Zu dieser Zeit war die Classics Germanica noch keinen Flottenverband geschweige denn, dass sie Schiffe hattten, die in die Ruhr fahren könnten.
Tiberius gewann 15 v. Chr. eine Seeschlacht auf dem Bodensee.
Natürlich konnten die römischen Truppen alle Flussmündungen befahren, sowohl für eher zivile Transportaufgaben als auch für militärische Kontrolle. Und genauso klar ist, dass sie jedem germanischen Gegner auf dem Wasser überlegen waren.
Deine Annahme für eine Varusschlacht bei Duisburg
- stützt sich auf Angaben von 1840, die schon 1881 sachkundig anhand des Fundmaterials widerlegt worden waren,
- die auch heute widerlegt ist,
- die allen römischen schriftlichen Quellen widerspricht,
- die militärisch aufgrund der Topographie (unmittelbare Nähe zum Rhein) die unwahrscheinlichste aller Verortungen der Varusschlacht ist.
Zu den
Baggerarbeiten macht
Genthe 1881 noch Angaben, z.B. auf Seite 31:
"Grosses Eisenschwert mit Angel und Knauf, 108 cm. Tf. II. Fig. 18. An der Angel Reste des ehemaligen Holzgriffes. Die Klinge (94,5 cm lang, oben 5,8 breit, allmählich auf 4 verjüngt, an der Spitze 2,5 cm) gleicht in ihrer Form derjenigen der fränkischen Langschwerter. Auch die breite Blutrinne (oben 2 cm br.), sowie die Bildung der Angel (10 cm lang, oben 1,3, unten 3 cm breit), erinnert so sehr an jene fränkischen s. g. Spatheii,
dass man die Waffe als merowingische bezeichnen müsste, wenn nicht der Knauf eine abweichende Bildung zeigte. Er schneidet nämlich unten nicht horizontal ab, wie dies bei den fränkischen Waffen der Fall ist, sondern mit einer Bogenlinie wie der obere Teil. (3,7 hoch, 8,5 lang, an der Basis 2 breit, nach oben convergierend mit stumpfem Rande). Spuren ehemaliger Silberverzierung des Knaufs in Tauschierung weisen jedoch wie der allgemeine Chararacter der Waffe auf frühes Mittelalter hin. Ist ist sie nicht merowingisch, so möchte ich glauben, dass sie normannisch sei und bei den Kämpfen, welche im letzten Viertel des 9, Jahrh., bes. 884, um Duisburg zwischen Normannen und Franken stattgefunden haben, verloren worden sei.
Gefunden wurde sie 1845 beim Ausbaggern des Ruhrkanals, für den ein Teil alten Ruhrlaufes benutzt werden konnte."
Der Text von Genthe ist lesenswert, man sieht die riesige Arbeit die dahinter steckt, die umfangreiche Korrespondenz, die typologischen Vergleiche, und sein Entsetzen über das unprofessionelle Ausbuddeln der damals noch intakten großen Gräberfelder.