herrschaft mitbekommen, in welchem Ausmaß welche Dinge dort stattfanden, dies zu wissen war dann eine andere NR.
Und wie schon erwähnt, die Vernichtungslager wiederum sind auch gesondert zusehen, was wissen, ahnen und vermuten angeht.
Aber bei diesen "Todesfabriken" ist der Zeitraum des vorhanden seins auch kürzer.

Es gibt Amateur-Filmaufnahmen von einem Dachauer Filmclub, der sich bei einem Betriebsausflug mit Gänse-Essen im KZ Dachau filmte.

So verrückt es vielleicht auch klingen mag, einige KZs veranstalteten sogar so etwas wie einen Tag der offenen Tür. Jeder in D wusste, dass es KZs gab, auch dass das nichts Gutes, etwas Schreckliches war, etwas mit dem man die Bevölkerung einschüchterte, es wurden Leute verhaftet, inhaftiert oft ohne Urteil, man wusste nie, wann oder ob man den Inhaftierten wiedersehen würde, andererseits versuchte man aber auch den Eindruck zu erwecken, dass es alles halb so schlimm war.

Viele Inhaftierte kamen auch wieder frei, mancher nach einigen Wochen, andere erst nach Monaten. Solange sie sich politisch ruhig verhielten, solange sie nicht zu Personengruppen gehörten, die als "rassisch minderwertig" oder "asozial" stigmatisiert waren, konnten ehemalige Sozis und Kommunisten auch wieder Teil der "Volksgemeinschaft" werden. Streicher hatte den Spleen, dass er jedes Jahr einen Sozi oder Kommunisten zu Weihnachten freiließ und beschenkte.
 
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