Historische Persönlichkeiten und ihr Einfluss auf die Geschichte

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Stepanowitsch, 6. Oktober 2005.

  1. Hallo Zusammen,

    ich möchte mal die Frage nach der Bedeutung von "großen historischen Persönlichkeiten" und ihrem wahren Beitrag zur Geschichte aufwerfen.

    Soll konkret heißen:

    Wird nicht der Einfluss von einzelnen Personen oder eines kleinen Personenkreises, im Hinblick auf die Entwicklung der Menschheitsgeschichte überschätzt? Haben einzelne Menschen wirklich eine so große Macht um den Lauf der Geschichte massiv zu beeinflussen, oder verstanden es diese Menschen nur gut, unterschwellige allesumfassende Strömungen zu erkennen und sich an die Spitze derselben zu setzen(auf den Zug aufzuspringen), was ihnen dann im Nachhinein komplett als persönlicher Verdienst angerechnet wurde?

    Es gibt da ja viele positive und negative Beispiele aus allen Epochen an denen diese Frage diskutiert werden kann.

    Viel Spass

    Stepanowitsch
     
  2. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Ich glaube, dass kann man nicht eindeutig beantworten bzw. man muss es mit einem sowohl als auch beantworten.

    Natuerlich gibt es Stroemungen und auch der groesste schwimmt sozusagen nur mit dem Strom, der Zufall fuehrt ihn zur rechten Zeit an den rechten Ort, aber trotzdem, ohne ihn oder sie, wuerde die Welt anders aussehen, ohne ihre Entscheidungen, Taten usw.

    Vielleicht waere die Weimarer Republik auch ohne Hitler gescheitert, vielleicht haette es auch ohne ihn einen grossen Krieg in Europa gegeben, aber ohne ihn haette das Scheitern, haette der Krieg ein anderes Gesicht gegeben.

    Oder: Auch ohne Gorbatschow waere die UdSSR zerfallen, aber wer weiss, wie das von statten gegangen.

    So ist es letztlich bei allen Grossen Personen und Ereignissen, beides bedingt einander.
     
  3. Arne

    Arne Premiummitglied

    Ich erinnere mich an eine Diskussion in der Schule. Der Geschichtslehrer schrieb ein Zitat an die Tafel, von dem er uns erst später berichtete, von wem es stammt:
    "Männer machen Geschichte."

    Die Diskussion in der Klasse ging erst in die falsche Richtung, als die Mädchen auch Frauen als "Geschichtenmacher" reklamierten... :rolleyes:

    Dann ging es genau um deine Fragestellung: Sind es wirklich nur einzelne Personen, die Geschichte machen oder stehen sie nicht tatsächlich nur im Vordergrund einer Entwicklung? Ich kann manganite zustimmen, die Frage kann man wohl nicht mit einer Antwort klären. Es gibt beides.
    Zumeist dürften einzelne Personen nur für überfällige Entwicklungen gestanden haben.
    Manchmal waren sie aber auch Anlass für eine von mehreren möglichen Entwicklungssträngen der Gesellschaft. Eine andere Person an gleicher Stelle hätte der Entwicklung eine andere Richtung gegeben.

    Ach ja, das Zitat ist von Benito Mussolini.
     
  4. pan narrans

    pan narrans Neues Mitglied

    Mir kamen bei der Fragestellung zuerst Erfinder und Entdecker in den Sinn. Ob man diese zu den "großen historischen Persönlichkeiten" im Sinne der Frage zählen kann, weiß ich nicht. Denn sie übten selten Macht aus, aber von einem Beitrag zur Geschichte kann man wohl sprechen.

    Wenn Kolumbus nicht Amerika (wieder)entdeckt hätte, dann hätte es wohl ein anderer Seefahrer getan. Aber wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn dieser Seefahrer nicht in spanischem Auftrag unterwegs gewesen wäre? Oder man stelle sich vor, Amerika wäre nicht von einem Christen sondern z.B. von einem Moslem entdeckt worden. Hätte es im letzteren Fall die großen Kolonialmächte Europas überhaupt gegeben?


    Ju...äh..Edit: Ich sehe gerade, dass Arne einen ähnlichen Gedankengang bereits formuliert hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Oktober 2005
  5. Tokugawa

    Tokugawa Neues Mitglied

    hätte, wäre, ... der konjunktiv bedarf ZU viel überlegung und gedankenarbeit! um einen beweis zu liefern, müsste man viel zeit investieren... aber auch nach meiner meinung ist jetzt schon klar, dass es ein "sowohl als auch", wie schon manganite es sehr schön formuliert hat, geben! aber ohne erfinder und entdecker KÖNNTE ich das jetzt gar nicht schreiben! MfG Tokugawa
     
  6. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Hallo miteinander,

    da komme ich auch mal noch dazu... :winke:

    Nachdem ich meinen ersten Antwortversuch aufgrund zu vieler Konjunktive und hypothetischer Konstrukte wieder aufgegeben habe, beschränke ich mich darauf, die beiden Aussagen ebenfalls zu unterstreichen und dafür nur grob ins Hochmittelalter zur Zeit der Kreuzzüge abzuschweifen :fs:

    Überfällige Entwicklungen waren bspw. Beseitigung des im 11. Jh. entstandenen Machtvakuums im Raum Syrien-Palästina (das hätte sich mE auch ohne den 1. Kreuzzug und seine Protagonisten ergeben), Unmöglichkeit der langfristigen Verteidigung der geschwächten lateinischen Kreuzfahrerstaaten um 1180/90 gegen eine feindlich eingestellte islamische Macht (im Falle einer einheitlichen Zusammenfassung islamischer Kräfte; auch hier wäre wahrscheinlich ein anderer islamischer Machthaber als Saladin ebenso durchaus erfolgreich gewesen)...

    Personen als Anlaß für eine von mehreren Entwicklungen sehe ich dort aber auch: strategische Torheiten hatten mitunter signifikante Auswirkungen.
    Erstes Beispiel sei exemplarisch (alle Beispiele frei gewählt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Kerbogha 1098, der sich mit seinen Truppen törichterweise dem christlichen Heer bei Antiochia zum 1:1-Nahkampf stellte - anstatt eine für die Muslime günstige Kampfesweise zu wählen und damit Antiochia zurückzugewinnen.
    Zweites Beispiel sei an dieser Stelle Rainald de Chatillon, der durch seine Raubzüge in den 1180ern erheblich zum Ende des Waffenstillstands Jerusalems mit Saladin beitrug. Mäßigung diesbezüglich auf christlicher Seite konnte Saladin kaum einen Anlaß liefern, um kriegerisch tätig zu werden.
    Drittes Beispiel - ebenso 1187 - sei Gerard de Ridefort, der durch ungestümes Draufgängertum bei den Quellen von Cresson einen Teil seiner Templer und die Hauptstreitmacht der Johanniter opferte - was die christlichen Kräfte später bei Hattin zusätzlich schwächte.
    Als letztes Beispiel in dieser Reihe nenne ich noch - ebenfalls von 1187 - Guy de Lusignan, der sich im Vorfeld von Hattin überreden ließ, den Muslimen entgegenzutreten und den strategisch günstigen Standort bei Sephoria aufzugeben.

    Das war jetzt doch länger als gewollt, um Manganite und Arne beizupflichten und noch ein paar Beispiele aus der Geschichte "nachzulegen". Vielleicht hilft es ja trotzdem zum Nachdenken über die Frage im Eingangsbeitrag... :grübel:

    In diesem Sinne

    Timo
     
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  7. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Ich denke, es gibt aber wirklich Entwicklungen, die ohne das Engagement einzelner Persönlichkeiten nicht zustande gekommen wären. Ich denke da z.B. an Elisabeth Selbert:
    Elisabeth Selbert war das einzige Mitglied des Parlamentarischen Rates, für das die Gleichberechtigung der Geschlechter ganz selbstverständlich zu den Menschenrechten gehörte. Mit dem Formulierungsantrag "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" stieß sie im Parlamentarischen Rat zunächst auf heftigen Widerstand. Selbst ihre drei Mitstreiterinnen fürchteten zunächst, dass damit dem gesamten Familienrecht der Boden entzogen würde und ein Rechtschaos die Folge wäre. Nachdem ihr Antrag mehrmals abgelehnt worden war, mobilisierte Elisabeth Selbert die Öffentlichkeit. Für sie war klar: "Wir müssen weitergehen als Weimar!" Weitergehen also als die den Frauen in der Weimarer Republik lediglich zugestandenen "gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten". Unter den extrem schwierigen Bedingungen des kriegszerstörten und in Zonen aufgeteilten Deutschlands reiste sie "wie ein Wanderprediger von Versammlung zu Versammlung und erzählte den Frauen, was für eine Art Ausnahmegesetz sie zu erwarten hätten". Frauen aus Frauenverbänden, Gewerkschaften und Parteien, Arbeitnehmerinnen engagierten sich für die Festschreibung "Männer und Frauen sind gleichberechtigt". Waschkörbeweise kamen Protestschreiben gegen jegliche Formulierung, die vieldeutige Auslegungen zuließe.

    Am 23. Mai 1949 fand die feierliche Schlußsitzung des Parlamentarischen Rates statt: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland trat in Kraft. In Artikel 3 Absatz 2 Satz 1 der neuen Verfassung steht seitdem kurz und klar: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Im entsprechenden Protokoll heißt es dazu: "Artikel 3 Absatz 2 hat seine jetzige Gestalt ... nach sehr ausführlichen und erregten Debatten gewonnen." Quelle
     
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  8. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Ich möchte Cassandra beipflichten. M.E. ist es von höchster Bedeutung wer da was macht. Um auch ein Beispiel zu geben führe ich Fatih Sultan Mehmet und seinen direkten Nachfolger Bayezid II an. Mehmet II hatte Istanbul genommen und sein Reich stetig erweitert. Eben ein Eroberer nicht müde werdend. Bayezid II war eher friedlicher Natur und darauf bedacht seinen Besitzstand zu erhalten, d.h. den status quo zu erhalten.
    1480 wurde Otranto erobert und dann nach dem Tod Mehmets aufgegeben, obwohl ich denke, dass eine Expansion in Süditalien durchaus im Bereich des möglichen war.
    Sein direkter Nachfolger wiederum Yavuz Sultan Selim, der Gestrenge, soll eine brutale Soldatennatur gehabt haben (Quelle: Josef Matuz, Das Osmanische Reich). Selim hatte in seiner kurzen Regierungszeit ein beachtliches Territorium erobert.
    Es hängt also viel stärker mit der Person zusammen!
     
  9. te1508

    te1508 Neues Mitglied

    Bedeutung von Einzelpersonen im Vergleich zu anderen Faktoren

    Hallo Leute.
    Habe ein großes Problem... Muss in 2 Wochen eine mündliche Präsentationsprüfung im Fach Geschichte halten.

    Meine Aufgabe lautet:
    Welcher Stellenwert kommt Einzelpersonen im Vergleich zu anderen faktoren für historische Entwicklung zu? Diskutieren sie diese Fragestellung anhand von Bismarck und Hindenburg.
    Der Ansatz soll biopografischen Schwerpunkten folgen und die Personen dabei stets in das Umfeld und die Möglichkeiten ihrer Zeit einordnen. Auf dieser basis soll der Prüfling theemenübergreifend die Bedeutung der beiden Personen für die Entwicklung eines deutschen Staates kontrastieren.

    So nun habe ich mich schon durch einige Bücher gekämpft und einiges über die beiden Biografien in Erfahrung gebracht. Habe das ganze auch schon verschriftlicht und auch die ein oder anderen Informationen über die jeweils aktuellen geschichtlichen Umstände gefunden.
    Mein Problem ist jedoch der erste Teil der Aufgabenstellung. Zu der Thematik finde ich leider kein Buch oder eine hilfreiche Internetseite. Nachdem ich mir so einige Gedanken über den Stellenwert von Einzelpersonen im Vergleich zu anderen Faktoren für geschichtliche Entwicklung gemacht habe, komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, dass man dazu keine Aussage machen kann. Meiner Meinung nach kann eine Person nichts erreichen, wenn das Umfeld das nicht begünstigt, umgekehrt genauso... :confused:
    Was meint ihr dazu? Habt ihr irgenwelche Tips für mich?
    Schonmal Danke
    Grüße :winke:
     
  10. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Bielefelder Schule ? Wikipedia

    Also bei diesem Thema fällt mir sofort Wehler ein.
     
  11. te1508

    te1508 Neues Mitglied

    hm das hilft mir jetzt nicht ganz so viel weiter... :( ich denke ich soll eher so eine eigene argumentation führen und mich nicht so auf die meinung anderer persönlichkeiten beziehen...
    aber danke für deine antwort
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Lass dich da ruhig mal von Traklson auf die richtige Fährte führen. Der Einfluss von Personen auf die Geschichte ist ein interessantes Thema zu dem es keine eindeutige Antwort gibt. Du sollst dir wohl am Beispiel Hindenburg und Bismarck selber ein Urteil bilden, aber dazu muss du schon die Theorien kennen.
     
  13. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Als Synthese/Fazit könnte/dürfte das wahrscheinlich schon herauskommen. Zuvor solltest du aber wohl den dialektischen Prozess zwischen den beiden Personen einserseits und ihrem gesellschaftlichen Umfeld andererseits an Beispielen darstellen/diskutieren.
    Hilft dir vermutlich auch nicht wirklich weiter, vorsichtshalber trotzdem der Hinweis http://www.geschichtsforum.de/f83/hermeneutik-17225/
     
  14. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Einzelpersonen können die Geschichte nachhaltig beeinflussen:

    - Diktatoren (Cäsar, Alexander der Grosse, Napoleon, Hitler...)
    - Könige/Kaiser (Karl der Grosse, Louis IVX, Louis XVI, Barbarossa...)
    - Staatsmänner (Churchill, Benjamin Franklin, Theodore Roosevelt, Charles de Gaulle...)
    - berühmte Erfinder (Pasteur, Röntgen, Einstein, Zuse...)
    - berühmte Entdecker (Kolumbus, Magellan, James Cook, Marco Polo...)
    - berühmte Philosophen (Sokrates, Aristoteles, Platon...)
    - berühmte Anführer/Vordenker von Revolutionen u.ä. (Karl Marx, Friederich Engels, Robespierre, Che Guevara...)
    - berühmte religiöse Personen (der Papst, der Dalai Lama, Martin Luther King, Mahatma Gandhi...)
    - berühmte MusikerInnen (Elvis, Beatles, Rolling Stones, Abba...)
    - berühmte Schriftsteller (Goethe, Schiller, Shakespeare, George Orwell...)

    Dann gibt es noch berühmte Künstler, Sportler, Modedesigner...

    Allen ist gemeinsam, dass sie Herausragendes geleistet haben (im Falle von z.B. Adolf Hitler ist herausragend allerdings total im negativen Sinne zu verstehen). Dann gibt es natürlich auch Ueberschneidungen: Napoleon liess sich zum Kaiser krönen, die Könige waren meist auch Diktatoren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Mai 2010
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  15. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Es gibt auch Personen, die keine staatstragenden Funktionen inne hatten und die Geschichte trotzdem nachhaltig beeinflussten. So z.B. Gavrilo Princip, der am 28. Juni 1914 mit einem Revolver in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger, Franz Ferdinand von Österreich-Este, erschoss.
    Natürlich wäre dieses Attentat nicht so folgenreich gewesen, wenn die innereuropäischen Spannungen nicht derart angespannt gewesen wären.
    Ich würde sagen: Es sind, Cäsar, wie Jeanne d’Arc, immer Kinder der Umstände.
     
  16. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich denke, man sollte die Bedeutung von Einzelpersonen nicht unterschätzen. Ich weiß, es ist en vogue, alles auf die sozialen oder wirtschaftlichen Umstände zu schieben. Natürlich sind diese wichtig, aber trotzdem haben immer wieder Personen Taten vollbracht und Entscheidungen gefällt, die nicht durch die Umstände bedingt waren. Niemand z. B. hat Philipp II. und Alexander den Großen gezwungen, gegen Persien zu ziehen. Auch für die Eroberung Britanniens durch Claudius gab es keine zwingenden Gründe. Das nur als Beispiele.
     
  17. te1508

    te1508 Neues Mitglied

    oh mann ich weiß irgendwie gar nicht wie ich anfangen soll... ich hab auch nur eine viertel stunde zeit (insgesamt, mit Biografien)... ich denke ich habe ein problem...
    ich habe einfach das gefühl, dass ich mich im kreis drehe... vielleicht ist einfach mein problem, dass ich eine Meinung zu dem thema habe und irgendwie läuft für mich alles immer nur auf diese heraus... natürlich sind auch die einzelpersonen wichtig, nur denke ich eben, dass sie ohne bestimmte faktoren niemals das hätten werden können, was sie sind... denn es gab zwar keine zwingenden Gründe die zum Beispiel zur Eroberung Brittaniens geführt haben, doch kann man meiner meinung nach nicht sagen, dass Claudius mal so die idee dazu hatte und das dann einfach durchgezogen hat... auch hierzu waren wieder Faktoren, wie die Bereitschaft der Soldaten, bestimmte Umstände, die zum Sieg geführt haben wie zum Beispiel Schwäche der Gegner, etc. beteiligt, um die Einzelperson zum Sieg führen zu können... vielleicht sehe ich das ganze auch ein bisschen verbissen, aber irgendwie, egal wie ich es drehe und wende, ich kann in meinem Kopf die Beziehung von Faktoren und Einzelpersonen nicht trennen, für mich gehört das zusammen und bedingt sich gegenseitig...
    Wie zum Beispiel ist Hindenburg an die Macht gekommen? Der war doch nicht einfach mal da und hat sich dann gedacht ,,jo ich nehm die sache hier jetzt mal an mich", sondern es brauchte schon, allein zur Bekanntwerdung Hindenburgs andere Faktoren, Zufälle, die ihn vom Pensionär wieder in den Kriegsdienst beförderten, Zufälle, die zum Sieg bei Tannenberg verhalfen, Faktoren, die ihn bekannt und zu dem gemacht haben, was er letztendlich geworden ist.... versteht ihr was ich meine?
    oh mann ich weiß irgendwie auch gar nicht, wie ich das ganze angehen soll...
    gerade in einer viertel stunde ist es glaube ich echt schwierig erst alle Theorien vorzustellen, die es zu dem thema gibt, dann die Biografien vorzustellen, inklusive des Umfeldes, und dann noch zu einem Fazit kommen?
    Oh mann :(:(
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ein zwiespältiges Thema. Adolf Hitler wäre ohne den 1. WK und Versailles ein abgebrannter Postkartenmaler geblieben. Und ohne seine Satrapen und Mäzene war auch er ein Nichts. Ich bin der Meinung, wenn die Umstände entsprechend sind, findet sich immer jemand, der den Ablauf der Geschichte mit dominiert. Auch Lafontaine als SPD-Spitze hätte 1989/90 unter dem Druck der Ereignisse nicht anders als Kohl handeln können - auch wenn es im Detail Abweichungen gegeben hätte.
     
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  19. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Natürlich war Hindenburg auch auf die Umstände seiner Zeit angewiesen, aber:
    - Zu Beginn des 1. WKs war er eigentlich schon in Pension. Wäre er dort geblieben, würde ihn heute kein Mensch mehr kennen.
    - Als Monarchist widersetzte er sich lange den Forderungen, für das Reichspräsidentenamt zu kandidieren. Er hätte auch bei seiner Ablehnung bleiben können.
    Dass er also zu einem der führenden Strategen des 1. WKs und später zum Reichspräsidenten wurde, war natürlich auch von den Umständen abhängig, aber basierte trotzdem auf seinen Entscheidungen.

    Was ich sagen will: Natürlich sind das Leben und die Karriere von Menschen von den politischen, militärischen, sozialen und wirtschaftlichen Umständen abhängig. Aber es bleibt trotzdem noch genügend Spielraum für eigenständiges Handeln. Und dieses eigenständige Handeln schafft neue politische, militärische, soziale und wirtschaftliche Umstände. Hindenburg und Ludendorff z. B. hätten Tannenberg auch vermasseln können, wer weiß, wie dann der 1. WK verlaufen wäre, wenn die Russen weiter Richtung Berlin marschieren können hätten.
     
  20. te1508

    te1508 Neues Mitglied

    Ja ganz genau so sehe ich das auch. Eine Wechselwirkung zwischen Einzelpersonen und anderen faktoren.
    Doch wie verpackt man das als Antwort auf meine Frage?
     

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