Wie konnte das römische Reich so lange bestehen?

Welcher Höhepunkt bitte, ich sehe die Germanenzüge und die Aufgabe dieser "Provinz" nicht als Höhepunkt römischer Macht! Was isst mit Trajan?
Daccien?
 
In unseren Schulbüchern war immer die platte Lehrmeinung, dass das römische Reich mit Augustus seinen Höhepunkt hatte, danach nur Niedergang war.

Ich sehe das nicht so. Und schon gar nicht, dass das römische Reich an Sex, Orgien und verderben Sitten zugrunde ging. "Die guten republikanischen Sitten" waren für die Völker Iberiens und Galliens jedenfalls die Hölle.

Ich sehe eher dass ein Verlust der einheitlichen Wirtschaftsraums, der Währungsstabilität und ein Nachlassen der Wirtschaftskraft zum Untergang führten.
 
Nein, überhaupt nicht! Ich bin einfach nur zuviel mit dieser populären Erklärung des römischen Reiches gefüttert worden.

Hätte Aminius doch nur etwas mehr Spaß an "Sex, Orgien und verderbten Sitten" gehabt!

Dann wäre das Leben in der Germania libera sicherlich deutlich komfortabler geworden: Hypokaustheizungen an der Elbe statt Baden im kalten Fluss... Und Ausonius hätte die bukolische Landschaft an Saale und Unstrut besungen. Nur, Latein mit sächsischem Akzent, das bitte nicht.
 
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Nachtrag zu meinem Beitrag 50: Tacitus Ann. 2,88(sorry statt Höhepunkt eben Blütezeit)

Zumindest konnte Tacitus im Jahre 120n nicht wissen, ob die nächste Blütezeit kam(jedenfalls hat er sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht wahrgenommen)
 
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@dekumatland,
sicherlich abwegig, unsere bundesrepublikanische Landschaft mit dem römischen Reich zu vergleichen...auch unter dem Aspekt der Dekadenz
Ich bin zwar nicht Dekus Pressesprecher, aber Dekus Argument ist ein anderes: Du mutmaßt, dass Arminius Rom auf dem Höhepunkt seiner Macht herausgefordert habe (wie du auf das schmale Brett kommst, dass die Arminius-Kriege Dreh- und Angelpunkt der römischen Geschichte seien*, wirst nur du wissen) und danach nur noch Rezession gewesen sei.
Deku weist darauf hin, dass das römische Reich danach noch 400 Jahre Bestand hatte, die Bundesrepublik hat nicht einmal 80 Jahre auf dem Buckel.


*Seine größte Ausdehnung erreichte das RR im Übrigen erst 100 Jahre später
 
Sogar in so "einfacher" Literatur wie dem DTV-Atlas zur Weltgeschichte kann man beim lesen die Folgerung ziehen, das zumindest bis zu Marc Aurel 161-180 das römische Reich noch ungeschwächt und zu aktivem handeln in der Lage war, dies nur als Randnotiz zu "Arminius".
 
Was hat der Vergleich Deutschland und römisches Reich für eine Aussagekraft außer "bestand 5 x länger?
Ausdehnung eines Reiches mag ein Aspekt von Blütezeit sein, ein Beweis dafür ist es doch nicht.

Ich mutmaße keineswegs, das die Arminiuskämpfe Dreh-und Angelpunkt sind.Habe ich auch nie geschrieben. .Daß Arminius Rom zum Zeitpunkt seiner Blüte herausgefordert hat,
kannst Du gern nachlesen Tacitus Ann 2/88 zweitletzter Satz
 
Wikipedia (ja, ich bin ja bequem, aber ich habe nicht immer den Zugriff auf bessere Quellen) sagt zu den hispanischen Goldminen von Las Médulas folgendes:
"Plinius gab auch an, dass jedes Jahr 20.000 Römische Pfund Gold gefördert wurden. 60.000 freie Arbeiter waren an der Ausbeutung beteiligt, die in 250 Jahren 1635 Tonnen zu Tage förderten."
= 6,54 Tonnen / Jahr.
In Granada gab es das ähnlich in klein. Ich war vor Jahren mal in Las Médulas, wirklich grandiose Landschaft!

Plinius:

vicena milia pondo ad hunc modum annis singulis Asturiam atque Callaeciam et Lusitaniam praestare quidam prodiderunt, ita ut plurimum Asturia gignat.​
 
ich ziehe zur zeit Tacitus dem DTVAtlas vor
kann man tun und dabei stolz darauf sein, immerhin eine hochliterarische römische Quelle zu verwenden - aber bei Tacitus wird man dann leider keine Antworten auf die selber gestellte Frage "wie konnte das römische Reich so lange bestehen?" finden. Insofern ist es für die Fragestellung wohl eher wenig luzide, immer wieder auf Tacitus zu verweisen.
 
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