Der Charakter Stalins: Geltungssüchtig, verlogen und gemein

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von segula, 21. Juli 2007.

  1. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Schreiben auch viele Stalin-Biographen.
    Seine kindlichen Prägungen insbesondere durch seinen Vater sind sadistischer Natur. Niemand wird als Sadist geboren.
    Stalins Züchtigungen durch den saufenden Vater prägten sein weiteres Leben. Seine Mutter liess ihn an der langen Leine nach dem Weggang des Vaters und er wurde bemuttert wie kein Zweiter. Zynismus, Sadismus, Schadenfreude waren seine engsten Begleiter nach 1924. Der frühe Tod seiner ersten Frau hat wahrscheinlich auch sein späteres Wesen entscheidend potenziert. Die hat er geliebt.
    Bei den Saufgelagen in seiner Datsche mussten immer wieder die anwesenden männlichen Sowjetpolitiker miteinander tanzen.
     
  2. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Mal wieder hochgeholt, um folgendes zum Besten zu geben:

    Stalin ist in Georgien geboren. Was viele Biographen unterschätzen: Stalin gehörte dem Volk der Osseten an. Sein richtiger Name war Soslan Dsugajew (seine Mutter rief ihn "Soso"), selbst später georgifiziert in Dshugashwili. (Quelle bei Iremaschwili)

    Georgien wurde schon kurz nach dem Zarensturz im Februar 1917 unabhängig. Sowjetrussland verzichteten im Vertrag von Brest-Litowsk 1918 auf Georgien.
    1921 wurde Georgien von Sowjetrussland überfallen und besetzt.

    Gedicht von Ossip Mandelstam(1934)
    Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr

    Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr,
    Wir reden, dass uns auf zehn Schritt keiner hört,

    Doch wo wir noch Sprechen vernehmen,
    Betrifft's den Gebirgler im Kreml.

    Seine Finger sind dick und, wie Würmer, so fett,
    Und Zentnergewichte wiegts Wort, das er fällt,

    Sein Schnauzbart lacht Fühler von Schaben,
    Der Stiefelschaft glänzt so erhaben.

    Schmalnackige Führerbrut geht bei ihm um,
    Mit dienstbaren Halbmenschen spielt er herum,

    Die pfeifen, miaun oder jammern.
    Er allein schlägt den Takt mit dem Hammer.

    Befehle zertrampeln mit Hufeisenschlag:
    In den Leib, in die Stirn, in die Augen, ins Grab.

    Wie Himbeeren schmeckt ihm das Töten
    Und breit schwillt die Brust des Osseten.
     
  3. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Eine lustige Anekdote aus dem Buch "Jahre der Macht" von M. Djilas:

    "Die Diskussion kam damit einigermaßen zur Ruhe und Kardelj meinte, manche Zollunion habe sich gut bewährt. "Zum Beispiel?", fragte Stalin, jeglichem Nachgeben abhold. "Nun ja, beispielsweise die Benelux-Staaten," erwiderte vorsichtig Kardelj. "Dort haben sich Belgien, Holland und Luxemburg.."
    Stalin: "Nein, nicht Holland. Das sind nur Belgien und Luxemburg - das ist nichts unbedeutend."
    Kardelj: "Nein, da ist auch Holland dabei."
    Stalin, mit bissiger Hartnäckigkeit: "Nein, nicht Holland!"
    Bestätigung erwartend, wandte er sich an Molotow, Sorin und die anderen. Ich dachte daran, ihm zu erklären, dass jenes "ne" in "Benelux" die Anfangssilbe von "Nederland" bedeutete, da aber alle schwiegen, schwieg auch ich, und so blieb es dabei, dass es in Benelux kein Holland gäbe."

    :D
     
  4. ASevenX

    ASevenX Neues Mitglied

    Referat zu Stalin´s Art

    Hey,Leute

    Ich bin zwar noch in der 9.Klasse soll aber ein Referat über Stalin halten.
    Insbesondere soll ich sien Verhalten,und sein Vorgehen (als er vom Generalsekretär zum Präsident aufstieg),könntet ihr mir ein Paar Links reinstellen
    wo ich nachsachauen könnte,oder ihr einfach den text hierreinschreibt(oder noch besser vielleicht hat einer eine Arbeit darüber geschreiben)

    Dies würde mir sehr weiterhelfen ,

    Mfg ASevenX
     
  5. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Hast keine Bibliothek in der Nähe? Stalin-Biographien dürften in jeder gutsortierten Bibliothek stehen.

    Soweit ich desinformiert bin, war Stalin nie Präsident der Sowjetunion. Den Titel hatte nur Gorbatschow nach 1985 in der Sowjetunion.
    Als Generalsekretär (Parteiführer) der Kommunistischen Partei war dieser (also Stalin) Herrscher. Das wurde er 1922 (ab 1924 nach Lenins Tod und einem weiteren Parteitag uneingeschränkt), seine Mit-Genossen haben nicht bemerkt, dass er sich ein treuergebenes Netzwerk von Seinesgleichen im Parteiapparat erschuf (Pöbel, Arbeitsscheue, Möchtegerne, Schaumschläger, Mörder, usw.). Stalin war 1919-1922 als Volkskommissar für Arbeiter- und Bauerninspektion für die Überwachung und die Ausführung der Regierungsbeschlüsse verantwortlich und entscheidet auch über Personalfragen mit. Die frühen Kommunisten hatten die Pflege des internen Parteiapparates völlig unterschätzt. So gesehen waren die frühen russischen/sowjetischen Kommunisten utopische Idealisten. Sie glaubten, dass ihr Kommunismus keine Alleinherrscher produziere.
    Es gab noch den demokratisch angehauchten Operettentitel des "Regierungschef" auch "Vorsitzender des Ministerrates" genannt. Das war Stalin nie.
     
  6. segula

    segula Gast

    Hallo AsevenX!
    Um keine Bücher oder Geld für diese mittlerweile sinnlose Literatur auszugeben, empfehle ich diesen Link: http://www.stalinwerke.de/lebensbeschreibung/lebensbeschreibung-07.html ff.
    Lies dort nach, lies und suche weiter, aber ich warne vor einer Diskussion mit den Schlaumeiern auf dieser Seite - die träumen noch vom Posten der SED Kreis- und Bezirksleitung und sind Mimosen, die sehr beleidigend werden können, wenn man unangenehme Fragen stellt oder gar etwas in Zweifel zieht! :hmpf::nono:
     
  7. Admiral ZhengHe

    Admiral ZhengHe Neues Mitglied

    Sendehinweis aus Januar 2007 (von Welt.de/DPA)
    ZDF-Trilogie "Die großen Diktatoren"


    Um "die großen Diktatoren" Hitler, Stalin und Mao geht es in der neuen gleichnamigen Reihe der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte, die der Mainzer Sender ab Dienstag ins Programm bringt. Im Vordergrund der drei Filme stehen nach ZDF-Angaben nicht die Psychogramme der Tyrannen. Die Autoren reflektieren Mechanismen der Macht, Formen der Verführung und Gewalt und Momente des Gleichklangs von Herrschern und Beherrschten. Die erste Dokumentation, "Hitler", zeigt, dass sich der NS-Diktator im Volk Zuspruch keineswegs erzwingen musste. Neben dem Hitler-Biografen Ian Kershaw beschreiben Experten wie Eberhard Jäckel, Rafael Seligmann und Götz Aly, wie viele Menschen dem Regime aus Überzeugung oder Opportunismus folgten.
    Die Trilogie schildert, wie die Despoten an die Macht kamen, Mitläufer fanden und Gegner ausschalteten. In allen drei Fällen ermöglichte eine Phase des Umbruchs den Aufstieg; weitere Parallelen sind die ungeheure Machtfülle, der revolutionäre Anspruch, Methoden der Herrschaft, Formen der Gewalt, aber auch Propaganda und der Personenkult.

    ZDF.de - Die großen Diktatoren

    Anmerkung dazu: Aus meiner Sicht war Stalin (der spätere Schreibtischtäter) eine skrupellose Säuberungsmaschine, der die Fäden zunächst im Hintergrund zog und wie im Forum schon erwähnt nie Generalsekretär werden sollte. Das macht aber folgendes deutlich: Wer glaubt, daß eine Revolution darauf verzichten könnte, unangenehme politische Gegner auszuschalten, verklärt damit die "Diktatur des Proletariats" und vergißt die brutalen Seiten der Mehrheitler und der Minderheitler.
     
  8. segula

    segula Gast

    Bezeichnend ist auch die Tatsache, dass manche Revolutionen Diktatoren und Usurpatoren hervorgebracht haben (Napoleon, Stalin), nachdem die Ideale der Revolution verblasst sind. Dabei sind die eigentlichen "Macher und Kämpfer" der Umwälzung oft in den Hintergrund gedrängt und beseitigt worden. Selbst Lenin, zum Schluß durch Schlaganfälle am Sprechen gehindert, wurde von Stalin kaltgestellt.
     
  9. ASevenX

    ASevenX Neues Mitglied

    Stalins Charakter

    Hi,erst einma,möcht ich mich für den link bedanken,
    nun ist unser lehrer eine lange Zeit krank geworden,und das thema hat sich ein bisschen geändert,es lautet nun wie folgt: Eigenschaften von Stalin ,die im Machkampf (1924-1929) deutlich werden,
    Es ist vlt ein bisschen viel verlangt aber es wär schön wenn ihr mir dazu auch noch eineige Links (oder büchertipps) schicken könntet.



    Mfg Merlin,:rofl::winke:
     
  10. Sakartwelo

    Sakartwelo Neues Mitglied

    Tag alle zusammen,
    ich bin eben wie Stalin Georgier, was man an meinem namen erkennen kann;)
    Durch meinen Vater kam ich an gewisse unbekannten Quellen ran.

    bissher stimmte fast alles...Stalin ist seit seiner Kindheit tranviert. Sein vater hat getrunken, seine Mutter wurde vom vater wie er selber grschlagen. Es brachte einen Hass in ihm aus, er dachte, dass er nicht mal seinen engsten Blutsverwandten trauen konnte. Dieses Tranva spiegelt sich später vorallem in der Säuberung. Stalin war um es einfach zu sagen ein Bandit. Er hat gegenüber der poizeistation in Tbilisi die Staatsbank überfallen, zusammen mit Tuchajewski. Das Geld ging an lenin, der damals noch in der Schwiz auf dem Dachboden hockte. Stalin behielt keinen Penny für sich und das Geld wurde alles der Revolution "gespendet". Später in den jahren wiederholten sich solche kriminellen Überfälle, aber Stalin kam oft weg, teils durch seine gewandheit und teils durch seine Kontakte, die von Straßenpennern bis hoch zu Polzeihefen reichte. Stalin war kein kommunistischer Fanatiker. Er hatte aber das Talent zurückstecken zu können. So wenig wie er auch damals als Diktator verdiente (und das war verhältnismäßig sehr wenig) lag er beiseite und spendete es einen Philosophenkreis in Tbilisi (Tiflis= russisch für die Hauptstand von Georgien). Er war ein lebender brutaler Sturm, der auch Flauten hatte. So eine sehr kurze Beschreibung.
    MfG
    Phate
     
  11. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Welche sind denn das? Gib doch bitte kurz Auskunft darüber.
     
  12. Sakartwelo

    Sakartwelo Neues Mitglied

    - Unbekannte noch nicht übersetzte Bücher aus dem Georgischen. Wie man sich vorstellen kann, haben die georgie unzählige Bücher über "ihren" starken Mann veröffentlicht! Und nicht mal annähernd so viele wurden übersetzt. Das sind die "geheimen Quellen".
    - Stalin war ein sehr kluger Junge und Mensch. Man verglich ihn oft mit Iwan dem Schrecklichen. Einerseits tötete er ohne Augenzwinkern 4 Mil. Menschen und anderer Seits schickte er seinen kleinen "Chelpas" an seine früheren Jugendfreunde und georgischen Theologie-Philisophie-Organisationen.
    MfG
    Ich
     
  13. Sakartwelo

    Sakartwelo Neues Mitglied

    Sehr lustig ist auch, als die Mutter von Stalin zum kommunistische Stadthalter von Tbilisi und früherem Jugendfreund Stalins kam und gebeten hat, ihrem Sohn, aus dem sie nicht wusste was geworden ist ein Job bei ihm zu verschaffen. Sie sagte, sie wüsste nur, dass ihr Soso eine kleine Arbeit in Russland gefunden häte, aber er würde es wohl nie zum größerem bringen. naja...der Standhalter kam sich i.wie veräppelt vor und dachte, dass das der Galgenhumor von Stalin war, der damals schon sicherer Diktator und Massenmörder war. Der Standhalter fürchtete, dass Stalin ihn noch heute Abend töten lasse wurde und ging Abends in ein Hotel und lies seine Familie zur Oma bringen... Die Arme Frau meinte es ernst und Stalin besuchte sie nicht mal zur ihrer beilegung in Tbilisi...er machte Urlaub i.wo in der Nähe und als er erfuhr, dass seine Mutter tot war, fragte er den Boten, warum er so gucke, er könnte doch seine Mutter sowieso nicht wiederbeleben...
    MfG
    Sakartwelo
     
  14. Brushian

    Brushian Gast

    Einmal waren ein paar hochrangige Vertreter der jugoslawischen und bulgarischen Kommunisten nach Moskau eingeladen, darunter der Jugoslawe Tito als auch der Bulgare Dimitrov.
    Dimitrov galt als besonders serbenfreundlich, sein Hauptaugenmerk und Wunsch seit seiner Jugend war die Vereinigung der Serben und Bulgaren, am Belgrader Bahnhof fing er einmal zum Weinen an, als ihm unzählige serbische Bauern zuwinkten.
    Leider Gottes waren bulgarische Faschisten im zweiten Weltkrieg den Serben feindlich gesinnt und begingen Massaker und Plünderungen in Südserbien, Dimitrov wollte das Kriegsbeil begraben und hoffte immer auf eine Aussöhnung zwischen den sehr ähnlichen Völkern.
    Beim Abendessen schenkte Stalin den Wein ein und sagte, dass dies bulgarischer Wein sei.
    Kurz danach, als einige feucht-fröhlich schon am Glas nippten, ließ er eine sehr unpassende Bemerkung, auf dass sie jeder hörte:
    "Eigentlich ist es kein bulgarischer Wein, Die Bulgaren haben ihn aus Jugoslawien gestohlen."

    Dimitrov folgte einer Aufforderung Stalins, welche Tito verweigerte, als es um eine Föderation zwischen Jugoslawien und Bulgarien ging, nach Moskau zu einer Unterredung mit Tito zu kommen, und war kurz danach tot.

    Er endete wie Millionen anderer, die nicht ganz in Stalins Selbstweltbild passten.
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Darf ich deinen letzten Satz so verstehen, dass Dimitrows Tod in einem sowjetischen Sanatorium nicht ganz "natürlich" war? Gibt es dafür solide Quellen (keine Verschwörungstheorien bitte)?
     
  16. Brushian

    Brushian Gast

    Naja, die Ermordung Dimitrovs liegt ziemlich nahe, zu mal Tito sich weigerte nach Moskau zu fliegen und niederrangigere Funktionäre wie Kardelj und Djilas hinschickte, welche er beauftragte Stalin zu erklären, dass er krank sei.
    Wissen kann man es natürlich nicht, dass ist eine ähnliche Angelegenheit wie bei Jan Masaryk, aber naja ...
     
  17. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Zumindest war Dimitroff von Stalin viele Jahre geduldet, da er Komintern-Chef bis zur Auflösung 1943 war. Und die Komintern war der erste Global Player.
    Die Komintern vereinigte alle kommunistischen Parteien der Welt und hätte sicherlich mehr unternommen als die Sowjetunion ihr zubilligte.
    Bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin wird der Tod von Dimitroff als "mysteriös" formuliert.
    Doch schon 1944 traf Milovan Djilas in Moskau auf einen "von Asthma und Ekzemen gezeichneten Dimitroff" (Quelle: "Buchhalter der Weltrevolution", Die Zeit, 02/2001)
     
  18. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Najaaa, so ganz neutral sind die ja nun nicht a bissl rötlich angehaucht und so.

    :scheinheilig:
     
  19. Brushian

    Brushian Gast

    das war glaub ich das Problem

    Es kann schon sein, dass er natürlich von uns ging, zum einen Dimitrov in der SU als Held gefeiert wurde, aber viele wurden am Anfang geduldet und bekamen später den Nierenstich,
    mysteriös isses ...

    Mir ging es auch eher um Stalins "Trinkspruch".
     
  20. Brushian

    Brushian Gast

    Vielleicht hat sich Dimitrov schon 5 Jahre vorher verstellt um nicht zum Genossen Stalin reisen zu müssen:p
     

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