Wo lohnten sich Räder

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Klaus, 31. Oktober 2008.

  1. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Heißt das im Klartext, du zweifelst am Rad in Amerika?
    Was ja nicht heißen muß, dass es das nicht gab, sondern nur, dass die Nutzungsmöglichkeiten aus verschiedenen, bereits genannten Gründen (noch) nicht als vorteilsbringend gesehen wurden.
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ja,
    es ist als Spielzeug nachgewiesen, eine weitere Verwendung gab es ziemlich sicher nicht.
     
  3. Guntbot

    Guntbot Gast

    na das kann ich ja mal vorbehaltlos unterschreiben
    sie hatten einfach keine praktische verwendung für das Rad,denn wenn hätten sie es wie andere auch ,da ja bekannt,benutzt
     
  4. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich war gerade mit dem Fahrrad ins Nachbardorf unterwegs.
    Da kam mir der Gedanke, wer kommt eigentlich auf die Idee, zwei hintereinanderangeordnete Räder auf einen Rahmen zu montieren, ohne Angst zu haben, er fällt um?
    Dann dachte ich an das Laufrad. Da waren ja die Füsse als Abstützung da.
    Wenn da einer den Berg runter gefahren ist, hat er gemerkt, dass das auch ohne Abstützung geht. So wurde die Relation zwischen Fliehkraft und Gleichgewicht erfunden, dachte ich mir.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. November 2008
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ein interessanter Punkt den Du da ansprichst Flo, das physikalische Gesetz, das Radfahren erst ermöglicht, der "selbststabilisierende Kreiseleffekt" wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt.
    Als schon 100 Jahre fleißig Fahrrad gefahren wurde.

    War die Praxis mal wieder ein Jahrhundert schneller als die Theorie.
    Meine Worte, es geht nichts über Empirik.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. November 2008
    1 Person gefällt das.
  6. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Kann es nicht sein das das Rad, wie bei vielen Erfindungen, erst vor allem für das Militär nutzlich war, und dann erst später für die Zivilbevölkerung? Denn wenn ich an die Geschichte des Rads denke, fällt mir vor allem der Streitwagen ein. Ich könnte mir vorstellen das durch durch dessen Verbreitung eine "Massen"-produktion von Rädern entstand, die dann auch für andere Fahrzeugen benutzt werden konnten. Zuerst wurden durch Pferd, Rind oder Esel gezogene Fahrzeuge gebaut, und viel später Schubkarren gebaut.

    Außer Zugtier und Umgebung/Infrastruktur braucht mann noch was für Räder: eine Säge. Und um ein Rad zu Sägen sollte mann zumindest eine Säge aus Kupfer haben. Die konnten die Pärie-Indianer aber nicht erstellen da sie der Kupferbearbeitung nicht mächtig waren. Die einzigsten in Amerika die das schon könnten waren die Inkas.
     
  7. Brahmenauer

    Brahmenauer Mitglied

    Hallo,

    nach längerer Zeit will ich mich wieder einmal zu Wort melden. Und gleich beginne ich mit einem Autor, der hier im Forum und anderswo gehörig gescholten wird:

    Heribert Illig: Räder . Wagen . Wege . Scheibenrad, Speichenrad und Streitwagen in Zeitensprünge 2/2009.
    Illig setzt sich mit den bisherigen archäologischen Ergebnissen auseinander und kommt aus Sicht seiner Chronologiekürzungsthesen zu anderen Zeitstellungen als die arrivierte Wissenschaft. Einen Teil seiner Informationen stammen aus Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit und Deutschland in der Bronzezeit.
    In Kürzestfassung ergibt sich folgendee Tabelle:

    Ab -3500 Scheibenräder und Wagen Illigs neue Datierung > -1500
    ab -1800 hölzerne Speichenräder > -900
    ab -1200 Streitwagen > -800
    ab -900 bronzene Speichenräder > -600

    " Irgendwann um 3500 v. Chr. wurde das Verkehrswesen um eine Neuerung von großer Tragweite bereichert. Zu dieser Zeit hat man die Vorteile der rollenden Bewegung der Räder erkannt und den Wagen erfunden, vor den man in Mesopotamien Rinder und Halbesel (Onager), in Europa zunächst nur Rinder vorspannte. Diese Erfindung wurde offenbar in verschiedenen Gegenden der Erde in geringem zeitlichen Abstand gemacht. Ähnlich alt wie die frühesten Belege von Wagen in Mesopotamien sind einige Funde von Bohlenwegen, Rädern und anderen Wagenteilen in europäischen Mooren" [E.Probst: Dt. in der Steinzeit; 239]

    Die ältesten Überreste eines mitteleuropäischen Scheibenrades stammen von Seekirch, Kreis Biberach an der Riß (BW), aus der Goldberg III-Gruppe, ca. 3500 - 2800 v.Chr.

    Wer einen Wagen baut, braucht einen Weg, auf dem er fahren kann. Das ließen sich die Altvorderen in schwerem Gelände viel Schweiß kosten: "In Holland, Norddwestdeutschland und Dänemark baute man bereits vom vierten Jahrtausend v. Chr. an in ausgedehnten Hochmoorgebieten hölzerne Bohlenwege, die so breit waren, dass darauf Wagen fahren konnten. Auf und neben solchen Bohlenwegen fand man Räder und andere Wagenteile, die nach Unfällen liegengeblieben waren" [E. Probst: Dt. in d.Steinzeit, 239]

    Für die frühe Bronzezeit lässt sich auf Wagendarstellungen verweisen, wie sie auf Menhiren, etwa in Rottenburg (Kreis Tübingen, BW) gefunden werden, aber auch auf Bohlenwege, wie etwa den bei Ocken hausen (Kreis Leer, NI), der gegen -2010 ca. 180 m durch mooriges Gelände geführt worden ist.[E. Probst: Dt. in d. Bronzezeit, 86]
    Mit dem Übergang zur mittleren Bronzezeit tritt das Speichenrad auf, ab -1800, "wiederum fast gleichzeitig u.a. in Mesopotamien und in Mitteleuropa"[wiki--> Wagen].
    Der 16-seitige reich bebilderte Artikel gibt einen umfassenden Überblick zum Thema Rad vom Ural, über Schweden, Mitteleuropa, Anatolien und Mesopotamien sowie Ägypten.
    Daß Illig aufgrund technologisch vergleichenden Überlegungen - insbesondere beim Bronzehohlguß (Speichenräder) zu sehr anderen Datierungen kommt, sollte die Leser, welche mit Chronologiekritik nichts am Hut haben, nicht stören.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2009
  8. tela

    tela Aktives Mitglied

    Das ist ja wirklich einmal eine absolute Überraschung!:pfeif:
     
  9. Rimpler

    Rimpler Neues Mitglied

    Ich habe mir jetzt, weil ich heute mit einem Freund über dieses - wie ich finde sehr interessante Thema - sprach, noch einmal den ganzen Strang durchgelesen. Zum Schluss allerdings nur überflogen, denn es waren ja dann doch einige Wiederholungen dabei.

    Letztendlich kulminiert diese Topographie/Zugtier/Rad/Innovationsdruck-Diskussion für mich in der Frage, warum die Mesoamerikaner, denn nur bei ihnen waren alle Voraussetzungen gegeben, keinen Wagen erfanden/nutzten.

    Das Argument von Baltic (Fleischtiere) habe ich jetzt nicht nachgeprüft, aber nach meiner Ansicht ist es keines, denn mir ist kein Haustier bekannt, dessen erster Nutzen im Ziehen von Gefährten bestand.

    Vielleicht sind sie einfach nicht auf den Trichter gekommen. So etwas soll an und ab vorkommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2011
  10. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Bitte verlange jetzt nicht von mir, auch das alles auf der Stelle nochmal zu lesen. Auf welchen konkreten Beitrag von mir beziehst du dich?
     
  11. Rimpler

    Rimpler Neues Mitglied

    Wenn ich nicht irre, ging es hier los und da weiter.
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Um last- und radziehende Hunde ging es da eigentlich nicht, eher um eine Alternativverwendung für @Ingeborgs Flockati.:devil:
     
  13. Rimpler

    Rimpler Neues Mitglied

    :rofl:Muss ich morgen nochmal lesen, denn wie gesagt, hatte den Rest nur überflogen.
     

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