Urbewohner von Amerika?

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von rolo, 12. Juli 2004.

  1. Paul

    Paul Gast

    Hallo Marbod,
    natürlich betrieben diese Völker überwiegend Schiffahrt in Küstennähe. Ihre Schiffe waren aber auch fähig die Nordsee, das Mittelmeer u. den Atlantik zu überqueren. Sicherlich ist das Mittelmeer nicht so stürmisch, wie der Atlantik. Wir reden hier aber über große Zeiträume.
    Die Kelten werden wohl wirklich bewußt "Wahlfang" vor Amerikas Küste betrieben haben. Viele Schiffe werden nur abgetrieben worden sein o. einfach mal aus Abenteuerlust o. Wettlust das Ende der Welt gesucht haben. Das letztere gehörte zur Einstellung/Kultur gerade der Germanen. Die Skandinavischen Germanen lebten zum Teil an einer sehr langen Küste an der sie Fischfang u. Handel betrieben, von der sie zu Raub- u. Erkundungsfahrten aufbrachen, lange vor den Wikingerzeiten. Diese war sicherlich eine Zeit, in der sie durch einen Bevölkerungsanstieg besonders massiv aktiv wurden u. in Erscheinung traten. Vorher haben die Angegriffenen sicherlich nicht immer zwischen einem Sachsen u. "Norwäger" unterschieden u. aus Russland gibt es über diese frühe Zeit keine Berichte.
    Über die Aktivitäten von Erik dem Roten u. seinem Sohn Leif Erikson wissen wir, weil die Aktivitäten keine einmaligen Aktionen waren, sondern es mehrfachen Verkehr mit Hin- u. Rückkehr gab.
    Die meisten in Amerika angekommenen werden wohl keine Rückkehr organisiert haben. Deshalb haben wir nichts mehr von ihnen gehört.
     
  2. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Hallo Paul,

    die skandinavischen Völker bauten das erste "hochseetüchtige " Schiff wohl erst im 4 Jhdt. nach Christus. Obwohl dieses "Nydamschiff" nicht unbedingt mit den Langbooten Eriks des Roten zu vergleichen ist! Du schreibst weiter oben von 2000 Jahren Hochseeschiffahrt in Europa vor Erik und dessen Sohn Leif. Das kann ich in keinster Weise bestätigen. Schon gar keine keltische Hochseeschiffahrt! Dort baute man eher eine Art Kanu! Da diese noch nicht einmal Ausleger hatten, kann man auch keine Vergleiche zu polynesischen Kanus ziehen! Über die Hochseetüchtigkeit der Triremen und anderer antiker Schiffstypen kannst du dich bei Quintus Fabius erkundigen, aber auch er wird dir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bestätigen können, dass die Menschen der Antike häufig an amerikanischen Küsten gestrandet sind!
     
  3. rolo

    rolo Neues Mitglied

    Ein schwieriges Thema...keltische Hochseeschiffahrt? Aber es ist sicherlich möglich, dass irgendwann einmal verschiedene Schiffe von den Britischen Inseln aufbrachen, die keltisch besiedelt waren. Daher könnten dann auch die Tafeln mit der keltischen Schrift kommen, die man in Amerika gefunden hat. Aber wenn ich mich noch richtig erinnere an den Link, dann hat man die Tafeln sehr weit im Landesinneren gefunden, sind die dann wirklich noch so weit gewandert? Im Großen und Ganzen könnte die Sache natürlich auch ein geschickter Schachzug von Sensationsmachern und Fälschern sein.
     
  4. Tiradentes

    Tiradentes Neues Mitglied

  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Lieber @Tiradentes. vielen Dank für deinen Hinweis und den Link. Das Thema hatten wir auch schon hier, in der dunklen Leiste oben findest du eine eigene Suchfunktion. Monte Verde - und bingo.
    Wie du siehst, so ganz neu ist das auch für uns nicht, auch dein Link ist von 2004.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  6. Tiradentes

    Tiradentes Neues Mitglied

    Hy,

    mir ist klar, dass es schon sicher Beiträge gibt, oder Forenteilnehmer, die schon darüber schrieben. Aber auch welche, die die "Clovis" Theorie nicht immer als Doktrin betrachten?

    Die verschiedenen Funde in Brasilien werden immer nur als "wissenschaftlich" bewertet, wenn sie nicht älter als 11.000 Jahre sind.

    Ich wollte nur hinweisen, es gibt ältere Funde, die aber als "nicht bewiesen" oder sonstwie den Koriphäen des "Smithonian" entsprechen. In Brasilien hetzt die Katholische Kirche (oder Großgrundbesitzer) rückständige Landbewohner auf, Höhlenmalerein zu zerstören, weil sie mit der herrschenden Lehre nicht übereinstimmen, wie die "These der 3 bzw. 4 Migrationen". In Brasilien selber gibt es natürlich Leute, die wissen, warum die Amis vom Smithonian "immer Recht haben" ...

    :still:

    serra da capivara - dieter hauguth

    wenns euch interressiert suche ich auch einiges aus dem Portugiesischem raus

    Herzliche Grüße
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das klingt jetzt aber schon arg nach Verschwörungstheorie. Welches Motiv sollten die böse Kirche (sowieso immer und überall der übliche Verdächtige) und die Großgrundbesitzer haben? Mit der biblischen Schöpfungsgeschichte sind auch 11.000 Jahre alte Funde nicht vereinbar, außerdem hat sich die katholische Kirche ohnehin längst von ihr verabschiedet. Ansonsten vertritt sie keine eigenen Standpunkte zur Urgeschichte, sondern überlässt das (endlich) den Wissenschaftlern.
     
  8. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Durchaus.


    Kannst du mir dazu einen Link zukommen lassen? Allerdings kann ich kein Portugiesisch...
     
  9. saller

    saller Gesperrt

  10. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Oregon ist ja irgendwie nicht in Brasilien... :grübel:
     
  11. saller

    saller Gesperrt

    Und ich bin irgendwie nicht Tiradentes...:D

    Ich denke es geht allgemein um das Alter der Funde in Amerika, nicht nur um die in Brasilien.:winke:
     
  12. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Klar, darum geht es in erster Linie. Dass die Chlovis-Leute die ersten waren, die den amerikanischen Kontinent betreten haben, wird von vielen bezweifelt. (Dazu muß es mehrere Threads geben z.B. diesen http://www.geschichtsforum.de/f22/die-ersten-amerikaner-30409/)

    Richtig spannend ist die Frage, wie lange vor Chlovis kamen die ersten und wo sind sie geblieben.

    Zu den Felsmalereien von Serra da Capivara ? Wikipedia wird in Wiki mit 14000 Jahren operiert und in Tiradentes Link ist von 50000 Jahre alten Holzkohleresten die Rede.
    Da besteht noch ein erheblicher Klärungsbedarf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dezember 2010
  13. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Es wird sich in der Hinsicht vermutlich noch einiges tun. Über Jahre hinweg wurde jedes vor der Beringbrücke liegende Datum abgeschmettert - im von dir verlinkten Wiki-Artikel steht ja auch noch, die Datierungen seien nicht in Übereinstimmung mit der etablierten Theorie -, so daß entsprechende Daten teilweise gar nicht veröffentlicht wurden bzw sofern veröffentlicht, wurden die Autoren - äh: kritisiert. Mittlerweile sitzen aber die Verfechter der Theorie, daß vor ca 11.000 nix ging, auf schwankenden Sitzmöbeln.
     
  14. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich habe mir gerade mal die Seite vom Museu do Homem Americano durchgesehen. Ich habe nur einen Kommentar über 12.000 Jahre Besiedelung gefunden, einen Hinweis auf 50.000 Jahre alte Funde dagegen nicht.

    Fundação Museu do Homem Americano - FUMDHAM

    Das mit DER Kirche würde ich auch relativ sehen. Der katholischen Kirche sind solche Funde egal. In Brasilien sind jedoch inzwischen Evangelikale Kirchen sehr stark. Denen würde ich das schon eher zutrauen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dezember 2010
  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Tiradentes sprach aber ausdrücklich von der Katholischen Kirche. Ob er zu wissen meint, dass sie dahinter steckt, oder einfach davon ausgeht, dass für alles Böse nur die Katholische Kirche verantwortlich sein kann, ergibt sich aus seinem Beitrag nicht.
     
  16. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich traue der Katholischen Kirche grundsätzlich zwar jede Schandtat zu, aber nach meinen Erfahrungen in Südamerika ist sie in wissenschaftlichen Themen eigentlich heute weitgehend neutral (es sei, es hat mit Empfängnis und verhütung zu tun). Über die Zeiten Galileos ist sie (Jemanjá sei gedankt) schon hinausgekommen.
    Was natürlich nicht Barbareien aus Unkenntnis ausschliesst. Vor kurzem hörte ich von einem Musikwissenschaftler der in Bolivien musikalische handschriftliche Aufzeichnungen rettete, die von einem Dorfpfarrer als Toilettenpapier verwendet wurden.
     
  17. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Ich halte die katholische Kirche da auch für unschuldig, ich könnte mir eher einen wissenschaftlichen Forschungsdisput vorstellen. Chlovis ist so schön etabliert und die Funde sind überwiegend in Nordamerika, wahrscheinlich weil da intensiver gesucht wird.

    Auf der anderen Seite läßt sich doch jedes Artefakt wunderbar für den Tourismus nutzen und jedes Superlativ hinsichtlich des Alters bringt Fremdenverkehrseinnahmen. Von daher sollte das südamerikanische Interesse zu graben und zeitlich korrekt einzuordnen doch sehr groß sein.
     
  18. Tiradentes

    Tiradentes Neues Mitglied

    Oi Gente,
    Ich bitte um etwas Geduld. Bei der Suche nach den Links, die ich nicht gespeichert habe, brauche ich etwas Zeit. Ich habe aber in der Wochenzeitung Veja diesen Artikel über Zerstörungen gelesen. Muss sie aber erst suchen. Bzw. einige brasilianische Blogs durchsuchen.
    Da ich einem Freund bei der Übersetzung von Texten für sein Masterstudium über die "Terra Preta" helfen muss, kann ich nicht sofort antworten. Bemühe mich aber das bald nachzuholen!
    Hoffe Ihr habt Verständnis ...
    Derweilen wünsche ich Euch guten Rutsch und viele gute Argumentew für die weitere Diskussion bzw. Forschung.
    Abraco (Umarmung) an alle
     
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  19. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

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