Folgen der Entdeckung Amerikas

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Entdeckungen (15. - 18. Jhd.)" wurde erstellt von b0db0y, 19. Dezember 2007.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Und Paprika ist ein guter Vitamin C-Lieferant, viel besser als der Sinaasappel.
     
  2. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Der Mensch hat durch die Entdeckung von Amerika mehr Glück als Verstand gehabt. Wieder einmal hatte er seine ökologischen Grenzen überschritten, d. h. mehr Bevölkerung hervorgebracht als sein Siedlungsgebiet an Nahrungsmitteln hergab, und wieder tat sich per "Deus ex machina" eine neue Welt zur weiteren Plünderung auf. Die ist immer noch nicht leergefressen.

    Dies prägte in starkem Maße unser (westliches) Bewusstsein : Die Welt ist unerschöpflich, wer am schnellsten frisst, kriegt am meisten ab. Wenn irgendwo was fehlt, muss man es sich woanders holen. Bis zum Quartalsabschluss müssen die Zahlen stimmen und nach mir die Sintflut.

    Die Entdeckung Amerikas hat uns einen wichtigen Lernschritt zum nachhaltigen (Über-)Leben erspart.
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das würde ich etwas anders formulieren: EUROPA hat mehr Glück als Verstand gehabt. Allerdings auf Kosten der Entdeckten.
     
  4. Gast

    Gast Gast

    Was sind die heutigen Folgen der Entdeckung Amerikas?

    Hi, ich muss in ein einhalb Wochen ein Referat über die Folgen der Entdeckung Amerikas vorstellen.
    Das Problem ist, ich finde nur die früheren Folgen der Entdeckung Amerikas, nun wollte ich euch um Rat bitten, was es für heutige Folgen der Entdeckung Amerikas gibt.
     
  5. Ezio

    Ezio Neues Mitglied

    Die meiner Meinung nach schwerwiegenste Folge ist die erweiterte Globalisierung.

    Lg Ezio
     
  6. Lotte97

    Lotte97 Neues Mitglied

    Hatte die Entdeckung Amerikas auch Auswirkungen auf die Lutheranische Reformation???
     
  7. tessaqueen

    tessaqueen Gesperrt

    Spanien Eroberung Amerikas

    Könnt ihr mir ein paar Folgen und Gründe (motive) für die Entdeckungsfahrten Spaniens und deren Eroberung Amerikas am Beispiel der Azteken....

    Könnt ihr mir ein paar Folgen /Gründe nennen...? Am bestebn positive und negative... danke^^

    ein paar hab ich schon♥
     
  8. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    • Schokolade
    • Tomaten
    • Truthahn
    • Kartoffeln
    • Mais
    das sind so einige der Folgen
     
  9. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Gold. :fs:

    Verfall des Goldwertes in Europa. ;)
     
  10. Gast

    Gast Gast

    Hallo erstmal,
    Ich soll einen Text darüber schreiben ob die Entdeckung Amerikas bzw. einer neuen Welt Fluch oder Segen waren. Ich soll auf die unmittelbaren aber auch Langzeitfolgen schrieben und hab schon grob zusammengefasst folgende:
    -Enteilung der Menschen in Rassen—-> noch heute leiden Menschen darunter
    -Verbreitung des Christentums
    -Sprachen zb Spanisch wird aufgrund der Kolonien in Mexiko gesprochen
    -Arten und Tierverteilung zb gab es ein großes Bevölkerungswachstum in Europa durch die Kartoffel
    -Unterdrückung der Indios und das verlieren ihrer Religion und Kultur

    Das ist das was ich schon habe (und einige Unterpunkte) fällt noch jemanden was ein oder hat jemand vielleicht noch Tipps für Websiten ? Ich hab schon jede Menge gesucht, finde aber keine weiteren Punkte....

    dankeschön schonmal im Voraus
    LG
     
  11. hacege

    hacege Mitglied

    Es war nicht nur die Kartoffel:

    Ein gutes Stichwort in diesem Zusammenhang ist "Columbian Exchange"

    exemplarischer Literaturtip:
    THE GLOBAL ENVIRONMENT AND THE WORLD ECONOMY SINCE 1500 - J R. McNeill
    (in Global Ecnomic History Hg von Tirthankar Roy & Giorgio Riello)
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wie sehr die Kartoffel zum Bevölkerungswachstum beigetragen hat, dazu mangelt es mir an Zahlen. Sie war auf jeden Fall Segen und Fluch > Great Potatoe Famine
    Gegenstück zur Kartoffel ist der Mais. Grundnahrungsmittel der ackerbautreibenden Indigenen vom Sankt Lorenz-Strom in Kanada bis in die südamerikanischen Anden (Herkunftsgebiet Sierra Madre, Mexico) wurde dieses Getreide von den Europäern noch vor der Kartoffel adaptiert und - die Kartoffel wurde von den Euopäern eine zeitlang als hübsch blühende Pflanze geschätzt, aber ihrer giftigen Früchte wegen nicht als Nahrungsmittel erkannt - viel früher auch eingesetzt. Weil die Euopäer aber den Mais falsch verarbeiteten, kam es in den Regionen in Europa, in denen der Mais bekannte Getreidesorten ersetzte, zu Pellagra, einer Erkrankung aufgrund von Mangelernährung. Die Euopäer behandelten den Mais wie herkömmliches Getreide (Weizen, Roggen, Gerste etc.), sie nixtamalisierten ihn nicht.
    Mais - Niʃtamalización vs. Pellagra

    ...der Verlust...

    Folgen der Entdeckung Amerikas
    Entdeckung Amerikas
    Einfluß durch die Entdeckung Amerikas?

    Wenn du das nächste Mal ein Tomatenbrot isst, dazu einen Kakao trinkst und dir zum Nachtisch ein Stückchen Schokolade genehmigst, denk an die Mesoamerikaner.
     
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  13. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Da würde mich ja interessieren, ob du das als Fluch oder Segen siehst.
    Bei dem Punkt wäre ich vorsichtig. Denn beides müsste ja gut begründet werden. Wenn man das Christentum ungesehen als positiven Aspekt nimmt, kann man das eigentlich nur aus einer ideologischen Überzeugung heraus tun. Sind die Behauptungen des Christentums beweisbar wahr? Warum sollen Christen besser dran sein, als Angehörige anderen Glaubens.
    Das Gegenteil, dass das Christentum ein Fluch war, wäre vielleicht zu argumentieren (Verdrängung der ursprünglich gewachsenen Glaubensvorstellungen, Haltung fder Kirche der indigenen Bevölkerung gegenüber), halte ich aber auch eher für schwierig.

    Auch da würde mich die Einordnung interessieren. Zunächst gibt es auch hier erstmal einen Verlust ursprünglicher Identität. Aber heute ist es wahrscheinlich sogar von Vorteil, da eine gemeinsame Sprache die Verständigung sicher verbessert.


    Letzlich muss man sich ja auch immer die Frage stellen: Fluch oder Segen für wen?
     
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  14. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Frage nach einem "Fluch" oder einem "Segen" geht an dem historischen Hintergrund vorbei. Der entscheidende Punkt ist, die Veränderungen in der globalen historischen Entwicklung zu verstehen und welche Auswirkungen es für Europa und die globale Entwicklung der anderen Kontinente hatte.

    Läßt man man viele andere Aspekte außen vor, dann war die Entdeckung von "Amerika" vor allem eines, das enorme Potential zur Ausbeutung eines Kontinents, um vor allem große Mengen an Edelmetall - Silber - und anderen wertvollen Rohstoffen nach Europa - zunächst primär nach Spanien - zu schaffen.

    Global silver trade from the 16th to 19th centuries - Wikipedia

    Price revolution - Wikipedia

    Dieser Reichtum wirkte sich auf den Handel in Europa und mit Fernost aus und verstärkte vor allem die "blue-water" Seeschiffahrt der Europäer. (vgl. Pommeranz; Pommeranz & Topi)

    Vor diesem Hintergrund konnte Europa als erster Kontinent ein komplexes Verständnis von globalem Handel gewinnen, das andere Nationen bzw. Kontinente nicht aufweisen konnten. (vgl. McNeill)

    Diese Entwicklung begünstigte zwei weitere Entwicklungen, die zum einen mit dem Sklavenhandel und dem Handel mit Baumwolle zusammen hängen und so die wirtschaftliche Entwicklung in Europa zusätzlich deutlich dynamisierte.

    Zum anderen ermöglichte der relative Reichtum Europas eine auf Rivalität ausgerichtete bellizistische Haltung, die eine militärische Revolution in der Region begünstigte.

    In der Summe helfen diese einzelnen Stränge erklären, warum die Kombination aus Kapitalismus und militärischer Überlegenheit eine temporäre Dominanz Europas begünstigt hatte.

    Beckert, Sven (2015): Empire of cotton. A new history of global capitalism. London: Penguin Books.
    McNeill, William Hardy (2001): The rise of the West. A history of the human community : Chicago: Univ. of Chicago Press
    Parker, Geoffrey A. (1990): Die militärische Revolution. Die Kriegskunst und der Aufstieg des Westens 1500 - 1800. Frankfurt am Main: Campus Verlag.
    Pomeranz, Kenneth (2012): The great divergence. China, Europe and the making of the modern world economy. Princeton (N.J.): Princeton University Press
    Pomeranz, Kenneth; Topik, Steven (2015): The world that trade created. Society, culture, and the world economy : 1400 to the present. Third edition. London, New York, London, New York: Routledge, Taylor & Francis Group.
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da bin ich mir nicht sicher, ob McNeill da Recht hat, zumindest wirkt es in deiner Wiedergabe recht unmittelbar. Aber die vorherrschenden merkantilen Handelstheorien, die zumindest Spanien bis ins frühe 19. und Frankreich bis ins späte 18. Jhdt. beibehielten würde ich jetzt noch nicht als komplexes Verständnis deuten. Ab dem 19. Jhdt. würde ich McNeill da Recht geben, wobei freilich die Kolonisten selbst durchaus schon im 18. Jhdt. mehr Eigenständigkeit einforderten, was ja letztlich zu den Revolutionen 1776 und 1810 ff. führte.
     
  16. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Der wurde lediglich angeführt als einer der relevantesten Vertreter des "klassischen" eurozentrierten Narrativs, weil er diese Sicht mit am deutlichsten vertritt.
     
  17. Erich

    Erich Aktives Mitglied

    noch ein Literaturtip:

    Wenn Du Charles C. Mann "Amerika vor Kolumbus" ISBN 978 3 498 04536 4 beschaffen kannst - Mann zeigt recht schlüssig auf, dass der gesamte (!) amerikanische Kontinent infolge von europäischen Seuchen (Pocken u.a.) regelrecht "entvölkert" wurde, weil die indigene Bevölkerung keinerlei Abwehrkräfte dagegen hatte.
     
  18. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    nun ja, die auf Rivalität ausgerichtete bellizistische Haltung gab es nicht nur in Europa sondern weltweit bereits vor und unabhängig von der Entdeckung Amerikas und das galt sicherlich auch für ein komplexes Verständnis von globalem Handel. im Rahmen der jeweils bekannten" Welt".
    Im westpazifisch-indischen und sowie ostatlantisch-mediterranen Raum und den angrenzenden Landmassen sehe ich dieses Verständnis bereits erheblich früher. - allerdings ohne die europäische Dominanz - die kam erst mit dem Amerikahandel, da hier Europa das Monopol hatte.
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vorsicht: Du sprichst über Handelsnetze. Die existierten in den Amerikas ebenso wie in Eurasien und Afrika, wobei die Handelsnetze mal loser, mal fester miteinander verknüpft waren.
    Thanpower und ich sprachen über Merkantilismus und Kapitalismus. Also über ökonomische "Theorien". Ich will nicht ausschließen, dass es die in China oder Indien gab.
     
  20. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Man darf hierbei nicht vergessen, dass die Entdeckung Amerikas sehr viel Platz zum Siedeln geboten hatte, was sich besonders im 19. Jahrhunderts, als das Bevölkerungswachstums in Europa auch aufgrund der Fortschritte in der Medizin stark zunahm, günstig auswirkte. Hätte es diese Auswanderungsmöglichkeiten nicht gegeben – allein aus Deutschland wanderten innerhalb von 100 Jahren 5 Millionen Menschen aus –, wäre ein youth bulge mit all seinen Auswirkungen auf den inneren Frieden die Folge gewesen.
     

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