Kreationismus

R

Riley

Gast
Heya =)

Die christlichen Kreationisten in den USA leugnen doch die Darwin-Theorien.
Und sie leugnen sogar die gesamte Evolution, und behaupten, die Erde sei erst rund 6000 Jahre alt, und dass damals Dinosaurier mit Menschen zusammengelebt haben.
Usw.

Mich würde mal interessieren auf welche historischen Fakten oder sonstiges außer der Bibel sich diese Menschen beziehen.
Natürlich der Glaube muss stark sein, aber doch auch sehr Naiv wenn man alles nur auf dieses Buch stützt.
Und nichtmal in der Bibel steht, dass die Welt erst 6000 Jahre alt wäre.

Greez
 
Direkt steht in der Bibel natürlich kein Datum, wann die Erde erschaffen wurde, aber irgendwann ist mal jemand auf die Idee gekommen, die in der Bibel angegebenen Menschenalter zusammenzurechnen und ist dabei auf das Erderschaffungsjahr 3761 gekommen. Wenn ich richtig liege hat aber der weltberühmte ehemalige Pressesprecher eines britischen Atomkraftwerks T. Pratchett herausgefunden, dass der Errechner sich dabei um einige Jahre vertan hat, vermutlich durch zutun desselben Teufels, der schon als paradiesische Schlange sein Unwesen trieb. Jedenfalls wären wir Anno Domini 2007 nach traditionell jüdischer Zeitrechnung ab mundi condita im Jahre 5768.
 
Kreationisten - und das ist das allgemeine Problem an der Sache - stützen sich einzig uns allein auf ihren Glauben und die Bibel. Das Problem was hier angebrangert wird ist, dass Religion und Wissenschaft nicht getrennt werden.
Alles was die Wissenschaft nicht erklären kann oder was nicht schlüssig ist (oder vollständig) wollen Kreationisten mit Gott erklären. Fakt ist wir können Gott nicht beweisen aber auch nicht, dass es ihn nicht gibt. Das ist der Grundstock auf dem Kreationsimus aufbaut.
Wenn dich da noch mehr interessiert einfach mal Googlen oder bei Wikipedia reinschaun und die Links abklappern.
By the way: Ich glaube das erste öffentlich auftreten der Kreationisten war das Spaghetti-Monster, dass als Gott verkauft wurde. Bin mir aber nicht mehr ganz sicher.
Dramatisch ist nur die "Macht" die diese Leute offensichtlich zu haben scheinen. Aber dies ist ja auch kein Problem in den USA. Wo so viele Menschen leben kann man schnell viele mit schönen und "wahren" Worten hinter sich bringen (Analogie zum 3. Reich !?!).
 
Aber, aber, das mit der aktuellen Politik wollten wir doch unterlassen. Auch der Kreationismus selbst und seine Bewertung eignet sich nicht zur Diskussion, deshalb wollen wir es hier mal bei den historischen Wurzeln belassen. Einverstanden?
 
Und sie leugnen sogar die gesamte Evolution, und behaupten, die Erde sei erst rund 6000 Jahre alt, und dass damals Dinosaurier mit Menschen zusammengelebt haben.


Das mit den Dinos ist logisch: Vor der Sintflut lebten sie mit den Menschen zusammen, nachher waren ersoffen, da sie auf Noahs Arche wegen ihrer Größe keinen Platz gefunden hatte. :weinen:
 
Das mit den Dinos ist logisch: Vor der Sintflut lebten sie mit den Menschen zusammen, nachher waren ersoffen, da sie auf Noahs Arche wegen ihrer Größe keinen Platz gefunden hatte. :weinen:

Nicht doch. Noah hat vermutlich ein Pärchen Baby-Dinos an Bord genommen, die sind nach der Landung weitergewachsen. Wo sie dann abgeblieben sind, weiss ich Augenblick nicht mehr. Grübel...

:grübel:


http://www.wort-und-wissen.de/index2.php?artikel=disk/d90/4/d90-4.html
 
Riley, Mark 77, schreibt es ganz richtig, die Kreationisten berufen sich auf die Bibel. Wie können sie damit dies Wissenschaft entkräften? Das versuchen sie gar nicht. Sie stellen einfach alle wissenschaftlichen Erkenntnisse in Frage. Die Wissenschaft ist quasi ein Angeklagter, der seine Unschuld beweisen muß. Werden sie, die Kreationisten, in einem Punkt widerlegt, ignorieren sie das und lassen das Argument unter den Tisch fallen. Dann kommen sie mit einer neuen Idiotie und das Ganze beginnt von vorn. Und wenn alle Argumente entkräftet sind, dann fangen sie wieder bei Argument 1 an.
Man sagt, glauben heißt nicht wissen. Glauben heißt nicht wissen wollen.
 
Die Frage ist zwar alt, aber da sie bei den Google-Ergebnissen relativ weit oben erscheint, möchte ich mit einigen Irrtümern hier über den Kreationismus aufräumen.
Kreationisten - und das ist das allgemeine Problem an der Sache - stützen sich einzig uns allein auf ihren Glauben und die Bibel.
Das stimmt so nicht. Ja, die Bibel ist unsere weltanschauliche Deutungsgrundlage und Grundannahme. Genauso wie die nicht weiter belegbare Annahme eines rein natürlichen Ursprungs die Grundlage der Evolutionstheorie ist.
Aber die eigentliche Arbeit besteht dann darin, welche empirischen Befunde unter Voraussetzung der Bibel erwartet werden können, ob und wie empirische Befunde aus Schöpfungssicht gedeutet werden können und natürlich ob eine Erklärung mit Schöpfung plausibler ist als mit Evolution.

Das läuft bei der ET methodisch exakt gleich ab: Natürlicher Usprung und gemeinsame Abstammug werden fest vorausgesetzt und dann wird alles in diesem Rahmen gedeutet.

Ein einfaches Bsp. sind Ähnlichkeiten. Setzt man eine gemeinsame Abstammung voraus, kann man sie eben dadurch erklären. Geht man hingegen von einem Schöpfer aus, können sie auch problemlos durch einen gemeinsamen Schöpfer erklärt werden.


Das Problem was hier angebrangert wird ist, dass Religion und Wissenschaft nicht getrennt werden.
Ich behaupte mal wir trennen sauberer als mancher Evolutionstheoretiker. Wir trennen klar zwischen dem emprischen Befund und der weltanschaulich motivierten Deutung dieses Befundes. Oft sind es Evolutionstheoretiker, die ihre evolutionstheoretische Deutung als Teil des emprischen Befundes (das was gegenwärtig beobachtbar ist) verkaufen.
Alles was die Wissenschaft nicht erklären kann oder was nicht schlüssig ist (oder vollständig) wollen Kreationisten mit Gott erklären.
Falsch. Das Lückenbüßer-Argument ist ein Strohmann-Argument. Gott ist keine Füllmasse für einzelne Lücken, sondern eine grundlegend andere Erklärung. Auch das, was (angeblich) gut durch Evolution erklärt ist, wollen wir mit einem Schöpfer vereinbar erklären. Siehe z.B. die bereits genannten Ähnlichkeiten. Was ich mal in einem anderen Forum geschrieben habe passt dazu ganz gut:

"Schöpfungsindizien deuten auf einen Schöpfer hin. Dabei geht es um mehr als bloß ihre Nicht-Erklärbarkeit durch Evolution. Es geht darum, dass man sie in einer Schöpfung erwarten würde. Wir wissen z.B. aus unserer eigenen schöpferischen Tätigkeit (Erfindungen, Handwerk,...), dass jemand mit Freude an seinem Werk sein Werk auch gerne mal schöner oder komplexer gestaltet, als es funktional erforderlich wäre (schöne Schnitzereien in einem Möbelstück, Geländer mit integrierten schönen, aufwendigen Formen,...).

Wenn wir also unnötige Schönheit oder spielerische Komplexität in der Natur sehen, deutet das auf einen Schöpfer hin, weil wir genau solche Merkmale von Ihm erwarten können. Das Argument ist also nicht negativer, sondern positiver Natur.

Da es bei der Rekonstruktion der Vergangenheit (Naturgeschichtsforschung / historische Naturwissenschaft) aber auch immer darum geht Befunde im Rahmen einer Grundannahme zu interpretieren, ist auch die (Nicht-)Erklärbarkeit durch Evolution relevant. Denn wenn ein Befund zwar bei einem Schöpfer zu erwarten wäre, aber auch problemlos aus Sicht der ET deutbar wäre, hätte dieses Schöpfungsindiz kein besonderes argumentatives Gewicht. - Der Befund wäre einfach interpretationsoffen.

Deshalb sind ja auch Ähnlichkeiten kein besonderer Evolutionsbeleg: Sie sind mindestens ebenso gut mit einem Schöpfer erklärbar. (Bei detailierterer Betrachtung sogar besser erklärbar).
Ein Schöpfungsindiz ist dann am stärksten, wenn es sowohl schöpfungstheoretisch erwartet werden kann, als auch nicht oder zumindest schlechter durch Evolution erklärbar ist.

Klar, letzteres könnte sich theoretisch mit weiterer Forschung auch ändern. Aber das ist der wissenschaftlichen Methode geschuldet und damit müssen wir klarkommen, wenn wir unserem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit gerecht werden wollen.

Und dann gibt es natürlich Befunde, die nicht unbedingt im Voraus erwartbar gewesen sein müssen, aber trotzdem gut ins Bild passen, bzw nicht widersprechend sind. Und dazu würde ich persönlich die geschlechtliche Fortpflanzung zählen. Man müsste / könnte m.E. nicht unbedingt im Voraus erwarten, dass ein Schöpfer die Fortpflanzung durch GV sicherstellt. Doch Tatsache ist, dass sie vollkommen mit Schöpfung vereinbar ist und sich bei ihrer evolutionären Entstehung gleichzeitig einige Probleme ergeben. Aktuell ist sie also besser mit Schöpfung als mit Evolution erklärbar, spricht also für ersteres und das darf auch ruhig so als Argument für Schöpfung verwendet werden.
"

Der kreationistische Argumente bestehen nicht bloß aus evolutionstheoretischen Erklärungslücken, doch wenn eben mal ein Befund aktuell nicht mit Evolution erklärbar und mit Schöpfung vereinbar ist, sollte man das auch so als Stütze für Schöpfung benennen dürfen.

Fakt ist wir können Gott nicht beweisen aber auch nicht, dass es ihn nicht gibt. Das ist der Grundstock auf dem Kreationsimus aufbaut.
Wieder falsch. Die Grundlage des Kreationismus ist die Annahme, dass der biblische Schöpfungsbericht wahr ist.

Wenn dich da noch mehr interessiert einfach mal Googlen oder bei Wikipedia reinschaun und die Links abklappern.

Nein, bitte nicht. Kein Wunder, dass so viele Falschaussagen über den Kreationismus verbreitet sind, wenn man sich nicht direkt bei Kreationisten über ihn informiert.

Wo sie dann abgeblieben sind, weiss ich Augenblick nicht mehr. Grübel...
Sie starben wie andere Arten auch durch die Folgen der Sintflut aus. (Veränderte Umwelt, Nahrungsknappheit, Klimaveränderungen,...)
Die Wissenschaft ist quasi ein Angeklagter, der seine Unschuld beweisen muß.
Falsch... Wissenschaft an sich (als Methode) schätzen wir als ein Werkzeug, um Gottes Schöpfung zu erforschen. Was wir kritisieren, ist die Evolutionstheorie. Die ET ist eben so wenig "die Wissenschaft", wie der Kreationismus. Beides sind Modelle basierend auf der selben wissenschaftlichen Methode aber unterschiedlichen Grundannahmen.
Werden sie, die Kreationisten, in einem Punkt widerlegt, ignorieren sie das und lassen das Argument unter den Tisch fallen. Dann kommen sie mit einer neuen Idiotie und das Ganze beginnt von vorn. Und wenn alle Argumente entkräftet sind, dann fangen sie wieder bei Argument 1 an.
Unterstellen kann man viel. Nenn doch mal konkrete Beispiele.

Bitte Leute, beschäftigt euch erstmal richtig mit dem Kreationismus, bevor ihr ihn kritisiert.

[Mod: Links entfernt]
 
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Aber, aber, das mit der aktuellen Politik wollten wir doch unterlassen. Auch der Kreationismus selbst und seine Bewertung eignet sich nicht zur Diskussion, deshalb wollen wir es hier mal bei den historischen Wurzeln belassen. Einverstanden?
offenbar hat der Verfasser der sehr langen Predigt #11 das nicht gelesen oder nicht verstanden... ;)
 
Das läuft bei der ET methodisch exakt gleich ab: Natürlicher Usprung und gemeinsame Abstammug werden fest vorausgesetzt und dann wird alles in diesem Rahmen gedeutet.
Dem ist nicht so. Sondern die Biologen und Paläontologen und sonstige Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben, angefangen bei Lamarck und Darwin (und seitdem vielfach bestätigt), durch die Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt, durch die Erforschung von ausgestorbenen Organismen, durch die geographische Verbreitung von Tieren und Pflanzen und vieles mehr zu der Überzeugung gekommen, dass die Evolution der heutigen Organismen aus einem gemeinsamen Vorfahren am besten zu den Untersuchungsergebnissen passt.

Ein einfaches Bsp. sind Ähnlichkeiten. Setzt man eine gemeinsame Abstammung voraus, kann man sie eben dadurch erklären. Geht man hingegen von einem Schöpfer aus, können sie auch problemlos durch einen gemeinsamen Schöpfer erklärt werden.
Evolutionsbiologen argumentieren ja auch nicht einfach mit Ähnlichkeiten, sondern mit Homologien und Analogien.

Homologe Organe bei unterschiedlichen Tiergruppen deuten auf einen gemeinsamen Ursprung hin, auch wenn sich die Organe unter Umständen nicht besonders ähnlich sind.

So ist etwa die Schwimmblase der Knochenfische homolog zu unseren Lungen, obwohl sie deutlich anders aussehen und aufgebaut sind und eine andere Funktion erfüllen. Die Schwimmblase hat sich aus den Lungen ursprünglicherer Fische entwickelt.

Die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) im Mittelohr der Säugetiere ist homolog zum primären Kiefergelenk der Wirbeltiere.

Die Funktion des primären Kiefergelenks wurde bei Säugetiere durch das sekundäre Kiefergelenk übernommen.

Das kann man sowohl anhand der Individualentwicklung im Säugetierembryo als auch anhand Fossilien nachvollziehen. Es gibt z. B. Übergangsformen, die das primäre und das sekundäre Kiefergelenk gleichzeitig verwenden.

Die Ähnlichkeiten zwischen Delphinen (und anderen Walen) mit z. B. Thunfischen oder Haien beruhen dagegen zum größten Teil auf Analogien aufgrund der ähnlichen Lebensweise.

Ein anderes Beispiel für eine Analogie sind die Linsenaugen der Wirbeltiere und der Tintenfische. Sie sehen ähnlich aus, haben eine im wesentlichen identische Funktion, haben sich aber unabhängig voneinander entwickelt.

Ich hoffe, diese wenige Bemerkungen zum Thema sind erlaubt, auch wenn es eigentlich nicht das Thema dieses Forums ist.
 
Bitte Leute, beschäftigt euch erstmal richtig mit dem Kreationismus, bevor ihr ihn kritisiert.
Ich habe mich eine Zeitlang ziemlich intensiv mit dem Kreationismus beschäftigt. Es ist allerdings schon einige Jahre her.

Die Grundlage des Kreationismus ist die Annahme, dass der biblische Schöpfungsbericht wahr ist.

Das ist falsch.
Zum einen möchte ich vorausschicken, dass Kreationismus nicht grundsätzlich an die Bibel oder den biblischen Schöpfungsbericht gebunden ist. Es gibt Kreationisten, die auf die Bibel pfeifen und sich auf den Koran berufen. Andere brauchen weder Bibel noch Koran. Der Pseudowissenschaftler Hans-Joachim Zillmer, Autor des Schinkens "Die Evolutionslüge", ist davon überzeugt, dass Außerirdische den Menschen erschaffen haben.

Zum anderen kenne ich keinen christlichen Kreationisten, der die Bibel oder auch nur den biblischen Schöpfungsbericht in toto wörtlich nimmt.

Das betrifft schon das biblische Weltbild, das im Schöpfungsbericht klar beschrieben wird. Das Chaos der Urflut wird beseitigt, indem Gott ein festes Gewölbe (den Himmel) einzieht, das das Wasser über dem Himmel vom Wasser unter dem Himmel trennt.


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Diese und viele andere biblische Aussagen werden von Kreationisten nach Belieben zurechtgebogen (vielleicht gibt es inzwischen den einen oder anderen Flacherdler, der auch hier auf wörtliche Interpretation pocht, mir ist noch keiner begegnet). Nicht die Bibel bestimmt das Weltbild, sondern das Weltbild bestimmt die Bibelinterpretation.
 
Ich habe eben eine ganze Reihe von Links gelöscht:

Die Frage ist zwar alt, aber da sie bei den Google-Ergebnissen relativ weit oben erscheint,

Und ich denke das ist der wahre Grund, warum dieser Thread wieder aufgegriffen wurde, um eben viele Links zu posten und somit die Relevanz bei Suchmaschinen, die Verlinkungen in ihr Ranking mit einbeziehen (wie etwa Google) zu erhöhen.

Edit: Halbsatz vergessen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe eben eine ganze Reihe von Links gelöscht:
Und warum wenn ich fragen darf? Wenn es darum ginge, dass sie nichts mit Geschichte zu tun haben, hättestet du auch die meisten Beiträge hier sowie den Link zu Wort und Wissen von Helma löschen müssen. Die Alternative zu den Links wäre deutlich mehr Text gewesen.
Und ich denke das ist der wahre Grund, warum dieser Thread wieder aufgegriffen wurde, um eben viele Links zu posten und somit die Relevanz bei Suchmaschinen, die Verlinkungen in ihr Ranking mit einbeziehen (wie etwa Google) zu erhöhen.

Edit: Halbsatz vergessen.
Falsch gedacht. Ich wollte soviele Falschausssagen über den Kreationismus einfach nicht so stehen lassen. Ich gebe aber gern zu, dass ich manche Links bewusst wegen ihrer geringeren Bekanntheit gewählt habe. - Nachdem ich mich entschieden und angefangen hatte zu antworten.
Dem ist nicht so. Sondern die Biologen und Paläontologen und sonstige Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben, angefangen bei Lamarck und Darwin (und seitdem vielfach bestätigt), durch die Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt, durch die Erforschung von ausgestorbenen Organismen, durch die geographische Verbreitung von Tieren und Pflanzen und vieles mehr zu der Überzeugung gekommen, dass die Evolution der heutigen Organismen aus einem gemeinsamen Vorfahren am besten zu den Untersuchungsergebnissen passt.
Doch, dem ist genau so. Die Empiere kann sich definitionsgemäß nur mit dem Beschäftigen, was wiederholt gegenwärtig beobachtbar ist. Sie kann methodisch bedingt nichts über Ursprung und Entstehung aussagen. Die Rekonstruktion der Vergangenheit ist nur möglich, wenn man eine Grundannahme über den Ursaprung vorausetzt, aus der sich gewisse Erwartungen ableiten lassen und dann nach bestätigenden Befunden ("smoking guns") in der Empiere zu suchen. Je mehr bestätigende / passende und je weniger widersprechende Befunde, desto plausibler ist die betreffende Hypothese oder Theorie.

Evolutionsbiologen argumentieren ja auch nicht einfach mit Ähnlichkeiten, sondern mit Homologien und Analogien.
Dann also in Fachsprache, ist mir auch recht.
Homologe Organe bei unterschiedlichen Tiergruppen deuten auf einen gemeinsamen Ursprung hin, auch wenn sich die Organe unter Umständen nicht besonders ähnlich sind.
Schon die Klassifizierung bestimmter ähnlicher Merkmale als "homolog" setzt Evolution voraus. Du hast es mit der Erwähnung von Analogien schon angedeutet: Nicht alle Ähnlichkeiten können auf gemeinsame Abstammung zurückgeführt werden. Denn sie sind widersprüchlich verteilt und würden einen widersprüchlichen Stammbaum ergeben, wollte man alle auf gemeinsame Abstammung zurückführen.

Ein Teil der Ähnlichkeiten muss also konvergent entstanden sein. Aber welche, woran erkennt man die? Dazu gibt es keine theorieunabhängigen Kriterien. Da helfen auch nicht die Homologiekriterien nach Remane. Denn konvergente Merkmale können diese ebenfalls erfüllen und die Klassifizierung von Ähnlichkeiten hat sich auch schon aufgrund neuer Daten geändert. (Beispiele könnte ich verlinken, wenn die nicht wieder gelöscht würden)

Konvergenzen werden in erster Linie nach dem Sparsamkeits-Prinzip (möglichst wenige Konvergenzen) bestimmt. Das kommt daher, dass von ziellosen Naturprozessen eigentlich nicht zu erwarten ist, dass sie mehrfach unabhängig zum gleichen Ergebnis führen. Deshalb hatte man auch früher erwartet, dass sie äußerst selten sein müssten. So schrieb Gould 1989:

"Spulen Sie das Band des Lebens zurück zu den Anfängen des Burgess -Schiefers; lassen Sie es von einem identischen Ausgangspunkt aus erneut ablaufen, und die Chance, dass etwas wie menschliche Intelligenz die Wiederholung zieren würde, wird verschwindend gering." (https://hiskingdom.us/wp-content/uploads/2019/02/Gould-WonderfulLife.pdf I Seite 14)

Um Konvergenzen von Homologien zu unterscheiden, muss erst ein Evolutionsverlauf vorausgesetzt werden, um dann zu schauen wo sich die wenigsten Konvergenzen ergeben. Wenn aber Evolution vorausgesetzt werden muss, um Homologien zu bestimmen, können sie kein unabhängiger Evolutionsbeleg sein und wer sie so verwendet, argumentiert zirkulär.

Ein Bsp. aus der Praxis findet sich bei der Rekonstruktion der evolutionären Verwandschaftsbeziehungen zwischen Eulen und anderen Vögeln. Diese sind nicht widerspruchsfrei rekontruierbar und Brown & Mindell folgern daraus:

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die vorliegenden morphologischen und molekulargenetischen Daten es nicht erlauben, alle drei Vogelordnungen zu vereinen. In Anbetracht dessen haben sich einige der charakteristischen Merkmale der Eulen eindeutig in anderen Abstammungslinien konvergent entwickelt, mit ziemlicher Sicherheit bei den Caprimulgiformes [Nachschwalben], [...] und möglicherweise bei den Falconiformes [Falken]." (Brown JW & Mindell DP (2009) Owls (Strigiformes). In: Hedges SB & Jumar S (eds.) The timetree of life. New York: Oxford University Press, 451-453.)

Betreffende Merkmale werden also wegen ihrer Unvereinbarkeit mit evolutionären Verwandschaftshypothesen als Konvergenzen klassifiziert und nicht, weil sie für sich genommen nach jenen aussehen würden.
Das ist falsch.
Zum einen möchte ich vorausschicken, dass Kreationismus nicht grundsätzlich an die Bibel oder den biblischen Schöpfungsbericht gebunden ist. Es gibt Kreationisten, die auf die Bibel pfeifen und sich auf den Koran berufen. Andere brauchen weder Bibel noch Koran. Der Pseudowissenschaftler Hans-Joachim Zillmer, Autor des Schinkens "Die Evolutionslüge", ist davon überzeugt, dass Außerirdische den Menschen erschaffen haben.
Ich sprach jetzt vom christlichen Kreationismus und um diesen ging es auch explizit in der Frage. Insofern war meine Aussage richtig.

Das betrifft schon das biblische Weltbild, das im Schöpfungsbericht klar beschrieben wird. Das Chaos der Urflut wird beseitigt, indem Gott ein festes Gewölbe (den Himmel) einzieht, das das Wasser über dem Himmel vom Wasser unter dem Himmel trennt.
Mir ist klar, dass es Atheisten gelegen kommt der Bibel so ein Weltbild zu unterstellen. Trotzdem ist es biblisch nicht haltbar:

"Eines der Argumente, mit denen dem biblischen Schöpfungsbericht ein veraltetes Weltbild unterstellt wird, bezieht sich auf den Begriff „Feste“ oder „Firmament“ in 1. Mose 1,6-8 (hebr. raqia). Mit diesem Begriff wird ein „Käseglocken- Weltbild“ verbunden, das dem Autor vor Augen gestanden habe: Demnach sei die „Feste“ als eine Art Dach aufgefasst worden, das über der Erde aufgespannt sei und an welchem die Himmelskörper angeheftet worden seien. Eine Wortstudie des Begriffs raqia zeigt jedoch, dass ihm die Vorstellung eines festen „Himmelszeltes“ nicht entnommen werden kann."

Den Rest kannst du selber lesen: https://www.wort-und-wissen.org/wp-content/uploads/d01-1.pdf

Die "Fenster des Himmel" in 1.Mose 7 kann man natürlich wörtlich nehmen, wenn man der Bibel unbedingt eins reinwürgen will. Näherliegend ist aber eine bildhafte Beschreibung für starken Regen. Offensichtlich bildhaft wird die Formulierung auch in Maleachi 3 verwendet:

10 Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!


Weder benötigt Gott offene Fenster zum Segnen, noch ist Segen etwas Marerielles wie Wasser, das durch Fenster fallen könnte. Das ist eindeutig eine bildhafte Beschreibung.

__________

Ich habe aber nicht die Zeit hier länger zu diskutieren. Sollten ehrlich interessierte Mitleser Fragen zu Aussagen haben, die ich hier nicht beantworte, können sie die z.B. im "Kreationismus-Forum" (einfach googlen) oder über das Kontaktformular diverser schöpfungswissenschaftlicher Websiten (Wort und Wissen, creation.com,...) stellen.
 
Und warum wenn ich fragen darf?
Du zitierst die Begründung doch anschließend.

Wenn es darum ginge, dass sie nichts mit Geschichte zu tun haben....
Das war nicht die Begründung, die du ja zitiert hast und mit

Falsch gedacht. ....
quittiert hast.

Ich bin seit 1996 im Internet aktiv, seit 1999 in Internetforen, seit 2004 hier im GF, seit 2007 hier Moderator, vorher bereits in einem anderen Forum, das aber mittlerweile nicht mehr existiert und und eine andere Fachrichtung bediente. Glaub mir, ich habe viel Erfahrung mit bestimmten Verhaltensweisen. Und Linkfluten in Erst- oder Zweibeiträgen sind insbesondere bei weltanschaulich positionierten Personen sehr typisch.
 
Auch in seiner zweiten langen, proselytenmacherischen Predigt beweist der Verfasser, dass er die Ansage der Moderation vom 11.April 2007 nicht begriffen hat. Kleine Schikane: diese Ansage des Moderators ist um einiges aktueller als die alttestamentliche Schöpfungsgeschichte.

Die langatmige Scheinargumentation hätte man kürzer fassen können: "mimimi die Wissenschaft gaukelt nur mit Zirkelschlüssen, einzig der Kreationismus ist stringent" - das überzeugt zwar niemanden, aber fasst den Inhalt der Predigt zusammen und hat den Vorteil, deutlich weniger Lesezeit zu verbrauchen.
 
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