Polen als Wegbereiter der Deutschen Einheit?

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von Barbarossa, 5. Juni 2009.

  1. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Vielen Dank.

    Das ist kein verlinktes Bild, das habe ich selber in den Nähe von Bernau geschossen.

    Wozu brauchte die DDR in den 60-er denn Wasserwerfer? Ich dachte es gab damals nur DDR-Treue Bürger und Republikflüchtlinge?
     
  2. ak_2107

    ak_2107 Gast

    Keine Ahnung. Vielleicht um an heissen Sommertagen die Strassen zu
    sprengen und Blumen zu giessen ?.
    Juni 1953 soll z.B. sehr heiss gewesen sein. In manchen Städten in der DDR. Da machte die Entwicklung solcher Fahrzeuge schon Sinn.
    IFA war übrigens seinerzeit - bis in die 70 - er auch in Polen im Einsatz -
    so z.B. im Dezember 1970 bei den Unruhen an der Küste (Danzig, Stettin).
    (glaube nicht allein wegen Blumengiessen - war ja Winter).
    Die Polen bastelten dann selber - eben Hydromil 1 auf dem Fahrgestell
    von Star 660, bzw. griffen auf österreichische Erfahrungen (Blumen
    giessen und so...) zurück - die Wasserwerfer Marke Steyer, Made in Austria waren bei der polnischen Miliz sehr beliebt (unter den Demonstranten weniger) So beliebt, daß man diese Dinger gegen Mitte der 80 nachbaute und als Hydromil 2
    auf dem Fahrgestell von Jelcz zum Schutz der Arbeiterklasse (gegen
    Arbeiter) eingesetzt hat. Ob diese auch an die DDR geliefert wurden - ???.
    Was sich als Flop erwiesen hat, waren tschechische Wasserwefer auf
    Tatra - Basis. Die für und von gemütlichen Böhmen etwickelten
    Fahrzeuge bewährten sich nicht in den Begegnungen mit polnischen Demonstranten Anfang der 80-er. Nix gegen tschechische Technik -
    (Skoda und so....) aber ein Wasserwerfer der nur im Stand "arbeiten"
    kann und wenig Schutz vor dem Zorn der Arbeiterklasse in Form
    von Pflastersteinen bietet das is doch nix. Von der Anfälligkeit gegen
    Brandsätze agesehen. So war das Geschenk vom tschechischen Volk,
    an das polnische Volk in Gestalt von mehreren Tatras, die in Krakau
    eingesetzten wurden, wohl nicht das richtige.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Januar 2010
  3. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Auch in der DDR gab es gewaltbereite "Fußballfans" und entsprechende Ausschreitungen nach den Spielen. Da hätte sich so ein Wasserwerfer auch "nützlich" machen können.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Sorry, es ist OT
    aus Wiki

    Damals hat man vermutlich weniger an Fussballfans gedacht. Da hat Mielke usw. noch der 17. Juni inspiriert.:pfeif:
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Januar 2010
  5. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Bei der Geschichte Polens im Zusammenhang mit Preußen/Deutschland auch kein Wunder.
    Wir hatten ca. 300 polnische Gastarbeiter bis 1989 im Werk. Sie weigerten sich resolut mit uns deutsch zu sprechen, letztendlich sprachen wir gar nicht miteinander, vielleicht durften sie auch nicht. Allerdings erkannten die Polen rechtzeitig das Potential, Gorbi-Sticker in der Fussgängerzone an DDR-Bürger ab Frühling 1989 zu verkaufen.
     
  6. ak_2107

    ak_2107 Gast

    Gastarbeiter gabs es in der DDR nicht. Es hies "Vertragsarbeitnehmer",
    oder "Vertragsarbeiter".

    Hier sind ein Paar interessante Infos und Hintergründe dazu:

    Diskussionsbeitrag zur Konferenz "Fremde und Fremdsein in der DDR" - Rita Röhr

    Das (und ein Paar andere Sachen auch) ist eins der vielen Wunder der sozialistischen Planwirtschaft auf beiden Seiten der Friedensgrenze......
     
  7. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Ak_2107

    Ich denke, "Vertragsarbeiter" ist der richtige Begriff. "Vertragsarbeitnehmer" wäre ziemlich revisionistisch aus DDR-Sicht.

    M.
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    OT an:
    Nicht nur das, sondern eine Pervertierung und Umkehrung der Tatsachen. Aus marxistischer Sicht "gibt" (verkauft) der Arbeiter seine Arbeitskraft gegen Geldäquivalent.
    Hat eine gewisse Logik, als Verkäufer bin ich ja auch ein Geber und kein (Geld)Nehmer.
    OT aus.
     
  9. ak_2107

    ak_2107 Gast

    Kurz: Um das OT nicht weiter in die Länge zu ziehen:
    Stimmt. "Vertragsarbeitsnehmer" ist "Post - DDR" - ich glaube hier wurde der Begriff
    "polnische Arbeitsnehmer" zum ersten mal verwendet:
    http://www.msz.gov.pl/bpt/documents/8375.pdf
    Aber das ist schon eigentlich nach dem Ende vom AuB Paradies.
    Sonst ist die Rede von "Werktätigen", "Arbeitern" usw.
    gruß.
     
  10. kaksi

    kaksi Neues Mitglied

    Polen, Frankreich, Deutschland

    Aus Zeitgründen hier überwiegend nur Hinweise auf und Zitate aus Fundstellen im Internet:
    deuframat.de: Joachim Rogall - Deutschland-Frankreich-Polen

    „Allzu häufig wird auch die Bedeutung der historischen deutsch-französischen und deutsch-polnischen Beziehungen unterschätzt. Traditionell bestand eine politische Interessengemeinschaft zwischen Frankreich und Polen, wobei die jeweils andere Seite als Gegengewicht zum deutschen Einfluss in Mitteleuropa angesehen wurde. Während jedoch die französische Politik ihren polnischen Partner hierbei meist nur als reines Mittel zum Zweck betrachtete, verband sich im polnischen Bewusstsein mit diesen Beziehungen die romantische Vorstellung einer Waffenbrüderschaft und Geistesverwandtschaft. Dieses idealisierte Bild wurde zwar bei entsprechenden Belastungsproben regelmäßig zerstört, etwa bei der Instrumentalisierung der polnischen Frage durch Napoleon Bonaparte, der die zur Befreiung ihrer Heimat gebildeten polnischen Legionen bedenkenlos in Spanien oder der Karibik seine imperialistischen Ziele einsetzte. Weitere Beispiele sind das Ausbleiben der französischen Hilfe beim deutschen Überfall 1939 oder die pragmatische Billigung der sowjetischen Hegemonie über Polen durch de Gaulle und seine Nachfolger, beginnend schon mit der Anerkennung des Lubliner Komitees im Dezember 1944. Dennoch rangieren die Franzosen laut einer CBOS-Umfrage von 1996 auf der polnischen Sympathieskala hinter den Italienern und vor den Amerikanern an zweiter Stelle. Die Deutschen kommen dagegen, noch nach den Japanern, lediglich auf Platz zehn.“

    [Zusatz von kaksi:
    Frankreich war wichtigstes Zufluchtsland für die polnischen Emigranten nach der letzten polnischen Teilung von 1795, dort lebte dann auch der polnische Nationalkomponist Chopin, selber poln.-frz. Herkunft.
    Napoleon Bonaparte wird sogar in. der polnischen Nationalhymne rühmend erwähnt (in der dt. Geschichtsauffassung gilt er dagegen wohl ganz überwiegemd als Eroberer und Unterdrücker, siehe „Befreiungskriege“, Ernst Moritz Arndt, obwohl Napoleon mit seinem Code Napoleon die deutschen Untertanen mit der Gleichheit vor dem Gesetz vertraut zu machen versuchte. Hitler dagegem verkündete schon vor 1933 mehrfach und offen, dass er für die rassische Ungleichheit der Menschen eintrete, siehe besonders seine Stellungnahmen zum Potempa-Mord.
    Zumindest viele Polen sind von der Ähnlichkeit poln. und frz. Mentalität und Lebensauffassung überzeugt.]
    ]
    Ältere Veröffentlichungen über Polens Stellung in Europa: siehe Oscar Halecki (polnischer Historiker):
    [folgende Angaben übernommen aus: amazon.de]:
    History of Poland von Oscar Halecki von Barnes & Noble (Gebundene Ausgabe - 31. Dezember 1998)
    Neu kaufen: EUR 18,99

    THE LIMITS AND DIVISIONS OF EUROPEAN HISTORY von OSCAR HALECKI (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 1950)
    3 antiquar. Angebote ab EUR 10,75

    Borderlands of Western Civilization: A History of East Central Europe von Oscar Halecki

    Neuere Veröffentlichdung (hat kaksi noch nicht gelsesn, aber bestellt, bei amazon.de gebraucht und billiger):
    :
    Gesine Schwan (Herausgeber):
    Demokratische politische Identität: Deutschland, Polen und Frankreich im Vergleich (Broschiert)
    von Gesine Schwan (Herausgeber), und anderen
    VS Verlag für Sozialwissenschaften

    Zum Inhalt:
    "Wie konstituiert sich demokratische politische Identität? Wie und aufgrund welcher Einflussfaktoren entsteht sie empirisch nach dem Ende diktatorischer Regime? Zu welchen alternativen Konsequenzen führt es, wenn solchem Ende institutionell Demokratien oder Diktaturen folgen? Wie gehen nachdiktatorische Gesellschaften mit ihren Vergangenheitenum und wie gestalten sie ihre identitätsstiftenden Erinnerungen? Diesen Fragen geht der Sammelband aus sozialwissenschaftlicher und historischer Perspektive und anhand von ausgewählten Beispielen im deutsch-polnisch-französischen Vergleich nach."

    MOD: Werbung & Handel sind im Geschichtsforum nicht erlaubt![/MOD]
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. Januar 2010

Diese Seite empfehlen