Gaugamela

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Quintus Fabius, 17. Juli 2004.

  1. Wulfenkrieger

    Wulfenkrieger Neues Mitglied

    Alle Berichte über 150.000 oder noch mehr Soldaten sind rein utopisch und dienen nur zur heroisierung von Alexander, bzw. des Geschehens !!!

    Das ist wohl richtig, aber die geschichtsschreiber der damaligen zeit dachten sich auch nicht einfach derartige tzahlen aus sondern verfolgten ein motiv, wie du schon richtig ansprichst,nämlcih das motiv der verstärkung oder dramatisierung des geshcehens um tatsächlichen eriegnissen während des kampfes oder dem kampf ganz allgemein ein größeres gewicht zu verleihen.:grübel:

    nur reden wir hier nicht von Steinzeitmenschen, sondern von Persern, die vielleicht keine Eisen oder Bronzerüstungen kannten...und auch keine Phalanx-Taktiken...aber dennoch nicht mit einem Steinzeitmenschen zu vergleichen sind

    Darüber, ob die Perser die Phalanx kannten, lässt sich sihcerlich streiten,angefangen bei der wortwahl ob sie die taktik kannten oder auch einsetzten, doch das würde nur in unnötigen wortklaubereien enden:winke:
     
  2. Dado

    Dado Gast

    ne...das weiss ich auch nicht..wie gesagt...Griechenland ist nicht sooooo mein Gebiet....:cool: ;)
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich weiß nicht ganz, was du uns mit deinem Beitrag sagen willst, Dado.

    Historiker schätzen Alexanders Truppenstärke bei Gaugamela auf etwa 40 000 Infanteristen und 7000 Reiter, eine Zahl, die von Alexanders Feldherrn Ptolemaios genannt wird. Das Heer des Perserkönigs schätzt man auf etwa 100 000 Soldaten, was lediglich eine Vermutung ist.

    Der Perserkönig Dareios III. verfügte über 200 Sichelwagen – eine bedrohliche Waffe mit sichelförmigen Messern an den Radnaben – , zahlreiche Elefanten, eine skythische Kavallerie, deren Beweglichkeit gefürchtet war, sowie eine bunt zusammengesetzte Infanterie: neben Persern gab es Inder, Baktrer, Skythen und viele iranische Nomaden. Vermutlich war aber die griechische Infanterie besser ausgerüstet als die persische.

    Den Sieg bei Gaugamela errang Alexander nach allen überlieferten Berichten durch seine exzellente militärische Taktik, die ich hier nicht im Einzelnen schildern will. Alexanders Truppen drangen anscheinend sehr rasch über die Flügel vor, und es gelang ihnen, das Gros des Perserheers einzukesseln. Für die Kampfwagen öffnete man eine Gasse, ließ sie ins Leere laufen, und erlegte sodann die Wagenlenker durch Speere und Pfeile.

    Dass Alexander ein glänzender militärischer Taktiker war, ist keine "Verherrlichung", sondern durch zahlreiche Quellen überliefert. Im übrigen sprechen die Ergebnisse der Schlachten für sich, die nur durch militärisches Geschick gegen zum Teil große Übermacht gewonnen werden konnten. Immerhin brachte Alexander in wenigen Jahren ein Weltreich zusammen, das von Griechenland bis zum Indus reichte.

    Eine ganz andere Frage ist es, ob man Alexander den Titel "der Große" zuerkennen will. Hier kann man mit akzeptablen Gründen durchaus unterschiedlicher Meinung sein.
     
  4. Wulfenkrieger

    Wulfenkrieger Neues Mitglied

    sehr richtig,dieter, jedoch hast du den wahrlcih versteckten sinn von dados beitrag nicht erkannt: er wollte klarstellen, dass die historiker seiner meinung nach die zahlen der beiden heere stark nach oben geschraubt haben.:fs:
     
  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es mag durchaus sein, dass die angenommenen Heereszahlen unzutreffend sind. Auf jeden Fall muss man annehmen, dass das Expeditionsheer Alexanders kleiner war als das des Dareios, der über das unerschöpfliche Reservoir des riesigen Perserreichs verfügte.

    Also: selbst wenn man alle Angaben um etwa 20-30% oder noch weiter zurückschraubt – was ich nicht glaube –, so bleibt das Endergebnis und auch die militärische Leistung Alexanders unverändert bestehen.
     
  6. Wulfenkrieger

    Wulfenkrieger Neues Mitglied

    ganz genau und die zahlen an sich sind eigentlich gänzlich uninteressant (ob es nun 24000 oder 20000 waren spielt so keine oder eine geringe rolle). es interessiert vielmehr die grundfrage:welche seite verfügte über die größeren kräfte?!:grübel:
     
  7. Das sind aber ja schon revidierte Zahlen, die Quellen sprechen ja von EINER Milllionen. 100 000 bis 150 000 sind realistisch, ich gehe persönlich von 100 000 aus. Davon dürfte aber ein Gros nur irgendwelche rekrutierte Masse ohne wirklichen Kampfwert gewesen sein.


    Der Eintrag von Dado ist trotzdem ein sehr wichtiger und guter Einwand was die Zahlen angeht,

    für viele Schlachten gibt es solche Diskussionen.

    Er leitet nun die Zahlen von den Praktischen Auswirkungen ab, in 1 Waffenwirkung, 2 benötigtem Raum und 3 der Demographie

    Demographisch war es damals möglich, solche Armeen aufzustellen. Beide Völker waren theoretisch ! in der Lage, die genannten Zahlen zu erbringen.

    Der benötigte Raum war ebenfalls vorhanden. Zur Koordinierung komme ich noch.

    Es verbleibt die Frage der Waffenwirkung und des Geschehens. Wie kann es sein, dass die kleinere Armee bei einer derartigen Unterzahl gewinnt.

    Die Antwort liegt nicht zuletzt eben in dieser masse. Es gibt sogar den Antiken Kommentar, dass die Perser gesiegt !! hätten, wenn sie eben nicht !! solche Massen mobilisiert hätten. Die Perser versuchten durch bloße Masse den Gegner einfach über den Haufen zu rennen.

    Das Ergebnis war, dass sie kaum Kontrolle über ihre Truppenkörper hatten, bis auf einige Kerntruppen (Apfelträger und griechische Söldner) kontrollierten die Persischen Feldherrn das Kampfgeschehen eben nicht, die Masse war zu groß, daher agierte das Persische Heer eindeutig unkoordiniert und planlos.

    Nun zur Frage ob eine vierfache Übermacht an Steinzeitmenschen nicht trotzdem den Gegner überrennt:

    Dem ist nicht so, wenn es gelingt, durch Schwerpunktbildung am Ort des eigentlichen Kampfes immer überlegen zu sein. Ferner wenn der Gegner zugleich wegen der Masse die Kontrolle über die Truppen verliert.

    Du bringst ja selbst das Beispiel mit den Marathonläufern, dass ist sehr gut:

    Genau so wie es heute dauert, dauerte es damals. D.h. das die größere Armee viel länger unterwegs war, jede Bewegung der Truppen irgendwohin erfolgte nur schleppend und dauerte bis sie anlief und bis sie ankam.

    Man darf sich das nie so vorstellen, dass da auf einen Schlag flächendeckend Zehntausende zusammenprallen, im Gegenteil kämpfen in solchen Schlachten stets nur Teile, ein Gros der Soldaten steht planlos herum, läuft oder marschiert oder wartet auf Befehle usw

    Das Gegenteil war der Fall: die Perser kesselten Alexanders Heer ein.

    Seine taktik war im Kern eine der Schwerpunktbildung, des Schlagens des Gegners durch Herstellung örtlicher Kräfteüberlegenheit bevor der Gegner jeweilig Reserven heran führen konnte und dann des Schlagens aus der Nachhand.

    Man brach an einer Stelle mit numerischer und qualitativer Überlegenheit frontal in die persische Front ein, die Perser, die ja die Makedonen umzingeln wollten waren derweil mit der masse ihrer Truppen auf dem Weg um die Flanken. Das dauerte wie Dado richtig beschreibt, man muß sich enormes Durcheinander und Chaos vorstellen.

    Derweilen metzelten die makedonen einen persischen Verband nach dem anderen nieder und schlugen die Kerntruppen (griechische Söldner und Apfelträger aus dem Feld) Da dort wo die makedonen primär kämpften immer nur ein Teil der Perser stand, war dies möglich, der Gros der Perser ist während der Schlacht vor allem herum gelaufen und hat die meiste Zeit nicht gekämpft.

    Was man revidieren muß bei Antiken Schlachten insbesondere hier sind die Verluste. Wenn die Kerntruppen geschlagen sind, oder wenn die Befehlskette ausfällt oder Panik ausbricht, dann flohen früher Truppen sehr schnell vom Schlachtfeld. Mit dem Sieg der Makedonen im Zentrum und der Flucht des Großkönigs dürfte wohl der Gros der Perser einfach abgerückt sein, davon die Mehrheit ohne zu kämpfen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Juni 2006
  8. Saint-Just

    Saint-Just Neues Mitglied

    Müsste man sich nicht auch mal anschaun, wie die innere führungsstruktur der beiden Heere war? Das Verhältnis Offiziere- Mannschaften (kleinere selbständigere einheiten sind wohl im regelfall effizienter als ein einheitliches großes kommando) ... Ausbildungsgrad der Truppen ... etc., also überhaupt die voraussetzungen eine beabsichtigte taktik erfolgreich durchzuführen. Zahlenmäßige Überlegenheit ist schließlich nicht alles!
     
  9. Wulfenkrieger

    Wulfenkrieger Neues Mitglied

    stimmt, paradebeispiel für die vorteile einer kleineren manövriefähigen einheit ist die manipellegion der römer als entwicklung gegen die griehcischen phalanxen!:fs:
     
  10. Speziell bei Gaugamel ist es absolut wesentlich, die Soldaten beider Heere zu vergleichen:

    Die Armee Alexanders hatte durchgehend praktische Kriegserfahrung, über mehrere Jahre, hatte die Perser bereits in Schlachten besiegt und war enorm gedrillt. Vor allem anderen aber war die Kriegs- und Schlachterfahrung !! wesentlich. Die Ausrüstung der Soldaten war im Schnitt überlegen.

    Demgegenüber war die Persische Armee eine Neuaushebung (bis auf einige wenige Kerntruppen) die keine Schlachterfahrung hatte, und deren Einheiten keine Übung in der koordinierten Bewegung der Verbände hatten. Die Perser folgten zudem einer strengen Befehlstaktik, sie handelten nur wenn es ausdrückliche Anweisungen von oben gab.

    Die Makedonen auf der Gegenseite hatten viele sehr fähige Unterführer (Parmenion) die auch unabhängig von Alexander das Gesamtkonzept der Schlacht eigenständig verfolgen konnten.

    Wie gesagt wird die Rolle und Wichtigkeit Alexanders selbst heillos überschätzt, entscheidend für seine Siege war sein Offizierkorps.

    Auch die Kampfmoral und Disziplin der Perser dürfte bei weitem nicht so hoch gewesen sein wie die der Makedonen, Schlachten waren aber damals nicht zuletzt eine Frage der Psychologie.

    Das Bild das Dado zeichnet, dass da 150 000 Homo Erectus wie er schreibt wie ein Mann vorstürmen ist eben das falsche Bild. Wie er selbst mit seinem zweiten Beispiel beweist, war das sogar technisch gar nicht möglich. Deshalb konnte die deutlich kleinere makedonische Armee das persische Heer sozusagen Stückweise abarbeiten, weil sie viel koordinierter vorgehen konnte und daher immer mehr Truppen zur Wirkung bringen konnte als der Gegner.

    Dazu noch die deutlich höhere Kampfmoral, die bessere Bewaffnung der Soldaten und die Neutralisierung der besseren persischen Verbände die durchweg Reiterei waren durch die Phalanx und der Sieg war logische Folge der genannten Parameter.
     
  11. Dado

    Dado Gast



    Also...was ich vermitteln wollte war dass:

    1. Die Zahlen mit denen wir, bzw. Geschichtsschreiber hier spielen,
    in meinen Augen einfach nicht realistisch sind...nicht zur damaligen Zeit...

    2. Dass eine Armee die z.B. 3:1 in Überzahl ist, einen Kampf nicht durch taktisches Versagen verlieren kann...es sei denn, sie flüchtet...doch dazu später mehr !!




    Aber es spielt eine Rolle, ob es 100.000 waren oder "nur" 25.000...da besteht allerdings ein sehr großer Unterschied !!!


    Nur weil es von einer Millionen herunterrevidiert wurde, heisst das noch lange nicht, dass deshalb 100.000 eine realistische Zahl ist Quintus :rotwerd:


    als mein Fazit zum Thema Zahlen:
    Selbstverständlich war es theoretisch möglich, soviele Menschen (ich rede nun von 100.000) zu mobilisieren, allerdings sind dann der Grossteil dieser "Streitmacht" keine Soldaten...sondern gemeine Menschen, die vom Kämpfen soviele Ahnung haben, wie sie ausgerüstet sind....und zwar kaum oder gar nicht...daher .....sollte es hier wirklich eine entsprechende Zahl an "Soldaten" gegeben haben, waren dies zum Grossteil nur Statisten, die auch nicht im Kampfgeschehen teilgenommen haben --> 100.000 Menschen --> davon nur 25.000 ausgerüstete, bzw. kampffähige Soldaten !!!


    zum Thema: Sieg durch Taktik:
    Ich halte leider nicht so viel von einem großartigen Sieg gegen eine absolute Übermacht durch besseres taktisches Vorgehen....nicht bei so einer angeblichen Übermacht....
    Selbstverständlich kann man durch ein besseres Terrain vieles wett machen, doch auf einem anscheinend offenem Feld...sorry..kann ich nicht damit denken !!!
    Desweiteren überschätzen wir modernen Menschen gerne taktische Aspekte in der Antike...z.B. eine Einkesselung wäre im 2. Weltkrieg absolut ein taktischer Vorteil, mit dem man eine Schlacht gewinnen kann...in der Antike bedeutet eine Einkesselung nicht viel....

    Ich möchte nicht gross vom eigentlichen Thema abschweifen...doch ein kurzes Bespiel

    Hannibal und Cannae:
    Hier wird davon ausgegangen, dass eine gewaltige Überzahl an Römern, durch eine Einkesselung geschlagen wurde....auch hier wurde übrigens ganz gerne mit Zahlen gespielt.......Man schlussfolgert dass durch die Einkesselung, die Übermacht der Römer nicht zum tragen kam, da die in der Mitte eingeschlossenen Römer nicht zum Zuge kamen und dementsprechend eine Chancengleichheit bestand....für viele klingt das logisch....allerdings für mich alles andere als logisch....denn es mag sein, dass sich die Zahl der gleichzeitig kämpfenden Römer reduzierte...doch diese angeblich gewaltige Übermacht verschwindet deshalb nicht schneller... die Menschen kämpfen und sterben...auf beiden Seiten...irgendwann gehen der Unterzahl-Partei allerdings die Männer aus, auch wenn es bedingt durch die Einkesselung bei Hannibal evtl. weniger Verluste gab, durch eben einen taktischen Vorteil, bzw. auch bedingt durch seine schweren Infantrietruppen aus Afrika, die schwer gepanzert und bewaffnet waren (Lanzen/Phalanx-ähnlich)
    ...dennoch sterben auch seine Leute....die Moral der eingeschlossen Römer sinkt zwar...doch kein Mensch will einfach so sterben oder in die Gefangenschaft und damit in den fast sicheren Tod gehen !!

    .....eine Übermacht bedeutet nicht nur, dass die Überzahl-Partei mehrere Soldaten gleichzeitig ins Feld führen kann um damit einen Vorteil zu haben....SONDERN vor allem, dass die Überzahl-Partei auch länger und kontinuierlicher kämpfen kann....auf beider Seite sterben Menschen....die eine hat nur davon einfach viel mehr...und damit klar das Heft in der Hand !

    Selbstverständlich kann eine Partei, die zum Beispiel von einem Berg aus, einen Pfad mit Bögen beschiesst, von einem klaren taktischen Vorteil sprechen....und hier ist die Anzahl schon fast egal...hier kommt die Taktische Überlegenheit wirklich zum tragen....doch in einer freien Feldschlacht....

    ---SORRY.....doch meiner Meinung nach, ist da mit Taktik nicht soviel zu machen, dass man eine Übermacht von 3:1 oder 4:1 besiegen kann !!!

    mein Fazit zum Thema: Sieg durch Taktik in Gaugamela:
    Alexanders Truppen waren sicherlich erheblich besser ausgerüstet, kampferfahren, mobiler etc.. doch dieses angeblich 100.000 starke persische Heer, hat dann in diesem Fall keine Bedeutung gehabt...da auch nur hier wahrscheinlich fast die exakte Zahl an Soldaten wirklich am Kampf beteiligt waren wie auf Alexander´s Seite.....die restlichen haben zugekuckt....

    Als dann die persischen "Elite-Truppen" (ebenbürtigen Truppen) immer höhere Verluste hatte...und der König floh, aufgrund des nähernden Alexanders, floh selbstverständlich die restlich Armee, ohne in den Kampf einzugreifen.....warum auch...wurden sie doch gezwungen, zu kämpfen..obwohl sie dafür weder ausgerüstet noch ausgebildet waren...wer will schon sterben....und genauso diese Anführer dieser vielen kleinen Stämme...die gezwungen worden sind, die Männer ihres Dorfes, ihrer Stadt oder ihres kleinen Landesabschnitts zu stellen, für diesen Feldzug !!

    auf gut Deutsch:

    die "richtigen" persischen Soldaten sterben
    König flieht
    der riesige Teil der Perser flieht...bevor sie überhaupt zum kämpfen kamen

    Das ist zwar ein Sieg für Alexander....doch.....er hat nicht gegen eine gewaltige Übermacht gesiegt....er hat eine Zahlenmässig gleiche Armee besiegt...der Rest der Gegner floh !

    Ein Sieg..auf freiem Feld....gegen eine 4:1-Übermacht...ist durch Taktik alleine unmöglich

    Ich lasse mich allerdings gerne vom Gegenteil überzeugen :winke:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Juni 2006
  12. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Lieber Dado,
    ich weis nicht ob ich lachen oder weinen soll...

    Wenn du nur ein wenig Ahnung von Militärhistorie hättest, dann würdest du nicht sowas schreiben. Es gibt sehr viele, nachweislich bewiesene und historische Beispiele der Vergangenheit und der Gegenwart, wo eine Profiarmee eine riesige Anzahl von weniger ausgebildeten Soldaten mit Leichtigkeit besiegt hat.

    Ausbildung, Moral, Ausrüstung, Tradition, ein fester Geist und letztlich gute strategische und taktische Führung waren fast immer ausschlaggebend für den Sieg oder die Niederlage auf dem Schlachtfeld.

    Dein Beispiel mit den Steinzeitmenschen und den Keulen 4:1 gegen die kampferfahrende makedonische Armee hast du doch wohl nicht wirklich ernst gemeint, oder ? :)
     
  13. Dado

    Dado Gast

    Viele nachweislich bewiesene Ereignisse der Vergangenheit und Gegenwart.....du kannst die Gegenwart und die nahe Vergangenheit aber nicht mit der Früh-Antike vergleichen, wo man noch Mann gegen Mann kämpfte und nicht auf technischen SchnickSchnack zurückgreifen konnte !!!

    Nicht dass es eine Tatsache ist, mit der man sich brüsten kann...doch Du hast im Gegensatz zu mir, anscheinend noch nie eine Prügelei oder Massenschlägerei miterlebt ..... behütet in deinem Kämmerchen mit einer sterilen Vorstellung der ach so edlen epischen Schlachten, die man prima auf dem PC nachspielen kann...was für ein Caesar wärst du nur geworden ...lol...:cool:

    In dieser Epoche der Menschheit ist Ausbildung, Ausrüstung und Verhalten der Soldaten sehr wichtig...und sicherlich auch wichtiger als die Truppenzahl....

    doch eine 4:1 Situation zur damaligen Zeit mit diesen o.g. Punkten ausgleichen zu wollen....tja...dann Mike...dann lach lieber und ich denk mir meinen Teil über Dich !!
     
  14. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Klar doch Mann gg Mann. Schon einmal von Sarissen bzw. Phalangen usw. gehört? Das Mann gg Mann kam erst im Handgemenge. Das sah nicht wesentlich anders aus als in der frühen Neuzeit. Nicht umsonst haben die Feldherren der frühen Neuzeit antike Militärschriftsteller studiert. Die oranische Heeresreform berief sich sogar vor allem auf den Ailianos.

    Sieht schon so aus als ob du es toll findest...
    Klingt auf jeden Fall sehr lehrreich... Prügel anstelle von Reenactment...
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die wichtigste Quelle zur Schlacht bei Gaugamela ist ein Bericht von Alexanders Feldherrn Ptolemaios über die Kriege Alexanders des Großen. Unter Benutzung dieser Alexandergeschichte schrieb der römische Historiker Arrian eine Geschichte der Feldzüge Alexanders ("Anabasis"). Nur hierauf kann man aufbauen – mit der gebotenen kritischen Sicht. Alles, was darüber hinausgeht, sind lediglich Vermutungen und Spekulationen.

    Ptolemaios teilt uns z.B. mit, dass das Heer Alexanders eine Gesamtstärke von 47 000 Mann hatte, nämlich 40 000 Infanteristen und 7000 Reiter. Diese Zahl scheint eine glaubwürdige Größenordnung zu haben. Die Zahl des persischen Heeres ist nur in einer fragwürdigen Stärke überliefert. Die Quellen sprechen hier von einer Million Soldaten, was völlig unglaubwürdig ist, und zudem logistisch damals nicht zu bewältigen war. Es ist es jedoch eine realistische Annahme, das Heer des Dareios um einiges größer als als das griechische zu schätzen, da Dareios über alle personellen Ressourcen des riesigen Perserreichs verfügte.Und so kommen heutige Historiker auf etwa 100 000 Mann, möglicherewise waren es auch "nur" 80 000 oder 110 000. Das spielt eigentlich keine so große Rolle bei der Grundannahme, dass ein kleines Heer einem relativ großen gegenübersteht.

    Dieses Heer hat Alexander besiegen können, wie er auch die anderen persischen Heere am Granikos und bei Issos besiegt hat, und auch später aus allen Schlachten siegreich hervorging. Da dies nicht nur an der Ausrüstung gelegen haben kann (z.B. war die skythische Reiterei des Dareios berühmt, seine Kampfwagen gefürchtet) muss die Schlacht ganz wesentlich durch das militärtaktische Geschick Alexanders gewonnen worden sein. Es gibt keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln, zumal zeitgenössische Quellen das gleiche berichten. Derart taktische Genies sind mehrfach aus der Geschichte bekannt, wie z.B. Caesar oder Napoleon.
     
  16. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Doch das kann ich. Auf der einen Seite eine kampferprobte Truppe in Phalanxformation, mit meterlangen Sarissen, jahrelang in Manövern gedrillt.
    Schon oft im Kampf gewesen, Veteranen, mental abgehärtet und schon oft getötet.

    Dazu ausgebildete Plänkler, zielsicher und mit guter Ausrüstung.
    Abgehärtete und erfahrene Söldner, als Hopliten und leichte Infantrie.

    Die beste schwere Reiterei, die die Geschichte bis dahin gesehen hat, die Hetärenreiterei. Ausgebildetet an der Lanze und mit einem formidablen Kampfgeist.

    Die beste mittlere Reiterei, die Thessalier, die Griechenland aufbringen konnte. Sie haben in starker Unterzahl die Flanke gegen die Asiatische Reiterei halten können.

    Plus dann noch ein Offizierkorps, dass selbstständig Entscheidungen treffen konnte und hoch motiviert war.

    Plus Alexander, der taktisch in der Tat einiges drauf hatte.

    Du hättest 3 Mal soviele unausgebildete persische Masse bringen können, das Ergebnis wäre das gleiche gewesen.


    Woher weist du was ich in meiner Jugend gemacht habe ?
    Ansonsten finde ich es ja lustig, dass du deine Gossenschlägerein mit solchen Schlachten wie Gaugamela vergleichst :clown2:
    Aber bitte, wenn du meinst dass 4 pubertierende halbstarke Jugendliche eine Chance gegen einen jahrelang ausgebildeten Profiboxer haben, lieber Dado, dann ist das dein gutes Recht.

    Genau das meine ich. Gerade in der Antike war gerade durch das Fehlen von technischem Schnickschnack die Führung, Ausbildung und Kampferfahrung der Truppen, sowie die taktische Leistung ihrer Führer wichtig.

    Abschließend empfehle ich dir als Lektüre die Werke von Sun Tzu, Clausewitz, alles von Osprey, insbesondere die Campaign-Serie, wo einzelne Feldzüge und Schlachten doch recht detailiert erläutert werden. Wenn du das durch hast, können wir gerne weiter reden. Wiedersehen :winke:
     
  17. Dado

    Dado Gast

    auf so eine Provokation antworte ich gar nicht !!!

    Jemand der andere mit Schaumstoffwaffen und Plastikrüstungen bekämpft...oder mit echten Rüstungen und Waffen hantiert, um sich das Gefühl eines Kriegers zu vermitteln.....um wahrscheinlich so den fehlenden Gedanken von Krieg in seinem Kopf zu ersetzen und um sich selber zu beweisen, dass er ein echter Mann ist....und mir vorwirft, ich hätte Spass daran, körperliche Gewalt anzuwenden....zumal meine letzte Prügelei schon sicherlich 15 Jahre zurückliegt, in meiner Teenagerzeit....der hat es eigentlich nicht mal verdient, dass ich ihm diese Zeilen schreibe !!!

    also provoziert nur weiter....ich muss diese Diskussion nicht zu Ende führen....
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Juni 2006
  18. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich bitte alle um mehr Sachlichkeit !
     
  19. Dado

    Dado Gast

    Danke Dieter

    ich bin heute Abend wieder online...und werde dann versuchen weiter Stellung zu meiner Meinung zu nehmen !!

    ;)
     
  20. Alex der Grosse

    Alex der Grosse Neues Mitglied


    Hi Dieter

    Anabasis ist der zug der 10,000 Söldner von Persien nach Hellas. Das hat nichts mit Alexander zu tun.
     
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