Konfession, Antisemitismus und NS

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Dion, 23. Juni 2022.

  1. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Das ist ja auch kein Satz, sondern ein Ausruf. Ich hatte Heines beitrag im Sinn, merke erst jetzt, dass es mittlerweile weitere Beiträge gibt. Bin heute irgendwie im Foren-Stress. Wenn es zu sehr aus dem Kontext ist, bitte löschen.

    Oh, ich sehe gerade, dass muss "in einer Zeit" heißen. Geändert.
     
  2. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Ich will mich hier nicht auf Klein-Klein-Diskussion einlassen, um irgendetwas zu beweisen oder zu widerlegen. Vor allem widerstrebt es mir, Taten der Evangelen mit den Taten der Katholiken zu vergleichen oder gegenzurechnen, wie das hier @Ugh Valencia die ganze Zeit versucht.

    Meine Intention war und ist allein, Luther von dem hohen Sockel zu stoßen, den die Protestanten ihrem Gründer errichtet haben.

    Sie haben Luthers Hetzschriften dazu benutzt, Judenverfolgung zu rechtfertigen – und fanden nichts Unrechtes dabei. Erst im Jahr 2017 distanzierte sich die Evangelische Kirche in Deutschland von diesen Schriften. Das war zwar sehr spät, aber immerhin wurde dieser Schritt getan. Der nächste Schritt sollte sein, Luther die Ehre zu erweisen, die ihm zukommt, ohne seine Untaten zu verschweigen. Ich fände es am besten, wenn bei jeder Lutherstatue eine Tafel stünde, die auf seinen Antijudaismus und dessen Folgen hinwiese.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Um das klar zu stellen: Ich habe mit Atheismus überhaupt kein Problem. Ich habe mit Missionsversuchen - schon in meiner Position als Moderator - ein Problem. Egal, aus welcher Richtung die Missionierungsversuche kommen. Privat stört es mich, wenn Geschichte für persönliche Agenden missbraucht wird.
     
  4. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Genau deine Intention ist es, Katholiken von jeglicher Verantwortung für NS und Antisemitismus zu entbinden. Dafür sind deiner Meinung nach "die Evangelen"* allein verantwortlich - wie du mit diesem undifferenzierten Pauschalurteil mal wieder unter Beweis stellst:
    *Die abwertende Wortwahl "Evangelen" spricht Bände. Das despektierliche Gegenstück wäre "Katholen".
     
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  5. hatl

    hatl Premiummitglied

    Aber jetzt ist die Betrachtung erweitert.
     
  6. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Nun, es stimmt schon, wer "Bilder stürmt", auch wenn nur ein Aspekt der Person nicht in die Zeit passt, darf Luther nicht auslassen. Ihr kennt aber meine Gegenposition: Erläuterungstafeln sind mir lieber, was nach dem sachlichen Urteil zur Judensau auch als zulässiger, vernünftiger Weg gelten muss.

    Und jetzt zu Goethe ... ;)
     
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  7. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Ja, aber da mache ich nicht mehr mit. Es wird hier zu viel zu persönlich genommen. Habe halt unterschätzt, dass die Verteidiger des Glaubens im Grunde Kleinkrämerseelen sind, die Beweise auch für Offensichtliches suchen, und wenn diese gefunden werden, es vorziehen, darauf nicht oder nur ausweichend zu antworten, unwichtige Nebenaspekte hervorkramen, sagen, die anderen wären auch nicht besser gewesen, etc. Steht alles hier im Faden.

    Auch wenn die Bemerkung von Riothamus in #136 nicht stimmt (weder Lutherstatue noch Pachamamabild standen oder stehen im Petersdom), so hat er grundsätzlich recht – zumindest sollte das für Deutschland gelten. Aber es gibt Fundamentalisten nicht nur im Islam, sondern auch bei Katholen und Evangelen; bei den letzteren zählt man sie in Millionen.

    Und wenn man nach Russland schaut, befürwortet das Oberhaupt der russischen orthodoxen Kirche den Krieg gegen Ukraine* – von wegen die Christen seien friedlich! Sie waren es nie und sie werden es nie sein.

    * Zum Dank für diese Unterstützung der russischen Kirche badet Putin in Präsenz der Geistlichkeit.

    [​IMG]
     
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  8. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Es gibt Fotos von beidem im Petersdom. Waren die Tagesschau-Bilder etwa gefälscht?

    EDIT: Nicht das ich da tief im Thema bin, aber Götzenbilder in einer Kirche? Äußerungen des Vatikans jenseits von Blödsinn für das Volk gibt es auch nicht, obwohl es sonst eher nur theologische Statements gibt.

    Zu Luther gibt es Papstreden und andere Textr, inwieweit er auch für Katholiken ein Vorbild sein kann. (Problematische Aspekte wie sein Antisemitismus sind da meines Wissens ausgeblendet, da es eher um Versöhnung gehen soll. Und das nicht erst seit Franziskus. Er steht wohl in einer Vorhalle und wird zu ökumänischen Anlässen mehr in den Mittelpunkt gerückt. Aber Vorhallen zählen auch zum Dom.

    Entschuldigt die Tippfehler. Ich will heute Abend keine Medikamente mehr nehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2022
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  9. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Ich kenne nur das und das.
     
  10. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    "Für Diskussionen über aktuelle politische Themen ist das Geschichtsforum nicht der richtige Platz. Ebensowenig ist das Forum eine Plattform für politische, religiöse und sonstige weltanschauliche Glaubensbekenntnisse."
    Von Dion werden Millionen von Protestanten als Fundamentalisten bezeichnet. Ich weiß nicht woher dieser Hass kommt, halte aber diese Äußerungen und despektierliche Beschreibungen von Mitgliedern von Glaubensrichtungen
    keinstenfalls für regelkonform.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2022
  11. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Sind Evangelikale etwa keine Protestanten?


    Evangelikale – Zitat: Der Evangelikalismus (vom englischen evangelicalism) ist eine theologische Richtung innerhalb des Protestantismus, …
     
  12. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Du schriebst über
    .
    Schon vergessen?
     
  13. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Du hast das Wort "Evangelen" schon richtig verstanden und auf die Protestanten bezogen.
    Schon vergessen?
     
  14. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Evangelen ist schon einer der Oberbegriffe, aber dafür im Zusammenhang mit Evangelikalen unüblich.

    Da habt ihr irgendwie beide recht, zumal die Wörter Katholenbund Evangelen heutzutage imeist ironisch-versöhnlich gebraucht werden und nicht oder nicht mehr definiert sind.
     
  15. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    "Die Bezeichnung der Angehörigen der evangelischen Kirche als Evangelen wird vom Duden dagegen als umgangssprachlich abwertend markiert, ebenso, analog dazu, Katholen für die Katholiken."
    Wie heißen die Anhänger der evangelischen Kirche? | GfdS
     
  16. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Also bezeichnest du Millionen von Protestanten undifferenziert als Fundamentalisten.
     
  17. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ich weiß. Das entspricht aber nicht der öffentlichen Verwendung, wie ich sie erfahre.

    Zudem hat der Duden gewaltig an Expertise verloren. In diesem Fall liegt er aber einfach daneben, weil er die Existenz der beschriebenen Funktion noch nie richtig, resp. konsequent umsetzte.
     
  18. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    @Riothamus Dann liegt die Gesellschaft für deutsche Sprache deiner Meinung nach also genauso gewaltig daneben wie der Duden?
    Dions Nutzung des Wortes "Evangelen" reiht sich für mich ein in den Hass gegen Protestanten, den er hier seit einiger Zeit vom Stapel lässt, und seine Pauschalverurteilung von Millionen Protestanten als "Fundamentalisten" - und das deckt sich dann auch einwandfrei mit der Dudendefinition als abwertend.
     
  19. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Wer ein wenig von den Protestantismus versteht, der weiß schon, wer mit dem meinen Satz
    gemeint sein könnte, denn die katholischen Fundamentalisten zählt man nicht in Millionen, aber bei den Protestanten schon – eben wegen der Evangelikalen.

    Ein weiteres Zitat aus Evangelikale:

    Darüber hinaus ist eine zunehmende Annäherung und Zusammenarbeit mit sogenannten „erzkonservativen“ Katholiken festzustellen, so etwa beim Marsch für das Leben gegen Schwangerschaftsabbrüche oder der Demo für Alle gegen angebliche frühkindliche Sexualisierung. Ein politischer Schulterschluss von Evangelikalen und Erzkatholiken ist ebenfalls politisch im Rechtspopulismus zu beobachten, beispielsweise bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 oder der Präsidentschaftswahl in Brasilien 2018. Personelle und inhaltliche Überschneidungen sind ebenfalls bei der Bundesvereinigung Christen in der AfD zu beobachten.

    Ich weiß, man kann weder im privaten noch im öffentlichen Bereich nichts für seine Verwandtschaft, aber kennen sollte man sie schon. Du scheinst aber erst durch meinen Post davon erfahren, was unter Protestanten alles subsummiert wird – ich jedenfalls kann mir deinen Widerspruch nur so erklären.

    PS:
    Ich habe auf deine Anregung hin beide Konfessionen gleich despektierlich bezeichnet und nun ist das wieder nicht richtig.

    PS: Was hältst du davon, wenn wir diese lächerliche Diskussion einfach beenden und auf sich beruhen lassen?
     
  20. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich wüsste nicht wie das gehen soll, solange du solche Sätze vom Stapel lässt.
    Ich könnte mich jetzt auf dein Niveau herablassen und zum Rundumschlag gegen die Katholische Kirche ausholen. Ich denke jedoch, dass das keinstenfalls regelkonform ist. Wer glaubt die katholische Kirche sei besser als die protestantischen Kirchen, wie man es deinen Kommentaren ja entnehmen kann, tut mir einfach nur leid.

    offtopic: und das sage ich als Konfessionsloser, der seit über 20 Jahren aus der Kirche ausgetreten ist. Dennoch verbietet es sich für mich despektierlich über Gläubige einer Religion zu reden oder gar Pauschalurteile zu fällen. Das nennt sich religiöse Toleranz oder wie es mal irgendein Protestant sagte: "Jeder soll nach seiner Façon selig werden."


    Was für eine Selbstüberschätzung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2022
    Turgot gefällt das.

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