Ermächtigungsgesetz: Warum stimmte der Reichstag zu?

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von ponzelar, 15. Oktober 2005.

  1. Dernburg

    Dernburg Neues Mitglied

    Guten Morgen, bisher ist keiner auf mich eingegangen???
    Ich bin auch noch da!
     
  2. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Ponzelar,
    was ist daran Unfug? Oder willst Du bestreiten, dass August Bebel und Gerhard Schröder Bürger sind und somit auch Mitglieder einer bürgerlichen Partei waren oder sind?:confused:
    Schon Lasalle wollte keine Revolution sondern Reformation.:rolleyes:
    Gruß
    Heinz
     
  3. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Danke für die Aufklärung lieber Mercy,
    dass sind nun auch schon über 100 Jahre her.:) Ich meinte eigentlich auch die Zeit von Weimar bis heute, aber das hätte ich schreiben müssen.:rolleyes:
     
  4. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied


    Soweit ich weiß, gab es eine Art Verfassungsgericht NICHT. Die Grundrechte waren z.B. nicht einklagbar.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    In der "Bismarckschen-Verfassung" hatte der Reichsrat, also die Länderkammer die Aufgabe über die Verfassung zu wachen.
    Ob das in der Weimarer-Verfassung ebenso war, weiß ich nicht. Würde aber die Auflösung des Reichsrates durch Hitler noch zusätzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen.

    Grüße Repo
     
  6. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    ja, das will ich.
     
  7. Solidarnosc

    Solidarnosc Neues Mitglied

    Auch Lenin, Liebknecht und Trotzki waren nicht gerade waschechte Proletarier, aber trotzdem würde man auch nie auf die Idee kommen, die Bolschewistische Partei oder die KPD als bürgerlich zu bezeichnen.....aber das nur am Rande.

    Natürlich die Bürgerlichen sahen in der NSDAP wohl die einzige Bewegung, die als Schutz vor dem Bolschwewismus dienen konnte. Das Zentrum, die Partei der Katholiken ja soweiso, die Sicherung der Position der Kirche im Staat war ja einer ihrer Fixpunkte und die Politik des Reichkanzlers von Papens hatte wohl zu einer Entfremdung von der SPD geführt. Die DVP war nach Stresemann deutlich ins rechts-konservative Lager gerückt, für einige fing Bolschewimus wohl schon bei der SPD an. Vor allem schien für viele Politiker des bürgerlichen Lagern die Demokratie als gescheitert, bei Massenarbeitslosig keit, da wollte man wohl einen "starken Mann" an die Macht lassen, damit er das Land durch die schwierige Zeit führte und nach 4 Jahren die Macht wieder abgab. Hitler hat nie ein Geheimnis aus seiner Einstellung zur Demokratie gemacht, aber es schien vielen wohl zu UNglaublich. als dass er seine Reden wirklich in die Tat umsetzten würde.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Und das Godesberger Programm?

    Grüße Repo
     
  9. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das war aber lang nach dem Ermächtigungsgesetz.
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Der Gerhard Schhröder aber auch.

    Grüße Repo
     
  11. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    hat zwar mit dem thema nichts zu tun, aber trotzdem:

    der noch-kanzler g. schröder ist sohn eines im krieg gefallenen hilfsarbeiters im schaustellergewerbe. daran ist nichts ehrenrühriges aber halt auch nichts bürgerliches.
    zum godesberger programm: die spd blieb auch nach diesem programm eine partei, die arbeit(er)nehmerinteressen verpflichtet war, also keine bürgerliche partei.

    auf die gefahr hin nun tagespoltisch zu werden: bei sehr hellem licht, guter lupe und viel wohlwollen kann man das sogar heute noch erkennen.

    aber das ist alles off topic.
     
  12. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Mal eine zwischen Frage. Wie definiert ihr Bürger und bürgerlich?
     
  13. Solidarnosc

    Solidarnosc Neues Mitglied

    Zustimmung und damals in der Weimarer Republik bestand noch ein krasser Unterscheid zwischen Arbeiter und Bürger. Vor allem wenn man bedenkt, dass die SPD noch das Ziel Sozialismus auf ihren Fahnen stehen hatte. Und am Ende der Weimarer Republik, drifftete der Groteil der Bürgerlichen nach rechts ab. Also kann nicht von einer bürgerlichen SPD gesprochen werden, vor allem wenn man das Bündniss der SPD mit den Gewerkschaften bedenkt.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das scheint mir wirklich nötig zu sein.

    Marx, Engels, Carlo Schmidt, kann man von ihrer Herkunft her doch nur als zum Großbürgertum gehörig bezeichnen.

    Ist die SPD deshalb eine Partei des Großbürgertums?

    Was soll also der Hinweis, dass der Vater von Gerhard Schröder Schaustellergehilfe war?
    alle Achtung vor Gerhard Schöder, den Lebensweg muss ihm erst mal einer nachmachen.
    Aber was hat das mit der Einschätzung der SPD als bürgerliche oder nicht bürgerliche Partei zu tun?

    Grüße Repo
     
  15. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Bürger in der Weimarer Republik - ein interessantes und schwieriges Thema, dass sicher einen eigenen Thread wert wäre. Auch viele führende Männer in der NSDAP entstammten dem Bürgertum - etwa Göring, Ribbentrob, Goebbels, nicht zuletzt auch Hitler selbst, der aus einer kleinbürgerlichen Familie kam. Ich denke, das "bürgerliche" definiert sich eher an den Zielen der Parteien. Hitler strebte im Prinzip eine Gesellschaft an, die völlig an der Partei und dem Führer orientiert war. Am besten spiegelt sich das in seiner Rede in Reichenberg 1938 wieder, wo er schildert, wie jeder Deutsche von der Kindheit an in den Apparat von Parteiorganisationen wie der HJ integriert wird, mit dem berühmten Schluss: "Und sie werden nicht mehr frei sein ihr ganzes Leben."
     
  16. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Es kann definitiv kein Anhaltspunkt sein, die Herkunft der Mitglieder bei der Frage, ob eine Partei bürgerlich ist oder nicht heranzuziehen.

    Wenn überhaupt müssen die Parteiziele darüber Auskunft geben, ob eine Partei bürgerlich ist. Und dazu muss man abklären, was man unter bürgerlich versteht. Dazu gehört für mich weder die SPD noch die DNVP, denn Revolution ist in meinen Augen immer untypisch für "bürgerlich", wenigstens in Deutschland im 19./ erste Hälfte 20. Jhd.
     
  17. Mercy

    Mercy unvergessen

    Dann gibt es da noch so ein schönes Begriffspaar: Bourgeois und Citoyen.
     
  18. Rüdiger

    Rüdiger Neues Mitglied

    Um noch einmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Es war ja nicht einfach so, daß eine demokratische Regierung durch eine undemokratische ersetzt wurde. Spätestens seit Papen zeichneten sich doch Bestrebungen der monarchistisch gesinnten Kräfte ab, die alten Verhältnisse wiederherzustellen. Als Hitler an die Macht kam, existierte de facto schon ein Obrigkeitsstaat. Wenn das Parlament nicht spurte, wurde es halt aufgelöst und neu gewählt. Ich fände in diesem Zusammenhang jedenfalls interessant: Legitimierten die Abgeordneten (ohne SPD) durch ihr Abstimmungsverhalten in ihrem Bewußtsein eher Hitler und das in gewisser Weise eher rechts-revolutionäre Programm der NSDAP, oder vertrauten sie vielleicht noch immer auf das (zumindest nach Meinung Papens) nur leicht modifizierte "Kabinett der Barone" mit "nur" drei oder vier NSDAP-Mitgliedern?
     
  19. Strupanice

    Strupanice Neues Mitglied

    Das sieht der eine so, der andere anders. 1914 z.B. war kein großer Dienst am Vaterland, was ja auch zur Spaltung der Linken beitrug, die ja bis heute andauert. Seitdem hatte die SPD auch eher weniger Bauchschmerzen mit Parteien rechts von ihr zu koalieren, als mit welchen links von ihr. :grübel:
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Oktober 2005
  20. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Bei bürgerlich denke ich an Unternehmer und eine Zusammenhang mit der Bourgeosie und damit einen gewissen Gegensatz zum Proletariat.
    Bürger hingegen erweckt bei mir hingen mehr Assoziation an das Wort Einwohner. Bei den griechen (für die ich mich ja mehr interessiere) spreche ich zwar von einer Bürgergemeinschaft aber nie von einer bürgerlichen gesellschaft.
    Gerade Engels ist als Fabrikbesitzer ein besonders krasses Beispiel.
    Aber langsam rutschen wir immer mehr vom Thema ab:rotwerd:
     

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