Google, Wikipedia und der Irrglaube etwas zu wissen...

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von manganite, 2. Dezember 2005.

  1. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Also ich fühl mich jetzt mal angesprochen, da ich in einen neuen Thema, welches von El Quijote erstellt und nachgefragt wurde, einige Wiki-Beiträge verlinkt, die nicht immer im ganzen auf die Thematik zur Antwort der EF beitragen, aber immerhin die erste Möglichkeit aufbieten, sich insgesamt dem Thema zu nähern.

    Aber El Quijote, welchen Anspruch möchtest Du für Beiträge einfordern? Gibt es eine Quellen oder Beweispflicht hier? Muss ich alles, was ich irgendwann mal gelesen habe, nun quellen-sicher neu Recherchieren, damit ich der qualitativen Anforderung der Beiträge einiger hier mit diskutierender User gerecht werde?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich seh das ja immer so: Wer sich angesprochen fühlt, zieht sich mitunter einen Schuh an, den er sich nicht hätte anziehen müssen. Ich hatte tatsächlich ein paar Leute im Sinn, zu denen du aber ausdrücklich nicht gehört hast. Ich ahne auch, wenn Silesia bzgl. des name droppings im Sinn hat. Ist auch niemand, der mit dem Kieler Matrosenaufstand etwas zu tun hat.

    Ich habe mich weder gegen Googlen noch Wikipedieren ausgesprochen, sondern dagegen zu meinen, man brauche seinen Kopf nicht, wenn man Google und Wikipedia hat. Ravenik hat es gut beschrieben: Da werden teilweise Dinge ergoogelt, die weder Hand noch Fuß haben oder wo bei genauerer Lektüre das Gegenteil von dem steht, was derjenige zu beweisen glaubt.

    Findest du dich immer noch wieder in der Kritik?


    Das geht überhaupt nicht in die kritisierte Richtung. Es geht viel mehr darum richtig zu lesen und richtig wiederzugeben. Damit würde man sich viel Zeit und Ärger sparen. Lesen - begreifen - posten. Das Begreifen fällt leider beim Verlinkungswahn mancher aus.
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das sind ja die recht plumpen Fälle. Dann gibt es noch den angeblich weltweit die herrschende Meinung bildenden Sinologen Prof. Dr. Schiena, von dem man den passenden Schnipsel gefunden hat. Andere kennt man nicht, aber das stört ja nicht.=)
     
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied



    Eins ist gewiss...

    Das Internet hat den Begriff „Recherchieren“ nicht abgeschafft, ich würde eher sagen, er ist durch die Daten-und Aussagemenge notwendiger denn je.

    Aber, für so machen bedeutet dies recherchieren.
    Recherchieren bedeutet aber Arbeit.

    Arbeit wiederum heißt, eine Leistung in einer Zeit zu erbringen.
    Wer hat schon Zeit?
    Und über Leistung lässt sich streiten.

    Man verwendet deshalb gern in seiner Aussage, dass ist definitiv so.

    Ich habe da mal eine...
    Aus den letzten Nachrichten ist zu entnehmen, man verkennt definitiv die Gefahr die von Dihydrogenmonoxid ausgeht.
     
  5. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Das mit dem Mitdenken ist zwar sehr schön, aber ich sehe da zwei Probleme:

    - Wenn jemand bei einem Thema nicht ohnehin Fachfrau / Fachmann ist, wird er/sie vielleicht oft gar nicht imstande, zu erkennen, ob etwas Schwachsinn ist, vorallem, wenn als Urheber/in dieses Schwachsinn tatsächliche oder angebliche Fachleute angeführt sind oder dieser so geschickt vermittelt wird, dass er nicht sofort als Schwachsinn erkennbar ist.

    - Hinzu kommen noch jene Leute, die es gar nicht anders wissen wollen, weil sie bereits eine Meinung haben, und die hat es zu sein.
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Naja, da Du dich in deine Ansprache allgemein gegen über dem Benutzen von Wiki Artikeln gehalten ist, läst es auch viel Raum für Interpretation.

    Wenn dem aber so nicht ist, sei es drum.

    Aber um ehrlich zu sein, mir ging die von Dir angesprochene Problematik auch durch den Kopf und ich habe sicherlich auch schon den ein oder anderen Wiki-Beitrag verlinkt, bei dem ich im Nachhinein dachte, daß ich es besser hätte nicht tun sollen. Vielleicht kam auch daher der Blick von mir auf mich selbst.

    Wer Fehler macht und diese Bemerkt, denk zumindest über sein handeln nach .... meisten jedenfalls. ;)
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ja, sie sind es, die ich bei meinem Beitrag im Auge hatte. Insbesondere sie sind es, die mit zunehmender Verzweiflung nach Seiten suchen, die ihre Meinung zu stützen scheinen. Ob das Ergebnis eine Dissertation aus dem 18. Jhdt., die private Homepage eines Nationalisten oder eine Seite zur Vermarktung von Kristallen mit angeblicher Heilwirkung bei richtiger Mondinkonstellation ist ... egal, Hauptsache es steht irgendetwas Passendes dort, das man als Beleg verwenden kann.
     
    andreassolar gefällt das.
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Eigentlich kam Wikipedia kein einziges Mal in meinen heutigen Beiträgen zum Googeln vor, erst in meiner Antwort an dich.

    Wie gesagt, es ging nicht um das Setzen von Links. Es ging um die Kopflosigkeit mit der manche Leute das tun. Deshalb: Lesen - begreifen - schreiben.

    Es war ein Plädoyer gegen die Oberflächlichkeit, die sich bei manchen breit macht.


    Och mir schweben da ein paar Beispiele vor, wo es nicht an der mangelnden fachlichen Bildung lag sondern eher an der mangelnden Lesewilligkeit.

    Sic!
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. April 2015
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Was ich an Wikipedia immer sehr geschätzt habe, war, dass sich Behauptungen aus Artikeln immer leicht dadurch überprüfen ließen, ob sie sich in den in anderen Sprachen geschriebenen Artikeln auch wiederfinden ließen.
    Ein Fehlen einer Information konnte zumindest bedeuten, dass die Info aus einem landessprachlichen Artikel nicht über Zweifel erhaben war. Nun gibt es allerdings in den letzten Jahren eine Tendenz, Wikipedia-Artikel zu übersetzen und nur noch Übersetzungen einzustellen. Heute habe ich ein ganz besonders absurdes Beispiel einer solchen Übersetzung gefunden. Ausgehend von einem Artikel über das punisch-römische Oba (das heutige Jimena de la Frontera), in dem ich eine schlecht formulierte Info fand, welche vermutlich unabsichtlich das Prägen punischer Münzen in Oba noch unter Vespasian suggerierte, schaute ich mir den Wikipedia-Artikel zu Jimena de la Frontera an. Hier wurde behauptet, dass der heutige Ortsname arabischen Ursprungs sei, was in Andalusien zwar durchaus normal ist, aber da Jimena auch eine spanischer Frauenname ist, habe ich Zweifel an der arabischen Herkunft des Namens. Jedenfalls gibt es neben Jimena de la Frontera in Cádiz noch einen weiteren Ort mit Namen Jimena, nämlich in Jaén.
    In dem Wikipedia-Artikel zu Jimena in Jaén steht zu lesen:
    Según las crónicas éste fue uno de los castillos en los que se rebelaron los Banu Hábil contra el poder del emir cordobés. Jimena (Xemena) pudo ser otro de estos castillos o una alquería fortificada tras la conquista cristiana.
    Die englische Variante macht daraus nun aber folgendes:
    Reports suggest that this was one of the castles in which the Banu Business rebelled against the power of the emir of Córdoba. Jimena (Xemena) could be another of these fortified castles or a farm after the Christian conquest.
    Da wurde also nicht einmal selber übersetzt, sondern derjenige, der das verbrochen hat, hat sich eines Übersetzungs-Tools bedient und sein Hirn völlig ausgeschaltet. Mal abgesehen davon, dass selbst in diesem kurzen Stück noch anderhalb ÜS-Fehler mehr drin sind aus castillos werden fortified castles (also das Adjektiv wird im Satz verschoben) und aus alquería ('Dorf') fortificada wird a farm...
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2016
  10. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Probleme mit Wiki tauchen ja hin und wieder auf.
    Letztens hatte ich so ein Problem.

    Es geht um „Lady Liberty“ und deren Kupfer.

    Bei den Norwegern findet man, Visnes auf der Insel Karmøy / Rogaland hat das Kupfer geliefert. Dort findet man auch eine Mini „Lady“.

    Kürzlich lief ein Film, mehr Doku, da die Aussage, anonymer Spender.

    Und Wiki behauptet, Visnes kann nicht nachgewiesen werden.

    Wiki ist gut, aber sicher nicht so gut das man ihr immer und zu jeder Zeit Glauben schenken sollte. Nichts geht über eigene Recherche auch im Zeitalter der Bequemlichkeit/sprich Netz.
     
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

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  12. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    arte hat zum Geburtstag eine Doku herausgebracht.
     
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  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Google, Wikipedia und der Irrglaube etwas zu wissen.... man lasse sich diesen Threadtitel noch mal auf der Zunge zergehen und denke dabei an die alte Dozentenweisheit, die älter als das Internet ist, aber mit Copy and Paste an Wahrheit nur gewonnen hat:

    kOpiert ist nicht kApiert.
     

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