Exkurs für einen Bekannten, bitte durchgehen lassen
Für Noêl
Die Varusschlacht
Die Varusschlacht war keine örtliche beschränkte Schlacht, sondern eine mehrtägige Zermürbungsschlacht mit punktuellen Angriffen auf- und entlang eines Heerzuges.
Ausgangspunkt war eine Täuschung des Varus. Dieser sollte sich wie in einem befreundeten und sicheren Land fühlen, und mit dieser vermeintlichen Sicherheit im Rückeneinen Aufstand entfernt lebender Germanen befrieden.
Die Befriedung eines Aufstandes gehörte zu den Ordnungsaufgaben, die Varus zu erledigen hatte.
Man kann annehmen, daß der behauptete Aufstand lediglich als Lockmittel dienen sollte, um Varus zum Aufbruch in dieses Gebiet zu bewegen. Ob Arminius einen Aufstand lediglich vortäuschte oder ob er tatsächlich seinen eigenen geplanten Aufstand meinte , kann dahinstehen.
Allerdings ist es belustigend zu überlegen,daßArminius gelogen hat, als er dem Varus von einem Aufstand berichtete, der tatsächlich nie vorlag, aber die Wahrheit sagte, als er seinen eigenen Aufstand meinte(eigene Meinung).
Über die Schlacht selbst, dem Beginn der Feindseligkeiten, berichten in der Hauptsache Cassius Dio sowie Tacitus bei der Schlachtfeldbegehung durch Germanicus.
Es ist aber zu berücksichtigen, daß beide römischen Verfasser ihre eigenen Vorstellungen von der Schlacht hatten und Tacitus 100 Jahre und Dio 200 Jahre später schrieben.
Eine weitere Unsicherheit ergibt sich durch die Übersetzungen der Originaltexte.
Man kann also sagen, daß wir aus zweiter oder dritter Hand lesen.Dazu kommt noch, daß sowohl Tacitus als auch Dio auf Berichte von Dritten zugegriffen haben, die auch über das Varusereignis berichtet haben. Ob Senatsberichte auch eine Grundlage waren, kann ich nicht sagen.
Tatsache ist aber, daß das Ereignis in Rom bekannt wurde und Augustus zur Auflösung seiner Bataverleibwache und zur zwangsweisen Aushebung neuer Soldaten zur Auffüllung der Lücke zwang, die der Verlust von drei Legionen, sechs Kohorten und drei Alen mit sich gebracht hatte.
„Dem Untergang des Varusheeres kommt im Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit nicht nur der Platz eines radikalen Wendepunktes in der Beziehung zwischen Römern und Germanen zu,sondern ihm werden auch bis in die Gegenwart reichende Konsequenzen für die europäische Geschichte, wenn nicht für die Weltgeschichte überhaupt, zugemessen.
Um die Perspektive der Zeitgenossen handelt es sich dabei freilich nicht

ie Varuskatastrophe stellte weder militärisch noch politisch einen Einschnitt dar.Fraglos machte der Verlust von drei Legionen sie zu einer der besonders schweren Niederlagen des Römischen Reiches. Doch wegen eines einzigen militärischen Mißerfolges aus einem vormals beherrschten Gebiet zurückzuweichen, entsprach keineswegs römischem Selbstverständnis, und es war auch keine von Rom geübte Praxis“.
. (Suet.Aug, 23,2,vgl Dio 56,23,1 ff, Oros 6,21,26 f, in

ie Schlacht im Teutoburger Wald, Reinhard Wolters,1. Akt. Auflage 2017, Verlag C.H.Beck)
