2008 Habsburger Gedenkjahr

Dieses Thema im Forum "Österreich | Schweiz" wurde erstellt von ursi, 27. Dezember 2007.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das ist ja nichts neues und wird auch immer wieder an historischen Seminaren an der Uni erwähnt.

    In seinem Buch gibt Bruno Meider die Quelle an: Max Baumann, Geschichte von Windisch vom Mittelalter zur Neuzeit, Brugg 1983, S. 96 -98

    Macht wohl doch einen Unterschied ob ein Artikel in einer Tageszeitung erscheint oder ob man es in einem Buch veröffentlicht. Gibt den Peter Genner in seinem Leserbrief die Quelle an?
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2008
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Och ich würde beim Joseph II. nicht zuviel hinein interpretieren. Er hatte halt keine Zeit, außerdem dürfte er inkognito gereist sein - ich denke mal als Graf von Falkenstein.
     
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ja ist er. Dies schreibt Meier auf Seite 218 seines Buches, und er nimmt eben Bezug auf die von mir erwähnte Literatur.
     
  4. Malefix

    Malefix Neues Mitglied

    Wenn ich eine unzuverlässige "Quelle" zitiere, macht das eine Aussage nicht zuverlässiger.

    Peter Genner würde ich als Spezialisten für die Schweizer-Reise Joseph II. bezeichnen. Immerhin hat er 1992 eine mehr als 200-seitige Lizentiatsarbeit dazu geschrieben.

    Peter Genner: Wollte Joseph II. die Schweiz erobern? Der politische und psychologische Hintergrund seiner Durchreise im Jahre 1777. Zürich 1992.

    Malefix, in der ZB Zürich
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich dachte immer 1777 hatte er vieles anderes im Kopf, u.a. seine Schwester Marie Antoinette, die er in dem Jahr, wenn ich nicht irre, sowie Freiburg besuchte.
    Worauf ich hinaus wollte, war dass man die Reisen, die inkognito durchgeführt wurden, nicht überschätzen sollte. Natürlich wurde dann bisweilen der Aspekt des "inkognito" von der offiziellen Seite her ignoriert, so behandelte der französische König den schwedischen Gustav III. und den Kaiser eben im persönlichen Umgang wie ein gekröntes Haupt. Dennoch wurden aber zuviele Halte und dergleichen möglichst vermieden. Es ging ja darum u.a. Kosten zu sparen und relativ wenig aufgehalten zu werden. Offizielle Staatsbesuche von Königen bei anderen Königen aus dem 18.Jh. kenne ich selbst aber auch nur eher wenige.
     
  6. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Warum ist diese Quelle unzuverlässig? Ich hab das Buch von Max Baumann nicht zur Hand. Aber warum sagst du jetzt das es unzuverlässig ist, kennst du das Buch? Kennst du den Autor?


    Mag sein, ich kenn das Buch nicht. Ich kenn auch Peter Genner nicht.

    Wenn du sagst er ist Spezialist, nun dann wird es wohl so sein.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das Buch klingt jedenfalls recht interessant.

    Scheinbar sind über die Reisen vom Grafen von Falkenstein viele zeitgenössischen Quellen vorhanden, die diese vermutlich gut nachzeichnen und mit den Augen der Zeit schildern.
    Wenn ich mir Quellenangaben bei Wikipedia allein anschaue:
    Joseph II. (HRR) – Wikipedia

    Ach du liebe Güte, hoffentlich ist das nicht auch so spannend, dass ich mich damit beschäftige. :angsthab:;)
     
  8. Malefix

    Malefix Neues Mitglied

    Bezieht sich die Aussage von Genner , dass der Besuch Joseph II. im Königsfelden dem Wunschdenken der Aargauer entsprungen ist, nicht nur auf Meier und Baumann, sondern auch auf Ursi aus Scherz/AG ?:devil:

    Ein Scherz von Malefix
     
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Sozusagen eine Oral Legend, wer will nicht gern einem Herrscher in die Schuhe schieben, bei irgendeinem Ahnen am Grabe ins große Grübeln geraten zu sein(?). Reisejournale machen dann solche Illusionen leicht zunichte.:devil::cool:
     
  10. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Sehr witzig.

    Erstens kenn ich das Buch von Genner nicht, weiss also nicht auf welche Quellen er sich bezieht.

    Ich kenn auch das Buch von Baumann nicht, hab da lediglich gesagt, dass Meier in seinem Buch dieses als Quelle angibt. Das es eben einen Unterschied macht ob man eine Artikel in einer Tageszeitung schreibt oder in einem Buch was erwähnt.

    Wenn du sagst Genner ist der Spezialist muss es wohl sein - wenn ich auch nicht viel über ihn finde.
    Da ich ihn und seine Arbeit nicht kenne kann ich das nicht beurteilen.

    Du sagst, dass Meier aus unzuverlässigen Quellen zitiert, dann weiss du scheinbar mehr.

    So erübrigt sich jede weitere Diskussion.
     
  11. Malefix

    Malefix Neues Mitglied

    In der Schweiz ist ja gerade der Kanton Aargau bekannt für seine Vorliebe für die Royals. Nicht nur steht in jedem zweiten Dorf ein Haus mit herausgehängtem Habsburgersymbol (Restaurant zum Adler), nein jetzt beflaggen sie auch ganze Dorfstrassen zu Ehren von unseren Erzfeinden und rufen hochoffiziell ein Habsburger Jahr aus. Wenn das nur gut kommt während der Fussball EM...

    Malefix, der Antiroyalist
     
  12. Tekker

    Tekker Gast

    Wir wollen hier doch keine weltanschaulich-politischen Bekenntnisse in die Welt setzen... :pfeif:
     
  13. Malefix

    Malefix Neues Mitglied

    Sorry,

    Malefix, der Humorlose
     
  14. Malefix

    Malefix Neues Mitglied

    Liebe Ursi,

    Ich habe nie behauptet, dass Meier unzuverlässige Quellen zitiere, sondern allgemein bemerkt:

    Zu dieser Aussage stehe ich voll. Es ist eine Tatsache, die wir in der historischen Arbeit immer wieder feststellen müssen. Es braucht ein waches Auge und oft auch ein gewisses Gespür, um nicht auf das Zitat des Zitates, des Zitates hereinzufallen. Und ich beziehe mich mit dieser Aussage weder auf Meier noch auf Ursi oder alle die Wikipediasten.

    In diesem Sinne ist die Diskussion keinesfalls beendet.

    Malefix, der Quellenhirsch
     
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Nun denn, dann hab ich dich falsch verstanden.

    Dem widerspreche ich ja nicht. Schliesslich lernt man das in der ersten Stunde über Quellen und Sekundärliteratur. Da ich hier (im Forum) keine wissenschaftliche Quellenkritik betreibe (das mache ich schon sonst schon genug), begnüge ich mich im Geschichtsforum mit der Literatur die ich gerade bei mir liegen habe (leider wohne ich nicht in einer Universitätsbibliothek).
     
  16. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das will ich auch ganz stark hoffen. :yes:

    Ich bin mal auf Lukrezias Antwort gespannt.

    Ich hoffe ich gerate mit meiner Frage nicht arg :eek:fftopic:.

    Briso
    Der HRR-Spinner
     
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Quellenkritik ergibt sich sowieso, auch unbeabsichtigt aus der Diskussion hier im Forum immer mal wieder. Das ist ja das Schöne an DIESEM Forum und eigentlich ein wenig selten in der Forenwelt überhaupt. Nur bei Napoleon-Online kannte ich das, dass dort Tagesbefehle als Primärquellen und dergleichen sich derart um die Ohren gehauen wurden, dass eigentlich die Sekundärquellen ganz extrem hinterfragt wurden.
    :yes:
    (OT, ich weiß.:rotwerd:)

    PS: Meinst Du mit erster Stunde, erste Stunde im Gymnasium (11.Kl.)? So war es bei uns zumindest. Das ging so nach dem Motto: "So, jetzt sind wir ja alle groß geworden, nun können wir Geschichte mal wie die Großen anschauen." Das war zumindest mein Eindruck damals.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2008
  18. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    Ich müsste mich erst bei den Wettinern einlesen, um kompetent argumentieren zu können und dazu fehlt mir momentan schlichtweg die Zeit. In erster Linie zielte ich damit auf eine starke Hausmacht ab. Wie ich bei den Wettinern gelesen habe, wurden sie ja erst 1423 Kurfürsten von Sachsen. Ob sie hier innerhalb weniger Jahre eine auf die eigene Dynastie gerichtete und schon Früchte tragende Territorialpolitik betreiben konnten, kann ich zwar nicht beurteilen, es erscheint mir jedoch eher unwahrscheinlich. Ich möchte den Rückhalt durch Thüringen und Meißen nicht zu niedrig bewerten, doch ob er wirklich für einen eventuellen Kampf um die Königskrone gereicht hätte, mag ich bezweifeln. Du bist da jedoch sicherlich besser informiert über die Wettiner.
     
  19. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Ich bin mir so gut wie sicher, dass das Zitat von Veit Arnpeck oder von Aventinus stammt. Morgen komme ich nicht dazu, nachzusehen, aber ich hoffe, dass ich bis Ende der Woche mal Zeit finde.
     
  20. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dann erlaube ich mir an dieser Stelle, noch einen weiteren Blickwinkel einzubringen, auf den ich schon in einem anderen Thread zum kursächsischen Kontext verwiesen hatte.
    Die Wettiner waren für den Ausbau ihrer Hausmacht sowie für die damit verbundene Territorialpolitik bis zur Mitte des 16. Jh. auf einen gewissen Ausgleich mit der böhmischen Krone - d.h., bspw. ab dem 14. Jh. mit den Luxemburgern und ab dem 16. Jh. mit den Habsburgern - angewiesen, da sich in ihrer Nachbarschaft eine Herrschaft befand, welche sowohl dem kursächsischen als auch dem böhmischen Lehnsverband angehörte, deren Einfluß auf die albertinisch-wettinische Politik noch im ersten Viertel des 16. Jh. enorm war und deren Bestreben, die Selbständigkeit zu wahren, erst infolge des Dreißigjährigen Krieges, gestiegener Verschuldung einzelner Herrschaften sowie von Konflikten innerhalb des eigenen Hauses aussichtslos wurde und erst mit dem Rezess von 1740 endgültig gebrochen werden konnte.
    Diejenigen, welche mich hier schon etwas länger kennen, wissen, auf welche alte Adelsimmunität ich hinaus will; dennoch hierzu der Überblick: Schönburg, Fürsten, Grafen und Herren von | Sächsische Biografie | ISGV
     

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