Elisabeth Christine und Friedrich oder die Grenzen der Staatsräson?

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Brissotin, 12. April 2007.

  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hier nun die angedeutete Passage.

    Voltaire bleibt, glaube ich, vage genung, womit es eigentlich doch jugendfrei ist. :scheinheilig:

    *

    Diese Beschreibung ist in eine Erzählung des ganzen Tagesablaufes des Königs eingewoben und wirkt daher beinahe eher beiläufig eingestreut.
    Der Stil und der Humor der ganzen Schrift scheint mir ganz der von Voltaire zu sein, womit die Autorschaft für mich gesichert gelten sollte. Die "Denkwürdigkeiten" enden ungefähr 1760, entstanden also offenbar nicht nur zu einer Zeit der persönlichen Abkühlung zwischen beiden Philosophen, sondern auch zur Zeit der Feindschaft zwischen ihren Heimatländern.

    Zeitlich ist diese Passage nach dem Tode des Kardinals Fleury (1743)angesiedelt. Angeblich hatte Voltaire die Order, den Preußenkönig in Richtung eines Wiedereintritts in den Österreichischen Erbfolgekrieg zu beeinflussten. Dass Friedrich II. das dann auch tat, rechnete sich Voltaire natürlich nur sich selbst zu. :rofl:

    * Voltaire: "Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Herrn von Voltaire. Aufgezeichnet von ihm selbst"
    In: Voltaire: "Sämtliche Romane und Erzählungen" Inseltaschenbuch - Verlag, Leipzig/Frankfurt a. Main, 1992
    S. 67
     
  2. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Soweit ich weiß versprach der Soldatenkönig seinem Sohn für die Geburt eines Erben ihm eine Auslandsreise zu gestatten (Italien?). Er versuchte es also ausnahmsweise mit der Lockmethode :D. Das Verhaltnis des Soldatenkönigs zu seiner Schwiegertochter war gut und er war ausgesprochen freundlich zu ihr - ganz im Gegensatz zu seiner Frau und seiner ältesten Tochter Wilhelmine.
    Die hat ihrem Bruder im übrigen auch beschworen, er solle das seine tun und ein Kind zeugen. Sie hielt ihm vor Augen wie sehr das seine Stellung beim Vater festigen würde.
     
  3. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Wie lang dauert es denn da von der Ansteckung bis zum ersten Ausbruch der Krankheit? Friedrich wurde bald nach der Rückkehr aus Dresden schwer krank.
    Der Soldatenkönig scheint die Krankheit für eine Lungenkrankheit gehalten zu haben (und rechnete schon halb mit dem Tod seines Sohns), aber wer weiß was man dem Vater erzählt hat.
    (Das merkwürdigste an diesem Mann war, meiner Meinung nach, dass er einerseits sehr klug, anderseits unglaublich naiv war.)

    Nachdem Friedrich sich von seiner Krankheit erholt hatte, ging sein Verhältnis zu seinem Vater im übrigen so richtig den Bach hinunter. Vielleicht, weil der König doch noch mitbekam, welche Krankheit sein Sohn hatte und was die Folgen waren?
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Vielleicht war auch gerade dies dann ihr Problem. Sie gehörte nicht zum Geflecht aus Intrigen und blieb gewissermaßen gegenüber den Geschwistern und Friedrich II. selbst eine Fremde. Das mag andererseits dazu beigetragen haben, dass ihr Schwiegervater sie mochte.
     
  5. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Ich denke mal, dass Elisabeth Christine hübsch, schüchtern, religiös und bemüht es allen recht zu machen wie sie war, dem Idealbild einer Schwiegertochter recht nahe kam soweit es den Soldatenkönig betraf.
     

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