Alexander der Große, Grieche oder Makedonier?

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Bajuware, 6. Mai 2011.

  1. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    War mir Neu...
    Ich habe im Zusammenhang mit dem Wiederaufleben dieses Threads mal etwas gegoogelt.
    Weil, mir war unklar wer sich da streitet und ich hatte da bisher nichts gehört, jedenfalls nichts was meine Aufmerksamkeit erweckte.

    Da streitet sich neuerdings und das schon ein paar Jahre die ehemalige Teilrepublik Jugoslawien mit Griechenland und um gekehrt.

    Wie ich lese hatte wohl die Republik Mazedonien die Griechen ab den 08.09.1991 mehrfach herausgefordert. Und das auch noch mit der Verwendung ihres Nationalhelden „Alexander der Große.“ (Autobahn, Flughafen).

    https://www.phil.uni-mannheim.de/ge...eitraege/der-streit-um-alexander-den-grossen/.

    Da haben wir ja noch Glück das sich die Bulgaren und die Albaner nicht auch noch reinhängen. Zum Kosovo will ich mal nichts sagen, weil die sind mit sich selbst zu beschäftigt
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. August 2021
  2. LordByzantine

    LordByzantine Neues Mitglied

    Eben dieser "Namensstreit" wie er auch genannt wird, führe dazu, dass diese ehemalige Teilrepublik sich jetzt Nordmazedonien nennt. Beide Parteien sind mit diesem Ergebnis nicht wirklich zufrieden wobei ich der Meinung bin, dass Griechenland da größeres Pech hatte.

    Naja in dieser Nation setzt sich die Bevölkerung eigentlich aus einem Teil Albaner sowie Bulgaren zusammen. Dass diese sich nicht reinhängen ist somit nicht ganz korrekt. Aber diese Ereignisse sind alle sehr politisch geladen. Historische Aspekte werden hier nur selten berücksichtigt.

    Grundlegend ist es ja nicht völlig falsch, dass die Bewohner sich Mazedonen nennen möchten. Sie leben ja auch schon sehr lange in dieser Region. Auch ist es möglich, dass viele dieser Einwohner zu einem Teil "griechische" DNA besitzen. Kulturell sowie sprachlich hat das aber eben trotzdem wenig mit dem antiken Gegenstück zu tun, was leider nicht verstanden wird, da auch der Name oft zu Verwirrungen führt. Das Problem besteht ja erst wenn man sich mit Persönlichkeiten bzw. dem kulturellen Erbe einer anderen Nation schmücken möchte. Das führt dann zu vielen absurden Behauptungen.
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dass ein an sich souveräner Staat auf Druck eines anderen Staates unfreiwillig (und ohne z. B. einen Krieg verloren zu haben) seinen Namen ändern musste, ist doch wohl auch nicht ganz ohne ...
     
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  4. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    offtopic, weil eigentlich tagesaktuell: Der aktuelle Name Nordmazedonien ist im Vergleich zum alten offiziellen Namen - FYROM= Former Yugoslav Republic of Macedonia - bevor es zur Streitbeilegung zwischen Griechenland und Nordmazedonien kam, doch gar nicht so schlecht für beide Seiten.
     
  5. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dass einem neuen Staat, der grundsätzlich als unabhängig und souverän anerkannt wurde, im amtlichen internationalen Sprachgebrauch faktisch ein anderer Name verpasst wurde und ihm die Verwendung des selbstgewählten Namens verweigert wurde, war auch recht absonderlich.
     
  6. LordByzantine

    LordByzantine Neues Mitglied

    Ist eben aber auch dadurch bedingt, dass Nordmazedonien sehr aggressiv vorgegangen ist. Nationale Symbole kann man nicht einfach so verwenden wie es Lust und Laune gebietet und diese als seine eigenen deklarieren. Wie gesagt: mehr politische als historische Gründe.
    Stichpunkt Gebietsansprüche.
     
  7. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Das ganze war ein Streit um den Namen "Mazedonien" und um die Verwendung eines Symbols (Stern von Vergina), das von Griechenland als hellenistisch angesehen wurde. Gebietsansprüche Nordmazedoniens an Griechenland nach der Unabhängigkeit 1991 wären mir neu. Zum Glück ist dieses ganze absurde Theater inzwischen beigelegt.
    Streit um den Namen Mazedonien – Wikipedia

    Wie willst du denn "griechische" DNA identifizieren können?
     
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  8. LordByzantine

    LordByzantine Neues Mitglied

    Oh nein nicht missverstehen. Ich wollte nicht darauf hinaus, dass Gebietsansprüche ausgesprochen wurden. Ich glaube lediglich, dass das einer der Gründe war weshalb der griechische Staat so bedacht darauf war dies nicht zuzulassen. Ich glaube nicht, dass er sich auf historischer Basis gekränkt fühlte sondern dass man sich Sorgen um mögliche zukünftige Gebietsansprüche machte. Ganz nach dem Motto: "Wir sind Mazedonen. Hier lebten schon immer Mazedonen. Somit sollte dieses Gebiet uns unterstehen."

    Möchte ich garnicht. Deshalb auch die Anführungszeichen. Jedoch ist bekannt, dass sich viele Völker auf dem Balkan miteinander vermischt haben. Slawen, Griechen usw. Da wäre es nicht unmöglich, dass ein heutiger Nordmazedone genauso auch griechische Vorfahren hat.
     
  9. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    Wäre die frühere jugoslawische Republik Mazedonien Mitglied der EU und Griechenland nicht, sähe die Namensgebung anders aus.

    Ich werte das Verhaltens Griechenlands als deutlich aggressiv.

    In Deutschland ist es natürlich einfacher. Wenn sich Dänemark in "Vereinigtes Königreich von Schleswig-Holstein" umbenennen würde, würde ich zwar erstaunt gucken, aber damit doch keine Gebietsansprüche anerkennen.

    Die Frage für mich ist: ist die griechische Region Mazedonien eher Wahrer einer, wie auch immer gearteten, mazedonischen Tradition?
    Ich kannte in den 1970er Jahren griechische Studenten aus Mazedonien, die keineswegs glücklich darüber waren wie sie im Rest Griechenlands behandelt wurden.

    Das Verhalten Griechenlands gegenüber dem Staat Mazedonien hat sehr viel zu tun mit den innergriechischen Verhältnissen.
     
  10. LordByzantine

    LordByzantine Neues Mitglied

    Die politischen Verhältnisse der Nachbarn im Balkan untereinander sind weitaus komplizierter bzw. feindlicher. Man nennt es nicht umsonst das Pulverfass. Für die "historische Korrektheit" war es jedenfalls ein nebenbei entstandener Sieg. Sonst geraten wir hier meiner Meinung nach für das Geschichtsforum zu sehr in die Politik :)
     
  11. LordByzantine

    LordByzantine Neues Mitglied

    Um aber wieder zurück auf das Thema zu kommen: Soweit ich weiß sprach der Hof griechisch, die Namen, die Aufzeichnungen sowie die Grabinschriften sind ebenfalls griechisch. Wie kommt man heute eigentlich zu der Erkenntnis, dass die Makedonen eine unverständliche Sprache sprachen?
     
  12. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Keine Ahnung.
    Wer behauptet denn heute eigentlich, dass die Makedonen eine unverständliche Sprache sprachen?
     

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