Flottenpolitik des deutschen Reiches

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Stepanowitsch, 18. Oktober 2005.

  1. Armin

    Armin Neues Mitglied

    1.Ich habe von meinem Lehrer gehört, dass Wilhelm II EIN einziges Kriegsschiff bis nach China schickte, und dort patroulieren ließ, um seine Weltherrschaft zu demonstrieren.


    SO, also ich habe mir eure Beiträge gründlich durchgelesen, und habe nun verstanden warum England die Flottenpolitik des deutschen Reiches (wilhelm2.) nicht akzeptiert hat.
    2 Dinge muss ich aber noch wissen:

    • Was waren die Ziele Wilhelm des 2.? Warum hat er denn so eine Flotte bauen lassen, war er sich über die Folgen nicht im klaren? Ich habe gehört, dass Deutschland eine Weltmachtsstellung anstrebte, stimmt das?
    • Wie ist dieser Konflikt weiter verlaufen? Also als DE ihre Flotte ausgebaut hat, was ist dann passiert. ( endete es wirklich dann im 1. weltkrieg?)
     
  2. Tekker

    Tekker Gast

    Ja, Wilhelm zwo wollte auf "Augenhöhe" mit z.B. dem Britischen Empire sein.

    Letztlich war es wohl so. Ich sehe die Flottenpolitik als eine der Ursachen an.
     
  3. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Da ich ein referat über die Flottenpolkitik halten werde (9te klasse gymnasium) habe ich mir anhand meiner quellen und informationen folgenden vortrags-ablauf (inhaltsangabe) vorgestellt.

    Einleitung: -Vorstellung des Themas
    -kurze erläuterung zu WilhelmII

    Erläuterung der Politik: -Was hat Wilhelm II überhaupt gemacht?
    -Was war Englands Reaktion?

    Hintergründe: -Gründe für Englands Reaktion
    -Warum hatdas deutsche Reich diese Flottenpolitik betrieben?

    Schlusswort: -Schlussfolgerung
    -kurze Erwähnung des 1. Weltkrieges.


    So das wäre das Grundgerüst, ne bewertung eurerseits wäre nett.

    PS.: Ich werde mit Hilfe eines Beamers Bilder der Schiffe und von W.II einblenden. Und mit Overheadprojektor ebenfalls arbeiten.
     
  4. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Wou brauchst du den Projektor, wenn du einen Beamer nutzen kannst?
    Verwendest du den Beamer auch um deinen Mitschülern das mitschreiben zu erleichtern?
     
  5. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Ja, ich habe auch durch andere Leute (DANKE TEKKER) erfahren, dass ich den Overheadprojektor nicht brauche.
    Ich denke nicht dass ich ihnen das abschreiben erleichtern werde, indem ich es auf die Wand beame, ich werde es ihnen mit hilfe eines arbeitsblattes einfach austeilen :)

    Danke für eure Hilfe :) :winke:
     
  6. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Also ich mag Arbeitsblätter gar nicht. Da schaut fast keiner richtig hinein.

    Ich behaupte, dass mitschreiben immer noch die beste Methode zum lernen ist. Ob dabei nur abgeschrieben wird sei dahingestellt. Wichtig ist, dass Worte die man selber aufschreiben muss auch wirklich im Gedächtnis bleiben!!!

    Arbeitsblätter sind nur zur Ergänzung der aufgeschriebenen Grundkenntnisse gut...
     
  7. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Ja, da hast du zwar durchaus Recht, aber kennst du die Situation zur Zeit in meiner Klasse?
    Da hat keiner Lust etwas abzuschreiben, da krakaeln die etwas auf ihren College-Block und sagen sie seien fertig...
    Das werde ich mir nochmal überlegen und mit meinem Lehrer absprechen!:yes:
     
  8. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Mach doch ein Arbeitsblatt mit einigen gut verteilten Lücken. Richtig gemacht, zwingt man die Leute damit zuzuhören.
    Pass aber auf, dass du auch die fehlenden Informationen erwähnst (den Fehler das nicht zu tun, habe ich schon mal begangen:autsch: )
     
  9. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Ja, so ähnlich habe ich es das letzte mal auch gemacht.
    Das ist keine schlechte Idee, ich denke dass ich dies auch diesmal machen werde :grübel::hoch:
     
  10. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Hier würde ich nicht nur auf die Flottenträume von WilhelmII. schauen, die eine Mischung aus bewunderdem Neid auf England und großmäuligem Weltmachtanspruch bestand. Es gab auch innenpolitische Gründe, die WII. durchaus erkannt hat. Der Flottenbau schuf stabile Absatzmärkte für die expandierende Stahl-und Eisenindustrie des Ruhrgebiets, Oberschlesiens und der wichtigen Rohstoffzugänge aus dem anektierten Elsäß.-lothring.Industriegebiet . Der so erbrachte Beweis der wachsenden dt. Stärke
    wirkte patriotismusfördernd und einigend auf breite Schichten der in sozialen Spannungen lebenden Bevölkerung . Spannungen im Zeitalter der Massenpolitik, die die elitäre , aristokr. preuß. Offizierskorps-Kaste so nicht mehr bewältigen konnte.
    Wirtschaftl. Faktoren trafen sich so mit den Flottenplänen Tirpitz und Wilhelms.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Dezember 2005
  11. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Wow, danke für diese wichtigen Details, wenn du mehr weißt kannst du es mir gerne noch sagen, da ich alle Hintergründe kennen muss!
     
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ich habe gestern abend meine maritime Literatur etwas durchgeschaut und bin in "Koehler´s Flottenkalender für 1911" auf einen Artikel gestoßen:
    "Wird England uns angreifen" demnach soll so ca. 1903in England die These vertreten worden sein, dass Deutschland das einzige Land Europas sei, das
    England ungestraft angreifen könne. Weiter sei zu der Zeit in England die Meinung vertreten worden, ein siegreicher Krieg gegen Deutschland würde jeden Egländer etwas reicher machen.
    Es wird also die Angst vor einer Bedrohung durch England als Grund für die Flottenrüstung genannt.

    Gesichtspunkte denen man nachgehen kann. Mal sehen, vielleicht finde ich noch was.

    Grüße Repo
     
  13. ganz_der_alte

    ganz_der_alte Mitglied

    Hinzu kommt, dass 1905 eine neue Phase des Wettrüstens zur See eingeleitet wurde.

    Durch den Schritt zum "All big gun Battleship", vollzogen durch den Bau der Dreadnough, begannen alle bedeutenden Marinen der Welt Schlachtschiffe und (ab 1907) auch Schlachtkreuzer zu bauen.

    Als 2. Land stellten die USA entsprechende Schiffe in Dienst (Baubeginn dieser Einheiten allerdings VOR dem der Dreadnough!!), dann folgten das Deutsche Reich, Japan, Frankreich, Italien, Russland und auch einige kleinere Seemächte.

    Fast unbemerkt vom europäischen Wettrüsten bauten die USA eine Flotte (damals) hochmoderner Schlachtschiffe auf und besaßen schließlich eine Flotte, welche Großbrittanien 1921 im Washington-Vertrag als GLEICHSTARK akzeptieren musste!

    Ein derartiger Gedanke war 1914 für jeden Engländer abwegig! Die enlische Seedoktrin lautete, dass die Flotte mindestens so stark sein müsse, wie die zwei nachfolgenden Flotten zusammen.

    Gruß,

    Andreas
     
  14. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Eine Frage, von wann bis wann ging Wilhelm II. Flottenpolitik, und wann hat er damit begonnen???
     
  15. Rutger II.

    Rutger II. Neues Mitglied

    Also angefangen hat sie noch relativ verhalten so gegen 1895 spätestens und hat sich fortgesetzt bis zum Anfang des 1. WK 1914, wenn du nicht sogar noch 1918 als Enddatum setzen willst (denn selbst 1917 wurde z.B. noch ein neuer Schlachtkreuzer namens "Hindenburg" (Derfflinger-Klasse) in Dienst gestellt, obwohl bis dahin eigentlich klar war, dass wenn überhaupt das Heer alle Ressourcen brauchte).
     
  16. Suedwester

    Suedwester Gast

    Den Ersten Entwurf für eine Flottenerneuerung (Einführung einer Division Linienschiffe der "Brandenburg"-Klasse) brachte er bereits zwei Monate nach Regierungsantritt im Reichsttag ein, hatte aber bereits vor seinem Machtantritt einen "Draht" zu Marinefragen. Und bis wann? Naja, bis Kriegsende ...

    Bye
    Suedwester

    PS.: Für Details empfehle ich: Stelzer, Die Deutsche Flotte, Frankfurt 1989
     
  17. Armin

    Armin Neues Mitglied

    Aha, das ist schonmal sehr gut.
    Kannst du mir sonst noch irgendwelche Informationen geben zu diesem Punkt für mein Referat?
    Also z.B. das erste Schiff was für dieses "projekt" gebaut wurde oder ähnliches?

    EDIT: Hab vergessen DANKE zu sagen :winke::yes:
     
  18. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    politische Bedeutung bekamen die Flottenträume wohl mit der Ernennung des Admirals Alfred Tirpitz im Sommer 1897 zum Staatssekretär des Reichsmarineamtes.
    Das Ende der Flottenpolitik liegt auf dem Grund des Meeres.
     
  19. Suedwester

    Suedwester Gast

    Das erste dieser vier Linienschiffe war die "SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm".
    Stapellauf: 30. 06. 1891 kaiserliche Werft Wilhelmshafen
    Besatzung: 568 - 591 Mann
    Gewicht. 10 670 t
    Länge: 115,7 m
    Breite: 19,5 m
    Tiefgang: 7,90 m
    Bewaffnung: 6x28 cm, 8x 10,5 cm SK, 8x 8,8 cm SK, 12 x MK 3,7 cm, 6 TR 45cm
    Indienststllung: 29. 04. 1897, KzS Valette

    Für mehr Details: Hildebrand/Röhr/Steinmetz, Die Deutsche Flotte, Bd. 5

    oder Fragen ;) - ich hab' aber keine Lust, Seitenweise Text abzutippen ;)

    Bye
    Suedwester
     
  20. Mark Mallokent

    Mark Mallokent Neues Mitglied

    Das Problem speziell für England bestand wohl darin, daß England eine starke Flotte, aber nur ein schwaches Heer hatte. Insofern hätte England zwar den deutschen Überseehandel bedrohen und unterbinden können, wäre aber zu einem Landkrieg nicht in der Lage gewesen. Bismarck hat mal geäußert, er würde eine britisches Landungskorps von der Polizei verhaften lassen.
    Bei Deutschland aber war es umgekehrt: Es hatte eine starke Armee und zunächst eine schwache Flotte und war somit auch seinerseits nicht in der Lage, England direkt zu bedrohen.
    Als es dann aber unter Wilhelm II. mit dem Flottenbau begann, begann sich dieses Gleichgewicht zu verschieben, insofern nun - unausgesprochen - die Möglichkeit einer deutschen Invasion Englands im Raum stand. Die Folgen sich bekannt.
     

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