Können wir uns außerdem sicher sein, dass die bei Opferungen dargebrachten Waffengaben tatsächlich Waffen waren, die für den praktischen Einsatz bestimmt waren (Gebrauchsspuren) und nicht eigens für die Darbringung als Opfergabe hergestellt wurden?
Möglicherweise von einem wohlhabenden Spender, der dann gleich 20 von jeder Sorte bestellte, ohne für die jeweilige Ausführung individuelle Wünsche zu äußern?
Was hältst Du eigentlich davon, mal selber grundlegende Informationen zu einem Thema einzuholen, über das Du diskutieren willst, bevor Du Dich in immer neue ad-hoc-Hypothesen verrennst?
Sollen wir jetzt ernsthaft über die These diskutieren, dass die germanischen Krieger sich individuell beim jeweiligen Dorfschmied mit Waffen eindeckten, während die leistungsfähigeren Waffenschmieden, die große Mengen an standardisierten Waffen herstellten, eigentlich nur auf Bestellung von wohlhabenden Spendern Waffen zur Opferzwecken prouzierten?
"Jedenfalls handelte es sich nicht etwa um symbolische Vorgänge, sondern um reale Kampfhandlungen; denn die Kampfspuren an den Waffen vor der nachfolgenden rituellen Zerstörung belegen die vorausgegangenen Kämpfe." (Steuer, S. 720)
Literatur dazu (habe ich selbst nicht eingesehen):
Michael Gebühr, Kampfspuren an Waffen des Nydam-Fundes, in: Beiträge zur Archäologie Nordwestdeutschlands und Mitteleuropas, hrsg. Thomas Krüger / Hans-Georg Stephan. Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte in Niedersachsen 16 (Hildesheim 1980)
Andreas Gundelwein, Kampfspuren an Lanzen und Speeren kaiserzeitlicher Moorfunde, in: Beiträge zu römischer und barbarischer
Bewaffnung in den ersten vier nachchristlichen Jahrhunderten, hrsg. von Claus von Carnap-Bornheim. Akten des 2. Internationalen Kolloquiums in Marburg an der Lahn, 20. bis 24. Februar 1994 (Lublin, Marburg 1994)
Andreas Gundelwein, Neue Untersuchungen zur Entstehung der Beschädigung an Waffen kaiserzeitlicher Moorfunde, in: Zeitschrift für Archäologie 28 (1994)
Aber auch professionelle Krieger müssen ggf. erstmal überzeugt werden sich für eine Sache zu schlagen, im Besonderen dürfte professionellen Kriegern klar gewesen sein, dass ein Angriff auf eine römische Armee aus mehreren Legionen kein Spaziergang wird.
Falls Du damit die (auch für römische Feldherren vielfach bezeugten) Motivationsreden meinst - geschenkt.
Aber eine professionelle Armee, deren Angehörigen vor jedem Einsatz von ihrem Anführer belabert werden müssen, doch bittebitte diesmal wieder mitzumarschieren und sich nicht in den Heimaturlaub zu verdrücken, die kannst Du getrost vergessen.