Historische Volksgruppen auf dem Gebiet der heutigen Türkei

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von PiriReis, 11. März 2012.

  1. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Es bleibt ja ein erstaunlicher Vorgang, dass ein orthodoxer Priester samt seiner Gemeinde noch im 17. Jh. zum Islam konvertiert. Was für Gründe mögen dazu geführt haben? Mir fallen dazu nur zwei ein: entweder gab es Druck seitens der osmanischen lokalen Verwaltung, oder die Konversion zum Islam brachte so gravierende Vorteile, dass sich Priester und Gemeinde dazu entschlossen. Was nun ausschlaggebend war - vielleicht auch eine Kombination beider Gründe - , wird man heute vielleicht nicht mehr ermitteln können, oder?

    Auf jeden Fall hab ich mal den Grund und die Ursache zu diesen Übertritt gelsesen, kann mich nicht genau dran erinnern, das wird jetzt lustig klingen aber ich glaub das war weniger wegen Druckes aus Osmanischer Seite und mehr wegen dem Patriarcheion :rofl: in diesem Fall.

    Zunächst einmal: Von welcher "Sprache" sprichst du? Vom Griechischen oder einem speziellen Dialekt, der in der Pontos-Region gesprochen wurde? Und: Habe ich dich richtig verstanden, dass es muslimische Türken gibt, die noch heute griechisch sprechen? Was versteht man unter der Sprache "Romeyika"?

    Romeyika bzw Pontiaka ist dieser griechische Dialekt von dem ich spreche, der wurde früher von Sinope bis östlich von Trapezunta gesprochen. Ja laut ein türkischen Autor der ein Buch über Romeyika schrieb und das so nannte sind in der ganzen Türkei und im Ausland 300.000 von diesen Sprechern bzw. dessen Nachfahren verstreut. Ein adnerer Dialekt der in der Pontos Region gesprochen wird ist das lazische dass eine kaukasische Sprache ist und meistens östlich von Trapezunt bis in Georgien gesprochen wird, diese Sprache ist wahrscheinlich noch älter als das pontische in der Region.



    Man kann also sagen, dass große Teile der Griechen in der Pontos-Region nicht zum Islam konvertierten? Interessant wären allerdings die Gründe, die griechische Gemeinden zum Übetritt zum Islam bewogen haben. Dieser Aspekt spielt ja schon oben unter Punkt 2) eine Rolle.

    Man kann es sehr sicher sagen denn wie gesagt 1912 war die Zahl dieser Pontos Griechen 400.000, 180.000 davon haben es bis nach Griechenland geschaft, andere haben es nicht überlebt, andere wieder im letzten Moment zum Islam übergettreten und offiziell zu Türken geworden und noch eine Zahl ist mit den Schiffen nach Georgien gegangen wo es da schon von früher pontische Communities gab.


    Das sind alles sehr interessante Informationen, die mir völlig unbekannt waren. Bislang glaubte ich, dass sich eine griechische Besiedlung nach der Eroberung Kleinasiens durch die Türken allein an der Ägäisküste hielt. Dass auch in der Pontos-Region griechische Siedler verblieben, wusste ich nicht. Viele zogen sich also in die Berge zurück, um vermutlich dem Assimilationsdruck zu entgehen. Dass besonders die Städte Bastionen des Griechentums blieben, weiß ich von den Städten der Ägäisküste wie Smyrna und anderen.

    Wobei im Pontos nach der Osmanischen Eroberung eher das Gegenteil zu baobachten ist, die Städter und Küstenbewohner lassen sich zu einen großen Teil in den Bergen des Pontos nieder wo sie frei leben, viele Dörfer und einige Städte gründen. Ein Beispiel ist die Stadt Argyroupolis heute Gümüshhane.


    Das war sicher ein schweres Schicksal für die 1,2 Millionen Griechen, die von der Türkei nach Griechenland zwangsumgesiedelt wurden (für die Türken in umgekehrter Richtung natürlich nicht minder). Weißt du aus deiner Familiengeschichte, wie ihr in Griechenland aufgenommen wurdet? Gab es Probleme mit den alteingesessenen Einwohnern? Wir in Deutschland kennen dieses Problem aus unserer jüngeren Vergangenheit, wo einige Millionen Flüchtlinge nach 1945 aus dem Osten nach Westdeutschland strömten. Die haben sich aber alle nach relativ kurzer Zeit gut integrieren können.

    Die wurden nicht ganz freundlich aufgenommen wurden Turkosporoi oder Aoutides gennant(vom pontischen aoutos oder atos und nicht wie im neugriechischen aftos für er. Ich du, er usw) von den Einheimischen Dorfbewohnern genannt, aber die haben schnell den Respekt von denen gewonnen denn ihre Kultur und ihr Wissen über die Erde und wie man jegliches anbaut war in vielen Fällen fortgechrittener als der Einheimischen. Spätestens nach den 2. Weltkrieg wo das Dorf von SS Truppen verbrannt wurde, das ganze Dorf dann in der Nähe des Flusses in Erdbuchten lebte (meine Großelter vonbeidenSeiten waren noch keline Kinder damals)und vorher als die Pontier und die anderen Anatolier gemeinsam mit den Einheimischen Griechen in der Front gingen machte man nicht so ein Unterschied mehr. Meine beiden pontischen Urgroßväter haben die kleinasiatische Katastrophe erlebt und 20 Jahre dannach im 2. Weltkrieg für Griechenland gekämpft der eine hat sogar eine Tapferkeitsmedaille bekommen. In der Generation meiner Mutter machte man keine Unterschiede mehr ausser es kam zum Streit als die Kinder waren dann wurden die von den einheimischen Kindern wieder Turkosporoi genannt, die hatten dass von ihren Großeltern gehört und nachgeblabbert. In meiner Generation ist man Pontios oder Chasiotis (so heissen die einheimischen bei uns vom Ort und den Bergen Chassia) und wenn es einheimische ode rpontische Feiern gibt tanzen und feiern alle zusammen. Von Ort zu Ort war es unterschiedlich muss ich noch erwähnen. Z.B: in Attica hatten die Smyrnische Frauen kein guten Namen was ihre Moral anging weil diese Frauen echt kosmopolitisch waren und aus einer Stadt kamen die eine echte Großstadt war mit allem drum und dran.


    Ein interessanter Hinweis, der meist unbeachtet bleibt! Niemand denkt groß darüber nach, dass auch die klassischen Griechen in Kleinasien ihrerseits vorgriechische Elemente aufnahmen und von ihnen beeinflusst wurden. Wenn du von "kaukasischen Stämmen" sprichst, welche sind das gewesen? Armenier, Georgier, Iberer?

    Das waren Stämme ausser den Lazen im östlichen Teil des Pontos lebten wie die Makroner oder die Chaldäer. Allerdings war in Pontos der einheimischen Stämme gegenüber den Griechen um einiges mehr als z.B in der Westküste Kleinasiens. Es gab Beispiele wo die Makroner den Griechen aus Trapezunta sich freiwillig unterordneten ihnen Land zur Gründung der Städte gaben und freiwillig die Aufgabe der Felder übernahmen. Es gab auch Beispiele wo die einheimischen die griechische Siedlung zerstörten und die wieder von Griechen neugegründet wurde, oder aber auch ein Beispiel von Amisos wo die Stadt sich erweiter hat nach einer Zeit ihre Fläche, ihre Mauern und unter Besprechung mit den König dieses Stammes sich auch einheimische in der erweiterten Poleis siedelten. Das alles bis Mithridates oder spätestens der römischen Eroberung und der Erscheinung des Christentums in diesen Regionen, ab da machte man kein Unterschied mehr und die Übersiedlung von der Küste zum Landesinneren flüssig und ein Phänomen war das öfters vorkam. #zuletzt mit der Osmanischen Eroberung das Beispiel wo viele aus den Küstenstädten bzw Gebieten sich in den Bergen im Landesinneren niederliessen um frei von den Besatzern zu sein. Manche Historiker meinen der Griechische Anteil war sehr groß und das Einheimische wurde absorbiert so wie in Ionien, andere dass die Griechischen Städte im Vergleich zu den Einheimischen Bevölkerungen wie Insel inmitten eines Ozeans waren, diese Historiker reden allerdings von der ganzen Schwarzmeerküste und nicht speziell vom historischen Pontos. Mithridates selber schrieb dass der westliche Teil seines Königreiches von Griechen bewohnt wird und die Küste des Östlichen Teiles genauso. Im Landes inneren des östlichen Teiles war die Rede von einheimischen Stämmen die oft auf den Pferd kämpfen. Meine Meinung ist dass die heutigen Pontier sowohl von den altgriechischen Siedlern abstammen so wie zu einen großen Teil von der älteren Bevölkerung des historischen Pontos.
     
  2. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    was die Zahl der Sprecher der Sprache angeht ist schwer zu sagen, ich verstehe die Sprache weil ich die schon als Baby von meinen Großeltern hörte aber reden kann ich die nicht so gut, meine Mutter kann die Sprache reden obwohl sie das nur selten macht und meine Großeltern haben sich auf pontisch unterhalten. Die Sprache ist erhalten allerdings schaut es für die nächste Zeit nicht so gut aus, kann sein dass die Sprache in paar Generationen verschwindet wobei es schade ist denn in manchen altgriechischen Satz in der Schule kam es mir vor als ob meine Großeltern reden und ich konnte ohne spezielle Vorkentnisse altgriechsich besser verstehen als andere die kein Kontakt zum pontischen hatten.
     
  3. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied


    Ehrlich gesagt bin ich auch verwirrt, ich bin nie wirklich sicher was er überhaupt sagen will.
     
  4. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    @zok Du verstehst mich die ganze Zeit und argumentierst dagegen und jetzt kommst du mit der ich bin auch verwirrt verstehe ihn nicht, was will er uns den sagen Nummer? Eigentlich nur meine Meinung über die Volksgruppen in der heutigen Türkei und was für Prozesse im Laufe der Jahrhunderte hier und da im Gange waren, alles andere hat sich mit der Diskussion ergeben.
     
  5. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied


    Deine Vergleiche sind etwas schwer zu verstehen.
     
  6. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Friede sei mit euch! Ich kann die besser formulieren und korrigieren, wenn euch was interessiert und ihr es nicht versteht weist mich drauf hin, habe auch selber gemerkt dass in manchen Stellen es unverständlich oder unübersichtlich wird. Welche Vergleiche genau?
     
  7. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich danke dir für die ausführliche Schilderung. Das war wirklich interessant! :winke:
     
  8. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Was die Islamisierungen im Gebiet des Pontos angeht habe ich ein interessantes schreiben des Metropoliten von Trapezunta Chrysanthos gefunden der Metropolit in der Region im letzten Jahrhundert wurde paar Jahrzehnte bevor 1922. Ich versuche paar Stellen zu übersetzen, werde da wo es vielleicht unübersichtlich oder unverständlich ist in Klammern kommentieren.

    Der beschreibt dass unter den Druck der Terebeys (Machthaber einzelner Bezirke im osmanischen Reich) und des Leides unter Sultan Mehmed 4. (1648 - 1647) und der großen Vezyren Mehmet Kiuprulu (1656 - 1661) und seines Sohnen, Vertreibungen im Bereich des Flusses Akampsios (Tshoroch) bis Trapezunda kompakte griechsiche Populationen, die Einwohner des Ofis, des Rizaion, Surmena,Gimora zahlreich islamisiert wurden. Die Christen des Ofis sind zum Islam übergetreten nachdem ihr Bischof Alexandros sein Namen zu Iskender wechselte (den Grund für den Übertritt des Bischofs erwähnt er nicht, nur eine Verwechslung des Bischofs Iskender von vielen mit einen lokalen Verwalter der auch Iskender hiess und viele Bauten errichtet hat). Islamisiert hat der Patriarch der Ierosolyma Dositheos, die ganze griechische Chora von Akampsos bis Trapezunta gefunden, der im Jahre 1681 Trapezunta und den ganzen Pontos besucht hat. "Von Surmena bis Georgien und des Flusses Tzorochi haben die Lazen vor 70 Jahren angefangen Mosleme zu werden und es ist im ganzen Bereich kein Priester, keine Kirche übrig geblieben, nur Frauen tines(weiss nicht was mit dem letzten Satz und das Wort tines gemeint ist)" Ähnlich sind auch im Rizaion die im Bezirk des Hemsin wohnhaften Griechen und Armenier islamisiert. Ungefähr die gleichen Jahre sind auch die kompakten griechischen Populationen in Tonya (antikes Thoanya) islamisiert.
    Von den Religionswechslern sind nur wenige Kryptochristen geblieben in Surmena und Gimora, alle anderen haben die islamische Religion versteckt und ofen praktiziert (pantes de oi alloi en te to krypto k to fanero eskoun ti mousoulmaniki thriskeia). Von denen die Lazen und die Bewohner von Surmena und Gimora haben ausser der Religion auch ihre Sprache verbannt (wurden türkischsprachig) und vom Einfluss der muslimischen Religion sind bei ihnen Instinkte und Triebe des alten Menschen offenbar geworden die der Tzaner(meint Chrysanthos). Die Ofiten die sesshaft um den Psychors potamos (Balantzi Dere) waren, haben die griechische Sprache und die griechischen Bräuche bewahrt die können sich sogar erinnern dass die von Griechen abstammen. Die sind ruhiger als die Lazen und durch das Erbe ihrer Vorfahren beschäftigen sich diese Ofiten mit den Schriften und der Theologie. Die islamisch theologischen Schulen des Ofis waren die perfektesten des Osmanischen Staates.Die Männer des Ofis sind auch der türkischen Sprache mächtig, aber die Frauen kennen die Sprache nicht, und aus diesen Grund wird bis heute im häuslichen Sprachgebrauch das griechisch pontische Idiom des Ofis gesprochen. Die Dörfer deren haben bis unseren Tage ihre griechische Namen Palahorin, Mesohorin, Ypsili oder Ypsilanton(aus diesen Dorf stammt auch Ypsilantis,griechischer Befreiungskrieg usw), Xenos, Foteinos, Halaessa, Gorgora, Kontou, Holos, Okelos, Alithinos, es sind viele Tempel geblieben und viele griechische Schriften.
    Viele Familien der Ofiter bewahren die geerbten Ikonen und Evangelien ihrer Väter als heilige Knochen. Dann beschreibt er wie im jahre 1917 nachdem die russischen Soldaten weg von Pontos waren und ein Oberpriester Ofis besucht hat, wie er von den muslimischen Bürgermeister und den Lokalen Beys und Hodjas als ein Retter und deren Vater empfangen wurde und die sich bedankt haben für den Schutz über die Jahre wo die Russen Trapezunta und das Land drum herum besetzt hatten. Ihre Gesichtszüge waren gleich wie die der Christen der Ofis Region. Alle stammen vom Psychros Potamos ab und waren Nachfahren der ersten Väter die die Religion wechselten. Dann schreibt er was über Mitgefühl, Liebe und das gegenseitige Gefühl dass er auch ihr Poimenas war und dass sein Poimneion.
    Griechischsprachig aber nicht ruhig wie die Ofiten sind auch die Islamisierten Christen aus Tonya (Thoanya) geblieben, ihre Dörfer haben auch meistens ihre griechischen Namen behalten wie Katochorin, Mesoplagin, Mesopedin.

    das wars hier der Link ist leider nur auf griechisch

    Ipsilantis.gr - ????????? ???????? ?????????? ?????????
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2012
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  9. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Das beschreibt einiges über den Verlauf der Islamisierung und ihrer Entwicklung auch im bezug zur Kultur und Sprache der islamisierten.
    Meine Vorfahren und die der meisten Pontier in Griechenland hatten ab einen gewissen Zeitpunkt eine ganz andere Geschichte als die anderen Griechen die zum Islam übergingen. Bis ein gewissen Zeitpunkt war es ruhig auch nach diesen Jahren die Chrysanthos als Jahre des Leides beschrieb. Viele sind von den Küsten im Landesinneren des Pontos über die Jahre gegangen und da waren sie in den Bergen wirklich frei. Die anderen Pontier sahen die islamisierten mit kein gutes Auge den ihrer Meinung nach waren die Verräter des Väterlichen Glauben und galten als Türken, die meinten über die "turkepsan" die sind zu Türken geworden. Nach der Zunahme des Neoturkismus und den ersten Gewalt Vorfällen ist im Pontos zeitgleich von West bis Ost eine bewaffnete Bewegung entstanden um sich zu schützen, im Laufe der Zeit hatten die auch das Ziel sich mit Griechenland zu vereinigen, (was Venizelos abgelehnt hat, denn der Pontos war zu weit weg) ein eigenen Staat Pontos zu gründen aber draus ist nichts geworden. Es gibt viele Geschehenisse bei uns in der Familie über Gewaltakten aus dieser Zeit von beiden Seiten, überlebt haben es die wenigsten aus diesen Zonen des Widerstandes im Pontos.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2012
  10. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Den Bericht des Chrysanthos, Metropolit von Trapezunt, finde ich äußerst interessant. Er zeigt gleich einem Brennglas, wie sich Assimilierung und entgegengesetzte Bestrebungen innerhalb einer eng begrenzten Region abspielten, sodass der ganze Vorgang fast eine beispielhafte Bedeutung erhält.

    Ein Teil der Pontos-Griechen ist zum Islam konvertiert, was sich erstaunlicherweise erst im 17. Jh. vollzogen hat. Die Gründe scheinen eher in den praktischen Vorteilen für das Alltagsleben gelegen zu haben, weniger in einer religiösen Überzeugung. Ganz klar werden die Motive der Konversion allerdings nicht.

    Übrig blieb der andere Bevölkerungsteil der Pontos-Griechen, der nicht konvertierte und - nach dem Bericht - die Konvertierten sogar als Verräter betrachtete. Später gab es dann erstaunliche Kombinationen: zum Islam konvertierte Griechen, die Griechisch sprachen, andere Griechen, die die türkische Sprache annahmen. Zudem bewahrten die Pontos-Griechen sogar ein archaisches attisches Griechisch, was ich noch erstaunlicher finde.

    Schade, dass sich diese bunte ethnische und sprachliche Situation nicht bis heute erhalten hat, sondern durch den griechisch-türkischen Krieg gesprengt wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2012
  11. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Bei den Slawen hatten die Muslime die Namen Poturica oder Pomanke, was auch so viel wie Verräter bedeutet.

    Poturica=derjenige wer wie die Türken ist.

    Pomanke= Pomoc´nik der Helferlein.

    Wobei das vor allem bei sehr hohen Personen gesagt wurde, wie sah das bei den zum Islam Übergetretenen Pontos Griechen aus, haben viele Karriere gemacht.
     
  12. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wieviel sind denn eigentlich "viele", was ist hier repräsentativ? :confused:
     
  13. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Agas, Pasas, Vezire e.t.c.

    Ich weiß nicht wie es in Anatolien war, gab es noch im 18. Jahrhundert Spahien.
     
  14. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    So einfach ohne Grund oder nur wegen den Vorteilen glaub ich nicht, die Zeit um 1660-1750 ist eine Zeit wo die Verwaltungsform im Osmanischen Reich wechselt und das Reich wie früher das Byzantinische Reich in Themen geteilt wird. Die Terepeys die in jedes Thema zuständig sind waren im Pontos nicht die freundlichsten. Es gibt zeitgenössische Berichte über Ermordungen von Christen, Jungfrauen die in den Harems Zentralanatoliens verschlept wurden und allgemein ein höherer Druck an die christliche Bevölkerung weil diese Terepeys in ihr Thema moslemische, türkische Bevölkerung haben wollten. In den Bergen Pafras waren schon um 1700 Rächer aus der pontischen Bevölkerung aktiv und kämpften gegen die Terepeys und ihrer Macht bis 1850 ungefähr dann war die Lage wieder ruhiger, ich weiss nicht genau wieso es mal ruhig war und dann wieder entspannter das kann uns bestimmt jemand der sich mit der Osmanischen Geschichte auskennt sagen. Wie gesagt man kann nicht verallgemeinern.
    Eine andere Geschichte über Islamisierung im Pontos die ich mal gelesen hab, ist die von Matsouka, einige Jahrzehnte nach der Eroberung Trapezuntas durch die Osmanen haben sich Männer aus den Dörfern rund um Matsouka versammelt, sind im Zentralplatz der Stadt gegangen und die Stadt eingenommen, in ihren Augen befreit. Da war der Sultan natürlich alles andere als begeistert und es kam dieses Ultimatum entweder die Beteiligten mit ihren Familien und ihren Herkunftsorten werden zu Moslems oder Kopf ab. Natürlich sind auch viele Moslems wegen den Vorteilen geworden oder vielleicht der ein oder andere aus Überzeugung. Die Sache im Pontos war bisschen komplizierter, die hohen Berge, die Küste die kriegerische Bevölkerung die vor den Osmanen ansässig war und fest verbunden mit den Traditionen und der Kirche, bisschen verrückt noch dazu, die wichtige Handelslage der Region und dazu befand sich der Pontos im Hauptgebiet der Osmanen,Anatolien wen man es so sagen kann. Nach einer Zeit war das auch die Grenze zu Russland. Der direkte Vergleich zu anderen Regionen wie z.B den Balkan ist nicht immer ausschlaggebend.
    Zu der Frage ob diese Griechen die zum Islam konvertierten Karriere machten, ich denke wenn die das Zeug dazu hatten schon, es gibt Beispiele über viele Griechen, Albaner, Armenier, Serben und andere Slaven die "Karriere" als Osmanen gemacht haben. Von einen wo ich gelesen hab das seine Familie aus so ein Dorf des Ofis stammt ist heute der Staatsoberhaupt der Türkei, Erdogan, allerdings steht bei Wikipedia die Stadt Rize, da hat er Glück kann sagen er ist Laze, was viele Türken die aus dem Schwarzen Meer kommen machen. Die meisten weil die das so gelernt haben, es herrscht der Eindruck dass die Griechen alle weg sind. Jeder sagt irgendwie die aus Regionen stammen wo früher Griechen waren, "Ja vielleicht war mal ein Urgroßvater von mir Grieche". Die letzten Jahre haben manche die Wahrheit ihrer Vergangenheit erkannt, die meisten sind lieber Lazen und so fühlen die sich gut, oder die kennen das nicht anders. Natürlich haben die alle ein Türkisches Bewusstsein und sind auch stolz drauf, trozdem ist die Geschichte nicht immer so wie man es gerne hätte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2012
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  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Gründe, die Pontos-Griechen zur Konversion zum Islam bewogen, waren demnach sehr unterschiedlich: kultureller und staatlicher Druck, bessere Karrierechancen, zuweilen auch Überzeugung. Angesichts dieser Situation finde ich es beachtlich, dass sich etwa 500 000 Pontos-Griechen bis zur Zwangsaussiedlung 1923 dem Assimilationsdruck entziehen konnten.

    Es scheint demnach für viele Türken der Schwarzmeerregion problematisch zu sein, sich zu griechischen Vorfahren zu bekennen und für Griechen mit türkischen Vorfahren in Griechenland dürfte das ähnlich sein. Man kann nur hoffen, dass diese Gegensätze in Zukunft irgendwann überbrückt werden.
     
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  16. Arsacides

    Arsacides Neues Mitglied

    Die Lasen sollte man ein wenig aussen vor halten, die haben ja weder mit Türken noch mit Griechen zu tun, sondern sind aus dem Kaukasus. Im Osmanischen Reich gelang es ihnen trotz Islamisierung Sprache und Kultur aufrechtzuerhalten, auch gab es ein Lazistan.

    Nach Gründung der Republik hat man ihnen allerdings derart brutal eingeprügelt, dass sie Türken seien, woraus eben das türkische Selbstverständnis der Lasen entstand. Kaum einer mehr beherrscht lasisch, praktisch alle sind assimiliert.

    Die Lasen sind nur ein Beispiel für die katastrophale, zerstörerische Minderheitenpolitik der Türkei - und noch ein relativ kleines.
     
  17. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Dass die Gegensätze überbrückt werden will jeder , aber das kann nur geschehen wenn beide Seiten ihre Fehler akzeptieren und der geschichtlichen Wahrheit ins Gesicht schauen, mit patriotischer Propaganda wird da nicht vieles erreicht werden.
    Was die Lasen angeht das ist mir schon klar, hab auch erwähnt dass die zur Vorgriechischen kaukasischen Bevölkerung im Schwarzen Meer gehören und auch die Lazische Geschichte der Neuzeit ist mir grob bekannt. Wobei noch interessant ist das Lazica dieser Teil östlich von Rize bis Batumi in Georgien der Grund für ein Byzantinisch - Persischen Krieg gewesen ist, als der König der Lasen sich zum Byzantinischen Reich widmete und sich taufen ließ nahm es der persische Herrscher persönlich und aus ein Macht streben um eine Region begann ein Römisch Persischer Krieg. Hier interessantes über das alte Reich Lasika Lasika ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. April 2012
  18. Arsacides

    Arsacides Neues Mitglied



    Reden wir hier von derselben Türkei? Dann vergiss es gleich, da wird kaum etwas erreicht werden.

    Das einzige, was man den Lasen vorwerfen kann, ist dass sie existieren.
     
  19. Okeanios

    Okeanios Gesperrt

    Die haben doch nichts zu befürchten heutzutage sind alle Bewohner der Türkei stolz dass sie Türken sind, die meisten denken die stammen direkt von Türkischen Kriegern die auf den Pferd Anatolien eroberten und ein großes Reich errichtet haben. Ich denk wenn man die wahren Geschichtlichen Tatsachen und Vorgänge akzeptiert hat der Staat nichts zu befürchten, fast jedes Reich jeder Staat, jedes Volk hat in der Geschichte der Menschheit auch andere Völker assimiliert und auch nicht immer Recht gehandelt und vorgegangen. Ich glaub dass wird nichts ändern, ausserdem scheint es so als ob genug Menschen in der Türkei wissen dass es auch vor den Türken in Anatolien Kulturen und verschiede Völker gab die ein Teil ihrer Nation sind. Wenn die erkennen dass z.B die Lazen keine Türken sind ändert dass nichts schließlich waren die ab ein Zeitpunkt Osmanen und haben für die Türkei gekämpft, bei den Lazen gab es keine christliche Lazen mehr die Widerstand geleistet haben oder im Krieg gegen der Türkei waren sowie bei den Griechen oder Armeniern es gibt also kein schlechten Stereotyp. Auch die Nachfahren der muslimischen Pontier merken langsam dass ihre Sprache das Rumca wie sie das nennen ein griechischer Dialekt ist und dass Karadeniz (so heisst das Schwarze Meer auf türkisch) schon in vorchristlicher Zeit von Griechen besiedelt wurde. Ein Autor aus diesen Dörfern hat ein Buch über Romeyika geschrieben das Buch heisst auf türkisch Pontos Kültürü erwähnt dass die Sprache homerisch ist also eine sehr alte griechische Sprache u.a, dieses Buch hat in der Türkei für großen Wirbel gesorgt, das Buch der Verlag und der Author wurden alle verbannt so wie früher die alten Griechen manche in der Exoria schickten, dabei hat er nur seine Kultur und deren Ursprung beschrieben.
    In Griechenland z.B hat man vieles zu griechisch gemacht was nicht griechsich war im Bezug zur Herkunft, z.B die Arvaniten galten als die letzten Dorier obwohl die ganz klar Christliche Albaner waren die im 14. Jahrhundert nach Griechenland kamen nach Aufruf lokaler Fürsten weil die griechische Bevölkerung in ein Teil dezimiert war von Erdbeben, Epidimien usw. oder die Valachen genauso sind die in der gleichen Zeit nach Griechenland gekommen weil in manchen Gebieten die Fürste Leute brauchten die die Waffen halten und sich um die Felder kümmern. Die kamen gut klar in jeden Fall mit der griechischen Bevölkerung weil die keine Eroberer waren und die ihnen auch nichts wegnahmen oder irgendwelche Ansprüche hatten ausser das vereinbarte mit den Fürsten die sie eingeladen haben, wen man es so sagen kann. In der griechsichen Revolution waren viele unserer Helden Arvanitischen oder auch Valachischen Ursprungs, andere teilweise und andere ganz. Nach der Bildung des griechischen Staates hat man versucht den griechschen Ursprung zu geben, Arvaniten die letzten Dorier die nach Griechenland kamen Valachen auch irgendwas. Und dann ist auch irgendwann die andere Richtung gekommen Reaktion und Gegenreaktion als manche dieser Theorien ohne Halt rauskamen. Alle Griechen stammen aus Albaner, Valachen, Türken oder irgendwelchen anderen Mittelalterlichen Eroberern heisst es in dieser Theorie. Das andere Ende und wieso kam das? Weil man versucht hat die Geschichte zu verfälschen auch wenn das gut gemeint war und nur im Bezug zur Neuzeit. Natürlich haben sich heutzutage die meisten Arvaniten oder Valachen irgendwann durch die Jahre mit Griechen vermischt manche vielleicht seit ihrer Ankunft in Griechenland vor 600 Jahren andere im Zeitalter der Industrialisierung und der Großstädte. Auch wenn es nicht so wäre die sind ein Teil Griechenlands, fühlen sich so sind stolz Griechen zu sein und ihre Vorfahren haben seit den ersten Moment für das Land dass sie bewohnt haben gekämpft. Ich mein wenn man die Geschichte verfälscht dann rächt die sich irgendwann, ich hab jetzt als Beispiel Griechenland genommen weil ich Grieche bin aber da gibts viel schlimmeres anderswo was an Geschichtsfälschung oder Propaganda gemacht wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2012
  20. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Da könntest du recht haben und Äußerungen einiger türkischer User in diesem Forum bestätigen das. Den meisten ist nicht klar, dass sich die erst seit dem 12. Jahrhundert einwandernden turkstämmigen Populationen mit einer altansässigen Bevölkerung vermischten, die ihrerseirs ebenfalls zahlreiche Assimilationsprozesse durchlaufen hat: von den Hethitern über die Phryger und Lyder bis hin zu Medern, Persern und Griechen.

    Das ist in Mitteleuropa speziell im Raum des heutigen Deutschland nicht so stark ausgeprägt, da die Region nicht in dem Maße Völkerbrücke war wie Kleinasien. Immerhin können wir neben germanischen Stämmen auch Kelten, Römer und Slawen zu unseren Vorfahren zählen, was natürlich vom geografischen Ort abhängig ist.

    Allerdings kommen manche dabei zu unsinnigen Aussagen. So z.B. manche Makedonier, die sich als direkte Nachfahren der antiken Makedonen mit zufälliger slawischer Sprache betrachten. Oder ein Bulgare, der unbedingt Thraker und kein Slawe sein wollte.

    Das ist allerdings ein grotesker Vorgang. Erstens, dass man über Romeyika als archaischen griechischen Dialekt nicht berichten darf und zweitens, dass Autor und Buch der Zensur anheim fallen. Es scheint noch ein weiter Weg zur in Europa üblichen juristischen Praxis zu sein.

    Wie werden denn die Minderheiten der Wlachen (Meglenorumänen) und Aromunen in Griechenland behandelt? Sie sprechen meines Wissens noch ihre rumänisch-dakischen Dialekte bzw. Sprachen. Gibt es dafür in Griechenland ein Minderheitenstatut oder wie geht man mit diesen Leuten um?
     

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