antike Amphoren

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von hardy73, 4. Juli 2012.

  1. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Koehler beschreibt in dem Aufsatz"Handling of greek Transport amphoras" die Handhabung von Transportamphoren. Die unten spitz zulaufende Form ist eigentlich die optimale Lösung sowohl für Transport als auch Lagerung.

    Zum Lagern müssen die Amphoren nicht stehen sondern werden gelehnt wobei sie sich gegenseitig stützen.
    Es existiert offenbar eine Tendenz zu immer schmaleren länglicheren Körpern die sich besser transportieren lassen, allerdings treten selbst in der römischen Kaiserzeit auch immer noch die rundlichen Formen auf.

    Durch das spitze Ende erleichterte sich auch der Transport von Hand. Auf dem angefügten Bild erkennt man typische Trageweisen. In beiden Fällen wäre ein breiter Standfuß unpraktisch.
    Man muss bedenken dass die Arbeiter hunderte von diesen Objekten aus den Schiffsbäuchen hieven mussten. Auch da muss es möglichst schnell und effizient gehen.
    Ein anderer Punkt ist das gießen. Mit einer Hand hält man einen der Henkel, mit der anderen das Spitze Ende.
    Die Transportamphoren aus Knidos hatten sogar einen Knubbelförmigen Ring am spitzen Ende.
    Man kann jetzt natürlich drüber diskutieren ob dies nur ein Stilelement ist welches die knidischen Amphoren unverwechselbar machen soll oder ob es praktische Gründe hat. Mehr Grip wäre jedenfalls vorhanden.

    Es gibt übrigens auch Transportamphoren mit Fuß, wie etwa der Typus der attischen SOS Amphoren.

    Interessant finde ich den kürzlich erschienenen Artikel "Aspects of Greek trade re evaluated with amphora DNA evidence" Journal of Archeological science 39 (2012)

    Dort wird mittels DNA Analysen an Amphoren aus Schiffswracks nachgewiesen, dass diese viel mehr transportierten als nur Wein und Olivenöl. Es wurden DNA Spuren von Familien wie Lamiaceae, (Lippenblütler worunter fast alle mediterranen Gewürzpflanzen fallen wie Oregano, Thymian, Minze, Lavendel, Rosmarin,) Juniperus (Wacholder), Fabaceae (Hülsenfrüchte), Pinus (Pinien) als auch andere Baumfamilien gefunden.

    Auffallend ist, dass viele Amphoren die Wein enthielten, auch Öl transportierten, was für eine Wiederverwendung der Amphoren spricht.
    Ist ja auch eine Frage in der Forschung ob die leeren Amphoren weggeworfen oder wiederverwertet wurden.
    Herodot berichtet ja von griechischen Amphoren in Ägypten die als Wassertbehälter für die Karavanenstraßen genutzt wurden.

    Ein Punkt wo ich mich ein wenig frage ist, wie all die Baumfamilien ihre DNA in dem Amphoreninneren hinterlassen konnten. Pinie ergibt als erstes einen schlüssigen Sinn, schließlich wurde das innere der Amphoren mit Pinienpech Wasserdicht gemacht und auch der Wein wurde mit Harz versetzt (Stichwort Retsina).
    Aber wie kommen Fagus, Quercus, Betulaceae und Platanacaea in das innere der Amphore?
     

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  2. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Hmm, die Transportamphoren, die ich so kenne, sind aber meist zu groß, wenn die gefüllt sind, kann man sie nur sehr schwerlich einfach so zum gießen verwenden.


    Die gemeine Antwort wäre jetzt: die hat man da hineingefüllt. Aber ernsthaft, wenn diese Gewürze nicht einfach als Gewürze transportiert worden sind, können sie immer noch im Wein gewesen sein, wir kennen, glaube ich, über 200 römische Weinsorten, die auch verschieden gewürzt sein konnten. Interessant wäre die Frage, wieweit auch Öle gewürzt gewesen sein können.

    Wenn Du fragst, warum sich die Spuren noch erhalten haben, wenn die Amphoren, da es sich ja um Objekte aus Schiffswracks handelt, nicht sowieso noch intakt und einfach gefüllt waren, dann ist darauf hinzuweisen, daß die Innenfläche nicht immer glatt waren, in durch Unebenheiten gebildeten Ritzen oder Dellen können sich Reste festsetzen.



    Naja, teils, teils. Auf der einen Seite Wiederverwendung, auf der anderen Seite der Monte Testaccio.
     
  3. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Nein mir ist klar wie sich DNA Spuren im inneren der Amphoren enthalten können. Das wird im Artikel auch erklärt.
    Es wurden auch speziell Amphoren aus Schiffswracks genommen um Kontamination mit moderner Landpflanzen DNA auszuschließen wärend Meerespflanzen mit bestimmten DNA-primern aussortiert werden konnten.

    Ich frage mich was hat die Baum DNA in den Amphoren zu suchen?
    Für Pinie gibts eine vernünftige Erklärung. Für die anderen bisher nicht.
    Die werden ja wohl kein Holz in den Amphoren transportiert haben.

    edit: Honig meinte gerade ein Freund mit dem ich drüber gesprochen habe, doch Buchen, Eichen und Birken sind Windbestäuber.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dezember 2012
  4. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Naja, oben hattest Du ja folgende Pflanzen erwähnt:

    Lamiaceae, (Lippenblütler worunter fast alle mediterranen Gewürzpflanzen fallen wie Oregano, Thymian, Minze, Lavendel, Rosmarin,) Juniperus (Wacholder), Fabaceae (Hülsenfrüchte), Pinus (Pinien). Wo hast Du denn jetzt Eichen und Buchen und Birken her?
     
  5. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    :pfeif::D

    Habs dann weiter unten noch was spezifiziert
     
  6. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    :red: Ich sollte mir angewöhnen, Sätze auch mal bis zum Ende zu lesen.
     

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