Kaiser Wilhelm 1

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von benji5, 23. Februar 2005.

  1. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Geläufig ist durchaus in Frankreich " Le Roi Soleil " , während Louis-Quatorze vornehmlich den Epochenstil zwischen 1640-1715 beschreibt ebenso wie später Louis-Quinze.
     
  2. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    Ja natürlich kann man sagen das dieser titel sich nicht
    durchgesetzt hat . Aber wenn man seinen Großvater vergöttert
    schenkt man ihn schon mal zum 100. Geburtstag so einen
    "Anhängsel" ;)
     
  3. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Louis le grand war meines Wissens sogar ein offizieller Titel - der Sonnenkönig liess auf die Porte St. Denis die Inschrift Ludovicus Magnus anbringen, aber "Louis le Grand de la forum histoire" schaut hoffentlich heute noch vorbei.....
     
  4. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Und gibt uns endlich die ersehnte fundierte Antwort. Louis... Wo bist du? :winke:
     
  5. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Da hab ihr aber Glück, dass ich gerade hier vorbeischaue. Sonst wäre mir der Ruf nach meiner Person wohl entgangen. =)

    Dass man Louis XIV. in Deutschland nicht "der Große" nennt ist aufgrund der Geschichte verständlich. Seine Expansion bezog sich ja vornehmlich auf Reichsgebiet, was seitens der Deutschen zur Defamierung als "böser König" führte. Im Laufe der Stilisierung Frankreichs als deutschen Erzfeind wurde das logischerweise weiter ausgebaut. Die deutsche Literatur ließ sich in geradezu aberwitziger Weise zu Hasstiraden hinreißen. In Frankreich das völlige Gegenteil, hemungsloses und völlig unkritisches "in den Himmel heben", was wiederum auch völlig übertrieben war.

    Heute ist das zum Glück viel besser. Auf beiden Seiten beschäftigt man sich realistisch mit ihm und gibt Licht und Schatten den passenden Platz.

    Zur eigentlichen Frage: In Frankreich ist der Beiname Louis le Grand recht gebräuchlich und anerkannt, man verlieh ihm diesen Titel ja schon zu Lebzeiten und führte diesen auch nach seinem Tod konsequent weiter. Neben seinem Großvater Henri IV. (Henri le Grand) ist er der einzige Franzose den man in Frankreich im sprachgebrauch "der Große" nennt. In frz. Büchern und Dokumentationen ist mir die Bezeichung "Louis le Grand" auch schon öfters untergekommen.

    Allerdings ist seit dem 19. Jhr. der Beiname "le Roi-Soleil", der Sonnenkönig, viel gebräuchlicher, weil er viel einprägsamer ist. Mir gefällt er auch besser; welche die sich "der Große" nennen gibt es viele, ein Sonnenkönig ist aber einzigartig und klingt auch viel charmanter.
     
  6. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Kirlon, Du hast natürlich recht, der Große Kurfürst wäre noch zu nennen, auch wenn er es noch nicht zum König gebracht hatte.
    Lieber Arne, es kommt eben darauf an, wen die Nachwelt aus einem zeitlichen Abstand für einen Großen hält und nicht wer zu seiner Zeit oder kurz danach für groß gehalten wurde. :confused:
     
  7. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Wir müssen nochmal festhalten, dass "der Große" nur eine Form der Titulierung ist, um einer histor. herausragenden Person Respekt zu zollen. Viele werden - wie bei Louis XIV. - anders genannt, etwa Kaiser Maximilian I. den man "letzten Ritter" nennt, wieder andere Große der Geschichte haben gar keinen Titel, etwa Caesar, Augustus oder Napoleon; obwohl bei letzterem sehr verständlich ist, warum er keinen hat.
     
  8. Meister

    Meister Gesperrt

    ist "augustus" nicht schon ein ´titel´?
    und caesar als erst ´zar´ und ´kaiser´ ist ja irgendwie auch ein respektzollen der geschichte.
     
  9. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Das ist richtig, aber man muss schon ein Insider sein um das zu wissen. Augustus nannte sich aber auch jeder röm. Kaiser und Caesar ebenso, was es höchst profan macht.

    Beiden Personen fehlt in heutiger Zeit ein eindeutiger Beiname. Ihre Namen stehen ruhmreich für sich, brauchen also auch nicht betitelt werden. Da fällt mir aber auf, dass man Titel eigentlich nur solchen Namen gibt, die Zählungen umfassen. Um also in einer langen Reihe von gleichnamigen Herrschern (Ramses, Alexander, Louis oder Friedrich) die beutenden auf diese Weise herauszustellen.
     
  10. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Hältst du denn Wilhelm I. für einen historisch "Großen"? Wenn ja, würde mich interessieren, was diese Qualitätsbezeichnung rechtfertigt? :grübel:
     
  11. Arne

    Arne Premiummitglied

    Nun aus der damaligen Zeit heraus mag das durchaus so zutreffen. Für die damals lebenden Deutschen war er als Reichsgründer tatsächlich ein "Großer". Im Zuge der Zeit wurde man sich dann wohl klar darüber, daß er doch einen erheblich kleineren, persönlichen Anteil an dieser Tat hatte, als sein Kanzler.
    Das mag ein Grund sein, dieser geringe persönliche Verdienst, daß sich der Titel nicht durchgesetzt hat.
    Bismarck machte man nicht zum "Großen". Er wurde der eiserne Kanzer, der Schmied der Einheit.
     
  12. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    :grübel:

    Als Reichsgründer wurde Bismarck schon wahrgenommen ,mit Blut und Eisen-aber :
    "König Wilhelm zog an der Spitze der seit 1867 verbündeten deutschen Staaten in den Krieg gegen Frankreich, der bereits am 2. September 1870 mit dem Sieg von Sedan entschieden war. Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I. in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert, eine neue Würde, die er zunächst nur widerwillig akzeptierte. Er befürchtete, „dass das alte Preussen damit zu Grabe getragen wurde“. Dennoch wurde dieser Kaiser die eigentliche Integrationsfigur des neuen Reiches. "
    Ob man ihn daraufhin als Helden oder Ritter sieht ? :grübel:
     
  13. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Aecimboldo,
    das ist wohl war.Aber das Neue Reich war auf tönernen Füßen gebaut. Die Arbeiterfrage war nicht geklärt. In Preußen herrschte bis 1918 das Dreiklassenwahlrecht.
    Durch die Eskapaden des Wilhelm II. hat sich das Kaisertum selbst als überholt angesehen.
    Derr WKII endete ja katatrophal für Deutschland. :(
     
  14. Arne

    Arne Premiummitglied

    Nun, hier geht es um Wilhelm I. Ob Wilhelm II als Kaiser in der schwierigen Übergangszeit zum Industrialismus so viel schlecht gemacht hat, wie man ihm gern ankreidet und ob er den schwierigen Balanceakt eines "altmodischen" Kaisers in einer technisierten Gesellschaft nicht doch ganz gut hinbekommen hat, sollte woanders diskutiert werden.:still:

    Da meinst du sicher den WKI, nicht wahr? ;)
     
  15. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Arne,
    ein kleiner Unterschied war da schon. Großbritanien hatte eine parlamentarische Monarchie, das heißt, der Premierminister war nicht vom König abhängig.
    In Deutschland war das anders. Der Kaiser ernannte den Kanzler, auch wenn dessen Partei keine Mehrheit im Reichstag hatte. Der Kanzler mußre das Vertrauen des Kaisers haben und nicht des Parlamentes. So war auch nur der Sturz von Bismarck zu erklären.
    Wäre Bismarck bei der Reichsgründung einen Schritt weiter gegangen und wir hätten eine parlamentarische Monarchie, wie in GB, Skandinavien oder BeNeLux, vielleicht hätte dann die Monarchie bleiben können. :(
    Du hast recht lieber Arne, ich meinte den WKI.
     
  16. Arne

    Arne Premiummitglied

    Habe ich nicht anders behauptet. Ich habe überhaupt keinen Vergleich zu GB gezogen.
     
  17. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Du traust Bismarck aber eine Menge zu.

    Erstens wollte Bismarck selbst wohl kaum eine parlamentarische Monarchie; noch hätte er zweitens diesen Schritt bei der Reichsgründung gehen können. Sein eigener König, Wilhelm I., hätte ihm da einen Strich durch die Rechnung gemacht, von anderen deutschen Fürsten ganz zu schweigen.
     

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