Davon haben wir nichts gewusst!

Es wussten alle dass die jüdischen Nachbarn verschwanden, und nicht wiederkehrten.

Es wussten auch alle, dass es neue Eigner der Immobilien gab, es gibt genug persönliche Erzählungen vom verschämten oder offenen Stolz auf die "Okkasionen".
Das Wissen um die Massenerschießungen im Osten verbreitete sich schon mit der Kriegsweihnacht 1941, erst recht mit den vertraulichen Gesprächen von Kriegsteilnehmern auf Heimaturlaub. Dieses Wissen diffundierte in die gesamte Zivilbevölkerung.

Schlimmer noch, da für alle sichtbar, war das Elend der russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter. Sie waren in jedem Ortsteil, in jeder größeren Fabrik eingesetzt.
 
Es wussten alle dass die jüdischen Nachbarn verschwanden, und nicht wiederkehrten.
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Und wer keine jüdischen Nachbarn hatte?
Mein Vater z. B. kam aus einem kleinen sauerländischen Dorf! Da gab es keine Juden.
Meine Mutter kam aus Bremen und berichtete von einer verschwundenen jüdischen Freundin und ist lange davon aus gegangen, dass sie geflohen ist. Erst später im Krieg ahnte ihr Schlimmeres. Die Gewissheit erst nach dem Krieg.
Es wussten auch alle, dass es neue Eigner der Immobilien gab, es gibt genug persönliche Erzählungen vom verschämten oder offenen Stolz auf die "Okkasionen".
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Und wieder dieses "alle"!
Das Wissen um die Massenerschießungen im Osten verbreitete sich schon mit der Kriegsweihnacht 1941, erst recht mit den vertraulichen Gesprächen von Kriegsteilnehmern auf Heimaturlaub. Dieses Wissen diffundierte in die gesamte Zivilbevölkerung.
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Jain! Für Familienmitglieder und gute Freunde mag der Bericht eines Heimaturlaubers sicher eine gewisse Glaubwürdigkeit gehabt haben, aber außerhalb dieser "Blase" gab es den Berichten gegenüber sich eine gewisse Skepsis.
Wie ist es bei dir, sind für dich alle Geschichten ahr, die du z. B. auf Facebook mitbekommst? Etwas zu hören heißt nicht, es auch für wahr zu halten.


Schlimmer noch, da für alle sichtbar, war das Elend der russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter. Sie waren in jedem Ortsteil, in jeder größeren Fabrik eingesetzt.
Zwangssarbeit von Kriegsgefangenen gab es schon im 1. Weltkrieg. Das wäre für die Bevölkerung kein Hinweis auf den Holocaust!
 
Es wusste sicher nicht jeder alles in allen Details, aber doch, dass die Juden im großen Stil verschwanden und was das bedeutete, das war den meisten Menschen klar.
(...)
Nicht alle Egozeugnisse sind so literarisch, aber wer 1 und 1 zusammenzählen konnte, wusste Bescheid.
War es den meisten klar? Wusste man bescheid, wenn man die intelektuelle Fähigkeit zum addieren hatte, aber es bewusst oder unbewusst nicht tun wollte?

Kann man sagen: Ist keine Entschuldigung, man hätte es wissen oder zumindest ahnen müssen, dass es nicht nur um Deportierung oder Inhaftierung ging (ist ja schon schlimm genug...). Bin ich auch leicht geneigt zu. Und dann denk ich daran, wie schwer das mit dem 2+2 werden kann (und derzeit für viele ist...), und dann kommt mir der Stab, der da gebrochen werden soll, wieder ziemlich stabil vor...
 
Einstein roch den Braten schon in 1933 als er nach den USA ausgewandert war.
Enrico Fermi wanderte 1938 nach den USA aus.
Bedarf es Nobelpreistraeger die braune Gefahr zu erkennen?
Ich denke nicht, dass sie den Holocaust ahnten!
Einschränkungen im Leben, Verfolgung, Drangsalierung, Berufsverbote, Gewalt waren aber schon unerträglich genug!
 
Ich denke nicht, dass sie den Holocaust ahnten!
Denke ich auch nicht.
Allerdings, bis 1938 hatten 150,000 Juden DEU bereits verlassen, unter anderem auch Lisa Meitner die nach Schweden emigrierte. Doch die Tuer die Juden durchliess, schloss sich langsam immer enger; z.B. die meisten Teilnehmer an der 1938 Evian Conference beteuerten dass es ihnen schrecklich leid tue, aber sie einfach keine Gelegenheit haetten Juden aufzunehem. Canada weigerte sich katerorich : 'None is too many'; Alaska war gegen Juden hermetisch abgeschlossen .
Interessanterweise, China oeffnete seine Arme weit Juden in Shaghai willkommen zu heisen, Gab dort auch eine 'Jewish Colony". Heute gibt es in Shanghai eine neue jüdische Gemeinde mit etwa 200 bis 300 Mitgliedern, die hauptsächlich von amerikanischen, europäischen und israelischen Organisationen und Geschäftsleuten gegründet wurde.
Unter dem 1933 Haavara Agreement;Transfer Agreement, konnten weitere 60,000deu. Juden Palaestina erreichen.
Unterm Strich, schon in 1933 kamen hunderttausend Juden zum Schluss; 'Nix wie weg von hier'.
Einschränkungen im Leben, Verfolgung, Drangsalierung, Berufsverbote, Gewalt waren aber schon unerträglich genug!
Genau.
 
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