Ziele der Revolutionäre 1918/19

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Gisele, 2. Mai 2005.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Könntest Du das bitte begründen?

    El Quijote
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    @derralf
    Wie sich ein kommunistisches Deutschland entwickelt hätte? Wirklich keine Ahnung, es Bestand auch nie der Hauch einer Chance!

    Wie sie (Liebknecht, Luxemburg) Stalin hätte umbringen können? Nun da gibt es jede Menge Beispiele: Radek, Hölz, Trotzki, Bucharin usw. usw.
     
  3. derralf

    derralf Mitglied

    @el quijote:
    Reiner Erfahrungswert.
    All diese hehren Kämpfer hoher Ideale - Lenin, Mao Tse Tung, Ho Chi Minh, Fidel Castro, Adolf Hitler, Khomeni usw. - die es dann doch geschafft haben eine "neue Gesellschaft" zu bauen haben nichts anderes als Elend und Blut hervorgebracht.

    Ist also ein Vorurteil. Aber ich bin froh über jeden von der Sorte der nicht die Chance bekommt einen neuen Versuch zu starten.
     
  4. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied


    Du gehst da also von einer politischen Handlungsperpektive der Beiden in der Nachkriegszeit aus,- da ist wohl ein bischen Spekulation dahinter . Zunächst ist ja noch Lenin da ,
    der die Erwartung mit anderen um sich herum teilte, das der Umsturz in Deutschland 1917/18 die Weltrevoution mit sich bringen würde und eine Außenpolitik traditionellen Stils überflüssig werden würde. Diese revolutionär-euphorische Phase war 1923 zuende und man begann im
    Sowjetstaat mit einer Phase der Bewahrung der rev. Errungenschaften, man brauchte eine Atempause.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    @Arcimboldo
    Wolfgang Leonhardt geht in seinem Werk "Die Anfänge der Weltrevolution" davon aus, dass die KPD unter Führung Liebknecht/Luxemburg nicht das Anhängsel der SowjetKP geworden wäre. Für ihn sind alle Nachfolger in der Parteiführung einschl. Thälmann maximal 3. Garnitur. Natürlich auch Spekulation, aber Fachmann ist Leonhardt schon.

    Off Topic: Am Rande bemerkt, eine illustre Gesellschaft, wer alles Anfangs der 20er der letzten Jahrhunderts Kommunist war, Herbert Wehner, Ernst Reuter usw. usf., sogar Roland Freisler soll "praktizierender" Kommunist gewesen sein.
    Hitler wohl nicht, Kershaw schreibt allerdings, dass es Hinweise gäbe, dass er mindestens zeitweise Sozialdemokrat war.
    Karrieren wie EX-APO- und späterer Neonazi-Anwalt Mahler sie machte, gab es wohl schon immer.
     
  6. Gisele

    Gisele Neues Mitglied

    Code:
    [url="http://www.fes.de/archiv/_weimar/ka001603.jpg"]http://www.fes.de/archiv/_weimar/ka001603.jpg[/url]
    Weiß jemand von welcher Partei dieses Wahlplakat stammt? Ich habe schon recherchiert, nur bin ich leider zu keinem Ergebnis gekommen. Das Plakat ist von Caesar Klein und stammt aus dem Jahre 1919. Ich tippe auf die SPD...
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2005
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Eine Aufforderung zur Wahl der Nationalversammlung. Gehalten in den Farben schwarz, rot, gold.
    Ich denke nicht, dass das ein Wahlplakat einer Partei war.
    Vielleicht war der Rat der Volksbeauftragten (die damalige Regierung) Auftraggeber für das Plakat?
     
  8. Gisele

    Gisele Neues Mitglied

    Das kann natürlich auch sein...:autsch: vielleicht hat ja jemand eine andere Meinung?
     
  9. collo

    collo Aktives Mitglied

    da nicht zur wahl einer bestimmten partei áufgerufen wird, vermute ich mal, das keine partei dahintersteckt und dass plakat eine "freie" arbeit des künstlers war. vielleicht haben die hinter der wahl stehenden parteien das finanziert oder der rat der volksbeauftragten.
     
  10. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Richtig getippt :hoch:
    Es handelt sich um ein Plakat der SPD zum Auruf zur Nationalversammlung 1919 :winke:
    Zur Recherche des Kontextes am besten die Startseite aufrufen (www.fes.de) und dann einfach weiter über -> Archiv -> Arbeitshilfen -> Download Angebote -> Weimarer Republik -> Plakate -> Lesen und im Text ersten Bildverweis anklicken
    Mit ein wenig Phantasie kann man es sich über die URL sogar zusammenreimen: FES wie Friedrich-Ebert-Stiftung ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2005
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Inwiefern zeigt ausgerechnet der Kapp-Putsch "exemplarisch" das Verhältnis der Parteien zur parlamentarischen Demokratie? Das könntest Du schon etwas begründen.

    Nix gegen Deine Links, aber "Aufstände der Arbeitermassen im Frühjahr 1919"? Wo denn? In Deutschland jedenfalls nicht. Gegen wen auch? Präsident war Ebert SPD, Kanzler Scheidemann SPD, Reichswehrminister Noske SPD. Nicht unbedingt Vertreter der Hochfinanz oder Monarchisten.
     
  12. Gisele

    Gisele Neues Mitglied

    Vielen Dank für Deine Hilfe! :bussi: Was würd ich nur machen ohne Euch alle...:D
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2005
  13. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Zu 1. Im Kapp-Lüttwitz-Putsch zeigte sich, wieweit die verschiedenen Parteien, die Gewerkschaften und die Reichswehr zur parlamentarischen Demokratie standen; exemplarisch deshalb, weil hier die erste große Krise der Republik durch den Putsch rechtsgerichteter Militärs und Freikorps stattfand. Wie die einzelnen Organisationen sich verhielten, müsstest du schon mal bei den angegebenen Links nachlesen.
    Besonders interessant: die Reichswehrführung zeigte wohlwollende Neutralität gegenüber den putschenden "Kameraden", "Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr" (der Befehlsverweigerer General Hans von Seeckt wurde sogar zum Chef der Heeresleitung befördert), hatte aber keine Hemmungen, mit äußerster Brutalität und an der Seite rechtsradikaler Freikorps gegen die bewaffneten Arbeiter z.B. der Roten Ruhr Armee vorzugehen, die letzlich den Putsch niedergeschlagen und die Republik gerettet hatten. Mit Letzterem hatten auch die Regierungsparteien keine nennenswerten Probleme.

    Zu 2. Auch was die Aktivitäten der Arbeiterschaft und ihrer Organisationen angeht, müssest du dir schon die Mühe machen, Genaueres nachzulesen, bevor du behauptest, in Deutschland hätte es im Frühjahr 1919 keine politischen Massenaktivitäten gegeben.
    Hier nur ein par Daten zur Lektüreanregung:
    10.01.-04.02.19: Bremer Räterepublik
    17.-22.02.19: Streiks im Rheinisch-westf. Industriegebiet u.a. für die Sozialisierung des Bergbaus - gegen MSPD und Freikorps
    24.02.-07.03.19: Generalstreik im Mitteldeutschen Industriegebiet
    03.-12.03.19: Generalstreik und bewaffnete Kämpfe in Berlin
    31.03.-08.04. Generalstreik in Württemberg
    07.-13.04.19: Scheinräterepublik in München
    13.04.-03.05.19: Münchener Räterepublik
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Mai 2005
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Lieber Klaus ich habe über den Kapp-Putsch mal ne Facharbeit geschrieben, ist zwar n paar Jahrzehnte her, aber auskennen tu ich mich schon noch n´ bißchen. Den Putsch haben aber die Arbeiter nicht "niedergeschlagen", der Generalstreik, auch der Bürokratie!, hat ihn beendet. Fast ohne Blutvergießen! Es gab übrigends auch die Aussage des General Haas in Stuttgart, "wir stehen zu der von uns beschworenen Verfassung". Nich zuletzt deshalb ist die Regierung dann nach Stgt. ausgewichen.

    Es gab im Frühjahr 1919 keine Aufstände der Arbeiter-"Massen". Betonung auf Massen! Was versucht wurde, war ähnlich wie in Petrograd in Putsch mit wenigen. Was in Deutschland aus verschiedenen Gründen nicht klappen konnte, insbesondere machte die Kerenski-Regierung den Fehler, den Krieg weiterzuführen. Sonst hätte Lenin seine Tage vielleicht in der Schweiz beendet.
     
  15. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Lieber Repo,
    Leider gehst du so gut wie gar nicht auf meine Argumente ein.
    Im Wesentlichen haben die Arbeiter mit ihrem Generalstreik den Kapp-Putsch zum Scheitern gebracht; ich nenne das "niederschlagen". In diesem zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang kann man verfolgen, wie sich andere gesellschaftliche Kräfte zur Demokratie, d.h. in diesem Fall, zum Schutz der Demokratie verhalten haben.
    Hinsichtlich der Massenaktionen von Arbeitern Anfang 1919 bestreitest du erneut deren Existenz und ignorierst einfach die Beispiele, die ich aufgezählt habe. Das waren weder Putschversuche noch handelte es sich bei den Akteuren nur um paar "Hanseln".
    Sag doch bitte mal: welchen Putsch (in Deutschland) meinst du und bei welcher Anzahl von Menschen beginnt bei dir eine "Masse"? Unter Umständen kann man sich dann besser verständigen.
    Und Kerenski sowie die Frage, ob es sich bei der Oktoberrevolution um einen Putsch handelte, sollte man in diesem Zusammenhang besser außen vor lassen.
     

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