Daker & Geten

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Gast, 16. Januar 2005.

  1. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Du gestattest mir bitte dazu eine Gegenfrage...
    Bzgl. Archäologie ist mir das klar, bzgl. Linguistik mag es z.T. auch zutreffen; aber inwiefern siehst Du Überraschungspotential bei der Genetik?
     
  2. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Ich denke da an Untersuchungen wie Cavalli-Sforzas "Genes and Peoples", die bereits für manche Überraschung gesorgt haben. Vielleicht kann man ja so das völkische Durcheinander auf dem Balkan entwirren. Dann fiele es leicher, "Clustern" von Genen Völkernamen aus der antiken Geschichtsschreibung zuzuordnen.
     

  3. Linguistik hat ein enormes Überraschungspotential, aber für Genetik sind die Völkerschaft schon damals SO DERARTIG miteinander vermischt gewesen, das es auch da keine richtig plausible Antwort gäbe. Man weiss nicht mal, welcher Marker typisch "Dakisch" ist.
     
  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Wohl eher nicht.
    Gerade Luigi Luca Cavalli-Sforza hat in seinen Forschungsarbeiten stets betont und wiederholt darauf hingewiesen, daß die genetischen Unterschiede innerhalb einer Gruppe weit größer sind als zwischen verschiedenen Volksgruppen.
    Sein berühmt gewordener Satz dazu:
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich frage mich gerade, welche großartigen linguistischen Überraschungen man denn noch zutage fördern möchte? Und woher. :fs:
     
  6. durch hoffentlich noch kommende archäologische Überraschungen, wie Inschriften etc.
     
  7. Calibra

    Calibra Neues Mitglied

    Nun die frage:sind wir aber auch bereit die archöologie recht zu geben oder versucher wir immer wieder die etlabierten aufbau aufrecht zu erhalten
    :pfeif:indem wir alles zurecht biegen ?
    Ich denke das genetik nicht der richtige weg ist...die bsp. haben wir schon gelesen...siehe forum...meine meinung ist:verwierrung
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. September 2008
  8. Calibra

    Calibra Neues Mitglied

    Linquistischen bsp:Fluß in Rumänien...name Olt...fersehen beitrag doku....erklärung von spezialisten...=alt also der name stammt aus deutsche sprache.
    Gut:O Oltenia region im süden Rumänien.....nichts....die volksgruppe Olteni..Olt fließt mitten durch dieses region.....keine verbindung.
    Ich denke das wir dan dieses volksgruppe als die alten bezeichnen würden...oder was denkt ihr darüber?In dem zusammenhang.
     
    1 Person gefällt das.
  9. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Da liegt ein Mißverständnis vor: der deutsche Name des Flusses Olt lautet Alt (so wie wir die Adige eben Etsch nennen); der Name Olt selbst leitet sich aber mW ursprünglich vom lateinischen lut bzw. römischen aluta (das heißt übrigens auf Deutsch Lehm) ab.
     
  10. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Noch ein Nachtrag zu einer anderen Sache...

    Soweit mir bekannt ist, wird doch bislang mehrheitlich davon ausgegangen, daß Dakisch, Getisch und Moesisch Dialekte des (ausgestorbenen) Thrakisch - das wiederum mW als indoeuropäisch/indogermanisch klassifiziert bzw. als zumindest wahrscheinlich indoeuropäisch/indogermanisch angesehen wird - gewesen sind.
    http://www.indoger.uzh.ch/fachschaft/pdf/aufsatz-thrakisch.pdf zeigt jedoch die Grenzen, an welche die Sprachwissenschaft diesbezüglich gestoßen ist.
    Zwar weiß ich auch nicht, woher man da neue Erkenntnisse gewinnen könnte, aber zumindest scheint der Forschungsgegenstand nicht abgeschlossen zu sein...
     
  11. Thrakisch und Dakisch sind nach M. Oppermann unterschiedliche Sprachen.
     
  12. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Mir ist natürlich bekannt, daß Manfred Oppermann sie als unterschiedliche Sprachen klassifiziert - deswegen schrieb ich auch "mehrheitlich davon ausgegangen".
    Ich wollte und will mich auch gar nicht an Diskussionen beteiligen, ob und inwieweit nun Thrakisch und Dakisch bzw. die anderen genannten Sprachen unterschiedlich sind oder nicht.
    Das Grundproblem - und darum ging es bei meinem Nachtrag - bleibt wohl bestehen: es gibt keinen hinreichenden Forschungsstand (von der wahrscheinlichen Klassifizierung als indoeuropäisch/indogermanisch abgesehen), um wirklich sichere Aussagen zu derartigen Rest- und Trümmersprachen bzw. Korpussprachen treffen zu können.
     
  13. Stimmt auch wieder.
     
  14. decebal

    decebal Neues Mitglied

  15. Calibra

    Calibra Neues Mitglied

    Aua!
    Herodot schreibt deutlich das die Daker bzw. Geten (Daker=Römisch , Geten=Griechisch, die Historiker vermuten das) einen Thrakische stamm waren.
    Die Bulgaren sind Slaven also nicht von diese Ecke.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2012
  16. vizidoc

    vizidoc Neues Mitglied

    siehe "tristele" von ovid. dort beschreibt er das leben mit den geten am ufer von pontus euxinus wo sehr kalt war und unangenehm.
     
  17. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Ovid war Dichter, kein Historiker oder Kartograph. Die Tristia sollten wohl auch dazu dienen Kaiser Augustus zu überzeugen ihn zurück nach Rom zu lassen und übertreiben deshalb wohl auch was seine Lebensbedingungen betreffen. In Rumänien und Moldawien werden seit 5000 Jahren Weintrauben angebaut. So kalt kann es also nicht gewesen sein. Heute ist das Gebiet eines der beliebtesten Gebiete für den Sommertourismus in Rumänien.
     
  18. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Gefallen hat es ihm dort allerdings anscheinend wirklich überhaupt nicht, denn in zahlreichen Gedichten der "Tristia" und der "Epistulae ex Ponto" drückt er den Wunsch aus, wenigstens an einen etwas angenehmeren Ort verbannt zu werden, wenn schon eine Rückkehr nach Rom unrealistisch sei.
    Und auch wenn in seiner Verbannungsgegend Wein angebaut wurde, kann es im Winter trotzdem deutlich kälter gewesen sein als im für ihn gewohnten Mittelitalien. Wein gedieh schließlich schon in der Antike in Regionen, die deutlich kühler waren.
     
  19. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Ich weiß, ich musste das Gejammer schließlich zu Schulzeiten übersetzen. Auch wenn es sicherlich nicht so angenehm war wie Italien/Rom, sollte man doch seine Worte nicht unbedingt auf die Goldwaage legen und sich keine sibirischen Verhältnisse vorstellen, wie man sie aus den Tristia teilweise herauslesen kann.
     

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