Werwolf in Gevaudan

Es wurde hier ja schon einige Male der Streifen Pakt der Wölfe erwähnt. Als Pop Corn-Kino funktioniert der Streifen, nur sollte man ihn nicht allzu ernst nehmen.

Es gibt aber noch einen anderen französischen Film, der weit anspruchsvoller ist. "La Bête du Gevaudan" Ich bin mir sicher, dass @Brissotin schon einmal eine Rezension über den Film geschrieben hat,

Der Streifen versucht eine eigene Interpretation der Ereignisse und stellt die Frage nach den Hintergründen und dem was nun eigentlich passiert ist, wie Mythen entstehen. Ein französischer Arzt kommt 1767 ins Gevaudan, unmittelbar nachdem die Bestie offiziell erlegt wurde. Die Angriffe gehen weiter, die Bevölkerung ist verängstigt, die Todesfälle gehen weiter, aber das wird totgeschwiegen. In diesem Film ist die "Bestie" in Wirklichkeit ein menschlicher Serientäter, der Comte de Morangias, der Frauen umbringt und ihnen mit einem mechanischen Kiefer aus Metall die Gurgel aufreißt. Um seine Spuren zu verwischen lässt er seine Opfer zurück, um von den Wölfen gefressen zu werden.

Als er versucht, die Tochter von Jean Chastel zu töten, wird er von dem Arzt überrascht und durch Pistolenschuss getötet.
 
Na ja, der Streifen hat ja inzwischen auch schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel, er war kommerziell nicht so erfolgreich wie Pakt der Wölfe, ist nicht so bekannt, aber er wurde ja auch besprochen.

Der Spoiler-Alarm wird vielleicht nur die Zuschauer verärgern, die es gar nicht fassen können, dass die Titanic m Ende absäuft.
 
Der Spoiler-Alarm wird vielleicht nur die Zuschauer verärgern, die es gar nicht fassen können, dass die Titanic m Ende absäuft.
Der Vergleich hinkt, wie so oft.
Dass die Titanic an Ende des Titanics Films absaufen wird, weiss jeder.

DAS hier weiss niemand:
die "Bestie" in Wirklichkeit ein menschlicher Serientäter, der Comte de Morangias, der Frauen umbringt und ihnen mit einem mechanischen Kiefer aus Metall die Gurgel aufreißt. Um seine Spuren zu verwischen lässt er seine Opfer zurück, um von den Wölfen gefressen zu werden.
Das komplette Ende wird da von dir verraten.
Sieh es ein: Du hast gespoilert.

Schade, ohne hätte ich den Film wohl geguckt.

Aber sei es drum.
 
Das Tier, das in Versailles ausgestellt wurde und für dessen Erlegung Ludwig XV. eine Prämie bezahlte, war zweifellos ein Wolf.

Es war ein ungewöhnlich großer Wolf, 1,60 m lang und eine Schulterhöhe von fast 80 cm und mehr als 60 kg schwer.

Das war für europäische Verhältnisse ein riesiger Wolf, das durchschnittliche Gewicht liegt normalerweise bei 40 kg. Wegen der Bergmannschen Regel sind Tiere in nördlichen, kalten Gebieten deutlich größer als Artgenossen in südlichen Gebieten. In Alaska und Kanada werden regelmäßig Elche erlegt, die in Skandinavien als wahre Giganten durchgehen würden.

Ein gut trainierter, nicht überfütterter Rottweiler wiegt zwischen 35-40 kg. Selbst in Kanada und Alaska oder im nördlichen Russland werden selten Wölfe erlegt, die mehr als 40 kg wiegen. Mehr als 60 kg-das ist eine Menge Wolf!

Der Wolf, den der Leibjäger des Königs Beauterne erlegte, war auch ein Menschenfresser, bei einer Obduktion wurden menschliche Leichenteile im Magen des Tieres gefunden.

Es kann aber natürlich sein, dass der Wolf von Kadavern gefressen hat, die als Köder von Duhamel ausgelegt wurden.

Einige Wolfsfreunde behaupten gerne, dass Wölfe grundsätzlich keine Menschen angreifen und dass es in den letzten 150 Jahren keinen einzigen Wolfsangriff auf Menschen gab, der wirklich 100%ig sicher sich dokumentieren lässt.

Nach dem 2002 erschienenen Linnel-Report, an dem 18 führende Wolfsexperten beteiligt waren, kann diese Behauptung nicht aufrecht erhalten werden. In Nordamerika ließen sich tatsächlich in 100-150 Jahren keine Wolfsangriffe auf Menschen nachweisen. (Vielleicht weil Amerikaner besser bewaffnet sind und die Wölfe das auch wissen.

Aus F, D, Italien, Russland und Indien auch aus Skandinavien sind aus dem 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert zahlreiche prädatorische Angriffe dokumentiert. Opfer waren überproportional häufig Frauen oder Kinder. In F wurden zwischen 1580 und 1830 mehr als 3000 Menschen von Wölfen getötet, einige auch gefressen. 1765 machte ein menschenfressender Wolf die Gegend um Soissons in der Champagne unsicher, der 18 Menschen angriff, bevorzugt Frauen und Kinder. Fast zeitgleich zur Bestie vom Gevaudan machte ein Rudel von Wölfen das Perigord unsicher und tötete und verletzte mehr als ein Dutzend Menschen.

Etwa zeitgleich, um 1765 machte ein Menschenfresser, ein Wolf die Gegend um Ansbach unsicher. Er fand ein eher unspektakuläres Ende, als er in eine Wolfskuhle stürzte und von der Bevölkerung totgeschlagen wurde. Die glaubten, der Wolf sei eigentlich ein Werwolf gewesen, ein ehemaliger, unbeliebter Bürgermeister namens Michael Leicht.

Auch in Italien gab es Wolfsangriffe und Todesfälle. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert wurden allein in der Po-Ebene mehr als 400 Menschen getötet, auch hier mehrheitlich Frauen und Kinder. In Schottland wurden im 16. und 17. Jahrhundert Wölfe zu so einem großen Problem, dass man entlang großer Straßen spezielle Häuser, sogenannte "Spittals" errichtete, wo Reisende nachts Schutz fanden.

Während der beiden Weltkriege wurden in Russland immer wieder Menschen durch Wölfe getötet, die Jäger waren ja bei der Armee, zwischen 1944 und 1954 kam es im Bezirk Kirov zu einer regelrechten Wolfsepidemie, Schusswaffen wurden eingezogen, und 22 Kinder wurde getötet.

Im zaristischen Russland wurden allein zwischen 1840 und 1861 in Russland 273 Wolfsattacken registriert. Dabei kamen 169 Kinder und 7 Erwachsene ums Leben.

In Schweden hoben die Bewohner von Gysinge ein Wolfsgeheck aus, einer der jungen Wölfe wurde nicht getötet, man nahm ihn mit und hielt ihn in Gefangenschaft, bis er so groß und so wenig kontrollierbar wurde, dass man ihn davonjagte. Die Dorfbewohner wollten ihn nicht selbst töten, wollten das lieber der Wildnis überlassen, und sie glaubten, dass ein einzelner Wolf ohne Rudelanschluss zum Tode verurteilt war. Aber weit gefehlt! Bald darauf kamen Kinder nicht mehr vom Schulweg oder Beerensammeln zurück.
Der Wolf stellte sich völlig auf die Beute Mensch ein. Er hatte ja durch den Kontakt mit Menschen die Scheu verloren, wusste wie diese sonderbare Beute tickt, die sich anders verhält als alles, was Wölfe jagen.

Es stellte sich später heraus, dass der Wolf sich mitten im Dorf Gysinge versteckte und gezielt sich auf Kinder konzentrierte. Meistens griff er Kinder an, die sich etwas entfernt hatten von der Gruppe, die abgelenkt waren. Als das rauskam, wurde geradezu ein Krieg gegen Wölfe ausgerufen, und Wölfe wurden gezielt ausgerottet in Schweden.

In Indien wurden im 19. Jahrhundert regelmäßig jedes Jahr einige Hundert Menschen durch Wölfe getötet. Allein 1878 wurden in Britisch-Indien 627 Menschen getötet, einige auch gefressen. Auch nach der Kolonialzeit kam es immer wieder zu Todesfällen 1981 tötete ein Rudel von 5 Wölfen 13 Kinder nahe der Stadt Hazaribagh. Diese Wölfe waren anscheinend mit Schlachtabfällen gefüttert worden. Nur fünf Jahre später wurden in Madya Pradesh 17 Kinder von einem Wolfsrudel von sechs Tieren getötet. Von 1991-96 wurden in Uttar Pradesh 74 Menschen durch Wölfe getötet, die meisten davon waren Kinder und Kleinkinder.

In Märchen wie Rotkäppchen sind sicher auch Erfahrungen eingeflossen von Kindern, die vom Spielen nicht zurückkehrten, die vom Pilz- oder Beerensammeln nicht zurückkamen. I

Sicher, normalerweise sind Wölfe extrem vorsichtig, greifen Menschen nicht an, ziehen sich zurück. Der Mensch und seine Nutztiere fallen normalerweise nicht in das Beuteschema von Wölfen. Es sind aber Prädatoren, die Elche, Bisons und Wapitis überwältigen können, und als solche sollte man sie nicht dämonisieren, aber auch nicht romantisieren.
 
In Nordamerika ließen sich tatsächlich in 100-150 Jahren keine Wolfsangriffe auf Menschen nachweisen. (Vielleicht weil Amerikaner besser bewaffnet sind und die Wölfe das auch wissen.
Mutmaßlich beziehst Du das auf die USA? In Kanada gab es während dieses Zeitraums mehrfach Wolfsangriffe, ein Angriff mit tödlichem Ausgang ist für das Jahr 2005 dokumentiert: Death of Kenton Joel Carnegie - Wikipedia
 
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