Egodokumente der Weimarer Abgeordneter

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von sashu, 29. Juli 2021.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Wenn du noch nie da warst, dann musst du dies durchlesen:

    Bundesarchiv Internet - Archivbesuch vor Ort

    Und woher ich das mit den Auflagen der Eigentümer habe? Steht beim Nachlass unter Bestandsgeschichte.

    Das gehört zur historischen Recherche. Wenn du Glück hast sind einige Quellen digitalisiert und du musst nicht ins Archiv, ansonsten gehört das Reisen dazu.
     
  2. sashu

    sashu Neues Mitglied

    Dann muss ich wohl meinen Archivbesuch besser planen (Abgeordnete in Gruppen zusammenfassen). Danke für die Auskunft!
     
  3. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

    (Hesiod, Werke und Tage, 289f)

    Bei meiner Recherche vor ca. 8 Jahren hatte ich zwar nur eine Person im Blick, doch die hat mich nach Marbach, Bern, Wien, Erlangen, Bonn und nicht zuletzt nach Philadelphia geführt. War die Mühe aber wert.
     
    sashu gefällt das.
  4. sashu

    sashu Neues Mitglied

    Heißt es etwa, dass ich für meine Recherche 60 Abgeordnete mal 8 Jahre brauchen würde (smiley)?
     
  5. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

    :)
    1. Die Recherche war vor 8 Jahren und dauerte ca. 3 Jahre. Es wären also nur 180 Jahre. Manche Schwerverbrecher in den USA sitzen länger im Knast.:cool:
    2. Das Rezept lautet, wie du ja schon geschrieben hast: bündeln. Auch der Genauigkeitsgrad ist natürlich von Bedeutung. Ich habe eine Biographie geschrieben, dich interessieren nur bestimmte politische Gedanken, nicht der gesamte Lebenslauf. Außerdem gibt es inzwischen schon sehr viel mehr digitalisierte Quellen, und man kann sich in häufig auch Kopien anfertigen lassen, was dann zwar weniger Zeit, aber mehr Geld kostet. (Kein Vermögen allerdings.) Das hat mir manche Reise in die USA, Österreich und Schweiz erspart.
    3. Ich bin allerdings auch auf private Nachlässe gestoßen, die ihr Material unter Verschluss halten.
     
  6. sashu

    sashu Neues Mitglied

    Ich überlege momentan, wie ich am schnellsten Egodokumente beschaffen kann, um meine Pilotstudie abzuschließen. Wenn ich feststelle, wo die Reise hingeht, kann ich auch mehrmals meine Informationen überprüfen. Unterlagen aus einem Archiv sind sicherlich interessant, aber die Wartezeit ist unerträglich - im Bundesarchiv kann ich mich momentan für Oktober anmelden. Mir scheinen daher außer elektronischen Dokumenten auch Biographien am interessantesten, weil Biographien ja auch als Monographien in Bibliotheken frei verfügbar sind, die als Egodokumenten-Quellen gelten können. Kopien anfertigen zu lassen ist eine gute Option, wobei ich hoffe, dass meine Uni die Kosten begleichen könnte.
     
  7. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Nun, es kommt ganz drauf an wie wichtig einem eine Angelegenheit ist. Reisen nach Übersee sind für ernsthafte Historiker etwas selbstverständlcihes, wenn das Projekt es verlangt. Mal angenommen, jemand arbeitet über Karl V., dann ist es unumgänglich sowohl nach Wien als auch nach Simancas und Madrid zu reisen und gegebenenfalls auch Besuche in Südamerika zu machen...
     
  8. sashu

    sashu Neues Mitglied

    Gibt es schon in historischer Community Konsensus darüber, in wie fern politische Reden als Egodokumente können. Ich denke dabei daran, in wie fern ist das, was von der Bühne ausgesprochen wurde als wahr angenommen werden kann oder an Selbstzensur?
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nicht einmal ein einzelnes Dokument lässt sich so pauschal bewerten. Es kann in einem Satz Selbstzensur erfolgt sein und drei Sätze später nicht. Ob etwas als Egodokument bewertet werden kann, muss der Historiker (in dem Falle also du) in einer Auseinandersetzung mit dem Dokument Satz für Satz klären. Häufig sind die besten Egodokumente allerdings Aussagen über andere, etwa den politischen Gegner.
     

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