Zukunft des Fundorts Kalkriese

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von salvus, 1. Oktober 2009.

  1. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Hallo zusammen!

    In letzter Zeit habe ich mich auf mehreren Internetseiten über die aktuellen Ausgrabungen 2009 in Kalkriese informiert. Eines scheint sicher: Die Zeit der wirklich spektakulären Funde ist zunächst einmal wohl vorbei. Dies kann die Bedeutung des Fundorts allerdings wohl nicht in Zweifel ziehen.

    Die Funde in 2009 sollen wohl in Kürze detailiert vorgestellt werden und den Kontext zur Varusschlacht erhärten.

    Aber wie sieht die Zukunft aus? Werden die Kritiker der Varusschlacht-These die Oberhand gewinnen, weil es nach wie vor keine endgültigen Beweise gibt? Kann ein solches (kleinkariertes) Denken -unabhängig davon ob Kalkriese der Ort der Varusschlacht ist - dazu führen, daß dringend nortwendige, finanzielle Mittel gekürzt werden?
    Geht die wahre geschichtliche Bedeutung dieses Ortes anhand handfester, finanzieller Argumente den Bach herunter und das einzig und alleine an der Frage der Varusschlacht?
    Ist die Bedeutung dieses Ortes nicht viel wichtiger als sie nur im Kontext zur Varusschlacht zu sehen?
    Hat das Marketing längst die Oberhand über die Archäologie gewonnen?

    Und wie groß (und somit teuer) kann das Fundareal noch werden?

    Interessante Fragen! Bin auf eine angeregte Diskussion gespannt!:winke:
     
  2. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    In Wahrheit bereiten sie sich doch schon für das Mega-Event "2000 Jahre Caecina-Schlacht" für 2015 vor.:rofl:
    Ansonsten ist Kalkriese sich gewiss nicht die einzig lohnende Ausgrabungsstätte in Deutschland. Dort wurde fast 20 Jahre lang gegraben und geforscht. Publiziert und ausgestellt wird es auch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2009
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  3. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

    Warum gehst du davon aus, dass die Zeit der spektakulären Funde vorbei ist? Unter jedem Quadratmeter nicht untersuchter Erde könnte eine Sensation wie die das ganze Erscheinungsbild prägende Maske liegen.
    Im Gegenteil, was wir jetzt noch haben ist eine Suche nach dem "missing link". Es fehlt noch irgend etwas, und wenns ein Borstwisch wäre, auf dem eine Legion verzeichnet steht – unmissverständlich und eindeutig. Dann hätte nämlich viel Lärm um Nichts ein Ende bzw. könnte auf Zimmerlautstärke reduziert werden.
    Solange dieses "missing link" nicht vorliegt, wird wohl gesucht werden – und solange noch ein paar Flocken für archäologische Forschung bereit gestellt werden können – und solange in der wirtschaftlichen Not des Staates nicht die Parks geschlossen werden müssen wie in Kalifornien, wird Kalkriese wohl den Leuten weiter ein tolles Museum, einen merkwürdigen Park und ein jämmerliches Werbevideo zeigen.
     
  4. Maelonn

    Maelonn Gesperrt

    Für wahrscheinlicher halte ich, dass weitere Ausgrabungen gegenwärtig wenig bringen würden. Erstens sind genug Funde gemacht worden, um noch jahrelang damit herumzuforschen. Deshalb wäre im Moment zweitens das Personal für die Auswertung weiterer (Massen-)Funde knapp. Und drittens haben Archäologen die Angewohnheit entwickelt, Funde nicht vollständig flächendeckend auszubuddeln, damit nachfolgende Forschergenerationen mit neuen Methoden vielleicht Erkenntnisse gewinnen können, die mit heutigen Techniken nicht zu erzielen wären. Durch Ausgrabungen werden Funde ja weitgehend zerstört.

    MfG
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Funde eigentlich nicht (es sei denn, sie werden, wie einige 5000 Jahre alte Einbäume, unsachgemäß gelagert). Befunde schon eher - eigentlich immer.

    Ein Fund, der dank Ritz- oder Punzinschrift eine Legion definitiv belegen würde, wäre schon toll, sei es, dass das LPA als Legio Prima Augusta belegt oder widerlegt werden kann, sei es, dass ein LEG XVII, XIIX oder XIX auftaucht.
     
  6. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Da bisher noch niemand mit einem Gegenargument gekommen ist: Was spricht dagegen, das LPA einfach die Initialen des Eigentümers sind?
     
  7. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Heute gab es in unserer Tageszeitung (!) einen interessanten Bericht über die aktuellen Ausgrabungen. Demnach wurden auch in 2009 diverse Gegenstände gefunden. Die Auswertung der Funde werden jedoch erst im Winter vorgenommen.

    Lt. den Archäologen vor Ort, hat sich eine Kernproblematik in den letzten Jahren immer mehr herauskristalisiert: Die Plünderungen!
    Diese werden im Bericht durchaus als Leichenfledderei bezeichnet. Es wurde wohl alles was irgendwie brauchbar war geplündert. So ist die Anzahl der Funde durchaus hoch, andererseits aber auch niedrig, wenn man an die hohe Zahl der in der Varusschlacht beteiligten Menschen denkt.

    Mit diesem Kernproblem setzt man sich wohl derzeit auseinander. Hierbei geht es durchaus auch um eine gewisse Systematik bei den Plünderungen. Man versucht auch das Geschehen mit anderen Schlachten, z.B. der am Little Big Horn zu vergleichen um Anhaltspunkte zu bekommen. So haben die Indianer dort durchaus eine Systematik bei den Plünderungen erkennen lassen. Offensichtlich haben sie von den Stiefeln der Soldaten die Schäfte abgetrennt und daraus z.B. Taschen hergestellt, weil es Sie sonst keine Verwendung dafür hatten.

    Klingt alles sehr interessant. Bin gespannt, was die Zukunft so ergibt...:fs:
     
  8. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Ich weiß garnicht, was du willst. Solche Funde sind schließlich jetzt aufgetaucht.

    Nicht in Kalkriese - nein in Reelsen, Bad Driburg!:yes:

    Dort war die Varusschlacht. Wirklich!

    Warum? Weil drei Legionen besoffen über den Zaun hingen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Oktober 2009
  9. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Und was sagen diese Funde aus?
     
  10. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Noch nix!

    Die werden momentan archäologisch untersucht!
     
  11. Nicole H.

    Nicole H. Gast

    =)=)=)
    LOL. Das liebe ich so an den Kalkriesern! Sie wissen schon vorher, was zu Tage treten wird und vor allem das Ergebnis steht vorher schon fest! Herrlich!!!:autsch:

    Ach ja? Wieso "kleinkariert"? Notwendig benötigte Mittel? Für wen und wofür?




    In Kalkriese auf jeden Fall. :cry:
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Auch hier hast Du wieder was nicht verstanden. Salvus bezieht sich auf den Artikel eines Privatgelehrten, der vor kurzem hier im Forum gepostet wurde und der beweisen wollte, dass die Varusschlacht nicht in Kalkriese, sondern in Bad Driburg/Reesen stattgefunden habe. Das nennt man Ironie.
     
  13. Nicole H.

    Nicole H. Gast

    Aus dem Text von salvus geht m.E. eindeutig hervor, dass er sich auf die aktuellen Ausgrabungen 2009 in Kalkriese bezieht. :winke:

    Wenn er etwas anderes beabsichtigt hätte, frage ich mich, warum er dieses nicht zum Ausdruck gebracht hat.


    Was an seinem Beitrag nervt, ist der zweite Teil des Satzes:
    Die gleiche Leier und das schon seit 20 Jahren....:fs:
     
  14. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Wofür? Für die Erforschung eines einmaligen Fundortes! Ein antikes Schlachtfeld -und darum handelt es sich in Kalkriese jawohl - findet man nicht alle Tage. Und nochmal: Unabhängig davon ob es das Varusschlachtfeld ist oder auch nicht.

    Über die Funde in 2009 kann momentan nur spekuliert werden. Ich kenne sie zumindest nicht. Ob sie die Varusthese erhärten oder nicht wird sich dann zeigen.
     
  15. Nicole H.

    Nicole H. Gast

    Danke. Das hört sich schon anders an.

    Ja, ja. Aber die Zeit der spektakulären Funde ist in Kalkriese wohl vorbei. Jetzt könnte man auch mal etwas Geld in die Erforschung des Schlachtfeldes am Harz investieren.
     
  16. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Meinst Du dieses Schlachtfeld?
    Das ist aber etwa 200 Jahre jünger...
     
  17. Nicole H.

    Nicole H. Gast

    Ja, ich meinte das Schlachtfeld am Harzhorn (mir fiel der Name des Ortes nicht ein).
    Nur weil es jünger ist als Kalkriese soll es nicht interessant sein?
    Nur weil man dort keinen Museumspark errichten wird, ist es von geringerem wissenschaftlichen Interesse?
    Aus althistorischer Sicht stellt es eine viel größere Sensation dar, als der Fundort Kalkriese.
    Dass in spätaugusteisch-frühtiberischer Zeit im rechtsrheinischen Gebiet Schlachten zwischen Römern und Germanen stattfanden, war nie umstritten. Für das fürhe 3.Jh.n.Chr. war das für dieses Gebiet bisher nicht bekannt.

    (mich hat jemand rot bewertet, weil er wissen wollte, welches Schlachtfeld ich meinte. Sachen gibt´s.....)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Oktober 2009
  18. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dann bin ich ja beruhigt, daß ich nicht vollkommen verblödet bin :fs:

    Ähm; dem hatte ich auch überhaupt nicht widersprechen wollen.
    Mir ging es darum, daß dieses Schlachtfeld eben keine Lokalisierungsvariante für die Varusschlacht ist (obwohl es mir eigentlich wurscht ist, wo die Varusschlacht nun wirklich stattgefunden hat)...
     
  19. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Wer hat denn so etwas behauptet?
     
  20. Nicole H.

    Nicole H. Gast

    O.k., dann war´s ein Missverständnis. Varusschlacht hin oder her, im Grunde ist´s wirklich nicht wichtig, wo sie eigentlich stattgefunden hat.

    Das Schlachtfeld am Harzhorn sollte aber bei der archäologischen Erforschung nicht zu kurz kommen, nur weil es noch "anonym" ist und vielleicht für immer "anonym" bleibt.

    Übrigens zum Harz: ich habe einmal ein Buch gelesen, nach dessen Aussagen die Varusschlacht tatsächlich am Harz stattgefunden haben soll (und zwar ist es vor der Entdeckung des neuen Schlachtfeldes verfasst worden.) Alles in allem waren die Gedankengänge aber nicht nachvollziehbar und zum Teil sehr schräg.
    Östlich der Weser ist Varus garantiert nicht herumgeirrt.
     

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