Gaugamela

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Quintus Fabius, 17. Juli 2004.

  1. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Hephaistion führte bei Gaugamela die berittene Leibgarde und erhielt nach dem Philotas-Prozess eine der beiden neuen Hipparchien. Später sollte er die Sogdiana besiedeln und marschierte zusammen mit Perdikkas 327 an der Spitze einer selbstständigen Heeresgruppe in Indien ein, wo er den Indus überbrückte.

    Nach Gründung mehrerer Städte führte er als Trierarch der Indusflotte einen Heeresteil auf der linken Seite des Flusses zum Meer und begab sich auf den Rückmarsch nach Persien. Alexander überhäufte ihn mit zahlreichen Ehrungen, die seine Ausnahmestellung erkennen lasse.

    In Susa heiratete Hephaistion 324 eine Tochter von Dareios III. Er starb im Herbst 324. Sein Scheiterhaufen in Babylon kostete 10 000 Talente und das Ammonorakel ordnete Heroenverehrung an. Es scheint so, dass Alexander den Tod seines Freundes nie überwand.
     
  2. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Hephaistion heiratete in der Massenhochzeit zu Susa 324 v. Chr. Drypetis, die jüngere Tochter des persischen Königs Dareios III. Er wurde damit zum Schwager Alexanders, da dieser die Schwester der Drypetis ehelichte. Im gleichen Jahr erkrankte Hephaistion nach einem Trinkgelage in Ekbatana und starb. Die Symptome entsprachen dem von Typhus. Es kann sich jedoch auch um Malaria gehandelt haben.
    Alexander war über den Tod des Freundes untröstlich. Es wird berichtet, er habe einen Tag und eine Nacht über dem toten Körper gelegen und musste von Freunden fortgezogen werden. Für weitere drei Tage soll er stumm geblieben sein, in Tränen aufgelöst und kein Essen zu sich genommen haben. Der Arzt Hephaistions, Glaukos oder auch Glaukias, wurde zur Strafe gekreuzigt. Nach anderen Überlieferungen wurde er gehängt und sein Leichnam ans Kreuz geschlagen. Die Leiche Hephaistions wurde einbalsamiert und nach Babylon überführt, um dort öffentlich verbrannt und bestattet zu werden.
    Alexander ließ für Hephaistion ein großes Grabmal in Babylon errichten. 323 v. Chr. wurde die Stadtmauer auf einer Länge von zwei Kilometern abgerissen, um Backsteine für den Bau zu gewinnen. In Ekbatana (heute Hamadan, Iran) ließ er einen steinernen Löwen als Denkmal für Hephaistion aufstellen. Er ist bis heute dort erhalten.

    da nachzulesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hephaistion
     
  3. Roxane

    Roxane Neues Mitglied

    Es gibt eine sehr interessante Trilogie von Valerio Manfredi, ein italienischer Archäologe, "Alexander, der makedonische Prinz (I); Alexander, König von Asien (II) und Alexander, Herrscher der Welt (III)" lohnt sich echt, da werden so ziemlich alle offenen Fragen verständlich erklärt, ist aber als Roman zu betrachten, dennoch historisch belegt, schließlich hat der Mann einen Ruf zu verlieren.
     
  4. Alex der Grosse

    Alex der Grosse Neues Mitglied

    Das sind meine Lieblingsbücher :)
     
  5. Dariush Kabir

    Dariush Kabir Neues Mitglied

    Macht und Ohnmacht

    Auch wenn Alexander der Große ein Militärgenie gewesen sein sollte, mag ich ihn trotzdem nicht. Er hat Persepolis in Brand gesteckt und das Persische Reich, das zwei Jahrhunderte in Frieden existierte, zerrieben. Nach seinem Tod kamen seine Nachfolger und in dieser Region wütete wieder Krieg. Falls Alexander in Gaugamela verloren hätte und das Persische Reich noch existieren würde, dann wäre das weiter bestehende persische Großreich weit entfernt von den Schwerpunkten römischer Macht, ein beruhigender Faktor and den unruhigen Reichsgrenzen im Südosten, für die römischen Herrscher ein politischer Partner und natürlichen Verbündeten. Die Welt wäre dann vielleicht für Jahrhunderte zum Stillstand gekommen, die Geschichte wäre vielleicht weniger dynamisch verlaufen, wäre mehr den Verharrungskräften ausgeliefert gewesen, ohne die vielen Umstürze und Verwerfungen, die in den folgenden Jahrhunderten die Geschichte Europas tatsächlich geprägt haben. Das Ergebnis hätte eine friedliche Koexistenz von Orient und Okzident sein können. Gerade in unseren Tagen scheint das wie ein verführerisches Bild von einer anderen, von einer besseren Welt, aber es bleibt ein Gedankenspiel.

    Gruß Darius
     
  6. Julius

    Julius Neues Mitglied

    Makedonien war seit 492 v. Chr Persischer Vasallenstaat, und für die Griechen war das rießige persische Reich eine Bedrohung. Da ist es verständlich, dass Alexander und seine griechischen Söldner das perserreich einnehmen wollten/mussten um frei zu sein.

    Alexanders einnahme des Perserreiches als Grund für den heutigen Konflikt zwischen Abend und Morgenland zu sehen find ich Unsinn, denn so große Reiche wie das Perserreich es war sind früher oder später alle zerstört worden.

    Gruß,
    Julius
     
  7. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    @Dariush Kabir
    Habe ich jetzt etwas verpasst, oder waren die Perser nicht der Aggressor der Perserkriege? Denkst du etwa, dass die Perser niemals mehr auf die Idee gekommen wären Europa anzugreifen?
     
  8. Alex der Grosse

    Alex der Grosse Neues Mitglied

    Die Perser bekriegten Hellas nicht mit gewalt sonderen finanzirten eine Partei um die andere zu schwächen. Persisches Gold sagt man hat da zu geführt die nicht Makedonischen Parteien Griechenlands zu finanziren und die Perser hatten auch die finger bei der Ermordung Philipps im spiel.

    So sagt man...
     
  9. Dariush Kabir

    Dariush Kabir Neues Mitglied

    An Witege
    ja das stimmt dass wir die Agressoren waren, aber ich meinte nur was passieren könnte falls Alexander verloren hätte und das persische Reich weiter existieren würde....
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Boah, bist Duuuuu alt!
     
  11. Dariush Kabir

    Dariush Kabir Neues Mitglied

    oh das habe ich gar nicht bemerkt... :p
     
  12. Julius

    Julius Neues Mitglied

    Was hatten die Perser eigentlich an Philipp auszusetzen?:confused:
    Hatte bereits Philipp vor, das Perserreich anzugreifen????:S
     
  13. Sheik

    Sheik Neues Mitglied

    Mal ein paar kleine Einwürfe von meiner Seite aus:

    Die Perserkriege, bzw die Revanche für diese, darf man wohl nur als Anlass für Alexanders Heerzug sehen. Ich denke es war einfach purer Eroberungswille der da seinen Lauf genommen hat, wenn nicht sofort dann aber nach der Schlacht am Granikos.

    In wie weit die Griechenpoleis im gr. Mutterland "frei" waren, möchte ich mal dahingestellt lassen in Anbetracht der mak. Hegemoniestellung.

    Und die Argumente für einen pers. Anteil an der Ermordung Phillips würd ich gern sehen.
     
  14. Alex der Grosse

    Alex der Grosse Neues Mitglied

    Hi Julius

    Philipp war zu mächtig geworden. Philipp traf vorbereitungen für sein Asienfeld zug. Bei seiner ermordung befanden sich schon wenn ich mich recht erinere 15000 mann in der heutugen Türkei ,General war Parmenion und der Vater seiner neuen Frau. Ich kann mich grad nicht an seinem Namen erinern.

    Alexander hatte vor die Hellenischen Polis zu befreihen und sich an den Persern zu rächen. Ich glaube auch das Philipp eine komplete eroberung Asiens im sinn hatte.

    Gruss
     
  15. Dariush Kabir

    Dariush Kabir Neues Mitglied

    Am Ende sind sie alle gescheitert - die großen Helden, die Eroberer, die einsamen Kriegsherren. Das Resultat ihres Tuns haben sie nicht vorhersehen können. Hätten das Fortleben Dareios III. und der frühe Tod Alexanders des Großen wirklich die Geschichte verändert? Vielleicht hätte ein weiterer Angreifer das Persische Reich schließlich zerstört, vielleicht ein weiterer, ehrgeiziger Thronfolger Dareios ermordet und gestürzt. Vielleicht wäre das Persische Reich trotz aller seiner Errungenschaften ganz ohne Zutun von außen allmählich durch Stillstand, unfähige Herrscher und den Verfall der Verwaltung in wenigen Jahrzenten zerbrochen. Vielleicht hätte es noch Jahrhunderte überdauert. Man wird es nie wissen.
     
  16. Corvinus

    Corvinus Neues Mitglied

    Irgendwie ergibt sich hier für mich ein Widerspruch. Das persische Reich war mitnichten ein rein friedlicher, "sanfter Riese", sonst hätte es wohl kaum zu seiner enormen Größe anwachsen können. Hier sei nur kurz auf die Zerstörung
    der weit älteren Großreiche der Elamiten etc. verwiesen.

    Sicherlich gab es große, eher friedliche, "weise" Könige, aber eben auch Kriegstreiber. Die versuchte Invasion von Hellas war ein weiterer Versuch persischer Expansion, und wäre Hellas gefallen, hätte es mangels "westlicher Kultur" kein friedliches Nebeneinander zwischen Orient und Okzident geben können.
    Zudem wären Rom und Persien früher oder später aneinandergeraten, expandierte Rom doch selbst auf den Balkan, nach Griechenland, Kleinasien und der Levante.

    Wie schon gesagt wurde wäre das persische Großreich sicherlich früher oder später an inneren Widersprüchen, Zerfaserung und Stillstand, kurz dem, was wir heute "imperiale Überdehnung" nennen, zugrunde gegangen.
    Und hätte es einen wirkllichen Okzident geben können, wenn Persien weiterhin bis uim Bosporus gereicht und vl. wieder weiter expandiert hätte?
    Hier betreten wir das weite Reich der kontrafaktischen, "virtuellen" Geschichte.
     
  17. Corvinus

    Corvinus Neues Mitglied

    Da ich traurigerweise zugeben muss, dass ich nicht weiß, ob und wie ich hier editieren kann, ein kurzer Nachtrag zu einem weiter oben diskutierten Thema:

    Obwohl er als strahlender Sieger aus der Schlacht von Gaugameloa hervorging, war Alexanders Vorgehen, den Perser den Schlachtort auswählen und sogar vorbereiten zu lassen, militärisch gegen jede Grundregel, da er so nicht die Zügel in der Hand behielt. Dies jedoch glich er durch das Ergreifen der Initiative gegen die persische Schwachstelle (d.h. den Großkönig) aus, der seinerseits auch zahlreiche taktische und operative Fehler machte.
    Wäre aber Dareios mit stärkeren Nerven gesegnet gewesen, hätte dieser Fehler Alexander den Sieg, das Heer und nicht zuletzt das Leben kosten können.
    So kann man diese Schlacht als bunte Mischung aus militärischem Leichtsinn und militärischem Genius beschreiben, in der Alexander seinen Sieg mindestens ebensosehr Dareios' Dilettantismus und einigen Zufällen wie seiner eigenen Feldherrenkunst verdankte.
     
  18. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Offtopic:

    @Corvinus: Mit dem "Ändern"-Button unten rechts im Beitrag. Das allerdings geht nur max. 1 h nach Verfassen des Beitrags. Danach sind Änderungen nicht mehr möglich.
     
  19. Corvinus

    Corvinus Neues Mitglied

    Komischerweise steht da nur, wie bei jedem anderen User, den ich hier sehe, auch, "Zitat" und "Antworten". Mist.
    /EDIT: Und ich dachte, ich wollte den Beitrag kurz nachher ändern. Ok, mea culpa es funktioniert. :rotwerd:
     
  20. Dado

    Dado Gast

    Hallo Leute,

    tja...ich bin wirklich kein Griechen-Makedonier-Fachmann...eigentlich stamme ich mehr aus dem Römischen Bereich ;) !!!

    ABER...

    was lässt uns (euch) glauben, dass die Perser bei Gaugamela wirklich mit 4:1 in der Überzahl waren !! Oder 3:1 oder 2:1 und woher kommen diese Schätzungen...natürlich...ein Schriftgelehrter aus der damaligen Zeit, hat sicherlich von 400.000 Kämpfern berichtet .... und wir schrumpfen das ganze auf ein Mass zusammen, dass für uns akzeptabel klingt...

    ABER

    habt ihr eigentlich eine Ahnung davon, wieviele Menschen zur damaligen Zeit gelebt haben ??...330 v. Christus ??
    Eine Armee von 150.000 Soldaten...das ist schon zur heutigen Zeit für die USA in einem Irakfeldzug eine Menge Holz...geschweige zur damaligen Zeit, wo die gesamte Weltbevölkerung weit weniger ausmachte als heute die USA alleine...

    Könnt ihr euch vorstellen, dass nur 100 Jahre zuvor, eine Armee von 500 Menschen schon als gewaltig galt....

    klar...klingt einfach gut...45.000 Makedonier gegen 150.000 Perser...aber jetzt bleiben wir mal auf dem Teppich....

    Uns muss klar sein, dass die Kampfleistung vom Steinzeitmenschen zur Alexanderzeit, weitaus kleiner war, als vom damaligen Makedonier zur heutigen Zeit, wo 1 Mensch alleine 500 Soldaten mit einem Knopfdruck töten kann !!
    Dies bedeutet....würden 150.000 Steinzeitmenschen mit Keulen und Steinen auf 40.000 Makedonier in Phalanxen zurennen, würde evtl. der gute alte Homo Errectus zwar den kürzeren ziehen...aber somit dennoch fast die komplette Makedonische Armee zerstören....nur reden wir hier nicht von Steinzeitmenschen, sondern von Persern, die vielleicht keine Eisen oder Bronzerüstungen kannten...und auch keine Phalanx-Taktiken...aber dennoch nicht mit einem Steinzeitmenschen zu vergleichen sind ;)

    so einen Kampf, hätte niemand gewonnen...ob Staub oder nicht....ob Flucht des Königs oder nicht....ob die Hälfte der Perser gar nicht in den Kampf eingriffen oder nicht.....so etwas ist leider nur im Film möglich und in unserer Fantasie....egal mit was für Theorien oder Taktiken wir ankommen....so einen Vergleich zu ziehen ist leider ...naja...ich nenne es beim Namen -- nicht möglich :scheinheilig:
    ..ohne jetzt damit jemandem auf die Füss zu treten..also bitte nicht falsch verstehen !!


    Selbstverständlich gab es immer wieder Schlachten wie im römischen Cannae...und dazu gehört sicherlich auch Gaugamela...wo ein stärkerer Gegner dem zahlenmässig schwächeren unterliegt...
    aber wir wollen die Kirche im Dorf lassen...

    anzunehmen wäre wahrscheinlich folgendes:
    Dass die Persischen Truppen den Makedonischen in Sachen Ausrüstung und Waffengattung unterlegen waren...hinzu kommt die fehlende Schlachterfahrung...allerdings waren sie zahlenmässig überlegen....ich nehme mal an höchstens zu 70 %...sicherlich nicht mehr !!!
    Dieser militärische Nachteil entschied letztendlich über Sieg und Niederlage

    Alle Berichte über 150.000 oder noch mehr Soldaten sind rein utopisch und dienen nur zur heroisierung von Alexander, bzw. des Geschehens !!!

    Eine realistische Zahl von 15.000 Makedoniern und 25.000 Persern ist für damalige Verhältnisse schon eine soooo gewaltige Zahl, dass jeder Geschichtsschreiber der auch wirklich bei der Schlacht anwesend war, sich über kurz oder lang, damals im Tausenderbereich verlieren musste !!!
    So eine gewaltige Anzahl an Menschen ist für uns heutige relativ normal...Fussballstadien etc...doch für die Menschen damals, muss das unglaublich gewesen sein !!

    sicherlich haben wir dieses archetypische Symbol des gewaltigen Kampfes im Kopf....mit Soldaten soweit das Auge reicht...nur dürfen wir das nicht mit heutigen Masstäben rechnen...

    Beispiel:
    Letztes Jahr war ich zufällig bei einem Marathon dabei...bzw. hab nur den Start beobachtet....
    es waren 5000 Läufer angetreten...die nacheinander losgelaufen sind...so ca. 10-15 nebeneinander....hintereinander dicht gedrängt....eine richtige, niemalsendenwollende Meute.....
    wisst ihr, wie lange ich warten musste, bis schliesslich alle gestartet waren ?....eine halbe Stunde !!!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Juni 2006

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