Authentische Ausstattung in Spielfilmen

Sieht zwar furchtbar aus, aber wie wäre denn die "authentische" Ausstattung der Sagenfigur Odysseus?
Da kann ich nur den Illustrator Peter Connolly empfehlen - z.B. "Die griechischen Armeen". Der hat mich schon als Kind begeistert. Archäologisch genau und nicht übertrieben martialisch oder chronologisch zusammengewürfelt. Da wird besonders der Unterschied zwischen klassischem und archaischem Griechenland deutlich. (z.B. diese überdimensionierten Panzer und Schilde.)
 
Das Buch steht bei mir im Regal. Leider hast du meinen Punkt nicht verstanden .:)

Wie hoch ist eigentlich das authentische trojanische Pferd gewesen? War die authentische Helena wirklich so schön? Auch noch nach zehn Jahren Belagerung?
 
Das Buch steht bei mir im Regal. Leider hast du meinen Punkt nicht verstanden .:)

Wie hoch ist eigentlich das authentische trojanische Pferd gewesen? War die authentische Helena wirklich so schön? Auch noch nach zehn Jahren Belagerung?
Das ist aber kein Punkt über den wir hier diskutieren müßen, das ist ein Inhalt der Geschichte, aber die spielt nun mal in einem bestimmten Zeitfenster.
 
Wenn man einen Film über Odysseus dreht, gibt es drei mögliche Zugänge:
1. Man nimmt die "Ilias" und "Odyssee" ernst und wertet sie daraufhin aus, was sie über Odysseus und den Trojanischen Krieg, auch über Aussehen und Ausstattung, hergeben.
2. Da "Ilias" und "Odyssee" gegen Ende der mykenischen Zeit spielen, kann man auch versuchen, diese möglichst authentisch zu rekonstruieren, soweit das eben vor allem aufgrund der Archäologie möglich ist.
3. Oder man pfeift auf beides und dreht einen Film in einem reinen Fantasy-Setting.

Wenn man Variante Nr. 2 wählt, erübrigen sich natürlich die Fragen nach der Größe des trojanischen Pferdes und dem Aussehen Helenas, da beide unhistorisch sein werden. Um eine "mykenische" Ausstattung könnte man sich aber dennoch bemühen.
 
Wenn man einen Film über Odysseus dreht, gibt es drei mögliche Zugänge:
1. Man nimmt die "Ilias" und "Odyssee" ernst und wertet sie daraufhin aus, was sie über Odysseus und den Trojanischen Krieg, auch über Aussehen und Ausstattung, hergeben.
2. Da "Ilias" und "Odyssee" gegen Ende der mykenischen Zeit spielen, kann man auch versuchen, diese möglichst authentisch zu rekonstruieren, soweit das eben vor allem aufgrund der Archäologie möglich ist.
3. Oder man pfeift auf beides und dreht einen Film in einem reinen Fantasy-Setting.

Wenn man Variante Nr. 2 wählt, erübrigen sich natürlich die Fragen nach der Größe des trojanischen Pferdes und dem Aussehen Helenas, da beide unhistorisch sein werden. Um eine "mykenische" Ausstattung könnte man sich aber dennoch bemühen.
Ja, ich gehöre bei sowas halt zu Zugang 2 oder wenn es sich um den Versuch einer "Doku" handelt 1.

Mit 3 habe ich in einem solchen Fall Probleme. Aber, andererseits kann ja auch jedem das gefallen was er mag, leben und leben lassen.:)
 
Hier hat jemand den Trailer von Christopher Nolans kommenden Film mit Hilfe von KI quasi korrigiert:

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Hab mir letzte Nacht das Nosferatu-Remake von Rober Eggers angesehen und bin wirklich begeistert, was die Ausstattung anbelangt. :cool:
 
Kann weg:
Der Film orientiert sich laut Christopher Nolan an der Odyssee-Übersetzung von Emily Wilson aus dem Jahr 2017, die laut eigener Aussage mit dem Anspruch antrat, Homer ein "Update" zu verpassen und das Epos "progressiv zu dekonstruieren". Fängt ja gut an. Und so wird nun zum Beispiel Lupita Nyong'o die schöne Helena spielen—und wer nicht sofort an Kenia denkt, wenn er Sparta hört, ist natürlich ein Rassist.
 
Hätte man auch nicht erwartet, dass der Schinken mit Brad Pitt mal im Vergleich als guter, realistischer Film durchgehen würde.
 
Ich habe es damals im Fernsehen gesehen, und natürlich den schrillen und lautstarken Matthias Habich in der Hauptrolle gemocht.

Der Film war von Fritz Umgelter, der ja auch andere Mehrteiler erfolgreich umsetzte, die Schauspieler waren hervorragend:
  • Christian Quadflieg: ich mochte ihn nicht, er war eher der Typ des idealen Schwiegersohns
  • Günter Strack (hessisch ist keine Lackfarbe, sondern bitter gallige Seele)
  • Günter Mack (was für eine Stimme! Kennt Ihr ihn aus "Wie eine Stimme im Ozean", nach Manès Sperber?)
  • Herbert Fux
  • Heinz Weiss (hat der auch hier eine Kapitänsuniform getragen)
  • Friedrich von Thun

Ich habe dann, vermutlich als Reclamheft, den "Simplicissimus" und "Trutz Simplex oder Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche" gelesen.

Der üpig barocke Stil ist zwar anstrengend für den heutigen Leser, "aber sehr ergötzlich", wie Grimmelshausen sagen würde.

Den Film würde ich nicht wegen der Ausstattung kritisieren, er ist sehr unterhaltsam, aber er bleibt weit hinter der Vielschichtigkeit und drastischen Ironie des Buches zurück.

Und: Es ist ein sehr moralisches und versöhnliches, zutiefst christliches Buch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und: Es ist ein sehr moralisches und versöhnliches, zutiefst christliches Buch.
"fahr wohl, schnöde Welt, denn du hast den Grind und den Gries (...)" - der Schelmenroman ist umwerfend, brillant, haarsträubend komisch, ich fand ihn nicht schwierig zu lesen (wie der Simpel beim Bankett in Hanau (?) bedienen muss, dabei ausgetrickst wird und im Schweinekoben landet, da muss ich immer wieder laut lachen)
 
bzgl. authentischer Ausstattung: erinnert sich jemand an diesen Vierteiler? Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus – Wikipedia
(ich hatte ihn teilweise als noch Schulbub gesehen, erinnere mich aber zu wenig)
Die Kostüme wirken auf mich sehr theaterhaft. Der Stoff ist ja auch in seinen zahlreichen Ebenen nicht wirklich einfach. Viele Handlungsorte, viele Statisten, drastische Szenen wie das Foltern an Söldnern wie Bauern. Ich habe in letzter Zeit immer wieder versucht das irgendwo anzuschauen.
 
Allein dieses bescheuerte trojanische Pferd, das auf den Hinterbeinen steht ...
Elliot Page, früher Ellen Page, wird den Achilles spielen. Das passt ja nahtlos in die Agenda, die offenbar hinter diesem Film steht. Wieder einmal geht es nicht um die historische Vorlage beziehungsweise den literarischen Stoff, sondern darum, die Vergangenheit im Sinne ultra-progressiver Hollywood-Utopien für das liberale amerikanische Publikum umzudeuten. Mir ist wirklich unklar, warum ich solche Casting-Entscheidungen nicht für genauso lächerlich halten sollte wie einen John Wayne als Dschingis Khan.
 
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