schoen dass Du mitmachst. Dein input ist ja auch wichtig.
Der Internationale Militärgerichtshof hat in mehreren Beschlüssen unmissverständlich darauf erkannt, dass die Haager Landkriegsordnung bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Völkergewohnheitsrecht war—unter anderem gründend auf einer Stellungnahme des Auswärtigen Amtes, das entsprechende Bedenken vorbrachte, die der Wehrmachtsführung also bekannt waren, und wissentlich verworfen wurden
Das Thema hier ist der Luftkrieg und seinen legalen Limitationen per Haager Convention und einer Deklaration.
Hier sind die 13 Conventionen und eine Deklaration gelistet wie sie 1907 in Kraft waren:
CONVENTIONS I OF 189 AND 1907 FOR THE PACIFIC SETTLEMENT OF INTER-NATIONAL DISPUTES
CONVENTION II OF 1907 RESPE(ÄING TEE LIMITATION OF TEEOF FORCE FOR THE RECOVERY OF CONTRACt DEBTS.
CONVENTION III OF 1907 RELATIVE TO THE OPENING OF HOSTILITIES.
CONVENTIOnS II OF 1899 AND IV OF 1907 RESPECTING THE LAWS AND CUSTOMS OF WAR ON LAND...
CONVENTION VI OF 1907 RELATING TO THE STATUS OF ENEMY AT THE OUTBREAK OF HOSTILITIES
CONVENTION VII OF 1907 RELATING TO THE CONVERSION OF MERCHANT SHIPSINTO WAR-SHIPS
CONVENTION VIII OF 1907 RELATIVE TO THE LAYING OF AUTOMATIC SUB-MARINE CONTACT MINES
CONVENTION IX OF IX)7 CONCERNING BOMBARDMENT BY NAVAL FORCES IN TIME OF WAR
CONVENTIONS III OF AND X OF 1907 FOR THE ADArrAT10N TO MARITIME WARFARE OF THE PRINCIPLES OF THE GENEVA CONVENTION... CONVENTION XI OF 1907 RELATIVE TO CERTAIN RESTRICTIONS WITH REGARD TO THE EXERCISE OF THE RIGHT OF CAPTURE IN NAVAL WAR
CONVENTION XII OF 1907 RELATIVE TO THE CREATION OF AN INTERNATIONA LPRIZE COURT
CONVENTION XIII OF 1907 CONCERNING THE RIGHTS AND DUTIES OF NEUTRAL POWERS IN NAVAL WAR
DECLARATIONS OF 1899 AND 1907 PROHIBITING THE DISCHARGE OF PROJECTILES AND EXPLOSIVES FROM BALLOONS
Oft wird hier das Verbot durch Beschuss unverteidigter Ortschaften in eine rHaaguer LKO erwaehnt. Das stimmt, wir finden das Verbot in der 'CONVENTIONS II OF 1899 AND IV OF 1907 RESPECTING THE LAWS AND CUSTOMS OF WAR ON LAND... Artikel 25:
"The attack or bombardment by whatever means,of towns, villages, dwellings, or buildings which are undefended is prohibited." Artikel 26:
The officer in command of an attacking force must, before commencing a bombardment, exceptin cases of assault, do all in hispower to warn the authorities.
Doch nicht nur 'CONVENTIONS II OF 1899 AND IV OF 1907 RESPECTING THE LAWS AND CUSTOMS OF WAR ON LAND. verbieten Beschuss unvertedigter Ortschaften, auch 'CONVENTION IX OF IX)7 CONCERNING BOMBARDMENT BY NAVAL FORCES IN TIME OF WAR'
CHAPTER I.—The Bombardment of undefended, Towns, Villagcs, Dwellings, or Buildings is forbidden.ports, A place cannot be bombarded solely because automatic submarine contact mines are anchored off the harbor.
ARTICLE 3After due notice has been given, the bombardment Of undefendedports, towns, villages, dwellings, or buildings may be commenced, if the local authorities, after a formal summons has been made to them,decline to comply with requisitions for provisions or supplies necessary for the immediate use Of the naval force before the place inquestion.These requisitions shall be in proportion to the resources of the place. They shall only be demanded in the name of the commander of the said naval force, and they shall, as far as possible, be paid forin cash; if not, they shall be evidenced by receipts.
Das Deutsche Reich hätte die HLKO grundsätzlich befolgen müssen, übrigens auch gegenüber Nicht-Signatarstaaten (vgl. Kirchner, Völkerrechtliche Grundlage der Nürnberger Prozesse, München 2010). Der Angriff auf eine unverteidigte Stadt war deshalb zweifellos ein Kriegsverbrechen.
stimmt
An diesem Befund ändern auch die Versuche des Strangerstellers nichts, eine Präsenz polnischer Kombattanten in Wieluń zu konstruieren.
Dass ein entsprechendes Verbot international gewohnheitsrechtlich bereits anerkannt war, erhellt übrigens auch aus dem Grundsatz der Reziprozität, der damals formuliert wurde, Angriffsfläche der wichtigsten Kritik an den Nürnberger Prozessen. Die Entscheidung, den deutschen Luftkrieg gegen Großbritannien, Polen und andere Staaten
nicht zur Anklage zu bringen, fiel in dem Wissen, dass die Verteidigung in einem solchen Fall auf die alliierten Bombardements ziviler Ziele in ungleich größerem Maßstab verwiesen hätte.
Gerade weil alliierte Luftangriffe wie der von Dresden ebenfalls ein offenkundiges Kriegsverbrechen darstellten, hätte das der Verteidigung die Möglichkeit gegeben, die Legitimation des Gerichts nachhaltig in Zweifel zu ziehen. Also wurde in diesem Punkt auf eine Anklage verzichtet.Wobei derartige Einsatzgrundsätze, heute Rules of Engagement genannt, keine völkerrechtlichen Pflichten kodifizieren, soweit sie über geltendes Völkerrecht hinausreichen. Wäre
@bibliophile's Lesart zutreffend (was sie nicht ist), wäre ein Verstoß gegen diese Einsatzregeln eine militärstrafrechtliche Gehorsamsverweigerung, jedoch kein Kriegsverbrechen.
Du wanderst vom eigentlichem Thema. ab.
Ich darf zum x-ten Male darauf hinweisen, dass DECLARATIONS OF 1899 AND 1907 PROHIBITING THE DISCHARGE OF PROJECTILES AND EXPLOSIVES FROM BALLOONS zwar Bombardierung aus der Luft generll verbot, jedoch nicht explizit auf irgendwelche Ortschaften . Was nicht explicit verboten ist, kann als erlaubt interpretiert werden, Drum kann man bei dieser metric den Luftueberfall auf Wielun nicht unbeingt als Kriegverbrechen einstufen. Ich weiss, es ist kaum Luft zwischen den beiden Interpretainen, aber damals war es eben so.