Tony Clunn und die drei Schleuderbleie

Anscheinend hat seit "Corona" die Menge des illegalen "Sondelns" erheblich zugenommen, dabei scheinen wohl auch ( nach dem Artikel in unserer Tageszeitung) archäologisch relevante Funde entfernt worden zu sein.

Am 7. Mai brachte die ZEIT einen Artikel "Zur Plünderung freigegeben", in dem ein dramatisches Bild gezeichnet wird.

Einige der dort zitierten Aussagen:

"Ich kämpfe auf verlorenem Posten" (André Richter, Bodendenkmalpfleger, Thüringen)
"Wir müssen uns eingestehen: Wir haben die Kontrolle verloren" (Johanthan Scheschkewitz, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg)
"Das sind völlig neue Dimensionen" (ungenannter Polizeibeamter, Baden-Württemberg)
"Wir kriegen das Problem nicht mehr in den Griff. [...] Die Polizei nimmt das Problem oftmals nicht ernst." (Mathias Hensch, Kreisarchäologe Uelzen, Niedersachsen)

Ende April wurden bei einer großangelegten Razzia (u. a. bei Militaria-Shops und Münzhändlern) an die 20.000 Gegenstände beschlagnahmt. Die geschätzten 50.000 bis 100.000 Sondengänger in Deutschland werden höchst selten belangt.
 
Ich wusste gar nicht, dass man in Soest auch eins gefunden hat. Die Herkunft des Materials ist sehr interessant. Siehe Anhang.
 

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Ja, und da haben wir wieder das Problem, dass wir im rheinischen Schiefergebirge die Bleiisotope nicht genug differenzieren können. Gerade Brilon und das linksrheinische Bleiabbaugebiet würden wir aber gerne unterscheiden können.
"Links vom Rhein, rechts vom Rhein, wird es wohl dasselbe sein..."

Was mich, im Zusammenhang mit den neu entdeckten Lagern in Reimershausen, sehr interessiert:
  • Was ergibt der metallurgische Fingerabdruck der Schleuderbleie vom Dünsberg?
  • Lässt sich eine Beziehung zu den Buntmetallen bzw. mit Legionsstempel versehenen Schleuderbleien des Alpenfeldzuges (Leg III, XII, XIII) oder zum Buntmetallbestand von Dangstetten (Leg XIX) herstellen?
  • Gibt es Beziehungen zu den Buntmetallen von Nijmegen?
  • Gibt es noch Nachrichten zu den angeblichen Funden von Schleuderbleien in (Herborn-)Sinn im Lahn-Dill-Kreis?








 
Zuletzt bearbeitet:
Erste Grabungsergebnisse bestätigen die frühe Bleigewinnung

Archäologie-Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben bei einer knapp zweiwöchigen Grabungskampagne im Juni neue Erkenntnisse gewonnen: Auf einem Höhenzug des Rothaargebirges nahe Brilon (Hochsauerlandkreis) legten sie eine bislang in Südwestfalen einzigartige, 2.000 Jahre alte Verarbeitungsstelle für Blei frei. Damit gelingt der archäologische Nachweis für eine frühe metallurgische Kette, die für das Sauerland bislang noch weitgehend unerforscht ist.(Archäologie online)
 
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