Der Krieg ist verloren!

Gemeint ist natürlich August 1943.

Bereits ein Jahr später gab es keine Berichte des SD mehr. Die anhaltend schlechten Meldungen über die Stimmung im Volk veranlassten Martin Bormann, die Meldungen des SD zu torpedieren, indem er allen NS- und DAF-Funktionären die Mitarbeit im SD verbot.

"Damit hatte die regelmäßige Unterrichtung der Führung über die Stimmung und die Reaktion des Volkes auf politische und militärische Ereignisse ihr Ende gefunden, weil die maßgeblichen Männer die Wahrheit nicht hören wollten." (Boberach, S. XXVIII)
 
Interessant, dass die breite Masse des Volkes im August 1945 noch nicht mitbekommen hatte, dass der Krieg verloren war ...
Weil sie noch immer mesmerisiert unter den Worten des Demagogen a.h. und den Luegen Goebbels stand.
Das Gleiche mit der deutschen Abwehr, die es speater nicht glauben konnte, dass sie seit Jahren durch GARBO, bzw. MI 5 an der Nase gefuehrt wurden.
 
Nein, die breite Masse der Bevölkerung war schon zu Weihnachten 1943 skeptisch bis deprimiert.
Gerade das Weihnachtsfest brachte die Bedeutung und die Gefährdung des privaten Glücks und die der Familie zum Ausdruck.

  • Das Erkundigen nach dem Schicksal früherer Schulkameraden.
  • Das Sammeln der von den Eltern verwahrten, lesezeichenartigen privaten Todesanzeigen, die immer weniger von Heldentod sprachen,
  • die mit Packpapier ausgeschlagenen Ladenauslagen, und dem durchaus ablehnend gemeinten Zusatz "Wegen Renovierung geschlossen",
  • Für die Soldaten auf Heimaturlaub die Realität der schon 1943 zerstörten Städte, in den großen Umstiegsbahnhöfen.
  • In den Monaten zuvor Stalingrad, die Landung der Alliierten in Nordafrika und Sizilien,
  • der als Abfall und Verrat empfundene Verlust des Verbündeten Italien,
  • das Zusammenbrechen aller Offensiven an der Ostfront,
  • die zuhause immer häufigeren Luftalarme,
  • der sehr nachlassende Enthusiasmus des Winterhilfswerks, in der jetzt dritten Kriegsweihnacht an der Ostfront.
  • Keine Rede mehr von Cognac und der Schönheit Frankreichs und der der französischen Frauen,
  • Keiner, aber auch keiner der Soldaten konnte mehr von militärischen Erfolgen erzählen.
Der Mythos der Wunderwaffen wurde ja erst ab dem Sommer 1944 massiv verbreitet.



Noch einmal, zur Erinnerung, die 15 Jahre alte Einschätzung des Mitglieds @Melchior:

Der Krieg war verloren, als er begann. Kein strategisches Ziel wurde erreicht. Weder ein endgültiger Sieg im Westen, noch ein Sieg im Osten wäre realiter erreichbar gewesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Weil sie noch immer mesmerisiert unter den Worten des Demagogen a.h. und den Luegen Goebbels stand.

Entweder war das ein besonders blöder Witz von Dir, oder Du nimmst Raveniks Witzelei über einen Zahlenvertipper für bare Münze.

Lies doch bitte einfach mal den Beitrag Der Krieg ist verloren! noch einmal genau (die letzte Jahreszahl muss 1943 heißen...): Die breite Masse des Volks war schon 1943 nicht mehr davon überzeugt, dass der Krieg zu gewinnen war.
 
.Die breite Masse des Volks war schon 1943 nicht mehr davon überzeugt, dass der Krieg zu gewinnen war.
Das ist reine Spekulation. Von der bin ich eben nicht ueberzeugt. Schliesslich gab es im NS-System keine echte Meinungsumfrage und nur grotesk verbogene 'Nachrichten'. In der Tat, BBC zu hoeren war das ticket in's KZ.

Ja, Stalingrad laeutete den Anfang des Ende ein, doch spaetestens nach D-Day und dem 'unconditional surrender' Mandate musste klar sein ,dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Aber halt....da war ja noch die 'Wunderwaffe'.
 
Ich hatte einmal von einer Untersuchung der Häufigkeit von bestimmten Vornamen in der NS-Zeit gelesen und habe das mal mit Hilfe der KI recherchiert. Ich glaube dass dies ganz gut hier rein passt. Hier das Ergebnis:

Es gab keine Meinungsumfragen, aber eine Studie von Michael Wolfsohn und Thomas Brechenmacher.
Sie untersuchten für ihr Buch „Die Deutschen und ihre Vornamen. 200 Jahre Politik und öffentliche Meinung“ Millionen von Geburtsregistereinträgen – unter anderem aus München und Berlin – um Vornamen als eine Art "Seismografen“ der politischen Gesinnung zu analysieren. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme lässt sich in den Daten ein sprunghafter Anstieg bei der Vergabe von Namen feststellen, die direkt mit der NS-Führung oder der Bewegung verknüpft waren. Horst war der beliebteste. Adolf, eigentlich schon aus der Mode gekommen schoss nach oben. Auch Hermann erlebte einen starken Aufschwung. Die Forscher werteten diese Welle als klaren Ausdruck einer echten, freiwilligen Zustimmung und Begeisterung in Teilen der Bevölkerung. Soweit jetzt nicht so überraschend, aber das spannendste Ergebnis der Studie ist jedoch, dass die Beliebtheit dieser "politischen“ Vornamen weit vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs drastisch einbrach. Schon ab 1937/1938 verlor der Name Horst massiv an Boden. Ab 1940/1941, mit den einsetzenden Härten des Krieges, stürzten die Vergabe-Zahlen für Adolf und Hermann regelrecht ab. Die Menschen verloren im Alltag die Begeisterung für das Regime. Gegen Kriegsende (1944/1945) waren Adolf und Horst in den Geburtsregistern fast vollständig in der Versenkung verschwunden. Stattdessen dominierten völlig unpolitische, traditionelle Namen wie Hans, Peter, Klaus oder Werner die Statistiken.
Das Fazit der Forscher Wolffsohn und Brechenmacher kamen zu dem Schluss, dass die Vornamengebung die tatsächliche Stimmung der Bevölkerung präziser widerspiegelt als offizielle Wahlergebnisse oder NS-Propaganda. Wer sein Kind Adolf oder Horst nannte, bekundete eine aktive Nähe zum Regime. Der rasche Niedergang dieser Namen mitten im Krieg zeigt jedoch, wie früh die innere Distanzierung und die Kriegsmüdigkeit der Deutschen einsetzten – lange bevor das Regime im Mai 1945 kollabierte.

Von daher glaube ich auch nicht, dass große Teile der Bevölkerung nach 1942/43 noch an den "Endsieg" geglaubt haben.

Quellen:
 
Das ist reine Spekulation. Von der bin ich eben nicht ueberzeugt.

Was Du von Dir gibst, ist reine Spekulation.

Schliesslich gab es im NS-System keine echte Meinungsumfrage
Das hat auch niemand behauptet. Was es aber gab, war eine systematische Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung, die von Hunderten von Dienststellen mit Hilfe Zehntausender ehrenamtlicher Mitarbeiter und V-Leute betrieben wurde. Und das Regime strebte explizit danach, ein (nach außen selbstverständlich strikt geheimgehaltenes) repräsentatives und ungeschminktes Bild geliefert zu bekommen. Die Berichte zeigen recht eindeutige Tendenzen, diese kann man zur Kenntnis nehmen oder eben vor ihnen die Augen verschließen (was Nazi-Verantwortlichen dann ab Sommer 1944 auch vorzogen).
 
Es gab keine Meinungsumfragen, aber eine Studie von Michael Wolfsohn und Thomas Brechenmacher.
Sie untersuchten für ihr Buch „Die Deutschen und ihre Vornamen. 200 Jahre Politik und öffentliche Meinung“ Millionen von Geburtsregistereinträgen – unter anderem aus München und Berlin – um Vornamen als eine Art "Seismografen“ der politischen Gesinnung zu analysieren
Finde ich sehr interessant. Wie es wohl mit den christlichen Vornahmen war, wie Christian, Maria oder Johannes?
 
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